Ein nächtliches Geständnis //1724

Als ich Carsten von Verena’s Besuch erzählt hatte, hatte er ihre Reaktion als unbedeutend beiseite gewischt.
Am Wochenende telefonierte er dann mit Verena, aber auch bei diesem Gespräch ging er nicht auf das Thema ein.

Um so überraschender war es dann für mich, als er schließlich doch noch eine Unterhaltung dazu begann: „Anny, ich glaube, ich sollte dir noch etwas zu meinem Verhältnis zu Lydia sagen.“
Ich war eigentlich schon halb am Einschlafen gewesen, aber im Nu war ich wieder wach. „So? Was denn?“

Er druckste herum. „Ich hatte dir damals erzählt, dass ich meine Beziehung mit Lydia abgebrochen hatte, als klar war, dass ich Ingrid heiraten würde.“
„Hm, ja, ich erinnere mich.“
„Das stimmt zwar, aber ich habe mich später doch noch ein paarmal mit Lydia getroffen, und wir hatten Sex.“
„Was heißt ’später‘?“ Ich rappelte mich auf, und setzte mich halb ins Bett.
„Das muss so zwischen Verena’s und Fiona’s Geburt gewesen sein.“

„Und wieso erzählst du mir das jetzt?“
„Wer weiß, was Lydia noch mit Verena darüber spricht. Ich möchte nicht, dass es da unangenehme Überraschungen gibt, und dass du Bescheid weißt.“
„Deine Tochter war schon völlig erschüttert, als sie erfuhr, dass du überhaupt einmal mit Lydia eine Beziehung hattest. Wenn sie das erfährt, wird sie erst recht entsetzt sein.“
„Von mir erfährt sie es nicht, und ich denke, dass auch Lydia vernünftig genug ist, nicht mit ihr darüber zu reden. Ich habe es dir nur für alle Fälle gesagt.“
„Ich soll Verena also belügen, wenn sie mich noch einmal danach fragt?“
„Wenn sie dich fragen sollte, dann schick‘ sie zu mir.“

„Warum hast du mir das nicht schon früher erzählt? Ich hätte bestimmt kein großes Drama darum gemacht, denn das war ja vor unserer Zeit.“
„Es gibt Dinge in meinem Leben, auf die ich nicht unbedingt stolz bin, und die ich im Rückblick ungeschehen machen würde, wenn ich könnte. Dieses Verhältnis zu Lydia war mir einfach zu unwichtig, um zu riskieren, dass du die Hochzeit deshalb platzen lässt.“
„Dir ist hoffentlich schon klar, dass es eine arge Belastungsprobe für mein Vertrauen zu dir ist, dass du mich angelogen hast“, meinte ich schon recht pikiert, weil er nach all diesen Jahren jetzt doch noch sein Gewissen erleichtern musste.
„Samtpfötchen, ich weiß. Aber schau, die ganze Sache ist schon so ewig her. Ich bin inzwischen um einiges älter, und du lastest mich so sehr aus, dass ich überhaupt kein Bedürfnis nach anderen Frauen mehr habe.“

Er tastete unter der Decke nach meinen Brüsten, und begann, an den Warzen zu spielen, so dass es mir zunehmend schwer fiel, mich nicht ablenken zu lassen.
„Du hättest es mir damals sagen sollen“, insistierte ich, „als ich dich danach gefragt habe.“
„Sicher, Süße ..“, und er verschloss meinen Mund mit einem Kuss.

Ich entspannte mich, und beschloss, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen. Schließlich gibt es auch ein paar Dinge in meinem Leben, von denen er nichts weiß, und die einfach nichts mit unserer Beziehung zu tun haben, so dass er sie auch nicht zu erfahren braucht.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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14 Antworten zu Ein nächtliches Geständnis //1724

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Ich sehe das genau so wie Du. Auch wenn es unbedeutend ist, so mag ich es nicht, angelogen zu werden.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Es bringt nichts, irgendetwas an der Vergangenheit herumzumäkeln. Es ist passiert und nicht mehr änderbar und es ist passiert, weil es einen Grund hatte.

    Verena hat so gar keine Aktien in diesem Game und dürfte sich – wenn ich Carsten wäre – geflissentlich aus der Sache heraushalten und sich um ihr eigenes Leben kümmern.

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  3. keloph schreibt:

    lügen zerstören vertrauen, unabhängig von der eigentlichen grösse der lüge….der schaden ist immer der gleiche.

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  4. Pingback: Triggerwarnung: Es seifenopert //1739 | breakpoint

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