Zwölfhundertvierundzwanzig

Ich hatte von einer Mitarbeiterin eines Kunden eine Mail bekommen. Es ging um irgendwelche Formalitäten. Sie bräuchte ganz dringend – nämlich „spätestens bis morgen“ – einige bestimmte Daten von mir.
Um ihre Zeitvorgabe einhalten zu können, hätte ich alles andere liegen und stehen lassen müssen, um die Daten zusammenzusuchen. Das war mir zu blöd. Schließlich habe ich auch wichtigeres zu tun.
Wenn sie die Daten bis zu einem festen Termin braucht, hätte sie mir das schon deutlich früher mitteilen müssen. Schließlich brauche ich auch einen Vorlauf, und stehe nicht abrufbereit zur Verfügung.

Da ich mir von diesem Kunden demnächst wieder einen lukrativen Vertrag erhoffe, suchte ich halt doch noch die gewünschten Daten zusammen.
Nach drei Tagen schickte ich sie zurück, wobei ich bedauerte, aufgrund anderer Verpflichtungen nicht so kurzfristig habe reagieren können.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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15 Antworten zu Zwölfhundertvierundzwanzig

  1. Molly L. schreibt:

    Ich bin auch so Eine, die immer alles sofort bzw. ganz schnell haben muss. Liegt aber an meiner Schusseligkeit, :-D, und ich frage dann auch immer ganz lieb! 0.0 🙂

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    • „Ganz lieb“ zu fragen, ist aber was anderes, als nur zu erklären: „ich brauche bis spätestens morgen“.
      Wenn sie mich freundlich daraum gebeten hätte, und auch begründet, warum es kurzfristig so dringend war, hätte ich vielleicht versucht, die Daten schneller zu verschicken.
      Aber in einem fast harschen Ton Forderungen zu stellen .. da kann ich auch stur sein, und ich habe nur geantwortet, um den Kunden nicht zu verprellen.

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      • Claudius schreibt:

        ich finde „ganz lieb Fragen“ ist genauso anmaßend und fordernd wie „normales“ Drängeln. Ist offenbar die weibliche Variante…

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        • George schreibt:

          Vor allem wenn es zur Regel wird…

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        • Wenn mich jemand „ganz lieb“ fragt (aber ohne zu schleimen), bin ich schon aufgeschlossener, auf die Bitten einzugehen, als wenn das Ganze nur als unfreundliche Forderung formuliert wird.
          Der Ton macht die Musik.

          Wenn ich von jemandem etwas will, bemühe ich mich, das rechtzeitig zu kommunizieren. Falls es sich aus irgendwelchen Gründen verzögert, bitte ich zumindest, dies zu entschuldigen.

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        • „ich finde “ganz lieb Fragen” ist genauso anmaßend und fordernd wie “normales” Drängeln. Ist offenbar die weibliche Variante…“
          1) Zum Helfen verführt werden ist angenehm. Gegenüber einer formellen Anfrage hat das Mehrwert.
          2) „Ganz lieb Fragen“ ist als solches nicht anmassend oder strikt fordernd. Das Wesen entscheidet sich erst im Fall der Ablehnung. Wenn sie zur Furie wird, hast du deine Antwort. Ich gehe nach Menschenkenntnis vor, und lehne gegebenenfalls ab (was auch zu 1) gehören kann). Wenn sie darauf stilvoll reagiert, komme ich ihrem Wunsch oft nach.

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          • Es spielen halt viele Faktoren mit rein.
            Z.B. auch, ob man früher schon miteinander Kontakt hatte, und wie man damals miteinander auskam, oder ob es sich um eine wildfremde Person handelt.

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            • Yeah. Du solltest schauen, dass dein Gefallen dort ankommt, wo er soll. In diesem Fall scheinst du dem Firmeninhaber einen Gefallen getan zu haben, und ihn nicht dem Mädchen getan haben zu wollen [was is das für eine Konstruktion, grammatisch?]. Wenn du es sinnvoll kannst, solltest du Sorge tragen, dass der richtige von deinem Gefallen weiß. (Eine eigene Verfehlung, wie deinen kompensierenden Gefallen, würde sie verbergen wollen.)

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            • Ach, so wild war die Sache jetzt auch nicht.
              Aber hätte ich gar nicht geantwortet, wäre es wohl auf mich zurückgefallen und könnte mich den Vertrag kosten.

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        • Irenicus schreibt:

          „ganz lieb fragen“, hat doch nix mit weiblich oder männlich zu tun.

          Es ist ja schon ein Unterschied ob ich schreibe, dass ich rigendwas brauche, und zwar dringend bis morgen!!!!
          Oder ob ich schreibe, dass ich auf Grund von sowieso und blablabla, darauf hoffe dass Anne mir die Daten bis morgen schickt. Und dass mir bewusst ist, dass es sehr kurzfristig ist und ich dafür um Verständnis bitte.. blablabla

          Die „krass weiblich“ Variante wäre, wenn sie sich beim Fragen tief über den tisch beugt, mir einen tiefen blick in ihren ausschnitt gewährt, und mir lächelnd erklärt, dass sie sich für meine Mühe erkenntlich zeigt. Aber selbst das geht ähnlich auch als hübscher Mann. Da springen nur nicht alle Frauen gleich im Dreieck.
          Aber mir wäre selbst diese Variante lieber als: Dalli dalli bis morgen!

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          • Wenn jemand erwartet, dass ich (im beruflichen Kontext) etwas für ihn tue, erwarte ich eine angemessen freundlich-professionelle Formulierung.
            Deshalb muss niemand zu Kreuze kriechen, aber ein „Hopp, hopp, jetzt mach‘ mal endlich“ motiviert mich nicht, mich besonders hineinzuhängen.

            Ich habe beides Verhalten schon sowohl von Männern als auch von Frauen erlebt. Da scheinen individuelle Eigenschaften (aber wohl auch die Tagesform und aktuelle Laune) eine große Rolle zu spielen.

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      • Molly L. schreibt:

        Jo, hätte ich genau so gemacht!

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  2. Pingback: Tweets des Lenzes //1427 | breakpoint

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