Die andere Seite des Zufalls //1697

Manchmal laufe ich einen Fußgängerweg entlang, wo nur ganz selten mal Leute entlanggehen. Parallel dazu – durch einen Grünstreifen getrennt – verläuft eine ziemlich dicht befahrene Straße.
Auf etwa halbem Weg befindet sich eine Abzweigung. Fast jedesmal, wenn ich die kreuzen muss, biegen ein oder zwei Autos von der Straße in diese Abzweigung ab, bzw. fahren aus dieser heraus. Dass gerade mal gar kein Auto dort abbiegen will, ist die Ausnahme.
Für mich als Fußgänger ist es also völlig normal, dass ich dort erst mal schauen und ggf. warten muss, um die betreffenden Autos durchzulassen.

Aus Sicht eines Autofahrers sieht die Situation wohl völlig anders aus. Insbesondere die Autofahrer, die dort häufig fahren, rechnen normalerweise nicht damit, dass gerade dann ein Fußgänger die Abzweigung überqueren will, wenn sie abbiegen. Für sie ist es ein außergewöhnliches und seltenes Ereignis.

Worauf ich hinaus will?
Auch wenn es trivial und selbstverständlich erscheint, so kann die gleiche Situation von zwei unterschiedlichen Beobachtern völlig anders eingeschätzt werden.
Was für den einen völlig normal und typisch wirkt, ist für den anderen ungewöhnlich und eine unerwartete Koinzidenz.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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9 Antworten zu Die andere Seite des Zufalls //1697

  1. RAID schreibt:

    Schönes Beispiel.

    Sicher sinnvoll, dass du wartest, obwohl du vermutlich Vorrang hast.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Die Frage ist, was ist normal.
    Hier gibt es keine echte Antwort, außer die der Schwarmintelligenz, die meint, dass Mehrheiten als Normalität gelten (müssten).

    Folglich: Wer wenig schaut, ist schneller tot.
    Oder…
    Wenn du denkt, du denkst, dann denkst du nur, du denkst.

    Schönen Montag, Anne…

    Gefällt mir

  3. Pingback: Novembertweets bis #280Zeichen //1891 | breakpoint

  4. Pingback: Allein mir fehlt der Glaube //1892 | breakpoint

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