Körpereinsatz //1785

Als ich über Weihnachten und Neujahr im Urlaub war, hab‘ ich kaum mitgekriegt, was in anderen Blogs los war. Eher zufällig bin ich auf einen Eintrag von Remi gestoßen, in dem sie sich ein paar Gedanken darüber macht, sich als eine Art Escort-Begleitung einen Zuverdienst zu sichern.
Der Artikel ging mir nicht aus dem Kopf, und ich nahm mir vor, selbst zu diesem Thema zu bloggen. Dringlich war dies allerdings nicht, so dass es bis jetzt gedauert hat. Ich möchte jedoch ausdrücklich vorausschicken, dass ich mir – genau wie Remi – nur ein paar Gedanken aus dem Kopf schreiben will, die meiner persönlichen Meinung entsprechen, und damit niemanden in irgendeiner Form abwerten oder verletzen möchte.

Remi schreibt sinngemäß, dass sie sich vorstellen könne, gegen Entgeld Männer z.B. in Clubs zu begleiten, und als aufgeschlossene Gesprächspartnerin zu dienen. Sex gäbe es aber nur bei Sympathie auf optionaler Basis und nicht als offizielle Gegenleistung.
Wie unterschiedlich doch die Menschen sind! Mir würde es wesentlich schwerer fallen, mit unbekannten Männern smallzutalken als Sex zu haben. Auch falls sie über ihre persönlichen Probleme reden wollen, hätte ich keine Lust, da Interesse zu heucheln.
Der entgegengesetzte Weg als der, der Remi vorschwebt, käme mir eher entgegen: Erst Sex, und nur bei Sympathie und Interesse auch noch weitergehende Gespräche.

Für bis zu fünf Stunden stellt sie sich eine Bezahlung von 150 Euro vor. Das wäre gerade mal ein Stundensatz von 30 EUR vor Steuern. Nee, dafür wäre mir wirklich meine Zeit zu schade (ganz davon abgesehen, dass meine Überlegungen eh nur rein akademisch und hypothetisch sind).

Sex gehört zu den angenehmsten Methoden, für den Einsatz seines Körpers bezahlt zu werden, und ist bestimmt seine natürlichste Vermarktung.
Man muss das nur beispielsweise mit körperlicher Schwerarbeit vergleichen, die den Körper über Gebühr anstrengt und auslaugt. Oder gefährliche Arbeiten, bei denen Berufsunfälle den Körper erheblich schädigen können. Oder insbesondere Berufsport, wo Sportler ihren Körper ausbeuten, verschleißen und mit gesundheitsschädlichen pharmazeutischen Drogen vergiften, und zudem als lebende Litfaßsäule Reklame laufen. Oder bestimmte andere Berufe, die Körperkontakt mit den Kunden erfordern. So hätte es mein Vater ja gerne gesehen, wenn ich Physiotherapeutin geworden wäre. Das fängt zwar mit „Physi“ an und enthält sogar ein „the“, aber man muss dort dauernd mit irgendwelchen Leuten reden, und sogar Kranke anfassen. Dagegen ist Prostitution eine saubere Sache.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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20 Antworten zu Körpereinsatz //1785

  1. codemonkey schreibt:

    150 Euro … da verramscht sich die gute Remi allerdings. Das zahlt man ja schon für 30 Minuten bei einer „gewöhnlichen“ Prostituierten. Ein Abend mit einer Escort-Dame mit Sex nur bei Sympathie fängt für den Herrn preislich erst im 4-stelligen Bereich an.

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  2. SH aus RC im V schreibt:

    „Sex gehört zu den angenehmsten Methoden, für den Einsatz seines Körpers bezahlt zu werden…“
    Erzähl‘ das mal einer professionellen Prostituierten, die den Großteil ihrer Einnahmen an ihren Zuhälter abliefern muss. ^^

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  3. Pflegefachkraft schreibt:

    Du kannst doch nicht soziale Berufe mit Prostitution vergleichen! Das ist wiederlich!

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Ihr macht die Rechnung ohne die Zuhälter, die nicht lange auf sich warten lassen.
    Es klingt alles ziemlich naiv und 150 Euro für 5 Stunden bestätigt das eindeutig.

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  5. Pendolino70 schreibt:

    Ich glaube kaum, dass man Anne’s Kenntnisse für gerade mal EUR 150 pro Stunde in Anspruch nehmen kann. Escort hört sich nach viel Geld an, de facto gibt es aber genug Jobs mit denen man genausoviel verdienen kann.

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  6. blindfoldedwoman schreibt:

    Ich kann das ja überhaupt nicht nachvollziehen, wie sie mit jedem Sex haben kann. Aber gut, für mich geht das immer nur in einer Beziehung.
    Lesen kann ich dort nur, weil sie ohne jede Erotik schreibt.
    Im Grunde wäre es schon folgerichtig, wenn sie für ihre Dienste Geld nehmen würde. Was kostet so ein Blowjob? 30 €? Allerdings macht sie es ja ohne Gummi, das dürfte selbst auf dem Straßenstrich nicht oft vorkommen.
    Ob Männer denn nur für ihre Gesellschaft zahlen würde? Ich denke, an eine Escortdame werden schon Ansprüche gestellt, entsprechende Kleidung, Attraktivität und ein äußerst gepflegtes Äußeres sind da sicher Voraussetzung.

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  7. Pingback: Tweets aus dem Fiebermonat //1964 | breakpoint

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