Dreizehnhundertfünfzehn

„Anny, sag mal, hast du diesen Zettel auf meinen Schreibtisch gelegt?“, fragte Carsten, nachdem er den Raum betrat, in dem ich für gewöhnlich am Wochenende mein Notebook ausgebreitet habe, um ungestört zu arbeiten und Blogaktivitäten nachzugehen.
„Der Zettel?“, überlegte ich einen Moment, während ich schnell das Fenster mit Twitter wegklickte, „ach ja, da war letztes Wochenende eine Freundin von Verena da. Die wollte unbedingt wieder Kontakt aufnehmen.“

Er knüllte den Zettel zusammen, und warf ihn in den Papierkorb. „Wenn sie noch mal hier auftauchen sollte, dann sprich nicht mit ihr, sondern schick‘ sie weg.“
„Sowieso. Ich habe ohnehin nicht mehr mit ihr geredet, als notwendig. Warum legst du da ausdrücklichen Wert drauf?“

Carsten setzte sich auf den anderen Stuhl. „Ich sollte dir wohl sagen, dass ich mit ihr – das muss vor sieben oder acht Jahren gewesen sein, und nur ein einziges Mal – sexuellen Kontakt hatte.“
„Das war eine Freundin von deiner Tochter!“
„Sie ist ein paar Jahre älter, und war damals schon volljährig. Das eine Mal war schon zuviel. Sie hatte es darauf angelegt, als ich sie nach Verena’s Geburtstagsfeier nach Hause fuhr. Und ich hatte zu der Zeit schon länger gar keinen Sex gehabt.“

„Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen. Ich wundere mich nur, dass ich dir angeblich immer ‚viel zu jung‘ war, aber bei ihr spielte der noch viel größere Altersabstand offenbar keine Rolle.“
„Der Unterschied ist, dass ich mit dir eine Beziehung wollte, von Nina aber nur Sex.“
„Und von mir keinen Sex?“ Diesen kleinen Shittest konnte ich mir in Anbetracht seines Eingeständnisses nicht verkneifen.
„Doch. Aber nicht nur. Du sollst wissen, dass ich mit keiner Frau so viel Spaß hatte wie mit dir, und dass ich nie erwartet hatte, jemals mit jemandem so glücklich zu werden.“
Mir geht’s mit ihm annelog, aber das muss ich ja nicht so ausdrücklich klarstellen.
„Hm .. „, antwortete ich also erst mal unbestimmt, und abwartend.

Während ich schon Maßnahmen plante, um das Platzen seiner Hose zu verhindern, musste ich aber noch eine Frage loswerden: „Was konkret meintest du mit ‚Das eine Mal war schon zuviel‘?“
„Das übliche Problem halt“, erklärte er, „ich mag es schön nass, große Schamlippen, und wo ich richtig tief reinstoßen kann. Das hat alles bei Nina nicht gepasst.“

Damit ließ ich die Sache dann auf sich beruhen. Schließlich gibt es auch einige Punkte in meinem Leben, bei denen ich nicht gerade Wert darauf lege, sie mit ihm diskutieren zu müssen.
In quasi christlicher Tradition hielt ich ihm meine anderen Backen hin.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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46 Antworten zu Dreizehnhundertfünfzehn

  1. Molly L. schreibt:

    TMI, TMI! Uääääh! 😀

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  2. verbalkanone schreibt:

    Ah ja. Also man erfährt hier schon sehr intime Details von dir, Frau Nühm. 😉

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  3. sevens2 schreibt:

    Ponyhof. Told you.

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  4. Pingback: Tweets trotz Grabesruhe //1517 | breakpoint

  5. Pingback: Von der Vergangenheit eingeholt //1720 | breakpoint

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