Zwölfhundertsechsundneunzig

Eine meiner Erinnerungen an das erste Semester ist ein Experiment während der Einführungsvorlesung.
Der Professor beschrieb einen Versuch, den er gleich durchführen wollte, und fragte die Studenten, welches Ergebnis sie dabei erwarteten. Er nannte dazu mehrere Optionen. Auf jedem Platz im Hörsaal waren Knöpfe von A bis E (?), die sich drücken ließen, um die jeweilige Wahl mitzuteilen (heutzutage würde man „voten“ sagen). Die Antworten wurden dann irgendwie automatisch gezählt, was der Professor vorne auf einer Anzeige sah.
Er forderte uns also auf abzustimmen. So ziemlich jeder drückte einen Knopf, den er für richtig hielt.
Der Professor zeigte das Abstimmungsergebnis, und führte dann das Experiment durch (oder war es umgekehrt?). Jedenfalls hatte nur ein sehr kleiner Teil der Studenten das tatsächliche Ergebnis vorausgesehen.
Und die Moral von der Geschichte ist, dass man über Naturgesetze nicht abstimmen kann. (Brechen kann man sie auch nicht.)

Es ist auch sinnlos, über natürliche Vorgänge moralisch werten zu wollen, wie es leider weit verbreitet ist.
Wir können das Verhalten der Natur nur beschreiben, und kaum jemals erklären. Das Wie lässt sich vielleicht noch erfassen, aber normalerweise nicht das Warum. Damit habe ich mich längst abgefunden, und bin wohl diesbezüglich desillusioniert, so dass ich mich meist mit „42“ als Antwort zufriedengebe.
Ich bin Realistin und Pragmatikerin. Ich beschreibe die Dinge, so wie sie sind (bzw. so wie ich sie sehe, was in den allermeisten Fällen konsistent ist).
Und ich urteile auch nicht über natürliche Verhaltensweisen. Ich nenne sie sachlich und wertneutral.

Schon öfter bin ich deshalb angegriffen worden, weil ich eine Aussage zu einem Ist-Zustand gemacht habe. Ich hatte nirgends erwähnt, ob ich das gut oder schlecht finde. Dennoch wurde von mir erwartet, dass ich mich dafür rechtfertige. Aber ich hatte nur die Situation beschrieben. Das ist wie beim Boten, der eine unwillkommene Nachricht überbringt, und der deshalb bestraft wird, obwohl er nichts dazu kann und auch die Nachricht nicht befürwortet.
Idealistische Weltverbesserer sind häufig rücksichtslos beim Durchsetzen ihrer Ziele, und meist völlig intolerant gegenüber abweichenden Meinungen anderer Menschen.
Die sollten lieber ihr eigenes Leben auf die Reihe kriegen, anstatt eine Gesellschaft zu fordern, die all ihre (teils eingebildeten) Probleme (auf Kosten anderer) löst.

Wenn ich nach einer Lösung für ein konkretes Problem gefragt werde, versuche ich, einen zielorientierten Vorschlag zu machen.
Dieser Vorschlag ist zwar zielführend, hat dafür aber vielleicht andere, negative Implikationen.
Muss ich mich jetzt ausdrücklich davon distanzieren? Ich habe diesen Vorschlag ja gar nicht aus eigenem Antrieb gemacht, und das genannte Ziel war niemals mein Ziel. Ich mache ohnehin niemandem Vorschriften, lasse jeden machen was er will, solange er niemandem damit schadet.
Warum sehen so viele Leute einen persönlichen Angriff darin, wenn man einfach nur völlig neutral und unvoreingenommen Tatsachen benennt, die nicht mit ihrem Weltbild übereinstimmen?

Es ist mein (wissenschaftlicher) Anspruch, aufgeschlossen und möglichst objektiv zu sein, und einen Gedanken nicht allein deshalb abzulehnen, weil er nicht auf meinem Mist gewachsen ist.
Und manchmal finde ich mich auch in der Rolle der Advocata Diaboli.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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49 Antworten zu Zwölfhundertsechsundneunzig

  1. Der Maskierte schreibt:

    Der Großteil der Menschen ist einfach dümmer als verschimmeltes Brot und möchte nur die eigenen Vorurteile bestätigt wissen. Akademische Grade, berufliche Erfolge etc. sind übrigens kein Gradmesser für Intelligenz.

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    • Claudius schreibt:

      Die Dummheit einer großen Menge unserer Mitmenschen sehe ich genau so. Das Fiese daran ist, dass dadurch zielgerichtete, einseitige, dummhaltende MeinungsBILDung möglich ist…

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    • Ganz so negativ wollte ich es nicht ausdrücken.
      Aber es ist wohl tatsächlich so, dass viele Menschen ihr Gehirn kaum zum eigenständigen Denken nutzen, und nur das nachplappern, was ihnen irgendjemand erzählt, oder ihre eigenen Befindlichkeiten unreflektiert als Maß aller Dinge ansehen.
      Dann wird noch metaphorisch mit dem Fuß aufgestampft: „Ich will aber ..“ – auf dem Niveau eines Kleinkindes.

      Ja, auch Akademiker können struntzdoof sein.

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  2. Irenicus schreibt:

    Ich erlebe ja nur, was du bloggst. Und dabei ist mir schon aufgefallen, dass du Fakten wiedergibst und diese dann wertest. Als vereinfachtes Beispiel (so hast du das nie geschrieben)
    Wenn du sagst, dass Frauen im Schnitt häufiger krank seien als Männer, ist das ein wertungsloser Fakt.
    Wenn du sagst, dass Frauen im Schnitt häufiger krank seien als Männer, und deswegen für Führungspositionen schlechter geeignet wären, ist das eine Wertung.

    Nun habe ich von dir schon sehr starke (bzw. polarisierende) Wertungsäußerungen zu gut dargestellten Fakten gelesen. Die meiner Meinung nach durchaus zutreffen (könnten), aber sie beinhalten eben auch diesen Teil Meinung bzw. Wertung. Und wenn dann jemand anders bewertet oder meint, entsteht da halt ein Konflikt. Und zumindestens hier im Blog sagst du deine Meinung schon frei heraus. Aber dazu ist ein Blog ja auch da 🙂

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    • Zunächst zur eindeutigen Klarstellung:
      Über Krankheitshäufigkeit habe ich mich nie so geäußert, gehe davon aus, dass dabei im Mittel zwischen Männern und Frauen kein wesentlicher Unterschied besteht.
      Trotzdem greife ich – der Einfachheit halber – dein Beispiel so auf, und übernehme im Folgenden die Prämisse, dass diese Aussage so statistisch gesichert sei.

      1. Ist eine Aussage über eine Eignung nicht eine Wertung über gut oder böse. Wertung benutzte ich im obigen Text im Sinne von moralischer Wertung, nicht im Sinne der Bewertung einer Eignung.
      Ich werte also nicht in der Art, dass ich sagen würde, „weil Frauen dauernd krank werden, sind sie böse, simulieren ja eh nur“. Ich unterstelle also keine schlechten, bewussten Absichten, sondern würde eher begründen, dass wenn sie krank sind, sie ja währenddessen ihre Aufgaben nicht erledigen können, und folglich weniger geeignet sind.
      Wertungen, was objektiv, also messbar und nach allgemeinen Standards „besser“ oder „schlechter“ ist, sind IMHO völlig legitim. Bloß rein subjektive Wertungen, weil etwas besser oder schlechter gefällt (obwohl es gar nicht beeinflussbar wäre), sind häufig daneben. Aber auch da kommt es auf die Form der Äußerung an, und die Grenzen zum persönlichen Geschmack (über den man nicht streiten kann) sind fließend.

      2. Begründe ich normalerweise meine Schlüsse.

      3. Spiegelt dieses Blog hier natürlich auch meine Meinung wieder, die ich i.A. dadurch erlangt habe, dass ich Informationen über ein Thema gesammelt, annelysiert und evaluiert habe.
      Die Herleitung für meine persönliche Meinung (ich bemühe mich oft, diese explizit als solche zu kennzeichnen) ist dabei i.A. so komplex und beruht auf meiner individuellen Erfahrung, dass ich normalerweise auf eine ausführliche Darstellung verzichte. Auf Nachfrage führe ich das aber weiter aus.
      In manchen Blogeinträgen versuche ich meine Meinung strenger abzukoppeln als in anderen. Aber im Grunde ist ein persönliches Blog eben (auch) ein Medium zur Darstellung der eigenen, subjektiven Meinung.
      Zu bestimmten Themen habe ich halt eine Meinung (es gibt auch Themen, die mir egal sind, oder ich zu uninformiert, um mir eine Meinung zu bilden).

      Hoffentlich konnte ich das jetzt nachvollziehbar erklären.
      Ansonsten bin ich – sofern es meine Zeit zulässt – gerne bereit, konkrete Äußerungen weiter auszuführen und zu begründen, sofern mich jemand darauf anspricht.
      Ggf. räume ich auch eigene Fehler ein. Schließlich ist niemand perfekt.

      Wo meine Äußerungen polarisierend erscheinen, darf dies als Einladung zu einer konstruktiven Diskussion gesehen werden. Ich bin meist gesprächsbereit, und möchte mich anderen Ansichten nicht verschließen. Wenn es zu keinem Konsenz kommt, muss man damit leben.

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  3. Molly L. schreibt:

    Ich würde so gerne geistreich kommentieren. Aber ich hab Kopfaua.

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  4. Irenicus schreibt:

    Ich unterstelle also keine schlechten, bewussten Absichten, sondern würde eher begründen, dass wenn sie krank sind, sie ja währenddessen ihre Aufgaben nicht erledigen können, und folglich weniger geeignet sind.

    Und das ist eben genau eine Wertung und Meinung. Und zwar gleich mehrfach:
    1. Wer sagt dass es wichtig ist mehr(alle) Aufgaben zu erledigen um geeignet zu sein
    2. Wo ist der Beweis, dass sie tatsächlich weniger Aufgaben erledigen (vieleicht arbeiten sie dafür ja sonst schneller und gründlicher)
    3. Vielleicht entstehen ja auf Grund des hohen Harmoniebewusstseins von Frauen einfach auch einige Probleme erst gar nicht.

    Ja, mir ist bewusst dass das ALLES Blödsinn ist. Was ich zeigen will, ist dass man immer der Meinung sein kann, dass du irgendeine wesentliche Komponente vergessen hast. Und eben schon die Frage was wesentlich ist, eine Wertung/Meinung darstellt. Schon die Frage welche Fakten man auswählt und präsentiert stellt eine Wertung dar.

    Natürlich sollte man als Gegendarstellung dann nciht einfach sagen, dass du doof und misogyn bist, sonder halt zeigen wo und was genau du vergessen, vernachlässigt bzw. nicht berücksichtigt hast. Und ja, das ist dann wiederum auch bloß eine Meinung/Wertung.

    ist dabei i.A. so komplex und beruht auf meiner individuellen Erfahrung

    Auch da ist natürlich schon ein Problem bei. Natürlich sind gemachte Erfahrungen gemachte Erfahrungen. Und niemand sollte sagen, dass das so nicht gewesen ist. (So wie es in der DDR und im Feminismus gerne gemacht wird/wurde). Aber es sind eben auch individuelle Erfahrungen und sie auf die allgemeine Gesellschaft zu verallgemeinern ist so erstmal nicht zulässig bzw. logisch nicht korrekt 😉
    Man müsste dann erstmal genauer hinschauen und Studien machen etc. Bevor man daraus allgemeingültige Regeln ableiten kann.

    Als Beispiel aus der Physik: Lasse ich eine Feder und einen Stein von einem Turm fallen, kommt der Stein auch zuerst unten an. Trotzdem ist die Verallgemeinerung, dass schwere Sachen immer schneller fallen, falsch!

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    • dass du irgendeine wesentliche Komponente vergessen hast. Und eben schon die Frage was wesentlich ist, eine Wertung/Meinung darstellt. Schon die Frage welche Fakten man auswählt und präsentiert stellt eine Wertung dar.

      Selbst wenn alle nötigen Fakten vollständig vorliegen, kann je nach persönlicher Priorisierung und Gewichtung ein unterschiedliches Ergebnis herauskommen.
      Da stimme ich dir zu, und das ist auch der Grund, warum ich mit sog. Entscheidungsmatrizen nichts anfangen kann.
      Wenn jemand sachliche Gründe für eine andere Gewichtung hat als ich, kann man darüber reden, vielleicht sogar einen Kompromiss finden. Das ist OK und kein Problem.
      Was ich jedoch kritisiere, sind willkürliche, unbegründete Positionen, nur weil jemand das als „ungerecht“ oder „gemein“ empfindet, und dabei die eindeutigen Fakten nicht anerkennt.

      Aber es sind eben auch individuelle Erfahrungen und sie auf die allgemeine Gesellschaft zu verallgemeinern ist so erstmal nicht zulässig bzw. logisch nicht korrekt

      Mit der Extrapolation persönlicher Erfahrungen muss man natürlich vorsichtig sein.
      Ein einzelner Fall besagt gar nichts. Wenn sie sich häufen und wiederholen, dann schon eher. Treten sie en masse auf, und werden auch von anderen Personen bestätigt, kann man irgendwann von einer gewissen Zuverlässigkeit und Gültigkeit im entsprechenden Scope ausgehen.
      Wenn jemand umgekehrt eine ganz allgemeine, pauschale Behauptung aufstellt, und ich kenne ein einziges Gegenbeispiel, so ist diese Behauptung (in der postulierten Allgemeinheit) damit bereits widerlegt.

      Bei deinem Physikbeispiel findet die Beobachtung in der irdischen Atmosphäre statt, wo die Luftreibung zu unterschiedlichen Fallgeschwindigkeiten führt. Im Vakuum wären die Fallzeiten gleich.

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      • Irenicus schreibt:

        Bei deinem Physikbeispiel findet die Beobachtung in der irdischen Atmosphäre statt, wo die Luftreibung zu unterschiedlichen Fallgeschwindigkeiten führt. Im Vakuum wären die Fallzeiten gleich.

        Ich weiß 😉
        Aber auch in der Atmosphäre wäre diese Aussage verallgemeinert antürlich falsch. Es kommt dann ja letztendlich auf das Verhältnis Luftwiderstand zu Gewicht an.

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      • Leser schreibt:

        Wenn jemand sachliche Gründe für eine andere Gewichtung hat als ich, kann man darüber reden, vielleicht sogar einen Kompromiss finden. Das ist OK und kein Problem.
        Was ich jedoch kritisiere, sind willkürliche, unbegründete Positionen, nur weil jemand das als „ungerecht“ oder „gemein“ empfindet, und dabei die eindeutigen Fakten nicht anerkennt.

        Das ist das ein Element von guter „Konfliktkultur“: Oft muss man aus unsachlicher Kritik für den Anderen dessen Kritikpunkte herauskristallisieren, damit man darauf basierend dann eine Argumentation finden kann (mit dem Ziel, einen Konsens zu bilden, der nicht nur die zielführende Lösung beinhaltet, sondern auch die Kritkpunkte entsprechend berücksichtigt, mitunter durch Aufopferung der direkten Erreichung des Ziels). Wenn man in einer hypothetischen Situation sagt: „Der Kater ist von Flöhen befallen“, wäre eine sehr zielführende Lösung, das Fell anzuzünden und die Flöhe so zu verbrennen. Das Gegenargument wäre, dass der Kater dabei ebenfalls stirbt, also sucht man eine Lösung, die das Problem nicht so „direkt“ löst, wobei dafür der Kater aber gesund und am Leben bleibt. Nur um ein willkürliches Beispiel herauszunehmen (auch wenn es zwecks Veranschaulichung übertrieben grausam ist, ich liebe ja auch Katzen, nicht nur Hunde…)

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        • Leser schreibt:

          Ach Mist, mal wieder spitze und eckige Klammern verwechselt. Ich kann mir einfach nicht merken, bei welcher Webseite ich nun HTML und bei welcher ich „BB-Code“ benutzen muss. Wenn sich das durch ein Bearbeiten des Kommentars im Admin-Interface „reparieren“ lässt, wäre ich dafür dankbar…

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        • Der arme Kater!
          Aber du hast den springenden Punkt verstanden, auf den ich hinauswollte.

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          • Leser schreibt:

            Ich wollte eigentlich auf einen anderen hinaus. Wenn jemand das Gegenargument „dann stirbt der Kater aber mit“ unsachlich und auf eine „willkürlich unbegründete“ Weise vorträgt, mit Worten wie „gemein“, „schlimm“, „nein“, dann muss man das Gegenargument für den anderen, der in dem Moment nicht in der Lage ist, es rational zu formulieren, aus der unsachlichen Kritik heraus extrahieren – das ist „Konfliktkultur“. Eben auch diese unsachlichen Leute ernst nehmen, auf der sachlichen Ebene schauen, was ist deren Problem, und dann sachlich darauf eingehen. Denn ansonsten wirkt das nicht wie eine Diskussion, sondern eher in Richtung diktatorisch…

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            • Es gehtr ja in diesem Moment gar nicht darum, dass der Vorschlag tatsächlich umgesetzt werden soll. Das ist die Diskussionsphase, in der man halt überlegt, welche Auswirkungen eine Maßnahme haben könnte, und wenn sie unerwünschte Folgen hat, lässt man sie einfach. Rein theoretisches Brainstorming.

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  5. ednong schreibt:

    Du hast eine andere Meinung als ich? Unglaublich! Geht ja gar nicht. 😉
    Was habe ich gelesen: max. 1 % des Gehirns nutzt Mensch, wenn er es intensiv nutzt. Da wäre also noch so viel mehr drin.

    Wäre man dann abgedreht, wenn man es sagen wir mal zu mindestens 20 % nutzen (können) würde? Oder was würde dann passieren? Würde die Welt dann noch besser? Oder eher schlimmer? Würde sich das Gute und das Böse die Waage halten (oder im gleichen Verhältnis auftreten wie momentan)?

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  6. Molly L. schreibt:

    Huch! Bin ich bei Dir auch Spam? Wo ist mein schöner Kommentar hin? *Schnief*

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  7. Plietsche Jung schreibt:

    „Idealistische Weltverbesserer sind häufig rücksichtslos beim Durchsetzen ihrer Ziele, und meist völlig intolerant gegenüber abweichenden Meinungen anderer Menschen.“

    Ich bin dir selten so nah gewesen.
    Naturwissenschaftlich und faktenorientierte Menschen haben es nicht leicht, aber immer einen logische nachvollziehbare Argumentationskette.

    Diese Idealisten und Kreativen sind in bestimmt Positionen wichtig, in anderen völlig ungeeignet, in Führung sehr oft nur Stümper. Übermotiviert, overpacend und auf 100 Hochzeiten tanzen, ohne nur ein Projekt fertig zu stellen.

    Ich nagle jeden rhetorisch an die Wand, der mir bei einer Präsentation wissentlich an die Karre pinkeln will. Nur so scheint es heute zu gehen, ohne als Idiot vor einem Plenum zu stehen.

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    • Der Maskierte schreibt:

      Rhetorisch an die Wand nageln und dazu noch mit tiefergehenden Fakten den anderen in der Luft zu zerpflücken. Das ganze in einem wohlwollend-ironischen Tonfall und der andere wird sich eher freiwillig auspeitschen lassen, als noch einmal so eine Nummer mit dir abzuziehen.

      Ich freu mich da immer, wenn mir einer offensichtlich „dumm kommen“ will.

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      • Plietsche Jung schreibt:

        Ach, Klugscheißen kann jeder. In jeder Gruppe hat man bei Präsentationen eine(n), der es besser weiß als jemand, der Dinge aus professionellen Gründen jeden Tag macht.

        Irgendwann ist man so souverän, dass sich jeder dieser KS nur einmal traut.

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        • Der Maskierte schreibt:

          Ich fand es mal so richtig herzig auf einer Konferenz beim Mittagstisch, da saßen wir in lustiger Gruppe zusammen. Das Thema kam auf mein Fachgebiet und es wurde über eine Veröffentlichung meinerseits in einem Branchenmedium diskutiert. Einer der am großen Tisch Sitzenden, der offensichtlich nicht wusste, wer ich bin, begann dann über diese Veröffentlichung abzuledern, weil er sich für den großen Wissenden hielt.

          Diejenigen am Tisch, die wussten, dass der Autor am Tisch sitzt, begannen die Augen zu verdrehen und zu grinsen, da ich sofort mit interessiert-wissenden Gegenfragen dem Ablederer widersprach. Er schaufelte sich fröhlich weiter sein Grab und mit jeder meiner Fragen oder Äußerungen wurde seine offenkundige Unwissenheit offenbar.

          Am Schluss gab ich mich mit den Worten „Ich freue mich immer über sachlich fundierte Kritik über meine Artikel“ zu erkennen. In dem Moment war der Tisch am Brüllen vor Lachen und der Kasper wechselte im Sekundentakt die Gesichtsfarbe. Er hat sich dann auch schnell unter irgend einem Vorwand verabschiedet und zumindest ich habe ihn nimmer wieder gesehen.

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    • Im RL habe ich kaum solche Probleme, da ich mich da größtenteils mit Nerds umgebe, und die denken ähnlich.

      Tja, es ist wohl ein allgemeineres Kommunikationsproblem zwischen rationalen Realisten und idiologischen Idealisten.

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  8. Pingback: Dwidder mal widder //1490 | breakpoint

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