Elfhundertneunundsiebzig

Vor einigen Jahren hatte ich auf einem anderen Blog gelesen, dass man bei der VG Wort für im Internet veröffentlichte Texte eventuell Tantiemenzahlungen erhalten kann. Mir erschien die Sache damals interessant genug, um es einmal auszuprobieren.

Also bestellte ich mir dort 20 anonyme Zählmarken, um sie in meine Blogeinträge einzubinden. Ich gewöhnte mich daran, in Blogeinträgen mit mindestens 1800 Zeichen (das ist die vorgegebene Mindestgrenze, keine Ahnung, ob da auch Whitespace mitgezählt wird – bei blog.de sah ich direkt im Editor die Länge, für WP hatte ich mir extra ein kleines Tool dafür zusammenprogrammiert) so eine Zählmarke einzufügen, und den Permalink auf den Eintrag abzuspeichern.
Alle paar Wochen waren die Zählmarken aufgebraucht, und ich forderte wieder neue an.

Gebracht hat mir das nie etwas. Um von der VG Wort berücksichtigt zu werden, muss es pro Jahr schon eine vierstellige Anzahl von Zugriffen auf die Zählmarke geben, und ich weiß auch nicht, nach welchem Algorithmus die VG Wort die Zugriffe genau zählt. Jeder einzelne Aufruf wird bestimmt nicht berücksichtigt, sonst müsste man das Browserfenster nur oft genug reloaden.
Aber – wie gesagt – das Einbinden war Gewohnheit und Routine geworden.

Als ich kürzlich wieder neue Zählmarken anfordern wollte, fand ich auf der Seite keine Möglichkeit mehr, dies anonym zu tun. Ich hätte mich registrieren müssen.

Ich überlegte ein wenig hin und her, und entschloss mich, es in Zukunft eben bleiben zu lassen. Das hat mir nie einen Vorteil gebracht, sondern nur (wenn auch wenig) Zeit gekostet. Falls ich jemals Tantiemenzahlungen hätte bekommen können, hätte ich sie vermutlich eh verfallen lassen, denn sie wären es mir nicht wert gewesen, deshalb meine Annenühmität aufzugeben.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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22 Antworten zu Elfhundertneunundsiebzig

  1. Leser schreibt:

    Sehr schön, vielen Dank dafür! OK, bei größeren Blogs können das schon mal 1000€ im Jahr extra sein, aber ist natürlich auch die Frage, ob für den Blogger dies ein relevanter Betrag darstellt, oder unter „Peanuts“ fällt.
    Was aber leider der Fall ist, ist, dass diese Zählpixel der VG-Wort ebenfalls eine Form des Trackings darstellen, und deshalb z.B. von mir – und ich bin sicher, auch von vielen anderen Nutzern, gerade aus dem IT-Umfeld, aus dem ein nicht unbeträchtlicher Teil Deiner Zielgruppe stammen dürfte – geblockt werden.
    Hierzu möchte ich die Browser-Addons uBlock Origin sowie uMatrix empfehlen, dort kann man ziemlich fein einstellen, was für Requests man von welcher Seite an welche „fremden“ Server zulassen möchte, und was nicht. Auch wenn sich beide in ihrer Anwendung teilweise überlappen, so finde ich es doch eine sinnvolle Kombination.
    Durch uMatrix kann ich mir, wenn ich vgwort.de zuvor zugelassen habe, ansehen, wie das auf der Startseite abläuft: es wird von vgwort.de zu met.vgwort.de zu vg03.met.vgwort.de „weitergeleitet“, und diese letzte Subdomain setzt dann auch noch ein Cookie. Also: Gute Entscheidung, auf die Peanuts zu verzichten, und lieber die Privatsphäre Deiner Nutzer zu respektieren, vielen Dank dafür.

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    • Dass viele Nutzer das Zählpixel wohl blocken, hatte ich vermutet.
      Ein Blog braucht schon eine große Reichweite, damit sich das auszahlt.
      Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich keine anonymen Zählpixel mehr bestellen kann. Ich hätte das routinemäßig halt immer weitergemacht, obwohl es nichts bringt.
      Nachdem die Möglichkeit jetzt nicht mehr besteht, ist es gut, dass ich so praktisch gezwungen wurde, damit aufzuhören.

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      • Leser schreibt:

        Ja, Deutschland hat schon ein paar seltsame Neul^H^H^H^HInternetgesetze. Dann wäre ja da auch noch die „Ablieferpflicht“ aller online gestellten Inhalte an die Nationalbibliothek (als ob die das nicht selber crawlen könnten – was sie wohl auch machen, aber ich weiß nicht, in welchem Umfang, bzw. ob erst auf Anmeldung hin, oder einfach so) – irgendwie kann ich mir dabei aber auch nicht vorstellen, dass man dort anonyme Publikationen „einreichen“ könnte.

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        • Mir ist ja vor allem die Impressumspflicht ein Dorn im Auge.
          Bei meinen Blogs setze ich mich drüber hinweg, aber bei meiner beruflichen Website komme ich nicht drum herum.

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          • Leser schreibt:

            Naja, bei einer beruflichen Website – wenn man selbständig ist, und damit auch Kundenaquise betreiben möchte – wäre es auch kontraproduktiv, kein Impressum zu haben.
            Bei einer privaten, nichtkommerziellen Website gibt es jedoch gemäß der aktuellen Rechtssprechung keine Impressumspflicht, deshalb setzt Du Dich da auch nicht über irgend etwas hinweg.

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            • Für Kundenakquise reicht mir ein Kontaktformular bzw. eine Mailadresse.
              Dafür müssen die Kunden nicht wissen, wo ich wohne, und welche Telefonnummer ich habe.
              Das lockt eventuell nur Stalker an.

              Bei diesem Blog lässt sich noch argumentieren, dass er nur persönlichen oder familiären Zwecken dient (obwohl das nicht jeder so sieht).
              Bei meinem Auschfrei-Blog dagegen gibt es eigentlich nur wenige privaten oder persönlichen Bezüge.

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            • Leser schreibt:

              Nein, eine Firma ohne Angabe von Name und Adresse ist einfach mal unseriös. Das würde vielleicht in den USA gehen, aber als potentieller Kunde würde ich hinter einer Website, hinter der „niemand“ steht, sofort einen Betrug vermuten. Erst recht, wenn sich die Website an Firmenkunden richtet.

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            • Im rein geschäftlichen Bereich hat das Impressum schon einen Sinn. Trotzdem war es mir immer unangenehm, meine exakte Wohnadresse anzugeben.
              Wenn es sich nicht um physische Güter und Dienstleistungen handelt, sollte eine Kontaktadresse genügen.

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            • Leser schreibt:

              Da hilft dann eine Postfachadresse weiter, das genügt. Die Wohnadresse findet man allerdings über die jeweilige Domain-Registry auch heraus, außer Du hast einen Proxy dazwischen geschaltet, was zumindest bei .de-Domains laut deNIC-Regeln nicht geht (man kann es natürlich über einen Notar als „Treuhänder“(?) trotzdem machen, aber der lässt sich das wohl auch recht gut bezahlen).

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            • Dieser Aufwand lohnt auch nicht unbedingt.
              Eigentlich hatte ich nie Probleme, weil meine Adresse öffentlich zugänglich ist.

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            • Leser schreibt:

              Haha, das ist lustig. Erst sagst Du, dass es Dich stört, aber dann, dass Du nie Probleme hattest. Und ja, ich stimme zu, sobald ich mich als Unternehmen kommerziell bewege, ist meine Adresse öffentlich – so wie die von jedem anderen Unternehmen auch. Darunter unzählige Freiberufler und Selbständige, die ebenfalls nur ein HomeOffice haben.
              Noch ein Nachtrag zur Seriosität: Eine Telefonnummer (und nicht 0900-irgendwas) gehört finde ich auch dazu, zusammen mit einem professionellen (d.h. seriösen, nicht irgendwelche Scherz-Sprüche) Anrufbeantworter, der Unternehmen bzw. Name nennt, und um das Hinterlassen einer Nachricht inkl. Rückrufnummer bittet.

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            • Adresse sehe ich im Business-Bereich noch ein.
              Aber Telefonnummer nur, wenn man es auch wünscht, über diesen Weg kontaktiert zu werden.
              Und ich mag definitiv nicht von mir unbekannten Leuten zu beliebigen Zeiten angerufen werden (muss gelegentlich mal bloggen, warum ich ungern telefoniere).

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            • ednong schreibt:

              Hattest du da soviele Stöhner dran?

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            • Kaum, und das ist lange her.
              Das Problem sind nicht die Anrufer, bei denen man einfach auflegen kann, sondern die, mit denen man sich auseinandersetzen muss.

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  2. Dieter schreibt:

    Ich bekam sogar eine Mail direkt von VG Wort, da ich auf einer anderen Plattform einige meiner Lebenserinnerungen veröffentlicht hatte. Und scheinbar die Zugriffszahlen das Interesse dieser Stelle weckte.

    Aber nach gründlicher Überlegung, was dies alles bedeuten könnte, sich dort zu registrieren, habe ich es sein lassen und die anonymen Marken bringen ja erst etwas, wenn man sich das Geld auszahlen lässt.

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  3. ednong schreibt:

    Aha,
    hatte ich mich doch nicht getäuscht, dass da kein Aufruf mehr stattfand. Hier ist das Internet ja so langsam, da kann ich die Bits noch einzeln vorbeiflitzen sehen …

    Wenn ich da an Sash denke – vermutlich hast du es dort gelesen? – dann scheint ihm das ja einiges zu bringen (und er kann es ja auch scheinbar gut gebrauchen). Somit muß er ja auch reichlich an Zugriffen haben, vermute ich.

    Wie lange war denn das Cookie gültig? Den aktuellen Tag oder länger? Vermutlich, um dann weitere Zugriffe im Laufe des Tages nicht mehr zu zählen. Manches Mal wünsche ich mir ein feineres Einstellen bzgl. der Cookie-Rechte wäre möglich in FF – vielleicht sollte ich mich mal wirklich mit der Programmierung von Plugins für FF befassen. Ideen hätte ich dafür genug …

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    • Ja, stimmt, das muss damals bei Sash gewesen sein.
      Eigentlich lese ich kaum noch bei ihm. Die Erlebnisse wiederholen sich nur noch als Varianten.

      Keine Ahnung, wie lange das Cookie gültig war. So ausdrücklich wurde das nicht publik gemacht, und ich habe nie selbst nachgeforscht.

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    • Leser schreibt:

      Um herauszufinden, wie lange das vgwort-Cookie gültig ist, hätte ich es zulassen, anschauen, und dann wieder löschen müssen. Darauf hatte ich schlicht keine Lust – ich hab nur gesehen, dass da eins geblockt wurde.

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  4. alex ii schreibt:

    So @Topic Annenühmität:
    Es scheint, dass der ein oder andere Artikel vergessen wurde, ohne Optimisierung zu kompillieren, und daher noch Funktionsnamen oder ähnliche Debuginformationen vorhanden sind, die sich zu Reverse-Engineering Zwecken benutzen lassen könnten.

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  5. Pingback: Dreizehnhundertsechsundneunzig | breakpoint

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