Keine Quotenfrauen! //1904

Die Grillfeier anlässlich meiner bevorstehenden Promotion sollte an einem Samstag Nachmittag stattfinden, und sich dann noch ad libitum in den Abend hineinziehen.
Ich erklärte Carsten, welchen Kuchen ich zum Kaffee wollte, welches Grillgut und Beilagen ich wollte, und sonst noch einige Details. Er bestätigte, dass er [bzw. die Haushälterin] sich darum kümmern würde, alles nach meinen Wünschen vorzubereiten.

„Und vergiss‘ auch nicht, dass der Whirlpool und die Sauna in Betrieb sein sollen.“
„Ich hab’s mir notiert. Sonst noch Wünsche?“
„Im Moment fällt mit nichts ein.“
„Weißt du inzwischen, wie viele Personen kommen werden?“
„Eingeladen habe ich 8, habe aber noch nicht von allen eine Bestätigung. Mit uns beiden wären es dann maximal 10.“
Ich zählte dann auf, wen ich alles als Gast erwartete.

Auf seinen Einwand „Ich halte es für keine gute Idee, nur Männer einzuladen“ war ich vorbereitet.
„Wieso nicht? Ich lasse mir keine Frauenquote oktroyieren. Das sind alles Freunde, mit denen ich ‚den Anlass teilen will‘ – nicht mit einer eventuellen Begleiterin. Außerdem ist Benjamin ja gerade getrennt, Thomas ist wieder Single, Norbert’s neue Freundin kenne ich gar nicht, Lukas ist sowieso nur ein paar Tage in der Stadt, Frank ist zwar verheiratet, aber ich habe keine Lust, mich mit seiner Frau abzugeben,“ [und noch zwei andere, die ich aber lieber aus dem Blog heraushalten will]. „und Philipp .. tja .. der ist eh allein. Ich wüsste auch wirklich nicht, welche Frauen ich sonst einladen sollte. Mit Sonja und Verena bin ich nicht so eng, und auf die Anwesenheit von Fiona und Corinna legst du bestimmt genauso wenig Wert wie ich.“
Carsten schaute missbilligend, konnte mich aber nicht widerlegen. „Überleg‘ dir das noch mal“, meinte er schließlich, „dir fallen bestimmt noch Frauen ein.“

„Nicht hier in der Gegend“, entgegnete ich, „was glaubst du eigentlich, was passiert? Gangbang Party?“ Das sind halt so meine Fantasien, aber mir ist schon klar, dass ich die nicht umsetzen werde. Trotzdem – die Gedanken sind frei!
Ich fuhr fort: „Das sind alles intelligente, gebildete Männer – fast alle Nerds. Die meisten von ihnen kennst du selbst oder bist sogar mit ihnen befreundet oder verwandt. Wir werden uns einfach ruhig unterhalten, essen, trinken, ein wenig Musik, und wer mag, kann sich in Sauna oder Whirlpool entspannen. Und schließlich bist du ja selbst als Anstandswauwau dabei.“

Tja, manches Aushandeln eines Quid-pro-quo hat sich schon als Pyrrhus-Sieg herausgestellt, aber pacta sunt servanda.
Missbilligend runzelte er die Stirn. Ich weiß, dass er sich das nicht so vorgestellt hatte. Ich dagegen schon.
„Teil‘ deinen Gästen wenigstens mit, dass sie Badezeug mitbringen sollen!“, gebot er mir.
Oops .. das habe ich doch jetzt glatt vergessen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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5 Antworten zu Keine Quotenfrauen! //1904

  1. Pendolino70 schreibt:

    Lad doch Fiona und Corina ein, damit sie nicht vergessen dich ab sofort mit Frau Doktor anzusprechen 😉

    Gefällt 3 Personen

  2. blindfoldedwoman schreibt:

    Da es ja um Deine Doktorarbeit geht, finde ich das jetzt nicht allzu sehr befremdlich.

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Nerdparty ohne Gästinnen //1916 | breakpoint

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