Nach Adam Ries //1847

Gemeinsam fuhren wir etwa eine Stunde zu einem Thermalbad, dessen Ort die Geburtsstadt eines der bekanntesten Rechenmeister ist. Wir waren schon früher dort gewesen.
Leider war die Flasche, die ich daheim mit Wasser gefüllt hatte, nicht dicht und fast vollständig ausgelaufen. Naja – das meiste hatte mein Badetuch aufgesaugt, während Carsten’s nur wenig abgekriegt hatte. Dann hatte ich keinen Gummi dabei, so dass ich meine Haare irgendwie hochdrehen musste, und nur notdürftig mit einer Spange fixieren konnte.
Das nächste Ungemach war, dass die von mir sehr geschätzten Massagedüsen aufgrund technischer Probleme dauerhaft außer Betrieb waren.
Das morgentliche Bissmal auf Carsten’s Schulter war noch deutlich zu erkennen.

Die Besucherschaft war großteils bereits im Rentenalter. Greise in Speedos und mit Körbchengröße C, Matronen in auseinanderquellenden Badeanzügen, Seniorinnen mit welker, faltiger Haut xoder Cellulite, .. die meisten Badegäste waren eher zum Wegsehen. Tja, niemand wird jünger. Der körperliche Verfall schreitet voran. Niemand bleibt verschont. Man sollte wirklich über jedes Jahr in Attraktivität und Gesundheit froh sein.
Irgendwie wundert es mich, dass – im Gegensatz zum FKK-Badesee – im Saunabereich (zwar haben wir inzwischen selbst eine Sauna im Keller, aber mit einer ganzen Saunalandschaft lässt die sich nicht vergleichen, so dass es uns nicht auf die paar Euro Aufpreis ankam), der eindeutig als „textilfrei“ gekennzeichnet war, die meisten Leute mit Bademantel und Badeschlappen herumliefen. Carsten und ich schlangen uns nur höchstens jeweils ein Badetuch (ja, igitt!, meines war ziemlich nass) um den Körper und gingen barfuß.
Zwischendurch zogen Carsten und ich uns diskret in eine Umkleidekabine zurück.
Am Spätnachmittag hatten wir dann irgendwann genug vom Wasser. Wir besprachen das Timing für das weitere Vorgehen: 10 Minuten zum Duschen, 5 Minuten zum Anziehen, 5 Minuten zum Föhnen, .. Stop! Nach 5 Minuten sind meine Haare immer noch nass. Richtig trocken sind sie erst nach Stunden. Ich erklärte Carsten, dass hier wieder mal das Pareto-Prinzip zuschlage: Nach 20% der Föhnzeit sind die Haare zu etwa 80 Prozent trocken. Und das reicht mir. Zusätzlicher Aufwand erhöht den Nutzen nur minimal, und ich habe echt keine Lust, länger als 10 Minuten zu föhnen. Bei sommerlich warmem Wetter kommt’s zum Glück nicht drauf an.

Nachdem wir auf der Rückfahrt eine passable Outdoorstelle entdeckt und erfolgreich ausprobiert hatten, wollte Carsten unbedingt in der nächstgrößeren Stadt in einer Wirtschaft einkehren, die eine bestimmte Bierspezialität ausschenkt, die es sonst nirgends gibt, aber IMHO eklig schmeckt. Diese Stadt ist so verwinkelt, dass wir uns jedesmal verlaufen (Navi war nicht dabei). Ich erinnere mich, dass ich als Kind ein paar Mal mit meiner Familie dort war, weil damals Verwandte dort wohnten. Jedesmal haben wir uns verfahren. Und wenn wir meinten, dass wir jetzt den Weg kennen, war das nächste Mal eine Baustelle dort, und wir wurden umgelitten in unbekannte Gegenden.
Relativ schnell fanden wir diesmal die Wirtschaft, und aßen dort zu Abend. Ich trank eine Apfelsaftschorle, denn dieses Bier tue ich mit nicht an.

Danach fuhren wir wieder heim, und ließen den Abend auf bewährte Art ausklingen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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7 Antworten zu Nach Adam Ries //1847

  1. Pendolino70 schreibt:

    Ihr seid schlimmer als ein frisch verliebtes Pärchen 😉

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  2. Jan-Martin schreibt:

    Nachdem ja kürzlich „the Wall“ (TM) erreicht wurde, führt das möglicherweise in der Zukunft zu einer gnädigeren Betrachtung der Physiognomie anderer Leute – ich (Wall+5) hatte vor der Wall auch so arrogante Sprüche drauf.

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    • Das kommt sehr darauf an, inwieweit eine Person selbst ursächlich dafür verantwortlich ist.
      Älter werden wir alle. Das lässt sich nicht beeinflussen, genauso wenig (chirurgische Eingriffe ignorieren wir mal) wie z.B. eine schiefe Nase oder ein Feuermal.
      Adipositas, Piercings und andere selbstverschuldete Entstellungen dagegen erlaube ich mir weiterhin, als hässlich und abstoßend zu empfinden.

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  3. Alex ii schreibt:

    Wenn es hier schon kein Feuer gibt, dann lasst uns doch nach dem Schlenker zurück zum eigentlichen Thema kommen:
    Du magst kein Bier?

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  4. Pingback: Twitterarium //2028 | breakpoint

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