Vierzehnhundertneunundsechzig

Nach längerer Zeit hatte ich Benjamin wieder einmal an der Uni getroffen. Wir waren gut voran gekommen, und eigentlich hätten wir danach noch gemeinsam schwimmen gehen wollen.

„Tut mir leid, aber ich muss kurzfristig umdisponieren“, erklärte mir Benjamin, „aber ich muss noch unbedingt ein Geschenk für Teresa zum Valentinstag besorgen. Vielleicht magst du mich ja begleiten, und mir helfen, etwas auszusuchen.“
„Da bist du ja wirklich früh dran.“

„Ich hatte es völlig vergessen. Was ist, kommst du mit? Du hast vielleicht eher eine Idee, und weißt was Frauen gefällt.“
„Teresa hat bestimmt einen ganz anderen Geschmack als ich. Hast du schon eine vage Vorstellung, was du ihr kaufen willst?“

Er schüttelte den Kopf: „Es müsste schon etwas besonderes sein. Unser zweites Kind ist unterwegs.“
„Gratuliere! Hat es doch noch geklappt.“
„Teresa ist glücklich“, bestätigte er.
„Und du?“
„Ja, ich auch. Und ich möchte ihr ein wirklich schönes Geschenk machen. Weißt du nichts, was ich ihr schenken könnte?“

„Hm ..“, überlegte ich, „Dessous oder ein Negligé sind nicht so geeignet. Was ihr heute noch passt, passt ihr in ein paar Monaten nicht mehr, und wenn es ihr jetzt nicht passt, dann ist’s erst recht blöd. Was wäre mit einem Buch, vielleicht ein schöner Bildband. Entstehung des Lebens, oder so?“
„Solche Bücher haben wir schon.“
„Ein Film oder Musik auf DVD“, schlug ich vor, „was sie genau mag, musst du aber selbst wissen.“

Das schien ihm auch nicht zuzusagen, denn er wollte wissen: „Was hat dir denn Carsten geschenkt?“
„Wir haben uns gegenseitig geschenkt, uns kein Geschenk zu machen.“
Benjamin seufzte: „Das hilft mir aber nicht weiter.“
„Viele Frauen mögen Schmuck. Irgendeine Kette oder ein Armband.“
„Hm .. dann gehe ich wohl als erstes zum Juwelier. Kommst du mit?“
„Nein“, lehnte ich ab, „da kann ich dir nicht helfen. Ich selbst trage keinen Schmuck, und mir würden höchstens irgendwelche geometrischen oder Escher’schen Motive gefallen. Ich glaube nicht, dass das Teresa begeistern würde. Nee, ich habe genug zu tun, mit dem ich die Zeit sinnvoll nutzen kann. Und – wer weiß – vielleicht kann sich mein Mann zur Feier des Tages ja mal früher von der Firma losreißen.“

Ich überlegte noch, eventuell alleine zum Schwimmen zu gehen, aber da ich schon länger eine leichte Erkältung mit mir rumschleppe, ließ ich es lieber doch bleiben. In Begleitung wäre es etwas anderes gewesen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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15 Antworten zu Vierzehnhundertneunundsechzig

  1. keloph schreibt:

    diamonds are girls best friend……. 🙂

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  2. claudius2016 schreibt:

    mhmhmh, US-amerikanischer Umsatzsteigerungstag. Finde ich genauso überflüssig wie Helloween…

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  3. Pendolino70 schreibt:

    Mein Schatz hat mir einen millionenschweren Teil seiner Firma geschenkt wäre doch eine gute Antwort gewesen 😉

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  4. Pluvia schreibt:

    Freunde von mir haben als Ehe-/Partnerschafts-/Wasauchimmer-Ring ein Möbiusband. Vielleicht eine Idee für’s nächste Jahr?

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  5. Pingback: Tweets Aplenty //1651 | breakpoint

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