Vierzehnhundertneunundzwanzig

In den letzten Monaten habe ich mir ein neues Hobby zugelegt, das ich in den ganz kleinen Denkpausen zur Entspannung und meiner Aufheiterung ausübe.
Und zwar skaliere ich Zeiträume um.
Nerds wird es bereits klar sein, dass es sich um einfachste, lineare Transformationen handelt. Allen anderen versuche ich es durch Beispiele klarzumachen, bei denen ich größtenteils auf Formeln verzichten kann.

Es geht im Wesentlichen darum einen Anfangspunkt zu nehmen (z.B. „jetzt“) und einen Endpunkt (Ereignis in der – nicht fernen – Zukunft, also einige Tage oder wenige Wochen voraus). Die Differenz liefert eine Zeitdauer, die ich dann auf einen kleineren Wertebereich umskaliere. Das ergibt so eine Art Countup. Ein Adventskalender ist auch nicht so viel anders, denn da werden 24 Tage auf den Menge der natürlichen Zahlen zwischen 1 und 24 gemappt.

Ein Beispiel ist ein Wochenende, das ich (etwas willkürlich) von Freitag 18 Uhr bis Montag 6 Uhr festlege. Dann sind das genau 60 Stunden. Es kommt mir gar nicht auf möglichst hohe Genauigkeit und viele Dezimalstellen an, sondern auf eine gewisse Usability und Praktikabilität, denn wenn ich eine hochexakte Berechnunung durchführen würde, wäre diese durch die dafür benötigte Dauer bereits wieder veraltet.
Die genannten 60 Stunden des Wochenendes lege ich auf eine Stunde, also 60 Minuten um.
So wird Freitag, 21 Uhr zu 3 Minuten, Samstag 0 Uhr zu 6 Minuten, und so weiter. Halbzeit ist Sonntag, 0 Uhr, bis schließlich am Montag Morgen beim Aufstehen die volle Stunde erreicht ist – und das Wochenende vorrüber.

Ein anderes Beispiel war, als ich einen Zeitraum betrachtete, der von Abends ca. 21:30 Uhr bis zum übernächsten Tag ca. 6:30 Uhr reichte. Das sind grob 33 Stunden, was sich nur sehr ungenau auf 1 Stunde umlegen lässt. Stattdessen legte ich es auf 100% fest, da es sich de facto um etwas mehr als 33 Stunden handelte. So entsprach jede Stunde 3 Prozent. Oder 20 Minuten einem Prozent. Oder 5 Minuten einem viertel Prozent. Oder 2 Minuten einem zehntel Prozent.
Ich nahm – der Einfachheit halber – für den ersten Abend einen Offset von 8 Prozent an. Dann konnte ich am zweiten Tag den prozentualen Anteil vereinfacht so berechnen: Offset plus dreimal volle Stunde. Am Morgen des dritten Tages lag der Offset dann schon bei 80. Zwei Stellen nach dem Dezimaltrenner lieferte mir die Minute m zu (m Modulo 20) mal 5.
Dabei entdeckte ich immer wieder sehr lustige Effekte. Beispielsweise waren immer um h:25 und h:50 Uhr die Dezimalstellen ebenfalls 25 bzw. 50 – wie cool!
Oder 15:51 Uhr entsprach 55.55%. Wobei bemerkenswert ist, dass 5555 offensichtlich gleich 55 * 101 ist, und 1551 = 33 * 47 = (40 – 7)*(40 + 7) = 1600 – 49. Ach, ist das nicht herrlich?

Eine Zeitspanne von 8 Zeiteinheiten ließe sich wunderbar auf 3 bits abbilden, oder eine Zeitspanne von 26 Zeiteinheiten auf die Buchstaben von A bis Z.

Bei manchen Zeitabständen ist leider deutlich schwieriger, selbst in Echtzeit eine Zuordnung durchzuführen.
Deshalb habe ich mir ein kleines Progrämmchen geschrieben, um dies dem Computer zu überlassen, bzw. ab und zu mit ihm abzugleichen. Dort gebe ich Anfangs- und Endzeitpunkt an, und lasse mir den bereits vergangenen Zeitanteil im Vergleich zur Gesamtzeitdauer als annemiertes Tortendiagramm darstellen.

Bis wir zum Urlaub aufbrechen, sind es noch einige mehr als hundert Stunden, aber noch im Laufe dieses Vormittags werde ich den Countup beginnen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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9 Antworten zu Vierzehnhundertneunundzwanzig

  1. keloph schreibt:

    so in etwa halte ich mich beim autofahren, sport machen etc. motiviert 😉

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  2. sevens2 schreibt:

    Noch 5 Minuten schlafen, dann ist Weihnachten.

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  3. ednong schreibt:

    Was für einen Nutzen verbindest du damit?

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  4. Prof schreibt:

    Bullshit.
    #getalife

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  5. Pingback: Advent, Advent – was Twitter kennt //1604 | breakpoint

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