My Vision //1899

Da ich jetzt endlich wieder mehr Zeit und den Kopf freier habe, muss ich mich wieder verstärkt an andere fällige Aufgaben machen.
Zunächst werde ich den Kundenauftrag, den ich zurückstellen musste, mit Priorität bearbeiten und zügig fertigstellen.

Dann habe ich eine völlig neuartige, innovative Idee wie wir die Firmensoftware erweitern und essentiell verbessern können.
Ohne allzu konkret zu werden: Unter anderem erheben unsere Geräte gewisse Daten. Mit unserer Auswertungssoftware werden diese Daten so dargestellt, dass sie der Anwender weiter verarbeiten kann. Dabei beschränkt sich unsere Software allerdings auf verschiedene Anzeigemöglichkeiten und einige Funktionen, die den Anwendern die eigentliche Auswertung erleichtern, bei dem bestimmte Besonderheiten erkannt werden sollen.
Jetzt habe ich überlegt, dass unsere Software diesen Prozess zumindest teilweise mitübernehmen könnte, bzw. den Anwender auf bestimmte Ergebnisse hinweisen könnte. Es ist bekannt (und allgemein notgedrungen akzeptiert), dass die Anwender dabei häufig wichtige Einzelheiten übersehen. Die Software könnte diese Einzelheiten nach ausführlicher Analyse der Daten selbständig erkennen und anzeigen.
Dies ist ein großes, ambitioniertes Projekt, das wir nicht überstürzen können. Es wird mehrere Mannjahre Arbeitszeit benötigen. Aber wenn es klappt, lassen wir die Konkurrenz endgültig hinter uns und bringen unseren Kunden einen noch größeren Nutzen.

Ich werde eine Besprechung mit meinen Mitarbeitern einberufen, und ihnen das grobe Konzept skizzieren. Sie sollen mir ihre Vorschläge, Ideen und Anregungen dazu demnächst mitteilen.
Mit der Realisierung beginnen wir aber erst nach der Urlaubssaison, also frühestens Ende September. Bis dahin ist noch einiges an Zeit. Ich selbst beabsichtige, nach meinem Urlaub mit dem Entwurf der Spezifikation zu beginnen.
Für dieses Projekt werde ich auch Herrn Grau mit an Bord nehmen. Auch wenn ich ihn persönlich nicht leiden kann, muss ich ihm dennoch zugestehen, dass er fachlich hochkompetent ist. Ich schreibe ihm eine Mail mit den Grundzügen des Projekts und bitte ihn um sein Feedback. Ohne die konstruktive Unterstützung der Software-Entwicklung in Standort 4 könnten wir alleine das Projekt nicht stemmen. Beide Entwicklungsstandorte müssen hier kooperieren, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, das schließlich allen zugute kommen soll.
Vielleicht ziehe ich meinen jährlichen Besuch bei Standort 4 zeitlich vor, um die Entwicklung besser zu koordinieren. Das kollidiert zwar mit meinem vorgesehenen Besuch bei Standort 2, aber wir werden sehen.

Als Arbeitsname dieses Projektes werde ich (hier im Blog) Evalyze (Kofferwort aus Evaluation und Annelyse) nutzen.
Carsten ist übrigens skeptisch. Er hat Bedenken wegen der überaus strengen regulatorischen Bestimmungen. Das ist mir bewusst. Nicht umsonst beschäftige ich für derlei Fragestellungen einen eigenen Spezialisten. Außerdem meint Carsten, dass es nicht sicher ist, dass die Anwender diese Software überhaupt annehmen werden. Die übersehen doch lieber wichtige Details, als dass sie sich auf eine Software verlassen.
Ich mache das Projekt also auf meine Kappe, und stehe deshalb besonders unter Erfolgsdruck.
Ich darf Evalyze nicht in den Sand setzen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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20 Antworten zu My Vision //1899

  1. Pingback: Problem mit WordPress | BP meta

  2. Plietsche Jung schreibt:

    Du hättest vorher deine Kunden fragen sollen, ob sie die Funktion brauchen, wünschen, fordern. Alles andere ist am Anwender vorbei.

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    • Wir hatten letztes Jahr so ein Treffen. Eindeutig war nur, dass sie eine Äpp zur Bedienung der Geräte (inszwischen erledigt) wollten. Ansonsten äußerten sie sich nicht einheitlich und teils widersprüchlich.
      Ich glaube, dass einige das neue Feature durchaus begrüßen würden, andere halt auch nicht.
      Die Zukunft geht in Richtung derartiger Computerunterstützung. Wir können jetzt zu den Innovatoren und Vorreitern gehören, oder wir verschlafen’s, und sind dann halt in fünf oder zehn Jahren nicht mehr konkurrenzfähig.

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    • Engywuck schreibt:

      Kunden zu fragen ist nicht immer sinnvoll – die meisten Personen wollen entweder, dass alles bleibt wie es ist oder können sich nur „kontinuierliche“ (nicht-disruptive) Änderungen vorstellen. Ein nicht ganz 100%ig passendes Beispiel: der erste Tintenstrahldrucker wurde von vielen Firmen abgelehnt (auch als Hersteller) – man konnte ja keine Durchschläge damit drucken…
      Deswegen ist es durchaus die Aufgabe des Herstellers, sich solche Gedanken zu machen und zumindest mit der Umsetzung anzufangen, bevor die Kunden gefragt werden (ganz an ihnen vorbei darf’s natürlich auch nicht gehen).
      Hier kommt noch dazu, dass der Kundenkreis beschränkt ist. Wenn Anne also zu detailliert fragt (also: „wollt ihr Option XY“) bevor sie damit anfängt das umzusetzen riskiert sie, dass die Konkurrenz zu früh davon Wind bekommt und das schneller (evtl. auch quick’n’dirty) umsetzt. Natürlich immer mit dem Risiko, dass es dann nicht klappt oder nicht angenommen wird (und „auf ewig“ weiter supportet bleiben muss, was wegnehmen ist immer schwierig)

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  3. ednong schreibt:

    Na, dann gratulier ich mal. Wann gibt es die Note?

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  4. Leser schreibt:

    Klingt nach einem Projekt, das es wert ist, umgesetzt zu werden. Aber ein Bedenken hätte ich noch: Die Kommunikation darüber per Mail, auch zwischen den Standorten. Hoffentlich greifen alle Standorte auf dieselbe (zumindest transport-)verschlüsselte Mailserver-Infrastruktur zurück, so dass die Mail das firmeneigene Netzwerk nicht verlassen muss, oder es könnte Konkurrenten aus Übersee geben (wenn es die gibt), welche ein ähnliches Feature auch ganz bald bei ihren Produkten auf den Markt bringen…

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