SM wie Social Media //1764

Einstein wird (vermutlich fälschlicherweise) der Satz zugeschrieben, dass es Wahnsinn definiert, wenn man immer wieder dasselbe macht, aber ein anderes Ergebnis erwartet.

An dieses Zitat habe ich in den letzten Monaten oft denken müssen, wenn ich wieder mal versuchte, ein Profilbild für meinen Twitteraccount einzustellen.
Ich bin inzwischen zur Auffassung gelangt, dass bei meinem Profildatensatz irgendetwas korrupt ist – ein falsches Flag gesetzt, oder so ähnlich.
Dass ich es trotzdem hin und wieder probiere, liegt an der Hoffnung, dass Twitter inzwischen im Hintergrund die Verarbeitungssoftware geändert haben könnte, oder mein Profil repariert hat.
Auf meine mehrfachen Versuche, Kontakt mit dem Support aufzunehmen, erhielt ich nie eine Antwort.

Die Twitterentwickler werkeln ja stets im Hintergrund vor sich hin.
So wurde vor einiger Zeit das Zeichenlimt von 140 auf 280 verdoppelt. So richtig erfreut bin ich darüber nicht. Der Zwang, seine Gedanken kompakt und konzise darzustellen, hatte schon einen eigenen Charme. Wenn die Zeichen nicht reichten, konnte man abkürzen, seine Worte auf mehrere Tweets aufteilen, einen Screenshot mit dem Text twittern, oder natürlich bloggen.
Vor kurzem gibt es eine neue Änderung, die mir überhaupt nicht gefällt. Bei den Mitteilungen stehen jetzt häufig auch Nachrichten, dass irgendwelche Tweets von mehreren Personen meiner Timeline geliked wurden. Vielleicht ließe sich dieses Verhalten abstellen, ich bin noch nicht dazu gekommen, nachzuschauen. Andererseits funktionieren manche Optionen bei mir eh nicht , so dass ich befürchte, dadurch vielleicht noch mehr kaputt zu machen. Außer dem Profilbild kriege ich auch keine Benachrichtigungen per Mail mehr, obwohl ich das so eingestellt habe. Unso wichtiger ist es dann, dass ich bei Mitteilungen dann wenigstens diesen kleinen Kreis mit der Anzahl sehe. Aber wenn dann solche Mitteilungen dabei sind, mit denen ich selbst gar nichts zu tun habe, so stört mich das und ich empfinde es fast als Spam, denn wichtigere Mitteilungen gehen dann dagegen unter und werden übersehen.

Nicht nur Twitter ändert sang- und klanglos seine Software, sondern auch WordPress.
In letzter Zeit ist mir dabei aufgefallen, dass ich in meinem RSS-Reader nicht mehr die Anzahl der Kommentare pro Post sehe. Das war für mich immer eine schnelle Möglichkeit, nachzuschauen, ob sich (auch bei anderen Blogs) etwas geändert hat.
Bisher konnte ich bei den Statistiken immer problemlos zwischen meinen Blogs hin- und herschalten. Die Auswahlbox fehlt neuerdings völlig, was es deutlich umständlicher macht, die Statistiken zu verfolgen.
Da werden gut funktionierende Features, an die ich gewöhnt war, und die ich gerne benutzt habe, ohne ersichtlichen Grund einfach ersatzlos entfernt.
Aber eine Kommentarpreview, die bei WordPress ganz bestimmt äußerst sinnvoll wäre, gibt es nicht.

Ärgerlich ist es auch oft, dass ich nicht den Browser benutzen kann, den ich will. Youtube begnügt sich mit einer Meldung, die ich wenigstens wegklicken kann, Twitter zeigt mir eine vereinfachte Ansicht an, aber WordPress weigert sich, mir etwas sinnvolles anzuzeigen, und verlangt einen anderen Browser.
Es ist absolut nicht nutzerorientiert, wenn den Nutzern der Browser vorgeschrieben wird, insbesondere, wenn das UI immer mehr vereinfacht wird, nur damit es von mobilen Devices besser genutzt werden kann. Die Nutzer richtiger Rechner gehen dann leer aus, erhalten ein immer stärker reduziertes Interface. Bei meiner Bank beispielsweise gibt es viel weniger Menüpunkte als früher, dafür wesentlich größere Schrift und viel zu große Zeilenabstände, so dass kaum noch Information auf den Bildschirm passt. Mein Hoster geht in die gleiche Richtung. Einfache Funktionen sind dadurch kaum noch auffindbar und benötigen viel mehr Klicks.
Es gibt weniger Menüs, dafür mehr bunte, nichts-sagende Buttons – teilweise muss man aus einem Piktogramm schließen, was nach einem Klick passieren könnte. Ein textueller Hinweis fehlt – das ist ‚was für Analphabeten.

Es ist wirklich ein Ärgernis, wie sich Nutzerschnittstellen mehr und mehr an mobilen Devices orientieren. Die Usability für andere Nutzer hat keine Priorität.
Ich sehe es ja selbst, dass hinter einer Äpp eine völlig andere Philosophie steckt, als hinter einer Desktop-Anwendung. Aber müssen deshalb alle Nutzer sich mit sehr eingeschränkten Möglichkeiten zufriedengeben? Man muss doch nicht sämtliche Schnittstellen zurückentwickeln, nur um die Nutzer mit der schwächsten Hardware zufriedenzustellen. Wenn nicht alle ein gleich gutes UI nutzen können, werden sie eben zu einem gleich schlechten UI gezwungen. Gleichmacherei ist destruktiv. Dann können wir uns gleich wieder an die Bedienung über die Kommandozeile gewöhnen (was mir gar nicht so unrecht wäre – dann würde ich mir eben ein paar Batches und Skripten schreiben, die genau das machen, was ich will).

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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28 Antworten zu SM wie Social Media //1764

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Ich lande bei wordpress immer noch häufig mit meinen Kommentaren im Spam, bzw. gibt es wohl auch einzelne, die auch das schon kontrolliert haben und das Nicht erscheinen einen anderen Grund haben muß.

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    • Akismet ist auch so ein Problem, das mich zwingt, regelmäßig den Spamordner zu durchforsten, denn da finden sich immer wieder ganz normale Kommentare.

      Wenn ich speziell auf deinem Blog kommentiere, landen Antworten nicht bei den WP Notifications. Da muss ich direkt schauen, ob du oder sonst jemand geantwortet hat.
      Passiert mir (soweit ich das nachvollziehen kann) bei keinem anderen WP-Blog.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Hm. Es ist so, seitdem ich den Blognamen geändert habe. Vorher gabs meines Wissens keine Probleme.

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        • Kann sein, dass die Umbenennung das Problem verursacht hatte.
          Soweit ich mich erinnere, funktionierte es vorher.

          Software ist häufig so komplex, dass sie niemand mehr richtig überschauen kann. Dann treten genau solche Phänomene auf.
          Ohne einen kompetenten Entwickler oder DB-Admin, der gewillt ist, das Problem zu lösen, hat man als User keine Chance, da selbst einzugreifen.

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  2. keloph schreibt:

    ich denke, dass es möglich ist, je nach devicetyp der genutzt wird andere GUIs zur nutzung anzubieten. als digital immigrant ist mir die smartphonefrickelei eh ein graus. ichn mache solche dinge zu 95% am rechner. mein twitteraccount hat nie wirklich funktioniert, dafür wurde er nach 4 wochen gecrackt und ich habe dieses kapitel damit endgültig für mich beendet…….will mir ja auch nicht anmassen, das gleiche werkzeug wie trump zu nutzen 🙂

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  3. Leser schreibt:

    Zunächst: Die Trennung zwischen verschiedenen „Devices“ per CSS („Responsive Design“ genannt) wird idR nur über die Bildschirmbreite gemacht, also bis xx px dieses Style, bis xxx px jenes Style usw., d.h. eine unterschiedliche Funktionalität lässt sich darüber nicht so mal eben realisieren. D.h. das kann man auch durch schmal ziehen des Browserfensters simulieren.
    Und dann: Bei Hostern kann ich nur all-incl.com empfehlen, da bin ich sowohl privat als auch mein Arbeitgeber, und die Administrationsoberfläche ist geradezu angenehm, vor allem wenn man sie am Desktop bedient (ob sie „Responsiv“ ist, kann ich nicht sagen, ich war noch nie in der Verlegenheit, sie am Handy aufrufen zu wollen).
    Schon mal versucht, den Twitter-Support bzgl. des kaputten Profils über Twitter selbst zu kontaktieren? Ich wette, das ist deren bevorzugte Methode, anstatt ins E-Mail-Postfach zu schauen! 😉

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    • CSS kann auch über „media“ den jeweiligen Devicetyp abfragen. Es ist ein uraltes Standardverfahren, so z.B. beim Drucken eine andere Ansicht zu erzeugen als auf dem Bildschirm.
      Bei Javascript erhält man mit „navigator“ das Browserobjekt, und kann je nach dem das Skript anpassen.
      Serverseitig bekommt man etwa mit PHP Informationen über den genutzten Client mit „HTTP_USER_AGENT“.
      Es gibt also mehrere Methoden, mit unterschiedlichen Clients umzugehen.

      Schon mal versucht, den Twitter-Support bzgl. des kaputten Profils über Twitter selbst zu kontaktieren?

      Aber sicher doch. Mehrfach. Keine Reaktion.

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    *seufz* Probleme mit Computer hatten wir nicht als wir keine Computer hatten.
    Irgendwas ist doch immer.

    Wenn du auf CMD steht, versuch’s mal mit nem Linux, das ist prima und fordert den Kopf viel mehr als so ein Mainstream Windows.

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  5. ednong schreibt:

    Tja,
    das ist alles dem „Responsiven“ Design zum Opfer gefallen. Wie du oben selbst schon beschreibst, gibt es Möglichkeiten, für unterschiedliche Devices unterschiedliche CSS zu nutzen und das Aussehen entsprechend anzupassen. Einfach ist natürlich alles schön responsiv zu machen mit einem CSS, was dann maximal nach der Bildschirmbreite (und im schlechtesten Fall nach der IP) darstellt. Aber so ist das wohl, wenn alles kostenlos sein soll …

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  6. Pingback: TWEEEEeeeeeee..eeee..ts //1953 | breakpoint

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