Zum phallentinischen Arschemittwoch //1779

Früher war Carsten einige Male mit mir zu besonderen Anlässen zum Shoppen gegangen. Bevor dies noch zur Tradition werden konnte, schlief es wieder ein. Der Valentinstag wäre mal wieder eine Veranlassung gewesen, weshalb wir irgendwie auf das Thema gekommen waren.

Carsten meinte, dass sich die Zeit für einen Shoppingtag nicht lohne, weil ich mir eh kaum etwas schenken ließe.
„Andere Frauen lassen sich teure Kleider kaufen, Schmuckstücke, Handtaschen, und so weiter. Aber dir darf ich höchstens mal ein Buch oder eine Schachtel Pralinen kaufen. Wenn’s hochkommt, eine neue Festplatte.“
„Dann hättest du halt eine Frau heiraten sollen, die’s auf dein Geld abgesehen hat.“
„Wenigstens gewährst du mir hin und wieder die Gunst und Gnade, dich zum Essen einladen zu dürfen.“
„Während du viel zu stur bist, um mich gelegentlich mich revanchieren zu lassen.“
„Das hast du auch gewusst, als du mich geheiratet hast.“

Ich zog einen Schmollmund, auf den er schnell einen Kuss drückte, bevor er fortfuhr: „Ich mache dir einen Vorschlag zur Güte: Wir gehen am Samstag zusammen shoppen, und wenn du hinreichend viel konsumierst, darfst du mich anschließend zum Essen einladen. Einverstanden?“
„Ja, mein Gebieter“, bestätigte ich widerspruchslos.
Er beäugte mich misstrauisch: „Wie kommt es nur, dass ich glaube, dass du irgendetwas ausheckst, wenn du so nachgiebig bist?“
„Gesunde Paranoia?“, schlug ich vor, „bewährte Erfahrungswerte?“
„Hm ..“, meinte er stirnrunzelnd.
Ich habe noch ein paar Trümpfe im Ärmel, und so antwortete ich ihm mit meinem betörendsten Lächeln.

„Verdammt, Anny-Süße, es ist deine Pflicht und Schuldigkeit als Unternehmersgattin für einen repräsentativen Lebensstil zu sorgen!“
„Das sehe ich nicht so“, erwiderte ich ungerührt“, „und mit der gleichen Logik könnte ich argumentieren, dass ich selbst Unternehmer bin, und dies somit deine Aufgabe ist.“

Das konnte er wohl nicht widerlegen, so dass er seufzte und einen anderen Ansatz probierte: „Samtpfötchen, warum lässt du dir nicht einfach ein paar schöne Sachen kaufen?“
„Weil ich keinen unnützen Schnickschnack brauche, der mir nur Platz wegnimmt, und Verschwendung nicht mag.“

Allmählich war ich die Diskussion leid, und ich hatte schon den ganzen Tag über so kalte Hände gehabt. Also begann ich, sein Hemd unter seinem Pullover aufzuknöpfen. Als ich meine Hand unter sein Hemd schob, zuckte er zusammen.
„Huch, Anny! Warum benutzt du nicht wenigstens den Fußwärmer, den ich dir mal geschenkt habe?“
„Der ist im Arbeitszimmer beim Rechner. Es ist mir zu umständlich, den dauernd hierher umzustöpseln. Das gibt nur eine Stolperfalle mit dem Kabel. Außerdem sind meine Füße heute gar nicht mal so sehr kalt.“
„Dafür aber deine Hände umso mehr.“

„Irgendwo muss ich noch Handschuhe haben, aber eigentlich sollte es zu deinen ehelichen Pflichten gehören, mich zu wärmen.“
„Reicht es nicht zur Erfüllung meiner Pflichten, dass ich dir die Kuscheldecke hier besorgt habe?“
„Eindeutig nein. Du müsstest es mir schon selbst besorgen.“ Ich wurde übergriffig, indem ich meine nur geringfügig erwärmte Hand nach unten unter seinen Hosenbund schob.
Nochmals zuckte er zusammen: „So wird das aber nichts.“
Mit dieser Prognose sollte er nicht Recht behalten.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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5 Antworten zu Zum phallentinischen Arschemittwoch //1779

  1. ednong schreibt:

    Orrrrr,
    kalte Hände …

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Wenn Gebieter „Anny-Süße“ sagt, würde ich mißtrauisch werden 🙂
    P.S. Was ist schlecht an einer neuen Festplatte ??

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