Personelles //1680

Joachim, unser IT-Leiter, hatte mich um ein Gespräch in einer Personalangelegenheit gebeten.
Er berichtete, dass einer seiner Mitarbeiter ihn gebeten hätte, seinen Arbeitsvertrag auf eine Teilzeitstelle zu reduzieren. Seine Frau sei schwer erkrankt, so dass er mehr Zeit bei ihr verbringen wolle, um ihre häuslichen Aufgaben zu übernehmen und sie zu pflegen.
Ganz kündigen wolle er nicht, weil er auf das Einkommen angewiesen sei.

Ich bestätigte Joachim, dass das klar ginge. Der Mitarbeiter solle sich seine Arbeitszeit möglichst flexibel einteilen können, und natürlich würde ihn die Firma auch anderweitig unterstützen, so weit möglich.

Das reißt natürlich eine Lücke in die IT-Abteilung.
Ein paar Wochen könnten die Kollegen die übrigen Aufgaben dieses Mitarbeiters miterledigen, aber nicht auf Dauer (und es scheint leider so, dass die Krankheit sich etliche Monate oder gar einige Jahre hinziehen könnte).
Ich kommunizierte also an Joachim, dass er sich um eine zusätzliche Halbtagskraft bemühen solle, am besten nur befristet, notfalls auch einen Leiharbeitnehmer, um diesen Ausfall abzufangen. Die Personalabteilung soll sich erst mal um das Weitere kümmern.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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13 Antworten zu Personelles //1680

  1. verbalkanone schreibt:

    Schön, dass ihr dem Mitarbeiter die Reduzierung seiner Stelle so problemlos ermöglicht. Leider ist so etwas alles andere als selbstverständlich. Ich habe es leider schon erlebt, dass einem Kollegen in ähnlicher Situation nahegelgt wurde, zu kündigen und sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen, obwohl es strukturell kein nennenswertes Problem gewesen wäre, innerhalb der Abteilung die anfallende Arbeit umzuverteilen.

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    • Im Grunde leider unerfreulich.

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      • Plietsche Jung schreibt:

        Ja, aber du kommst deinem Mitarbeiter sehr entgegen. Das ist viel wert.

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        • Es ist doch selbstverständlich, dass man (im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten) nach einer Lösung sucht.

          Wenn ich ihm ein Ultimatum stelle – entweder Kündigung oder Vollzeitstelle – dann habe ich danach entweder einen Mitarbeiter weniger, oder einen unkonzentrierten, unwilligen, der bestenfalls Dienst nach Vorschrift macht, und seine Kollegen mit seiner Unzufriedenheit ansteckt.

          (nur um mal den Verdacht zu zerstreuen, ich täte das aus reiner Menschenfreundlichkeit)

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          • Och Jöh schreibt:

            … mal ganz davon abgesehen, dass bei eurer Betriebsgröße nur schwerlich zu argumentieren sein dürfte, dass Teilzeitbeschäftigung aus betrieblichen Gründen völlig unmöglich ist und somit § 8 TzBfG nicht zur Anwendung kommen kann.
            Wie hättest Du/hättet ihr denn reagiert, wenn er gesagt hätte, er möchte ein halbes bis Dreivierteljahr Sonderurlaub nehmen, entweder per Gleitzeit+Urlaubsvorgriff oder eben unbezahlt, und im Anschluss daran in Teilzeit arbeiten (Weil seine Frau vielleicht die erste Zeit intensiv betreut werden muss, z.B. in einer zum Pendeln zu weit entfernt gelegenen Spezialklinik, und er in ihrer Nähe sein möchte, im Anschluss daran aber ReHa in der Nähe möglich wäre, so dass er da mit reduzierter Stundenzahl wieder zum Dienst erscheinen könnte)?

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            • Aus §8 TzBfG:

              soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht.

              Auch bei einem größeren Betrieb können manche Aufgaben nur von wenigen bestimmten Mitarbeitern wahrgenommen werden. Bei diesen ließe sich IMHO schon begründen, warum keine Teilzeit möglich ist.

              §8 TzBfG legt auch drei Monate als vorherige Ankündigungsfrist fest. Wir haben auf diese Frist verzichtet, und lassen die Arbeitszeitreduktion praktisch ab sofort laufen.

              Auch wenn der Mitarbeiter hätte ganz pausieren wollen, hätten wir ihm das irgendwie ermöglicht.
              Plötzliche längere Erkrankungen kommen ja auch vor. Irgendwie muss es gehen.
              Allerdings erhoffe ich mir schon, dass der MA soweit möglich konstruktiv dazu beiträgt, seinen Ausfall abzumildern (z.B. indem er Kontakt hält und dringliche Fragen beantwortet), und auch einigermaßen Planungssicherheit gibt (also nicht völlig willkürlich: heute so, morgen so).

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          • Plietsche Jung schreibt:

            Es ist eben nicht selbstverständlich in der heutigen Zeit. Es gibt viele Arschloch-GFs, die das nicht gewähren.

            Insofern: Tolle Lösung.

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  2. Pingback: Twi-, Twitt-, Twitter! //1879 | breakpoint

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