Dreizehnhundertvierunddreißig

Sonja hatte mir gleich zugesagt, als ich sie fragte, ob sie mit mir zusammen die Antiquitäten in Dagmar’s Laden anschauen wolle. Dann mussten wir nur noch einen passenden Termin finden, um schließlich am Nachmittag hinzufahren.

Dagmar begrüßte uns überschwänglich, und führte uns in eine Art Lagerraum, wo alte verschnörkelte Möbel, Lampen, Vasen, sonstige Nippes herumstanden – kurz, nichts, für das ich irgendeine Verwendung hätte.
Wenigstens machte Sonja meinen Mangel an Enthusiasmus wett, indem sie hin und wieder das eine oder andere Stück als „entzückend“ oder „wunderschön“ bezeichnete.

Von dem alten Trödel, den Dagmar uns vorführte, sind mir zwei Stücke besonders in Erinnerung geblieben.
Zunächst eine scheußliche Skulptur einer Fruchtbarkeitsgöttin. Aber solch eine fette Frauenstatue brauchen wir nicht im Büro. Da wäre ein Miniaturmodell der Colonna Mediterranea bei weitem geschmackvoller.
Als nächstes einen monströsen Kerzenständer. Zwar bin ich Ständern i.A. aufgeschlossen, aber welchen Sinn hätten Kerzen im Büro?

Schließlich schlug Sonja ein verschnörkeltes Beistelltischchen vor, das ich nicht geschenkt hätte haben wollen, und das so viel kostete, was ich noch nicht einmal für ein neues nach meinem Geschmack hätte ausgeben wollen, geschweige denn für ein kitschiges Gebrauchtes.
Ich nahm sie also zur Seite, und fragte, ob das Ding denn wirklich so viel wert sei.
Sie meinte, ihres Erachtens schon, und dass es ja eh über die Firma liefe.

Also gab ich mein OK. Wenn Carsten im Nachhinein etwas dagegen einzuwenden gehabt hätte, hätte ich einen Grund gehabt, mich nie mehr auf solche Arrangements einzulassen.
Dagmar sah einigermaßen zufrieden aus. Also wird Carsten wohl sein Geschäft abschließen können.
Ich brachte das Tischchen irgendwie im Kofferraum unter.

Auf dem Rückweg lud ich Sonja noch in ein Café ein, wo wir uns kurz unterhielten, und ich Grüße an Lukas ausrichtete, von dem ich schon eine Zeitlang nichts gehört hatte.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Dreizehnhundertvierunddreißig

  1. aliasnimue schreibt:

    Keine schöne Erfahrung, da hätte wohl jeder die Zähne zusammen gebissen.
    So eine Vase hätte man zumindest im Schrank verschwinden lassen können. 😉

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  2. Leser schreibt:

    „Ich brachte das Tischchen irgendwie im Kofferraum unter.“

    …wo es vor sich hin modern darf, bis der Kofferraum irgendwann mal wieder für Gepäck gebraucht wird…dann landet es auf dem Bürgersteig, mit einem Zettel „zu verschenken“ dran… 😉

    (So könnte das jedenfalls hier in Berlin ablaufen, ich bin zu so manchem Kleinmöbelstück auf diese Weise gekommen – natürlich nur, wenn mir das Stück jeweils gefallen hat, und gut in Schuss war etc…)

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  3. Engywuck schreibt:

    überlass es einer deiner Stieftöchter – und soge dafür, dass es als vorgezogenes Erbe später mal abgezogen wird 🙂

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  4. Jezek1 schreibt:

    Naja, wenn der Brennwert ausreichend ist könnte sich das Ganze im kommenden Winter vielleicht noch rechnen…

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  5. Pingback: Twitter immer wieder //1528 | breakpoint

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