Der vergessene Tag – mea culpa //1853

In den letzten Jahren hatte ich am Muttertag meine Mutter immer angerufen, und ihr dazu alles Gute gewünscht. Heuer – tja – ich hab’s einfach vergessen. Habe momentan so viel anderes im Kopf, dass dieser Termin an mir vorübergegangen ist, ohne dass er die Erinnerung ausgelöst hätte.
Erwähnungen online, im Radio oder im Fernsehen hatte ich wohl schlicht nicht bewusst wahrgenommen. Dieser Sonntag ist einfach an mir vorbeigerauscht.

Gestern hat mich dann meine Schwester angerufen, was denn los sei. Sie hätte es schon am Sonntag versucht, aber mich nicht erreicht. Ich solle mir doch endlich mal ein Handy zulegen. Ich habe ein Handy, aber das nutze ich nicht. Soll sie sich doch einen Mail-Account zulegen. Per Mail bin ich am zuverlässigsten zu erreichen.

Also rief ich dann sofort auch noch zuhause bei meinen Eltern an, und erwischte erst einmal niemanden. Erst beim dritten Versuch zwei Stunden später ging meine Mutter an das Telefon.
Ich beglückwünschte sie noch nachträglich, und erklärte, dass ich halt derzeit ziemlich zerstreut bin.
„Och, Annele, mir hömm uns scho solche Sorche um dich gemocht, weil mer niess von dir ghört homm. Es hädd jo sonst wos bassierd sei gekönn.“

Das hat man jetzt davon, wenn man sonst immer regelmäßig an solche Anlässe denkt, und nie zu gratulieren vergisst. Außerdem hatten wir ja erst an meinem Geburtstag ausführlich telefoniert gehabt, und zu Ostern war ich sogar oben gewesen.
Ich erklärte also, dass alles in Ordnung und bestens sei.

Naja, ich habe den Eindruck, dass sie immer noch deswegen verstimmt ist. Kann es aber jetzt auch nicht ändern.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Der vergessene Tag – mea culpa //1853

  1. Talianna schreibt:

    Ich tu mir mit dem Drandenken auch auf schwer. Dieses Mal allerdings habe ich meinen Mann daran erinnert, da ich schon am Mittwoch mit meinem Vater telefoniert hatte und er erzählte, dass er die Blumen auf Mamas Grab zum Muttertag richten wolle … allerdings hätte ich nicht mit ihm telefoniert, wenn ich nicht versucht hätte, ihn zu meinem Halbmarathon zum zuschauen einzuladen. Leider konnte er nicht, aber gefreut hat er sich auch. Ob ich ihm zum Vatertag hätte gratulieren sollen?

    Meine Mutter kann ich leider nicht mehr anrufen, nur noch an sie denken. Aber die Schwiegermama hat sich gefreut, als mein Mann sie anrief.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Wozu gibt es Kalender und Outlook?

    Heutzutage muss man sich doch ein wenig organisieren.

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  3. keloph schreibt:

    das ist das einzige, was ich noch nie nie nie vergessen habe in den xx jahren 🙂 *toitoitoi*

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  4. claudius2016 schreibt:

    Ich finde es immer sehr heuchlerisch, an bestimmten Tagen zu gratulieren / zu kommunizieren. Ehrlicher finde ich einen ständigen Kontakt zu lieben Personen.

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  5. Pendolino70 schreibt:

    Bei dem Stress mit der Doktorarbeit und Job kann das passieren. Es fällt schliesslich allen auf, dass dies nicht dein Standardverhalten ist 😉

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  6. Bert schreibt:

    Ich liebe solche grammatikalischen Konstruktionen: „bassierd sei gekönn“

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  7. Leser schreibt:

    Ich vergesse den Muttertag öfter, als ich daran denke. Eigentlich ist es wenn, dann eher Zufall, dass ich an diesem Sonntag mit meiner Mutter telefoniere. So auch dieses mal, nämlich nicht. Zumal ich auch momentan nicht gerne mit ihr telefoniere.
    Wie auch immer, ich finde es retrospektiv betrachtet interessant, dass dieses Jahr Vater- und Muttertag so nah beieinander liegen, das war doch sonst nicht so?

    Und: Vatertag wird das hier gar nicht genannt, sondern „Männertag“ oder „Herrentag“. Und der wird von den meisten Männern bloß dazu „genutzt“ (missbraucht), sich mit Alkohol vollzukippen und dann im höchsten Maße peinlich in der Öffentlichkeit zu benehmen. Somit bin ich ganz froh, dass ich den auch weitestgehend verschlafen habe 😉

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