Dreizehnhundertvierundsiebzig

Sicherlich habt ihr schon von „Influencern“ gehört. Das sind Leute, die auf sozialen Medien wie Youtube, Facebook oder auch Blogs eine große Anhängerschaft haben, die sie beeinflussen können.
Im Allgemeinen haben diese Influencern nichts besonderes geleistet, wirken aber in sozialen Medien offenbar so positiv, dass ihnen viele Fans folgen. So weit so gut, und mir eigentlich völlig egal.
Was mich jedoch bei diesen Influencern absolut abstößt, ist, dass sie ihre Meinungen und Ansichten meistbietend verkaufen – sprich, sie machen bezahlte Werbung (und das nicht immer transparent).
Ich habe ja nichts dagegen, wenn ein Blogger einen dezenten Affiliate-Link platziert, um seine Hosting-Kosten zu decken. Oder wenn jemand seine eigenen Produkte gelegentlich anbietet. Das kann ich nachvollziehen. Meinetwegen auch mal eine Nennung eines Produkts, das den Blogger wirklich begeistert hat – solange das die Ausnahme bleibt.
Aber diese Influencer machen gezieltes Product Placement, loben das Zeugs (klar, sonst würden sie schon bald keine „Sponsoren“ mehr kriegen), und ihre Gefolgschaft glaubt ihnen das kritiklos.
Auf diese Weise kann man anscheinend mit einem Blog, dessen Content nur aus der populären Präsentation von Werbung besteht, reichlich Geld verdienen.

Aber solche Blogs lese ich nicht. Sobald ich bei einem Blog den Eindruck gewinnen würde, dass das nur Werbung ist, wäre ich weg. So etwas will ich nicht lesen.
Von Produkttestern unterscheiden sich die Influencer durch den weit größeren Einflussbereich. Deshalb erhalten sie nicht nur kostenlose Produkte, sondern auch Geld dafür, sie zu präsentieren.
Was sind das für Leute, die ihnen folgen? Haben die nichts besseres zu tun, als bei Youtube zu verfolgen, wie ihr Idol das neueste Schminkset ausprobiert? Können die sich nicht ihre eigene Meinung bilden?
Wie die Lemminge oder Schafe, die dem Leithammel folgen, kriechen sie ihrem Influencer hinterher. Und das ist es, was mich dabei am meisten anwidert – eine Kultur, die auf Folgsamkeit basiert. Warum noch selbst sein Hirn nutzen, wenn man seine Influencer hat, an die man seine Gedankengänge outsourcen kann.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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25 Antworten zu Dreizehnhundertvierundsiebzig

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Ich lese nur bei Bedarf Produkttests, ansonsten gebe ich nichts auf Influencer und Meinungsmacher. Die meisten haben eh keine Tiefe in der Materie.

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  2. claudius2016 schreibt:

    Wenn ich mich mit dem Thema gut auskenne habe ich bei Produkttests oft den Eindruck, dass völlig andere Schwerpunkte getestet und bewertet werden, als mich interessieren. Daher nehme ich Testergebnisse immer genauso kritisch unter die Lupe wie das Produkt selbst.

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  3. ednong schreibt:

    Hirn? Die haben ein Hirn? o.O

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  4. Leser schreibt:

    Ist mir auch völlig unverständlich, dass es Leute gibt, die so was machen. Ich meine OK, wenn ich einen erfolgreichen Youtube-Kanal habe, und mir jemand sein Produkt zuschickt zum Testen, dann würde ich nicht nein sagen (sofern ich es danach behalten darf), aber wenn es ein schlechtes Produkt wäre, würde ich genau das auch sagen. Und natürlich, dass ich es kostenfrei bekommen habe. Ich kann mir nicht vorstellen, für Geld eine unehrliche Meinung zu veröffentlichen. Aber das bezieht sich nicht nur auf Produkttests, es gibt da ja noch so viel mehr, z.B. gefälschte Bewertungen auf entsprechenden Portalen, oder auch klassisches Astroturfing z.B. in Foren o.ä.
    Wer sowas kann, der kann keine Werte haben. Oder zumindest keine, die sonderlich „hoch-wertig“ wären…

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  5. Jezek1 schreibt:

    Tja, ein Grundgesetz der modernen Kommunikationstheorie besagt: Jede menschliche Regung/Äußerung/Handlung hat das Ziel beim Gegenüber etwas im eigenen Sinne auszulösen.

    Im postfaktischen Zeitalter kann dies positiv formuliert Schmeichelei sein; im negativen Sinne Propaganda.

    Dies gilt immer und überall. Man tut gut daran sich immer selber zu Fragen: Was löst das bei mir aus; und was hat der andere vor mit mir?

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  6. SH aus RC im V schreibt:

    Wie hast du von der Existenz dieser „Influencer“ erfahren, wenn du ihre Blogs doch gar nicht liest?

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