Zwölfhundertfünfzig

An Feiertagen blogge ich meist nicht.
Heute jedoch schon, da es mir ein Anliegen ist, auf die Hashtag-Aktion #article7 hinzuweisen.
Auf meinem Auschfrei-Blog habe ich bereits recht ausführlich dargestellt und nachprüfbar belegt, dass in unserer Gesellschaft Männer gegenüber Frauen benachteiligt sind.
In diesem eher persönlichen Blogeintrag will ich ein wenig darauf eingehen, warum mir Männerrechte ein Anliegen sind, und ich mich dafür engagiere.
Naja, ich möchte dabei nicht zu ausführlich werden, und wiederholen, was ich schon anderweitig geschrieben habe.

Bis vor wenigen Jahren ging es mir noch genauso wie den meisten von uns.
Von allen Seiten wird uns – häufig nur subtil – eingeredet, dass Frauen grundsätzlich benachteiligt und diskriminiert werden, und dass Männer alle Macht und Vorteile genießen.
Was man von klein auf immer wieder hört, glaubt man. Zumindest bis man irgendeine Evidenz erkennt, die dagegen spricht.
In meiner beruflichen Laufbahn habe ich nirgends Widerstände erlebt, die ich auf das ätherische Patriarchat schieben könnte. Auch privat habe ich nie etwas als sexuelle Belästigung empfunden (zumindest hat es mich nicht gestört). Was ich hingegen mehr und mehr mitbekam, ist, dass Männer allein aufgrund ihres Geschlechts abgelehnt und benachteiligt wurden.
Das war mir auch nicht von Anfang an wirklich bewusst. Dafür musste ich erst sensiblisiert werden. Ich kann gar nicht mehr sagen, was genau der Auslöser war, der mir die Augen öffnete, und es ist im Grunde auch egal.
Worum ich jedoch meine unvoreingenommenen Leser bitten möchte, ist, zu reflektieren und nachzudenken, ob sie in ihrem Leben mehr Diskriminierung von Männern oder Frauen beobachtet haben.
Es geht mir nicht darum, anderen meine Ansicht aufzudrängen. Jeder soll selbst seine eigene Meinung finden. Ich bin jedoch sehr sicher, dass diejenigen, denen es gelingt, aufgeschlossen und objektiv an das Thema heranzugehen, mir mehr oder weniger zustimmen werden. Sich ein zutreffendes Bild zu machen, ist allerdings nicht ganz einfach, weil es gesellschaftliches Procedere ist, Benachteiligung von Männern auszublenden, nicht zu beachten oder herunterzuspielen. Von dieser Sichtweise muss man sich erst lösen.

Nun, die Erkenntnis, dass etwas so ist, wie es ist, bedeutet ja noch lange nicht, sich selbst dafür einzusetzen, um die Situation zu verändern. Insbesondere wenn man selbst zumindest theoretisch vom Status Quo profitieren könnte.
Ich selbst führe ein glückliches und erfülltes Leben. Ich habe alles, was ich brauche. Ich neide niemandem einen berechtigten Erfolg. Deshalb habe ich genügend Resourcen, um mich auch für andere einzusetzen, ohne daraus einen direkten Vorteil zu ziehen.
Aber ich kann den Typus Personen nicht leiden, der stets nur Forderungen und Ansprüche stellt, ohne jemals selbst etwas für sein Vorankommen tun zu wollen, bei dem sachliche Argumente ins Leere laufen, der herumzetert, die Gutmütigkeit anderer ausnutzt, und diese bösartig diffamiert, wenn sie nur die leiseste Kritik äußern. Die typische Feministin halt.
Bei diesen Allüren wird mein Empfinden für Fairness getriggert.
Eigentlich möchte ich mich um eine neutrale, unparteiische Position bemühen, und nicht nur einseitig agieren. Aber da die Waage längst nicht mehr ausbalanciert ist, schlage ich mich oft auf die Seite der Schwächeren – also der Männer. Dabei sah ich mich bisher – obwohl ich den Feminismus – zum Teil äußerst scharf – kritisiere – nicht als Antifeministin, und auch nicht unbedingt als Maskulistin oder Männerrechtlerin, eher als Sympathisantin.
Dies war so, bis letzte Woche eine unsäglich voreingenommene Artikelserie einer sehr bekannten und weitverbreiteten Zeitung erschien. Insbesondere ein bestimmter Artikel, den ich keines Links würdige, war dermaßen verzerrt, und stellte Maskulisten in ein schlechtes Licht.
Männer haben keine Lobby, die ihre Interessen vertritt, und die Allgemeinbevölkerung wird durch unzutreffende Informationen manipuliert, indem extreme Ausnahmen als Normalfälle dargestellt werden.

Es ist ja nicht so, als seien nur Männer und Jungen von dieser gesellschaftlichen Schieflage betroffen. Ich merke immer wieder, wie die zunehmende Femikratisierung unserer Gesellschaft sich auf die ganze Bevölkerung auswirkt, und das Verhältnis zwischen den Geschlechtern regelrecht vergiftet. Meine Motivation ist es auch, dem entgegenzuwirken, damit Männer und Frauen in Zukunft kooperativ und vertrauensvoll miteinander umgehen können.

Auch wenn eine Aufwand-Nutzen-Analyse mir nahelegt, mich aus dem Thema lieber rauszuhalten, lass‘ ich’s trotzdem nicht bleiben. Und sei es nur, weil ich es kann.
(Und nur um den üblichen Unterstellungen vorzugreifen: Meine Motive für mein Engagement sind rein egoistisch und eigennützig. Anbiederung, Einschleimen oder Virtue Signalling hab‘ ich gar nicht nötig. Mich als Quoten- oder Alibifrau darzustellen erst recht nicht.)

Mein Wunsch ist eine Welt, in der Männer und Frauen harmonisch miteinander leben, und sich nicht als Gegner sehen, sondern als erwünschte und hochwillkommene Ergänzung. Gesetze, die beide Geschlechter zwar nicht exakt gleich behandeln, aber den Bedürfnissen beider gerecht werden. Eine Gesellschaft, bei der gleiche Chancen auch als solche wahrgenommen und wertgeschätzt werden, statt zu Lasten des anderen Geschlechts Ergebnisgleichheit zu verlangen.
Kurz – eine Gesellschaft ohne feministische Einmischung.

Das ist übrigens das Foto, das ich letztes Wochenende vor dem Germanischen Nationalmuseum gemacht habe. Somit ist der Cliffhanger aufgelöst.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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14 Antworten zu Zwölfhundertfünfzig

  1. Pingback: Gegen Diskriminierung von Männern! #article7 | ☨auschfrei

  2. Sci Fanboi schreibt:

    Einfach nur ein Wort:
    Danke!

    Gefällt 1 Person

  3. aliasnimue schreibt:

    Gehe ich soweit mit d’accord. Wobei: Männer sind auch einfach oft Heulsusen. 😉

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  4. idgie13 schreibt:

    Ich stimme Dir da auch weitgehend zu.
    Gestern habe ich zufällig im Radio gehört, dass es an der Uni Mainz (ich glaub im Bereich Medizin) eine Frauenbibliothek gibt, zu der Männer keinen Zutritt haben, und Frauenförderprogramme. Bei einem Frauenanteil von 80% !

    Da fällt mir dann auch nix mehr ein dazu.

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Gut, dass du als Frau das aufgreifst. Würde es ein Mann schreiben, würde er niedergemacht 🙂

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  6. Molly L. schreibt:

    Jein. Warum muss es immer so einseitig sein? Du ärgerst Dich – zu Recht – darüber, dass Diskriminierung an Männern wenig bis gar nicht in der Gesellschaft wahrgenommen wird. Gleichzeitig aber negierst Du jede Diskriminierung von Frauen, machst also im Prinzip das Selbe, was Du kritisierst, nur anders herum. Was ist eigentlich immer (also generell) so schlimm daran zu sagen: Männer UND Frauen werden benachteiligt? Die Einen hier, die Andern da und beides ist doof. Warum sollte man sich immer auf eine Seite schlagen (müssen)?

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    • Seit einem dreiviertel Jahr oder so suche ich aktuelle Gesetze in Deutschland, bei denen Frauen gegenüber Männern tatsächlich benachteiligt sind.
      Ich hab‘ nichts gefunden (wenn man von seltenen Vorteilen bei öffentlichen Toiletten absieht). Vielleicht kannst du mir ja was nennen.
      Gesetze, die dagegen Männer benachteiligen, gibt es viele.

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  7. Pingback: Getwittert, nicht gebloggt //1448 | breakpoint

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