Zwölfhundertfünfundvierzig

Einer der sieben Schüler, die ich zum Zukunftstag eingeladen hatte, hatte keine Freistellung von seiner Schule bekommen (ein Mädchen an seiner Stelle wäre anstandslos vom Unterricht befreit worden), und mir das rechtzeitig mitgeteilt, so dass ich gestern morgen mit sechs Schülern rechnete, was ich als optimale Zahl für meine Planung empfand.
Tatsächlich erschienen nur vier. Einer wurde noch am Vormittag von seiner Mutter krank gemeldet. Warum der andere nicht erschien, weiß ich immer noch nicht.
Ich teilte die vier Schüler also nur in zwei Gruppen ein. Jeweils eine geplante Station war halt später immer im Leerlauf.
Eventuell sehe ich nächstes Jahr von vornherein mehr Plätze vor, denn einen gewissen Schwund muss man wohl einplanen.

Ich begrüßte die Schüler zunächst in einem Besprechungsraum, und erzählte etwas über die Firma speziell und technische Berufe allgemein. Dazu hatte ich auch ein paar Slides vorbereitet.
Dann führte ich sie durch das ganze Gebäude, ließ aber die Fertigung aus, weil sie die später eh noch näher kennenlernen würden.
Inzwischen war es Zeit für eine Kaffeepause. Anschließend brachte ich zwei Schüler zu Jason in die Fertigung, und die zwei anderen zu Joachim in die IT. Ich selbst hatte bis Mittag unerwartet Pause.

Für die paar Schüler wäre es zu aufwendig gewesen, ein Buffet zum Mittagessen zu organisieren. Also lud ich sie auf Geschäftskosten in ein Restaurant ein. Jason, Joachim und Ulrich kamen ebenfalls mit, um bei einer zwanglosen Unterhaltung den Schülern noch eventuelle Fragen zu beantworten. Ich hatte auch Lukas gefragt, ob er uns vielleicht beim Essen Gesellschaft leisten will, aber er hatte leider keine Zeit.

Nach dem Essen durften dann die ersten zwei Schüler die Entwicklung kennenlernen. Ich hatte mit Ulrich ausgemacht, dass er ihnen zunächst die Geräteentwicklung mit allem, was dazu gehört, vorstellt. Danach war ich dann dran, und versuchte ihnen die Softwareentwicklung nahe zu bringen. Zwar führte ich sie kurz durchs Nerdtopia, wo sie auch mit meinen Softwerkern ein paar Worte wechseln konnten, nahm sie aber dann mit in mein Büro. Für zwei Gäste ist das groß genug.
Ich zeigte ihnen ein wenig am Monitor, wie man als Programmierer vorgeht. Wir wurden unterbrochen, als Carsten hereinkam, der – wie er mir zugesagt hatte – seine Runde machte, um die Schüler kurz persönlich zu begrüßen.

Nach der Kaffeepause war dann die andere Schülergruppe in der Entwicklung. Ulrich und ich wechselten uns wieder ab.
Einer der Schüler stellte recht originelle Fragen. Dem traue ich eine Zukunft in diesem Metier zu. Ich sagte ihm später, dass er sich bei mir melden darf, wenn er mal einen Praktikumsplatz oder ähnliches sucht.

Zum Abschluss bedankte ich mich noch bei den Schülern, und gab der Hoffnung Ausdruck, dass dieser Tag ihnen nützliche Einblicke gegeben hätte, die für ihre berufliche Zukunft relevant seien.
Ich verteilte noch ein paar Werbegeschenke, Broschüren, sowie die Bestätigungen, die sie in ihren Schulen vorlegen müssen, und das war’s dann. Puh! Geschafft!

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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52 Antworten zu Zwölfhundertfünfundvierzig

  1. Molly L. schreibt:

    Wie schön, dass es so gut geklappt hat! 🙂
    Aber warum bekommen die einen eine Freistellung und einer nicht, das waren doch auch zum Teil Jungs, oder?

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Ein Supertag !
    Eine tolle Chance für die Schüler.

    Gibst du Rückmeldung wg. der Nichterscheiner an die Schule ?

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  3. Claudius schreibt:

    Gut vorbereitet! Bei meinen Kunden gucken die Kids meist nur einem Elternteil über die Schulter, ein Betrieb hat das RZ und den zentralen Druck gezeigt. Das ist beeindruckend, bringt aber m. E. nichts in Bezug auf den Beruf. Haste schön gemacht.

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  4. Irenicus schreibt:

    Ich bin ja neugierig: Was für „originelle“ Fragen wurden denn gestellt?

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  5. „Warum der andere nicht erschien, weiß ich immer noch nicht.“

    1) Verschlafen. 2) Ein paar Grüne haben ihm in einem Graben aufgelauert.

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  6. ednong schreibt:

    Schön – auch, dass du wohl bei 25 % einen echten Interessenten hast.
    Wäre natürlich schön, wenn er dein Angebot als wertvoll auffaßt, was wohl in dem Alter nicht selbstverständlich ist.

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  7. Jezek1 schreibt:

    Naja, meine Schätzung passt mal wieder. Bei solchen Events muss man immer mit 20-30% Schwund rechnen; Ursachen sind vielfältig und oft auch nicht nachvollziehbar; aber Schwamm drüber.

    Und letztlich bleiben auch immer ein paar hängen, die Interesse zeigen und es auch schon vorher hatten.

    Ich hatte beim letzten Standdienst auf einer Bildungsmesse den Fall, dass eine junge Frau/Abiturientin mit ihrer Frau Mutter aufkreuzte (es war eher andersrum; Mami lautstark vorneweg und Töchterlein im Kielwasser hinterher). Als ich die junge Dame etwas ausfragte über Interessen, Lieblingsfächer, Hobbies usw. antwortet immer Frau Mama. Der Tochter wurde es sichtlich peinlich; ich wurde sichtlich ärgerlich; Frau Mama aber lief zur Höchstform auf ihre Tochter in den höchsten Tönen zu loben. Irgendwann wurde es mir zu dumm, ich sagte augenzwinkernd zur Frau Mama „Ich werde nun mal ihre Tochter ins Separee entführen; sie ist ja schon volljährig“; woraufhin bei Frau Mama die vordere Ladeluke offen stehen blieb. An einem Stehtisch im hinteren Teil des Messestandes konnte dann die junge Dame erzählen, was denn so ihre Vorstellungen für einen zukünftigen Beruf sei. „Leider“ kamen hier halt wieder die Klassiker Sprachen, Tiere, Medien. Damit war das Thema MINT-Ausbildung im Prinzip gegessen; auch der Auftritt des Mädels war bezogen auf ihr Alter noch etwas unreif. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie so ein „zartes“ zurückhaltendes Geschöpft eine solch komplizierte Ausbildung bewerkstelligen soll. Dann doch lieber Tiere todstreicheln; ist besser so.

    Aber es geht auch anders: Am gleichen Tag kam eine Schülerin der 9. Klasse Realschule tough auf mich zu und sagte ganz direkt: Ich mache gerne Physik und Mathematik; mit Sprachen hab ich es nicht so. Könnte Technik/MINT etwas für mich sein? Nach einen kurzen Blick in die Zeugnisse und etwas allgemeinen Gespräch über dies und das wurde mir schnell klar: Dies ist eine passende Kandidatin für einen Ausbildung oder gar MINT-Studium. Hierzu habe ich sie dann auch ermutigt und mit Infomaterial und Ansprechpartnern versorgt. Hoffentlich wird das was werden.

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    • Jeder Mensch verhält sich anders.
      Wer sich für MINT interessiert, sollte das auch machen – aus eigenem Antrieb, nicht weil die Mama oder sonstwer das so gut findet.
      Ich unterstütze durchaus junge Menschen, wenn ich den Eindruck habe, dass ihr Interesse ernst ist.

      PS: Hatte erst gedacht, dein Kommentar bezieht sich auf https://auschfrei.wordpress.com/2016/04/29/frauenstudiengaenge-fuer-technische-faecher/
      Hätte dort genauso gepasst.

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      • Jezek1 schreibt:

        Interessanter link; hier versuchen wohl ein paar Hochschulen ihren Sponsoren (vulgo: öffentliche Hand; ergo: aktuell vorherrschende Landespolitik) ihre politisch-korrekte Gefolgsamkeit Rechnung zu tragen. Dass auch der VDI indirekt mitmischt ist wohl auch eher dem Zeitgeist geschuldet als einer durchdachten Strategie. Aber was soll’s, der Verein ist so groß und hat vielen Strömungen im Haus; auch ich trage nicht immer alles mit.

        Letztlich denke ich man tut den Mädels/Frauen nichts Gutes sie während der Ausbildung zu separieren und in einem Frauen-Soziotop beruflich zu sozialisieren. Wie auch der gemeine Ing. irgendwann feststellt besteht die Grundgesamtheit nun mal aus Männer und Frauen in nahezu 50%-Verhältnis zueinander. Somit wird jeder/jede in seinem beruflichen Leben irgendwann mit dem anderen Geschlecht beruflich(!) konfrontiert werden. Und dies sollten man schon während der Ausbildung üben!

        In der beruflichen Praxis ist alles noch weit komplexer als nur das vermeintlich entscheidende Männer/Frauen-Dings. Es kommt dann auf das Wechselspiel von angemessener Kooperation und Konfrontation in oft extrem heterogenen Gruppen/Teams an (Geschlecht, Alter, Ausbildungsgrad/-Stand, technisch/kaufmännisch/juristische Ausbildung; Erfahrungen, Sprache, Herkunft, kultureller Hintergrund, und und und). Zu glauben, dass man durch Fokussierung auf die (vermeintlich) spezifischen Probleme/Voraussetzung von Frauen im MINT eine Chancengleichheit erzwingen zu können zeugt von Weltfremdheit.

        So, jetzt gehe ich aber ins WE; sonst komme ich noch in Rage bei dem Thema.

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