Vierzehnhundertdreiundfünfzig

In einer Blogparade von Karriere-und-Bildung geht es darum, was „besser“ ist – beruflich selbständig oder angestellt zu sein.

Ich nutze die Gelegenheit, meine Erfahrungen dazu zusammenzufassen.
Nach zwei Jahren als Angestellte habe ich mich selbständig gemacht, und arbeite seither freiberuflich. Mittlerweile kann ich das Thema auch aus Arbeitgebersicht berurteilen.

Selbständigkeit hat die nicht zu unterschätzenden Vorteile, dass man sich Zeit und Arbeitspensum frei einteilen kann. Was oft darauf hinausläuft, auch an Wochenenden und Abenden zu arbeiten. Und auch im Urlaub (falls der überhaupt möglich ist) kann man nie ganz abschalten.
Dafür ist man nicht weisungsgebunden, und niemandem Rechenschaft schuldig. Man kann sich die Arbeit selbst aussuchen, die man erledigt. Das setzt natürlich voraus, dass es genügend Kunden oder Auftraggeber gibt, die bereit sind, für die geleistete Arbeit zu bezahlen. Und das kann – zumindest zeitweise – auch daneben gehen, so dass man sich gezwungen sieht, auch unangenehme Aufträge anzunehmen, oder gar ganz auf dem Trockenen sitzt.
Wenigstens kann man als Selbständiger kaum gezwungen werden, mit Leuten, die man nicht leiden kann, zusammenzuarbeiten. Im Worst Case sucht man sich eben andere Kunden. Dem Arbeitnehmer bleibt die Kündigung als einziges Mittel.

Als Selbständiger trägt man auch das Risiko selbst. Da gibt es keinen Arbeitgeber, der einen immer regelmäßig bezahlt, selbst wenn Arbeitsflaute herrscht. Wenn man beispielsweise krank wird, muss man selbst die Folgen tragen (die durchaus gravierend sein können, wenn man dadurch Termine nicht einhält), und kann den Schwarzen Peter nicht seinem Arbeitgeber zuschieben.
So ziemlich alles hat zwei Seiten (von Möbius-Flächen mal abgesehen), und man muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass man die Freiheit als Selbständiger durch ein größeres Risiko erkauft, und mit weniger sozialer Sicherheit bezahlt. Selbständigkeit kann schief gehen, oder nicht verlaufen, wie erhofft. Die Verantwortung trägt man selbst.

Wer mit dem Gedanken an eine Selbständigkeit spielt, sollte auch berücksichtigen, dass man in seiner Arbeitsmethodik recht dizipliniert sein muss, und in der Lage sein muss, sich selbst zu motivieren. Das ist nicht immer einfach, und liegt bestimmt nicht jedem.
Kundenakquise kann lästig sein, aber immerhin tut man das auf eigene Rechnung. Zu beachten ist allerdings, dass man fachlich noch so gut sein kann – wenn es einem nicht gelingt, Kunden zu gewinnen, hat das Business keine Zukunft.

Selbständige Altersvorsorge sollte selbstverständlich sein.
Nach aktueller Rechtslage müssen sich Selbständige nicht an der gesetzlichen Rentenversicherung beteiligen. Das ist ein unbestreitbarer Vorteil, da der erwartbare ROI nur minimal sein dürfte. Dies sollte allerdings für niemanden der ausschlaggebende Punkt sein, zumal die Bundesarbeitsministerin eifrig bestrebt ist, das zu ändern.

Für die meisten Erwerbstätigen ist wohl das Angestelltenverhältnis besser geeignet, mit seinem regelmäßigen Einkommen, Sozialversicherungen und Urlaubsanspruch.
Man sollte nicht leichtfertig darauf verzichten, sondern sich eine eventuelle Gründung vorher gut überlegen, und davon ausgehen, dass es keinen Weg zurück gibt. Denn Arbeitgeber stellen nur ungern gescheiterte Selbständige ein.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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30 Antworten zu Vierzehnhundertdreiundfünfzig

  1. idgie13 schreibt:

    Besser oder nicht kann man IMHO nicht klar mit einem Ja oder Nein beantworten.

    Neben den eigenen Neigungen und Fähigkeiten hängt das auch noch sehr stark von der Branche ab. Im IT-Bereich ist es um ein Vielfaches leichter mit Selbständigkeit gutes Geld zu verdienen als z.B. im produzierenden Gewerbe. Da arbeitet man meist selbst und ständig – und wird nicht wirklich reich dabei.

    Den letzten Satz kann ich nicht bestätigen – ich bin schon mehrmals zwischen selbständig – teilselbständig – Vollzeit angestellt – Teilzeit angestellt – Uni – Industrie und wieder zurück hin und her gewechselt.

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    • Jezek1 schreibt:

      Also das ehemalige Selbständige nicht gerne eingestellt werden stimmt so nicht ganz. Das gilt vor allem für seeeehr große Häuser, die i. d. Regel ein paar junge high-flyer suchen und dazu viele middle-performer; bei (kleinen) KMUs oder Personaldienstleister ist man oft deutlich toleranter.

      Ich selber habe einen „gescheiterten“ Selbständigen eingestellt und war sehr zufrieden mit dem älteren Kollegen. Sein Einstellung zur Arbeit und sein Pragmatismus waren unschlagbar und ein echter Zugewinn für alle.

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      • Teilweise habe ich Idgie schon dazu geantwortet.

        Viele Arbeitgeber haben ihre Vorbehalte, und werden in den meisten Fällen lieber eine Alternative suchen.
        Ich will keinesfalls pauschalieren, aber es wird beispielsweise befürchtet, dass ehemalige Selbständige sich nicht mehr führen lassen.
        Sicher hängt es natürlich auch davon ab, wie lange die Selbständigkeit angedauert hat, und inwieweit der Ex-Selbständige selbst Angestellte hatte.
        Aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich es für mich auch ablehnen, wieder Weisungen eines Vorgesetzten ausführen zu müssen.

        Ein gescheiterter Selbständiger hat zusätzlich noch den Makel des Misserfolgs und des Versagens.
        Es mag sich zynisch anhören, aber solche Leute will man i.A. nicht, wenn man es vermeiden kann.

        Trotzdem kann die Einstellung eines früheren Selbständigen gut gehen und für beide Seiten positiv verlaufen. Während der Selbständigkeit erwirbt man ja auch neue Kompetenzen, Skills und spezifische Erfahrungen.
        Ein Wort der Warnung ist aber wohl angebracht.

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        • Jezek1 schreibt:

          Naja, ehemalige Selbständige und schlechte Führigkeit ist etwas weit hergeholt; ich hab hier nie mehr Probleme gehabt als mit „richtigen“ Angestellten. Entweder man bekommt den Mann/Frau in Griff, oder man hat als FK versagt.

          Letztlich versteht ein guter, ehemalige Selbständige seinen Chef als Auftraggeber; so ähnlich wie seine ehemaligen Kunde. Diesen gilt es Zufrieden zu stellen. Wer dies nicht schafft wird auch als Selbständiger es schwer haben.

          Ein unwilliger und unführbarer Angestellter wird es auch Selbständiger nicht weit bringen und es über die Sicherung des eigene Existenzminimums nicht hinausbringen.

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          • Ich hab ja nur erklärt, warum es Vorbehalte gibt. Das heißt nicht, dass die immer zutreffen müssen.
            Und es heißt auch nicht, dass ich die Vorbehalte teile (würde aber einen entsprechenden Stellenbewerber schon genauer daraufhin abklopfen).

            Die Einstellung, seinen Arbeitgeber als Kunden zu sehen, dem man seine Arbeitskraft verkauft, finde ich grundsätzlich sinnvoll.

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      • idgie13 schreibt:

        Ja -kann ich auch so bestätigen.

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    • Sicher kommt es bei der Eignung auf die eigene Persönlichkeit, die Branche, und einige andere Parameter an, und kann nur individuell entschieden werden.

      Den letzten Satz kann ich nicht bestätigen

      Schweiz ist eine andere Welt. Uni ist eine andere Welt. Bei Teilzeit gelten andere Regeln. ..
      Wann hattest du denn das letzte Mal eine Vollzeitanstellung in der (deutschen) Industrie, und hattest dabei deine Selbständigkeit völlig aufgegeben?

      Ich sage gar nicht, dass der Rückweg ins Angestelltenverhältnis absolut ausgeschlossen ist. Aber dass er problematisch und schwierig werden kann, man also nicht damit rechnen darf, dass er in jedem Fall gelingt, will ich auch nicht verschweigen.

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      • idgie13 schreibt:

        In der deutschen Industrie war ich logischerweise, bevor ich in die Schweiz bin – also vor rund 18 Jahren. Damals hab ich Vollzeit gearbeitet und nebenher Elektrotechnik an der Uni studiert.

        Der Unterschied zur Schweiz besteht hauptsächlich in der längeren Arbeitszeit und der geringeren Anzahl an Urlaubs- und Feiertagen.

        Ganz ehrlich:
        Wenn ich morgen eine Stelle als Angestellte haben wollen würde – in der Industrie, hätte ich sofort eine.

        Und wenn sich bei mir jemand bewerben würde, würde ich einen ehemals Selbständigen bevorzugen. Die wissen nämlich, wie der Laden läuft und nehmen nicht alles für selbstverständlich.

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        • Idgie, du bist erfolgreich in deinem Metier (und hast deshalb gar keine Veranlassung, wieder abhängig beschäftigt zu arbeiten).
          Da fänden sich sicher Unternehmen, die dich gerne beschäftigen wollen, und sei es nur, um sich dein Know-how anzueignen, oder dich als Konkurrenz auszuschalten.

          Betrachte mal das Szenario, dass deine Selbständigkeit missglückt wäre. Die meisten Unternehmen (zumindest wenn sie dich bislang nicht kennen) hätten dann Bedenken – und mehr wollte ich eigentlich gar nicht damit ausdrücken.

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          • Jezek1 schreibt:

            Das ganze ist auch etwas ein typisch deutsches Ding; bisweilen spürt man einen gewissen Hang zum Dogmatismus (entweder Angestellter oder Selbständiger). In den Ländern außerhalb von Merkelland wird dies nicht so eng gesehen; auch ein vermeintliches „Scheitern“ als Selbstständiger ist dort zunächst kein Makel.

            Wenn ein GF in einem deutschen Unternehmen „Sch…“ baut, aber so richtig, wird dann oft von visionären Herangehensweisen und ähnlichen Quark geredet; dann noch ein einen Blumenstrauß und Scheck dazu, und ein paar schön klingenden Referenzen und „Tschüss“ zum nächsten Laden.

            Ein Ein-Mann-Selbständiger scheitert und muss evtl. Privatinsolvenz anmelden; ein gefeuerter Konzernlenker hat seinen Erfahrungshorizont ausgeweitet und seine Persönlichkeit gestählt.

            Alles eine Sache der Einstellung, sagt der Arbeitslose…

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            • Ja, das sehe ich auch als typisch deutsche Denkungsart.
              Aber es ist halt so. Wir, die hier in Deutschland leben, müssen uns damit arrangieren, ob es nun passt, oder nicht.
              Eine Änderung solcher grundlegenden Einstellungen passiert nur ganz langsam, wenn überhaupt.

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          • idgie13 schreibt:

            Was heisst ich hätte keine Veranlassung? Vielleicht würde ich gerne einfacher und regelmässiger mehr Geld verdienen. Dann wäre meine Selbständigkeit auch irgendwie missglückt. Meine Ausbildung und Berufserfahrung ist aber gut genug, um die Bedenken aufzuwiegen.

            Ich bin den Weg übrigens schon gegangen und bin auch aktuell 50% angestellt, 50% selbständig.

            Es gibt nicht nur schwarz und weiss. Vielleicht ist das Dogmatische was typisch deutsches. Das kann schon sein.

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            • Aber du fühlst dich doch wohl in deiner Selbständigkeit, und willst sie nicht aufgeben.

              Dadurch, dass du halbe-halbe aufteilst, kannst du von beiden Seiten die Vorteile nutzen.
              Solche Fälle wie deinen meinte ich auch nicht, sondern nur 100%-Selbständige, die vom Angestelltensein völlig Abschied genommen hatten.
              Das ist freilich nicht nur schwarz-weiß.

              Ich persönlich würde mich vermultich nicht mehr in das Angestellten-Dasein einfühlen können. Dafür habe ich zu lange die andere Seite erlebt.

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            • idgie13 schreibt:

              Ich hab mich auch als Angestellte immer wohl gefühlt. Meine Projekte waren immer interessant und das ist mit persönlich das wichtigste.

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            • Meine Zeit als Angestellte war auch OK. Vermutlich hätte ich das durchaus bis zur Rente machen können.
              Ich habe mich aber dann doch für die Selbständigkeit entschieden, und will inzwischen nicht mehr zurück (obwohl ein äußerst lukratives Angebot besteht).

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  2. ednong schreibt:

    Ja,
    das mit dem Nicht-Anstellen eines ehemaligen (oder noch im Nebengewerbe tätigen) Selbständigen durfte ich auch schon kennenlernen. Ich verstehe nur nie, wie man das nur so negativ sehen kann. Als Selbständiger macht man auch eine Menge Erfahrungen. Und klar, man erwirbt auch mehr Fähigkeiten, andere bzw. deren Fähigkeiten einschätzen zu können. Und wenn mir der Vorgesetzte einfach nicht fachlich/sachlich argumentieren kann, sondern alles nur so und nicht anders haben will, weil er eben der Chef ist, dann lasse auch ich mich ungern auf so etwas ein.

    Wenn die Person dagegen fachlich kompetent ist (und das auch auf führungsfähig bezogen), dann habe auch ich als (ehemaliger) Selbständiger keine Probleme damit.

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    • Du nimmst es mir nicht übel, edi, wenn ich mich (mal wieder) als Advocata Diaboli betätige:

      Deine Art der Argumentation (sinngemäß: „Wenn der Chef das macht, was ich will, komm‘ ich ja gut mit ihm aus“) ist genau das, was man normalerweise nicht haben will.
      Nicht dein Vorgesetzter muss sich so verhalten, wie es dir genehm ist, sondern umgekehrt: Du must dafür sorgen, dass dein Vorgesetzter mit dir zufrieden ist.
      Das fängt mit der Einstellung an, dass du als Arbeitnehmer eben weisungsgebunden bist, also genau das machst, was dein Chef von dir (innerhalb des arbeitsvertraglich vereinbarten Rahmens) verlangt.
      Inwieweit dein Chef fachlich und führungsmäßig kompetent ist, das darf dir dagegen völlig egal sein. Du arbeitest nach seiner Vorgabe. Wenn die falsch ist, so muss dein Chef das gegenüber den Firmeneignern verantworten.

      Überdenke das mal und signalisiere diese Einsicht beim nächsten Bewerbungsgespräch. Viel Erfolg!

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    • idgie13 schreibt:

      Sorry Edi – aber wenn ich mit jemandem, der den Job noch gar nicht hat, ewig rumdiskutieren muss um Selbstverständlichkeiten, dann nehm ich jemand anderen.

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  3. ednong schreibt:

    „Wenn die falsch ist, so muss dein Chef das gegenüber den Firmeneignern verantworten.“ – genau das ist dann aber nicht der Fall. Schuld ist dann nämlich der Mitarbeiter, der das hätte wissen/sehen müssen. Alles schon so gehabt. Sorry – von daher spielt für mich die fachliche und führungsfachliche Kompetenz meines Vorgesetzten schon eine große Rolle.

    Ebenso beliebt: den Mitarbeiter vor Kollegen in höchsten Tönen loben und hintenrum beim Chef überm Chef anschwärzen. Möglichst noch mit Zusatz „man könne es ja selbst nicht verstehen …“.

    Ich mag da echt gebrandmarkt sein, aber für dumme Spielchen ist mir meine Lebenszeit zu kostbar. Wenn ich Kindergarten haben will, dann gehe ich genau dort hin.

    Und ja, deine Ansichten habe ich schon einige Male gehört – ändert nur nix am Erlebten.

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    • ednong schreibt:

      Oh,
      sollte natürlich die Antwort auf breakpt sein.

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    • ednong schreibt:

      Und noch eine Ergänzung:
      auch im modernen Leben sehe ich mich als Arbeitnehmer nicht als Sklave, sondern eher als Jemand, der gehegt und gepflegt werden will, damit er auch gut arbeitet. 😉 Lob schadet ja nicht.

      Und die Aussage oben ist eher ein Umkehrschluß deinerseits meiner Äußerung, die so nicht zutrifft. Natürlich zeuge ich dem Chef Respekt, weil er eben Chef ist. Dennoch denke ich, habe ich als AN auch die Berechtigung, zu erfahren, warum etwas so oder anders gemacht wird/werden soll. Schließlich trägt das Verständnis ebendieser Dinge dazu bei, dass ich ja ebenfalls besser agieren kann in weiteren ähnlichen Situationen. Und ich als AN würde ja auch ungern dumm sterben wollen, dafür bin ich viel zu interessiert an Dingen.

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      • gehegt und gepflegt werden will

        Sicher willst du das. Und deshalb bekommst du als Arbeitnehmer auch regelmäßig Geld als quid pro quo für deine geleistete Arbeit.
        Einen Anspruch, darüber hinaus noch betüdelt zu werden, hast du – so leid es mir tut, das zu sagen – nicht.

        Natürlich darfst du – und sollst sogar – deine berechtigten Argumente vorbringen. Niemand will kritiklose Ja-Sager.
        Wenn allerdings dein Vorgesetzter diese Argumente nicht für so stichhaltig und überzeugend hält wie du selbst, so musst du das akzeptieren.
        Wiederholtes Nachhaken ist lästig, und wird weder dein Anliegen durchsetzen, noch zu einem angenehmen Verhältnis zu deinem Chef führen.
        Kannst du eine abweichende Entscheidung deines Chefs nicht ertragen, bleibt dir nur die Kündigung.

        So läuft das System. Ich habe die Spielregeln nicht gemacht, erläutere sie nur.

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        • Leser schreibt:

          Klar, wenn der AN sagt: „Aber das macht man doch besser soundso, nicht soundso“, dann denkt der Vorgesetzte: „Besserwisser!“ – Wenn der AN jedoch fragt: „Warum sollen wir das soundso machen und nicht soundso, gibt es dafür einen Grund?“ bekommt er den Grund erläutert. Und wenn er dann berechtigte Bedenken hat („dann könnte aber diesunddas passieren, was fatal wäre…“) ist es Aufgabe des Chefs, die Punkte gegeneinander abzuwägen – was viele nicht können … wie ednong schon schrieb: „Es wird soundso gemacht, weil ich das sage“ – wenn man dann eine schriftliche Absicherung will, dass das Risiko des „diesunddas“ eingegangen werden soll, dann bekommt man die nicht. Und wenn diesunddas dann passiert, hat man es falsch gemacht, weil man den Anweisungen gefolgt ist…

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          • Ein Arbeitnehmer soll erst mal ordentlich und engagiert arbeiten. Dann wird er von seinem Arbeitgeber auch geschätzt, und wohlwollend behandelt.
            Weil Kommunikationsprobleme häufig sind, ist es eben wichtig, das AN und AG zusammenpassen. Nicht jeder passt überall hin.
            Deshalb sind auch Bewerbungsprozesse so streng und selektiv, weil man jemanden finden will, mit dem man konstruktiv zusammenarbeiten kann. Die fachliche Qualifikation sagt alleine noch gar nichts aus.

            bekommt er den Grund erläutert

            Abhängig von der konkreten Fragestellung wird eigentlich eher erwartet, dass er das möglichst durch eigene Recherche herausfindet.
            Ein Vorgesetzter hat nicht unbedingt Zeit und Lust offensichtlichen Kleinkram zu erklären.
            Und Geduld, längst entschiedene Belange endlos mit einem Mitarbeiter auszudiskutieren, erst recht nicht.

            Auch wenn ein Chef nicht in der Lage ist, „die Punkte gegeneinander abzuwägen“, ist er dennoch die obere Instanz, und hat das letzte Wort. Basta.

            Wenn Meinungsverschiedenheiten schwerwiegend sind, steht es jedem Beteiligten frei, seine Auffassung schriftlich zu dokumentieren, und zu den (Personal-)Akten zu geben.

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    • Es ist bedauerlich, wenn das für dich so schief gelaufen ist, und es tut mir leid, dass du schlechte Erfahrungen machen musstest.
      Chefs sind nun mal auch keine Übermenschen, und sie machen Fehler. Manche sind inkompetent oder menschlich unzulänglich.
      Aber solche Einzelfälle ändern nichts am allgemeinen Prinzip.

      deine Ansichten habe ich schon einige Male gehört

      Das sind nicht unbedingt „meine Ansichten“. Das sind die Ansichten, wie sie bei vielen, wenn nicht den meisten Arbeitgebern vorherrschen.
      Das muss man verstehen, und sich damit arrangieren. Niemand muss es gut finden, aber so ist es nun mal.
      Stercus accidit.

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