Dreizehnhundertsiebzig

Als ich am Wochenende mit meiner Mutter telefonierte, erzählte sie mir, dass eine bestimmte Nachbarin gestorben sei.
Ich habe es ja nicht so mit der Nachbarschaft, aber diese Nachbarin hatte ich gern gemocht. Sie war nicht so ein Klatschweib wie die anderen, und schenkte mir gelegentlich Süßigkeiten.
Während es beim Rest der Nachbarschaft ein beliebter Zeitvertreib war, über mich herzuziehen, weil ich ja gar so dünn war, war sie die einzige, die sagte: „Des Annele bassd scho. Die is scho richdich so.“
Ihr Tod macht mich traurig und nachdenklich.

In ihren letzten Jahren hatte sie in einem Pflegeheim gelebt. Sie war wohl dement gewesen.
Das erinnert mich an meine Oma, die während meiner Jugend ebenfalls dement gewesen war, aber bei uns zu Hause lebte.
Ich will das hier nicht im Detail ausbreiten. Es handelt sich um extrem unangenehme Erinnerungen, die mir meine Jugend teilweise verdorben haben.
Jedenfalls weiß ich, wovon ich rede.

Ich möchte niemals so werden, und würde da lieber einen sauberen Schnitt machen. Das sage ich jetzt – im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte.
Was nützt es, wenn der Körper nur noch eine leere Hülle ist, dessen Vitalfunktionen zwar noch einigermaßen funktionieren, die Persönlichkeit jedoch bereits tot ist.
Und ich möchte auch niemandem so zur Last fallen, sondern meinen Mitmenschen so in Erinnerung bleiben, wie ich jetzt bin.

Wie gesagt – die Nachbarin lebte zuletzt in einem Pflegeheim.
Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen ist es mir unverständlich, dass es Leute gibt, die freiwillig die Pflege alter und dementer Menschen auf sich nehmen. Das wäre mein absoluter Anti-Beruf.
Natürlich ist es nötig, dass jemand so etwas macht (genauso wie Kanalarbeiten und Müllabfuhr). Früher wurden wohl Nonnen für solche Aufgaben abkommandiert.

Krankenpflegepersonal hat es normalerweise wenigstens noch mit kooperativen, gutwilligen (oder bewusstlosen) Patienten zu tun.
Aber in der Altenpflege sind die Senioren oft gewalttätig, bösartig, renitent, und haben ihre Ausscheidungsfunktionen nicht mehr unter Kontrolle.
Dass jemand das freiwillig übernimmt, kann ich mir nur durch eine Kombination aus Torheit, Masochismus und Helfersyndrom erklären – zumal auch die Bezahlung nicht gerade verlockend sein soll.
Oder ist es etwa die perverse Lust, Menschen, die ihre Würde verloren haben, in ihrem Leid zu sehen, und ihnen den eigenen Willen aufzuzwingen?
Altenpflege machen wohl wirklich nur Leute, die aufgrund mangelnder anderer Fähigkeiten keine anderen Berufsoptionen haben. Und sollte es jemals ein BGE geben (was ich nicht hoffe, und auch nicht glaube), wird der Pflegebereich als erstes völlig einbrechen.

Wie auch immer – ich bin froh, dass ich die Nachbarin schon seit etlichen Jahren nicht mehr getroffen habe.
Auf diese Weise behalte ich ein positives Bild von ihr. RIP.

[Nachtrag am 16. Oktober 2016
Dieser Text sollte eigentlich dem Andenken der verstorbenen Nachbarin gewidmet sein.
Ich hatte auch erfahren, dass sie in den letzten Jahren immer wieder demoblisiert oder medikamentös ruhiggestellt worden war.
Unter diesem erschütternden Eindruck und in Trauer sind mir wohl einige Formulierungen unglücklich geraten.
Ich bedauere meine Wortwahl, und ersetze „Torheit, Masochismus und Helfersyndrom“ durch „Uninformiertheit, Leidensfähigkeit und Altruismus“, und „perverse Lust“ durch „Mitgefühl“.
Es tut mit leid, wenn sich jemand durch meine Worte beleidigt oder verletzt fühlt. Das war nicht meine Absicht, und ich bitte aufrichtig um Entschuldigung.
Selbstverständlich zolle ich jedem, der seinen Beruf engagiert und fachgerecht ausübt, dafür Respekt und Anerkennung, auch wenn ich die Motivation dahinter nicht immer nachvollziehen kann.
]

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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66 Antworten zu Dreizehnhundertsiebzig

  1. tom174 schreibt:

    Hm. Meine Oma lebte auch bis zu ihrem Tod bei uns. Ja, es war furchtbar anstrengend, ja, es ging an die Grenzen und darüber hinaus, aber immer auch wieder gab es wundervolle Momente, Dankbarkeit und Anerkennung.
    Das“Altenpflege machen wohl wirklich nur Leute, die aufgrund mangelnder anderer Fähigkeiten keine anderen Berufsoptionen haben. “
    is schon.. nunja. Auch Altenpflege kann durchaus „rewarding“ (erfüllend vielleicht?) sein, und nicht jede Pflegeerfahrung entspricht der deinigen. Ich war bei der Bundeswehr, mein bester Freund war ISB Zivi. Der Mensch, den er betreute, der ebenfalls keine Kontrolle über seine Ausscheidungen hat, gehört inzwischen auch zu unseren engen Freunden.
    Ich für meinen Teil habe eine extrem hohe Meinung von Pflegekräften. Die Fähigkeit, den Job zu machen ist sicherlich eine der wertvollsten, die es gibt. Dein Satz da kommt sehr abwertend rüber, das hat der Beruf nicht verdient.

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    • Bei meiner Oma gab es keine schönen Momente, nur Stress und Ungemach.
      Sie kannte ja niemanden mehr. Von Dankbarkeit und Anerkennung keine Spur. Stattdessen körperliche Angriffe und falsche Anschuldigungen.

      Fehlende Kontrolle der Ausscheidungsfunktionen sind nicht das Problem. Sofern die betroffene Person gutwillig mitarbeitet, kreigt man das in den Griff.
      Aber in der Kombination mit Verwirrtheit wird halt dann die Windel dauernd runtergerissen, auf das Sofa gep*nkelt, in die Ecke gek*ckt, damit rumgeschmiert ..
      OK .. kleine Kinder machen das vielleicht auch mal, aber bei denen wird es irgendwann besser. Bei alten Leuten nicht.

      Deshalb unterscheide ich auch zwischen Kranken- und Altenpflege.
      Krankenpfleger haben normalerweise mit einsichtigen Patienten zu tun, bei denen zumindest einige auch wieder gesund werden.
      Da würde ich selbst zwar auch nicht arbeiten wollen, kann die Motivation aber mit Müh‘ und Not noch halbwegs nachvollziehen.
      Bei Altenpflege .. nein .. das ist einfach das Letzte! Und ich darf mir schon die Frage stellen, was jemanden bewegt, solch einen Beruf zu ergreifen.

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      • tom174 schreibt:

        „Bei Altenpflege .. nein .. das ist einfach das Letzte! Und ich darf mir schon die Frage stellen, was jemanden bewegt, solch einen Beruf zu ergreifen.“
        Klar darfst du. Aber „Unfähigkeit“ zu unterstellen finde ich persönlich daneben. Ich persönlich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die das machen. Und wie es im Krankenhaus auch Arschlochpatienten gibt, gibt es die in der Altenpflege auch. Ich finde Palliativpflege noch viel krasser, aber auch da gibt es Menschen, die dies gerne machen (ich kenne eine Krankenschwester, die das dann noch im Ehrenamt tut).

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        • wenn es nicht Unfähigkeit ist, was dann?
          Doch das Helfersyndrom?
          Oder schlicht Unbedarftheit, weil man es versäumt hat, sich zu informieren, was bei einem solchen Beruf auf einen zukommt?
          Wer Alternativen hat, wählt tut sich dass doch nicht wissentlich freiwillig an!

          Ja, Palliativpflege ist auch krass.
          Aber auch dort sind die Patienten, denke ich, i.A. verträglicher.

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  2. aliasnimue schreibt:

    Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
    Erich Kästner
    Und es sind wohl die kleinen Momente der Dankbarkeit, die Menschen glücklich machen und ihr Leben erfüllen.
    Dazu gehört auch das Bewußtsein, dass auch der verwirrte und bösartige Mensch den man pflegt einmal wertvoll war für andere, er dies nicht ist, weil er einen verderbten Charakter hat, sondern dieser erschreckende Verfall dafür verantwortlich ist.

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    • Es ist schon ein Unterschied, ob man eigene Angeehörige pflegen muss, oder ob man das bewusst als Beruf ausübt.

      Demente Menschen haben oft nichts mehr gemeinsam mit den Menschen, die sie vorher einmal waren. Es ist ein grausames Schicksal, das ich niemandem wünsche (obwohl sie selbst es wohl gar nicht richtig mitkrieegen).

      Das Bewusstsein, dass derr Mensch früher anders war, mag mal kurzfristig unterstützend wirken, auf Dauer zermürbt diese Situation.

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  3. Irenicus1605 schreibt:

    „Und sollte es jemals ein BGE geben (was ich nicht hoffe, und auch nicht glaube), wird der Pflegebereich als erstes völlig einbrechen.“
    Nö, der medizinische und altenpflegetechnische Bereich wird davon nicht einbrechen. Da gibt es ganz andere Arbeitsbereiche, die dann plötzlich viel besser bezahlt werden müssen, weil die Leute den Scheiß sonst nicht machen (zum Beispiel: Logistik)
    Und meiner Erfahrung nach (Zivi in einem Alten- und Behindertenheim), lieben die meisten Altenpfleger den eigentlichen Umgang mit den Patienten, Das eigentlich nervige ist nur, dass es schlecht bezahlt wird, zu viel Bürokratie gefordert wird und gleichzeitig oft zu viele Patienten auf einmal nur „abgearbeitet“ werden müssen. Sprich da wird nur die medizinische Pflege gemacht und es gibt keine Zeit wirklcih etwas mit den Alten zu machen.
    Das gleiche gilt im übrigen auch für die Pflegestationen bei Behinderten.

    Das heißt bei einem BGE, könnten das wahrscheinlich mehr Menschen, für weniger Geld machen, und dadurch könnten die schlechten Arbeitsteile die durch einen schlechten Betreuungsschlüssel entstehen, vielleicht sogar entfallen.

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    • Irenicus1605 schreibt:

      Achja, was die Unfähigkeit angeht, ist Altenpflege ein Job den geistig wirklcih nicht jeder auf die Reihe kriegt, und nicht umsonst gibt es Länder in denen Altenpfleger und Krankenschwestern 4jährige Studien sind

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    • Die Botschaft hör‘ ich wohl ..

      Es wäre ja ganz OK, wenn sich die Aufgaben wie bei einem Algorithmus abarbeiten ließen. Aber die alten Leutchen machen da ganz gerne einen Strich durch die Rechnung.
      Wie meine Oma, die gelegentlich abhaute, und in der ganzen Stadt gesucht werden musste, weil sie nicht mehr alleine heimfand.

      Logistik wäre zwar nicht mein Traumjog, würde ich aber notfalls machen. Wenn’s sein müsste, sogar fremde Toiletten schrubben. Aber KEINE Altenpflege!

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  4. ednong schreibt:

    Puh,
    da klingt ja einiges recht hart von dir.

    Ich würde mal sagen, genauso wie es unterschiedliche Geschmäcker gibt, gibt es auch unterschiedliche Vorlieben bzgl. des Jobs. Und vermutlich kennt man einen Job auch nie wirklich kennen bzw. gibt es das auch nicht, denn der gleiche Job kann bei unterschiedlichen Arbeitgebern sehr unterschiedlich ausfallen.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass einigen Altenpflegern die Arbeit mit alten Menschen Spaß macht und das vielleicht auch darüber hinweg hilft, diesen Job als Knochenjob wahrzunehmen, der er sicherlich ist. Und ich aus diesem Grunde den Leuten auch Respekt zolle, zumal sie ja unterirdisch dafür bezahlt werden – den Kranken Kassen sei Dank. Den Leuten allerdings Pervertismus oder Unwissen bzgl. des Jobs zu unterstellen finde ich nicht fair – zumindest pauschal dürfte dieses nicht zutreffen.

    Machen wollen würde ich diesen Job auch nicht, ich finde es eher bedrückend mit zu erleben, wie der Mensch dann tagtäglich abbaut – ganz besonders bei Demenz. Das ist definitiv harter Tobac.

    Aber mal ganz ernst gefragt: Was willst du denn in der Gesellschaft machen, wenn du die Altenpflege „verdammst“? Die Menschen, sobald Anzeichen von Demenz existieren, vor die Wahl eines Freitodes oder Mordes stellen? Giftspritze für alle, die dement sind?

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    • So sehr hart sollte das nicht rüberkommen, eher als Frage.
      Und dann habe ich halt ein paar Antwortmöglichkeiten aufgezählt.
      Mag sein, dass es auch noch andere Antworten gibt, aber die fallen mir nicht ein.

      Vermutlich kommt das aufgrund meiner eigenen Erfahrungen so negativ rüber, aber Altenpflegerin ist der Beruf, den ich persönlich unter keinen Umständen ausüben müssen wollte.

      Was willst du denn in der Gesellschaft machen, wenn du die Altenpflege „verdammst“?

      Von „Verdammen“ ist keine Rede. Ich sehe die Notwendigkeit ja ein, und solange sich die Pflegebedürftigkeit nur auf körperliche Gebrechen beschränkt, ist es wohl auszuhalten.

      Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber ich persönlich hoffe, dass ich es im Falle des Falles noch rechtzeitig merke, und es noch aus eigener Kraft schaffe, mein Leben zu beenden.

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  5. sevens2 schreibt:

    Es gibt durchaus auch gute Motive und ein Gefühl menschlicher Zuneigung, dem solche Pflege entspringt. Nicht dass eine kritische Betrachtung vollkommen fehl am Platz ist, aber die findet sich bei fast allem was Menschen tun.

    Ich teile deine Haltung zum Verlust der Persönlichkeit, und zu der eigenen Würde, weitgehend.

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  6. Plietsche Jung schreibt:

    Eine langjährige Freundin ist seit 25 Jahren auf einer Demenzstation tätig. Sie ist weder gestört, noch masochistisch oder sonstwie veranlagt.

    Sie ist nur ein barmherziger Samariter, hat ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten, für das ich sie sehr bewundere. Ich könnte so einen Job auch nicht. Er zehrt an den Nerven und dem Seelenheil. Körperlich anstrengend ist es allemal.

    Ein Schande, wie beschissen es bezahlt wird.

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    • Ich kenne deine Bekannte nicht, und unter welchen Bedingeungen sie arbeitet.
      Meine Erfahrungen mit Dementen (nicht nur meine Oma, aber die anderen wenigstens nicht so hautnah) waren schon extrem negativ – was nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass es immer so ist.
      Aber so sein kann.

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  7. SH aus RC im V schreibt:

    Und das ist deine ehrliche Meinung zu Menschen, die alt und/oder dement sind, und zu Menschen, die diese Kranken pflegen? Schon hart an der Grenze des Asozialen – meinetwegen auch des Unsozialien (klingt nicht ganz so asi). Meinst du nicht?

    Und was denkst du über Menschen, die in Hospizen und Palliativeinrichtungen arbeiten? Wie masochistisch und pervers veranlagt müssen die erst sein!

    Hoffentlich kannst du, falls es dich irgendwann mal treffen sollte, dein Leben noch rechtzeitig von eigener Hand selbst beenden, ehe sich so ein „am Helfersyndrom Leidender“ um dich kümmern muss. Ein langes Leben kann man dir nur wünschen.

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  8. idgie13 schreibt:

    Hier kann ich Deine Meinung nicht teilen. Ich bewundere die Menschen, die diesen Knochenjob machen und bin dankbar, dass jemand diesen schlecht bezahlten Job macht.

    Übers Sterben mag ich grad nicht nachdenken. Ich habe ein dunkle Vorahnung, was es bei mir sein wird. Demenz haben wir in der Familie nicht, so weit ich weiss.

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    • Welche Beweggründe haben deiner Ansicht nach Menschen, die Altenpflege als Beruf wählen?

      In meiner Verwandtschaft gibt es einige Fälle von Demenz, so dass ich mein eigenes Risiko als nicht gering einstufe.
      Und diese Oma erinnert mich – nach allem was ich über sie früher gehört habe – teilweise an mich selbst.
      Das macht es mir nicht einfach, und ich wüsste schon gerne, was für einer Art Leuten ich dann eventuell ausgeliefert bin.

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      • idgie13 schreibt:

        Weisst Du – ich kenne auch Menschen, die partout nicht verstehen können, warum ich Maschinenbau studiert habe oder warum ich gerne Software entwickle. Dass ich Spass daran finde, viele Stunden am Stück in den Monitor zu glotzen und Probleme zu lösen, ist vielen nicht vermittelbar.

        Andere wiederum verstehen nicht, warum ich viele Stunden opfere, um BHs für brustamputierte Frauen zu entwickeln, wo ich doch mit Softwareentwicklung viel leichter und schneller mein Geld verdienen kann.

        Aber ich möchte einfach die Welt in meinen begrenzten Möglichkeiten verbessern. Und genau deshalb möchte ich, dass auch Frauen nach Brustkrebs sich noch oder wieder schön und ganz fühlen. Und genau deshalb entwickle ich Software für Feuerwehren / Polizei und Co., die damit vielleicht schneller Leben retten können statt für irgendeine Bank zu arbeiten.

        Andere haben halt eine direktere soziale Ader und möchten anderen Menschen einen erträglichen Lebensabend schenken. Meine Mama ist Krankenschwester und ich habe absolut Achtung vor dem Beruf. Ich könnte das nicht. Es würde mich emotional einfach zu sehr belasten.

        Ich war heute kurz auf „meiner“ Chemostation. Die Frauen sind absolut bewundernswert, wie sie in dem ganzen Elend noch positive Gefühle ausstrahlen können. Sei froh, wenn Du darauf nicht angewiesen bist.

        Mich wird irgendwann der Krebs hinweg raffen – aber ich denke, ich werde die Medizin nicht bis zum Ultimo ausreizen. Vielleicht werde ich mich aber auch für eine Studie zur Verfügung stellen. Wer weiss? Zum Glück muss ich darüber nicht nachdenken – mein PET-CT war unauffällig 🙂

        Sei nicht so hart – diese „Art Leute“ hat das nicht verdient!

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        • Bei so ziemlich allen anderen Berufen kann ich irgendwelche positiven Askekte sehen (auch wenn ich selbst sie nicht ausüben möchte).
          Auch Krankenpflege kann ich noch nachvollziehen, da man den Patienten dort hilft, und diese in der Regel dafür auch dankbar sind. Von einigen wenigen Stationen abgesehen, gibt es auch „Erfolgserlebnisse“, wenn es den Patienten wieder besser geht.
          Bei der Altenpflege, insbesondere von dementen Patienten, ist das halt nicht mehr so. Ich weiß beim besten Willen nicht, was jemanden veranlassen könnte, diesen Beruf zu wählen, habe halt ein wenig spekuliert.
          Es gibt wohl keine andere Tätigkeit, die physisch und psychisch so belastend ist, ohne irgendeinen positiven Ausgleich zu liefern.
          Und meine Frage ist immer noch offen, warum jemand so etwas – freiwillig – macht.

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          • idgie13 schreibt:

            Es gibt ja auch nicht nur Demenz. Mein Wunschberuf wäre es auch nicht – aber ich möchte ja auch nicht Banker sein.

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            • Du hast recht. Es gibt auch pflegebedürftige Senioren, die nur körperlich gebrechlich, aber geistig noch voll da sind.
              Trotzdem muss man damit rechnen, mit Dementen arbeiten zu müssen, die körperlich noch fit sind, und dazu noch aggressiv und gewalttätig.

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            • idgie13 schreibt:

              Meine Oma z.B. ist geistig noch komplett fit und lebt allein auf ihrem Bauernhof – mit 89 Jahren. Und ihren Humor hat sie auch noch lang nicht verloren 🙂

              Meine andere Oma ist mit 65 an Krebs gestorben – das letzte halbe Jahr habe ich sie mit-versorgt. Auch sie war bis zum Schluss geistig auf der Höhe.

              Alte Menschen können auch sehr liebenswert sein. Nicht alle sind böse.

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            • Es ist toll, dass deine Oma noch so fit ist – und sie hat eben keine Pflege nötig. Das ist gar nicht hoch genug zu schätzen.
              Ich wünsche ihr, dass sie weiterhin so gesund bleibt.

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      • Gwenny schreibt:

        „Und meine Frage ist immer noch offen, warum jemand so etwas – freiwillig – macht.“ Geh zu diesen Menschen und frage sie direkt! Dir werden garantiert viele verschiedene Gründe begegnen. Abhängig vom Alter und Geschlecht der Person. Das ist alle mal besser als irgendwelche, zum Teil Beleidigende Theorien über Masochismus oder perverse Anlagen aufzustellen.

        Wie bei idgie13 ist auch meine Mama Krankenschwester und dabei in der Altenpflege beschäftigt.
        Gerade wegen der psychischen Belastung des Berufes braucht sie manchmal eine Person zum reden, oft bin ich das (So gut es unter Schweigepflicht eben geht). Wenn sie mir dann erzählt wie fröhlich so ein Omachen/Opachen alte (Kinder)lieder mitgesungen hat, auch wenn sie nach 5 Minuten vergessen hat was für ein Wochentag ist, dann merke ich dass es solche Momente sind um die es ihr in ihrem Beruf geht, Menschen Momente des Glücks, Wohlbefindens und Würde schenken die selber nur schwer in der Lage sind sich selber solche Momente zubescheren.
        Alte Menschen, ob dement oder nicht, sind sehr oft wie kleine Kinder (das sehe ich auch gerade an meinen älteren Familienmitgliedern) und ja es wird nicht mehr besser, sondern geht nur noch zu Ende, warum solchen Menschen nicht einen schönen Lebensabend bereiten? Alternative wie Euthanasie? Bei Menschen, die ansonsten nicht Leiden? Nein, keine Option für mich.

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        • Danke für deine Einblicke.
          Es ist gut, wenn deine Mutter ihrer Tätigkeit positive Seiten abgewinnen kann.

          Wie kann eine Theorie (bzw. in diesem Fall eher Vermutung oder Hypothese) beleidigend sein?
          Entweder trifft sie zu. Dann ist es eine Tatsache.
          Oder sie trifft nicht zu. Dann braucht sich niemand getroffen zu fühlen.

          wie kleine Kinder

          Wobei Kinder zumindest noch einen Niedlichkeitsfaktor haben, und es bergauf geht, statt unweigerlich bergab bis zum Ende.

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  9. Pingback: Warum arbeiten Menschen in der #Altenpflege? | Gedankensalat...

  10. N.N. schreibt:

    Hast Du gewußt, daß die Onix Altenpflegerin ist?

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    • Jetzt weiß ich es. Überrascht mich irgendwie nicht.
      Sie hätte die Chance nutzen können, Fragen zu beantworten und klarzustellen.
      Stattdessen .. ach, was soll’s .. auch die getroffene Reaktion überrascht mich eigentlich nicht.

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      • N.N. schreibt:

        Der getretene Wurm krümmt sich.

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      • marenleinchen schreibt:

        Frage: „Sag mal, seid ihr doof oder pervers, oder warum macht ihr den Job?“

        Antwort: „Gerne werde ich auf diese sachliche und in keinster Weise verletzende Frage eine umfassende Erklärung meiner zutiefst persönlichen Motivation, meinen Beruf auszuüben abliefern, da die Fragestellung bereits impliziert, dass ich es mit einem Menschen zu tun habe, der dazu in der Lage ist, diese Motivation zu verstehen und der wertschätzend mit anderen Menschen umgeht.“

        Finde den Fehler….

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  11. N.N. schreibt:

    Warum schatest Du so ein Hatespeech frei? Das paßt doch gar nicht zum Niveau sonst hier.

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    • Als Demonstration für ein typisches Beispiel feministischer „Diskussionskultur“:
      Unfähig zu einem ruhig-sachlichen, konstruktiven Dialog.
      Wenn sie mich nicht widerlegen können (wäre in diesem Fall vermutlich durchaus möglich gewesen), beschimpfen sie mich halt. Da stehe ich drüber.

      Außerdem würden sie mir sonst bei nächster Gelegenheit Zensur vorwerfen.
      Nö. Das sagt so viel mehr über die Urheber solcher Äußerungen aus, als über mich.

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      • „Wenn sie mich nicht widerlegen können (wäre in diesem Fall vermutlich durchaus möglich gewesen), beschimpfen sie mich halt.“

        Diese Vorgehendweise kommt mir allerdings sehr bekannt vor. Z. B. jemanden, der einem absolut sachlich begegnet ist (Aurelie) und dem man argumentativ unterlegen war, als „Pinscher, den man sich vom Bein treten muss“ zu bezeichnen ? Oder andere Menschen, die einem irgendwie nicht passen als „Langzeitstudenten mit unbedeutendem Fach“ zu bezeichnen (was sagt eigentlich Remia dazu, die den Artikel gelikt hat, auf die diese Beleidigung aber ebenso zuträfe. Hat sie das denn gelesen, bevor sie gelikt hat?). Du sprichst also oben eigentlich von dir selbst, ja? Das wäre wenigstens mal ehrlich.

        Oder hältst Du dich tatsächlich für sachlich?? Da fände ich bestenfalls amüsant. Merke: Sachlichkeit bedeutet nicht, die Beleidigungen, die man so ausstößt, ein wenig hübsch anzupinseln, „ICH BIN SACHLICH“ in Großbuchstaben draufzuschreiben und zu hoffen, dass es dann keiner merkt.

        Übrigens, wo ist eigentlich die durchaus interessante Diskussion unter dem anderen Beitrag zu onyx hingekommen (eine völlig unverständliche und sinnlose Aktion deinerseits übrigens, angeblich „anonym“ über sie zu lästern, was sollte das genau?)? Jetzt stehen da nur noch Jubelkommentare und die Diskussion ist verschwunden? Zensiert Du etwa?

        Übrigens liest Du ja offenbar Onyx Blog, dir war also völlig klar, dass sie Altenpflegerin ist und ein Blinder mit Krückstock erkennt die durchaus billige Intention hinter deinen Sätzen oben. Dass Du meinst, so etwas nötig zu haben, spricht schon Bände. Und es spricht absolut nicht für deine angebliche „Sachlichkeit“, sondern eher dafür, dass Du gerne höchst unsachlich austeilst und hinterher so tust, als wäre nichts gewesen.

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        • Ich lösche keine Diskussionen (höchstens versehentliche Kommentardubletten). Musst du woanders gesehen haben oder geträumt.
          Onyx‘ Blog kenne ich erst, seit sie in meinem Urlaub einen uralten Post von mir sinnentstellend verlinkt hat. Meine Zeit ist mir zu kostbar, um dort länger zu lesen.

          Unterlasse gefälligst solche dreisten Unterstellungen, scheinheilige Verschörungstheorien und unverschämte Verdrehungen.
          Und hör auf, auf anderen Blogs über mich zu hetzen und Lügen zu verbreiten.

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          • Und „sinnentstellend“ war da nichts. Uralt auch nicht – der beitrag ist gerade mal 2 Jahre alt. Ich habe bereits unter dem anderen Beitrag ausführlich darauf geantwortet. Vielmehr ist es eine Schande, dass Du Aurelie hier derart schmähst, obwohl sie völlig sachlich war. Fakt ist, in der damaligen Situation hast Du kein gutes Bild abgegeben, sogar deine eigenen Peers fanden den Beitrag themenverfehlt und unlogisch. Offenbar verübelst Du es Onyx, dass sie einen Beitrag ausgegraben hat (was völlig legitim ist, wenn es ums Thema Einstellungspolitik geht), in dem Du ein denkbar schlechtes Bild abgibst. Dir dürfte klar sein, dass auch einem erheblichen Anteil der Kommentatoren hier der Beitrag nicht unbedingt gefallen wird https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2014/10/06/der-wille-zur-macht/.

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            • Du hast meine Geduld jetzt lange genug beansprucht – nicht nur hier, sondern auch auf anderen Blogs.
              Ich werde mir sicher nicht von dir oder deinen Friends vorschreiben lassen, wer für eine Einstellung in Frage kommt.

              Ich behalte mir vor, deine völlig verdrehten OT-Kommentare künftig nicht mehr freizuschalten. Die mindern nur die Qualität meines Blog.

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            • „Ich werde mir sicher nicht von dir oder deinen Friends vorschreiben lassen, wer für eine Einstellung in Frage kommt.“

              Wir schreiben dir nichts vor (können wir auch gar nicht), wir fragen nach. Damit kommst Du offenbar nicht klar. Warum gleich so beleidigt?

              „Ich behalte mir vor, deine völlig verdrehten OT-Kommentare künftig nicht mehr freizuschalten. Die mindern nur die Qualität meines Blog.“

              Wie ich bereits sagte: Soviel zu deiner angeblichen „Sachlichkeit“. Du kannst offensichtlich nicht anders, als auf Kritik sogleich persönlich zu werden.

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            • Übrigens war onyx Berufstätigkeit bereits mehrmals bei Christian Thema. Habe sogar ich, die da eher selten liest, gesehen. Und Du als dort recht aktives Mitglied nicht?

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            • Klar, ich kenne ja Christian’s Blog in und auswendig, vergesse nie etwas, das dort jemals erwähnt wurde, und habe über jeden Kommentator dort ein ausführliches Dossier.

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  12. Gabi schreibt:

    Nicht alle alten Leute sind so schlimm.

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  13. Miria schreibt:

    Mich erinnert dein Artikel und die damit verbundenen Reaktionen an eine oft geführte Debatte bezüglich Prostitution: Auch dieser Beruf wird von vielen so gesehen, dass die Menschen das ja nicht freiwillig machen könnten. Nur ist es dort eine fast schon allgemein akzeptierte Einstellung, dass das auf jeden Fall so ist bis hin zur Forderung eines Verbots.
    Auch die Vermutung von Missbrauch in der Kindheit bis hin zu irgendwelchen Störungen ist die Normalität.
    Ich sehe hier viele Parallelen, aber grundlegend unterschiedliche Reaktionen ….

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  14. Alzheimerblog schreibt:

    Wenn demente Menschen aggressiv und renitent werden, dann kann das auch mit den Rahmenbedingungen zu tun haben, denen sie im Heim ausgesetzt sind. In dem Heim, in dem meine Mutter war, habe ich selten Aggression erlebt.

    Ich habe auch Krankenpflegerinnen erlebt, die ganz bewußt in die Altenpflege gegangen sind, weil sie die Bedingungen besser fanden, denn die Pflege ist in einem guten Heim nicht getaktet wie im Krankenhaus.

    Der Blogeintrag vermittelt den Eindruck, daß ein Leben mit Demenz nicht lebenswert sein kann. Dem stimme ich nicht zu. Die Bilder, die dazu in den meisten Köpfen herumschwirren, sind von der Endphase der Krankheit geprägt. Wenn ich so gut betreut und gepflegt werde wie meine Mutter, dann möchte ich auch mit Demenz leben.

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    • Bei meiner Oma zog sich die Endphase über Jahre hin.
      Die Anfangsphase dagegen war entweder nur kurz, oder ich habe sie damals noch nicht als wirklich belastend wahrgenommen.

      Sie war umgeben von ihren nächsten Angehörigen, die sich teilweise aufopferungsvoll um sie gekümmert haben.
      Trotzdem war sie manchmal aggressiv (da sie glücklicherweise eine recht zierliche Statur hatte, konnte sie aber keinen größeren Schaden anrichten).

      Ob die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege besser sind als in der Krankenpflege, kann ich nicht beurteilen.
      Auch wenn dem derzeit so ist, braucht das nicht auf Dauer so zu bleiben.

      Ich fürchte, ich habe mit diesem Blogeintrag, einigen Leuten ziemlich auf die Füße getreten.
      Das wollte ich nicht. Mich hätten tatsächlich die Beweggründe interessiert, einen derart belastenden Beruf zu ergreifen, der aus meiner persönlichen Sicht keine erkennbaren positiven Aspekte hat. Aber vielleicht fehlt mir nur die passende Perspektive.

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  17. Sabrina Glaubitz schreibt:

    Und genau wegen solchen Menschen mit solch einer Einstellung hat nicht jeder die Motivation um diesen Berufzu lernen. Also ganz ehrlich : Bei Menschen die so eingeschränkt denken bin ich wirklich froh das nicht jeder in der Pflege arbeitet. Ich bin Altenpflegerin geworden weil es ein wunderbarer Beruf ist indem man jeden Tag etwas lernt und aufgrund des medizinischen Wissens.
    Altenpflege ist ein sehr angesehener Beruf eigentlich.
    Und es ist überhaupt nicht mit einem Altenpflegeheim zu vergleichen wenn man einen Angehörigen zu Hause gepflegt hat!
    Was der Bauer nicht kennt isst er nicht. So nach dem Motto. Und das nervt dass es tatsächlich immer diese Leute gibt die keine Ahnung haben und groß den Mund aufreißen. Und es ist nicht jeder für den Beruf geeignet weil es kaum einer hinbekommen würde die gesamte Pflege eines Menschen zu planen, evaluieren und durchzuführen mit allen Krankheitsbildern die dazu gehören und Vorallem mit dem Psychosozialen Aspekt. Es ist kein einfacher Beruf das stimmt. Aber Menschen die so denken bekommen nur die negativen Seiten durch die Medien mit. Klar ist jeder froh dass es Menschen gibt die Altenpfleger sind. Aber ist doch mal echt nur damit ihr eure Angehörigen „weg geben könnt“ , die Verantwortung abgeben. weil keiner damit zurecht kommt. Das ganze Jahr über kommen oft keine Angehörige. Ich hab schon so vieles mitbekommen in meinem Praktikum im ambulanten Pflegedienst wie Angehörige zu Hause gepflegt werden in Zuständen die möchte man sich gar nicht ansehen. Im Altenheim wird alles korrekt überprüft und ständig nachgeschaut. Jemand der Altenpflege lernt ist kein Masochist oder hat ein Helfersyndrom. Wir lernen den Beruf weil wir was im Köpfchen haben und Verantwortung für die Heimbewohner übernehmen können. Wegen dem medizinischen Aspekt und weil wir sozial sind. Es macht keinen Spaß den Menschen dabei zuzusehen wie sie zu Grunde gehen. Nein, ganz im Gegenteil! Wir begleiten Sie auf ihrem letzten Weg um Ihnen noch ein wenig würde zu geben dass sie verdienen! Wir reißen uns täglich den Hintern auf für eure Mütter, Väter oder Großeltern und der Dank ist dann so ein Kommentar. Es ist traurig was aus der Gesellschaft geworden ist. Wenn ihr wüsstet was man alles für den Beruf lernen muss, hättet ihr schon nach einer Woche die Ausbildung abgebrochen.
    Und es ist wirklich traurig dass jemand seinen Demenzkranken Angehörigen zu Hause pflegen muss ohne Kenntnisse über Validation und ohne Wissen über dieses Krankheitsbild.
    Und jetzt mal zu dem Thema Krankenpfleger haben es oft mit kooperativen Menschen zu tun. Wer glaubt denn bitte so ein Schwachsinn? Die haben auch mal ab und zu Demente bei sich. Die haben auch Personalmangel.
    Und aggressive Bewohner gibt es nur unter psychisch Kranken, Behinderten oder Dementen. Das sind Ausnahmefälle. Stell dir mal vor : 30 oder sagen wir mal 40 Demenzkranke auf einer Station. Da ist es kein wunder dass da manche „durchdrehen“. ich würde da auch wahnsinnig werden. Das ist aber eine Frage der Organisation. Wenn so viele den ganzen Tag aufeinander hocken schaukeln die sich gegenseitig hoch. Ich habe auf einer Demenzstation mal gearbeitet und es ist wirklich anstrengend. Aber es kommt auch so viel Dankbarkeit zurück. Nicht auf die Art „Danke“ zu sagen sondern auf eine Weise die man nicht beschreiben kann. Und man hat auch oft sein Spaß mit demenzkranken. Der Grund weshalb diese Menschen gewalttätig oder aggressiv werden liegt daran dass sie sich nicht mehr ausdrücken können und sich völlig fremd fühlen. Mein Praxisanleiter hat mal zu mir gesagt um diese Menschen besser zu verstehen : „stell dir mal vor jemand nimmt dich einfach ohne dir Bescheid zu geben irgendwo hin mit in ein fremdes Land indem dich keiner Versteht, du niemanden kennst und fühlst dich ganz alleine, raus aus deinem gewohnten Umfeld. Du könntest dich noch nicht einmal mitteilen wenn du Hunger hättest.“
    Ich denke, in dem Beruf kann man auch nur arbeiten wenn man die Menschen aufgrund ihrer Erkrankungen auch versteht und wie man damit umzugehen hat. Ich zb könnte niemals mit psychisch Kranken arbeiten. Das scheint richtig krass zu sein. Oder auf einer Kinderkrebsstation.
    Und in dem Beruf der Altenpflege gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Zb Pflegedienstleitung, Heimleitung , Geriatrische Fachkraft, Wundmanager, … man kann sogar zum MDK gehen. Nur nutzt nicht jeder diese Chancen weil die Leute oft zu bequem dazu sind oder nicht die entsprechende Verantwortung übernehmen möchten. Und nicht jeder Pfleger sediert Bewohner. Wir hatten mal einen Bewohner der ist den ganzen Tag nur gelaufen. Das war diese Hinlauftendenz. Aufgrund dieser ständigen körperlichen Anstrengung war er aggressiv und unausgeruht. Den mussten wir nachts die erste Zeit im Bett angurten damit der mal nachts ruhen konnte. Dann hat der Arzt ihm Tabletten zum schlafen verschrieben und die Gurte konnten nachts weg und er war dann richtig umgänglich. Das mit dieser Demenzkranken Frau im Altenheim die nicht mobilisiert wurde und sediert war ein Grund von Fehlplanung. Oft wissen die Pflegekräfte auch keinen Rat weil sie nicht genau Nachdenken! Dieses Problem hätte man auch anders lösen können. Deshalb ist es auch wichtig in unserem Beruf Fallbesprechungen durchzuführen. Diese dient dazu, ein Problem in der Pflege zu beheben mit einer Zielsetzung um dem Bewohner zu helfen. Man muss dabei schon nachdenken und nicht einfach irgendwas ausprobieren. So ich hoffe ich konnte mal ein wenig Erfahrung teilen sodass ich mal einen anderen Blickwinkel auf diesen Beruf geschaffen habe. Denn ohne Information kann man nicht werten.

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  18. Eva Kromeier schreibt:

    Deine Gedanken über „Ableben“ solltest du dir schon jetzt machen…gibt’s genug Brücken. Denn solche bösartige, dumme und unempathisch Menschen braucht unsere Gesellschaft nicht

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