Der Kuchen //1788

Je älter ich selber werde, desto besser kann ich es nachvollziehen, dass Carsten am liebsten gar nicht an seinen Geburtstag erinnert werden will. Am gleichen Tag haben wir aber auch noch ein anderes feiernswertes Ereignis, so dass ich gar nicht daran denke, diesen Anlass zu ignorieren.

Geschenke gab es nicht, aber ich hatte höchstpersönlich einen Marmorkuchen (150g Zucker, 1 Prise Salz, 1 Päckchen Vanillezucker in Tüte 1 vorbereitet. 2 Päckchen Puddingpulver mit Mehl zu 500g aufgefüllt und mit einem Päckchen Backpulver gut durchmischt in Tüte 2 vorbereitet. Kuchenforminnen eingefettet und mit Mehl bestäubt. 250g Margarine in Rührschüssel schaumig geschlagen. Nach und nach 6 Eier und Inhalt von Tüte 1 hinzugefügt und gut durchgerührt. Backofen auf 170°C Umluft vorgeheizt. Dann Inhalt von Tüte 2 ebenfalls zu Teig hinzugefügt und gut durchgerührt. Etwas Milch zugegegeben, bis Teig passende Konsistenz hatte, und schwerreißend vom Schläger fiel. Gut Hälfte des Teigs in Form gefüllt. Etwas Kakao zum restlichen Teig hinzugefügt und durchgerührt. Restlichen Teig in Form gegeben und mit Gabel die zwei Teigvarianten leicht durchmischt. Form in Backofen. Nach etwa 50min ausgeschaltet. Nach weiteren 15min Form aus Backofen genommen und umgestürzt. Kuvertüre in Mikrowelle erhitzt und auf Kuchen gepinselt. Kokosraspeln darüber gestreut. – Alle Mengenangaben innerhalb der Messgenauigkeit meiner annelogen Küchenwaage. Die Tüten sind zwei leere Papiertüten, in denen ursprünglich Mehl oder Zucker war.) gebacken.

„Da steht ein Kuchen in der Küche“, meinte Carsten verwundert.
„Ja“, meinte ich beiläufig, „da ist einer.“
„Wie kommt er da hin?“
„Aus dem Backofen.“
„Wer hat ihn gemacht?“
„Du hast einen Rateversuch.“
„Du etwa?“
„Wer sonst.“
„Seit wann kannst du Kuchen backen?“
„Schon lange. Ich mache das nur normalerweise nicht.“
„Aber heute schon.“
„Offensichtlich.“
„Hm .. und was hast du damit vor?“
„Essen.“
„Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen.“
„Da siehst du mal. Aber vielleicht hast du ja auch Appetit darauf. Dann greif gerne zu.“

Offenbar ging sein Appetit vorher in eine andere Richtung, so dass er nach mir griff.
Den Kuchen haben wir später aber noch gemeinsam angefangen zu essen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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15 Antworten zu Der Kuchen //1788

  1. keloph schreibt:

    ich nehm ein stückchen vom kuchen, das andere ist verbotenes terrain für mich 😉

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    „Du etwa?“ erzählt mir schon genug 🙂
    Diese Dialoge sind herrlich.

    Gefällt 1 Person

  3. idgie13 schreibt:

    Warum packst Du denn Zucker und Mehl in Tüten?
    Warum kommt Pudding mit jeder Menge Zucker und Konservierungsstoffen in den Kuchen?
    Und warum nur nimmst Du Margerine statt Butter?

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    • Weil ich dafür nicht extra Schüsseln verbrauchen will. Ich lege Wert auf geringen Resourcenverbrauch.
      Weil ich keine Speisestärke parat habe. Das Puddingpulver besteht im Wesentlichen aus Speisestärke, vielleicht noch ein wenig Vanillin und Salz. Darin sind weder Konservierungsstoffe noch zusätzlicher Zucker.
      Weil sich Margarine leichter verarbeiten lässt, und mir persönlich im Kuchen besser schmeckt als Butter.

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      • idgie13 schreibt:

        Die eine Schüssel im Abwaschbecken braucht auch nicht mehr Resourcen.
        .. und Farbstoffe und künstliche Aromen sind auch noch drin. Man könnte auch Mandeln oder Zwieback nehmen.
        Auch so ein künstliches Industrieprodukt.

        Aber Geschmäcker sind zum Glück verschieden.. 😉

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        • Es wären zwei zusätzliche Schüsseln. (In der Rührschüssel wiege ich das Fett direkt ab.)
          OK – ich könnte das auf eine reduzieren, indem ich nach dem Einrühren des Zuckers erst das Mehl vorbereite. Das würde aber meinen Processflow zerstückeln.
          Jedenfalls nehmen die Schüsseln Platz in der Spülmaschine ein – muss nicht sein.

          Es kann und will nicht jeder seinen Weizen und Mais selbst anbauen und mahlen, sowie eigene Hühner und Kühe halten.

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          • idgie13 schreibt:

            Schüsseln wasche ich von Hand ab – so wie Töpfe auch. Da brauche ich nicht mehr Wasser. Aber kann ja jeder halten wie er mag.

            Nur weil ich Farbstoffe, Aromen und Fertigfutter vermeiden will, muss ich kein eigenes Weizen anbauen und Viehzucht betreiben. Ich wäre ja gerne kompletter Selbstversorger, leider reicht meine Zeit nicht für mehr als Gemüse- und Obstgarten.

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  4. janxb schreibt:

    Jetzt hat der Feminismus doch vor deinem Blog nicht Halt gemacht. Oder wieso nutzt du sonst für deine Kuchenformen den gegenderten Begriff „Kuchenforminnen“? 😉

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  5. Pingback: Die Statue //1816 | breakpoint

  6. Pingback: Es war einmal in #Twitterland //1976 | breakpoint

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