Elfhundertneunundsechzig

„Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“ – so heißt es, und es ist etwas dran. Jeder hat einen anderen Geschmack, und das ist gut so. Allerdings ist Schönheit nichts ausschließlich visuelles. Auch Musik, Formeln, Sex, .. können wunderschön sein.
Meist beruht Schönheit auf Symmetrien, und es gibt gewisse universelle Standards, was als „schön“ betrachtet wird, und was nicht.
Trotzdem gibt es individuelle Vorlieben und Abneigungen, ohne dass man selbst dies willentlich beeinflussen kann. Attraction is not a choice.

Wenn ich beispielsweise schreibe, dass ich Piercings und Tattoos hässlich finde, so ist das mein persönlicher Geschmack, den niemand nachvollziehen können muss, genauso wenig wie ich nachvollziehen kann, dass jemand seinen Körper absichtlich so verändert.
Es sind nicht alle Menschen von Natur aus gleich „schön“. Das muss man akzeptieren, genauso wie die Tatsache, dass jeder einen anderen Geschmack hat (und oft findet es sich ja auch passend zusammen)
Wenn jemand durch Krankheit, Unfall, Behinderung, .. entstellt ist, respektiere ich das, und würde niemals auf die Idee kommen, darüber negative Bemerkungen zu machen.
Auch über eine krumme Nase oder abstehende Ohren Witze zu machen, ist stillos, denn dafür kann der Betroffene nichts.
Aber wenn sich jemand freiwillig einen Nasenring ziehen lässt, oder seine Lippen mit Piercings verschandeln lässt, so muss er damit rechnen, dass das nicht jedem gefällt, und auch, dass sein Aussehen deshalb abgelehnt wird.

Toleranz für etwas zu fordern, das man selbst beeinflussen kann, ist IMHO überheblich und arrogant. Zumal die meisten Leute, die so etwas fordern, selbst nicht bereit sind, anderen ebenfalls Toleranz zu erweisen. Aber ich habe oft genug einen Toleranzvorschuss gewährt, und werde zukünftig Personen nicht mehr tolerieren, die mich umgekehrt nicht genauso tolerieren wollen. Toleranz funktioniert nur auf Gegenseitigkeit.
Toleranz (sofern es nicht nur ein Euphemismus für Gleichgültigkeit oder Inkonsequenz ist) ist wichtig und gut für Eigenschaften oder Zugehörigkeiten, auf die man selbst keinen Einfluss hat. Fettleibigkeit gehört nicht dazu (von ganz wenigen krankheitsbedingten Ausnahmen abgesehen, die ich explizit ausnehme).

Am intolerantesten sind meiner Erfahrung nach Angehörige gewisser Minderheiten, die es für sich in Anspruch nehmen, respektiert und akzeptiert zu werden (was ihnen durchaus zusteht), umgekehrt aber alle anderen ablehnen, die ihrer eigenen Gruppe nicht angehören.
Ohne pauschalieren zu wollen (in jedem Menschen gibt es Gutes und Schlechtes, und das ist nicht konstant), ist der Hass, der einem von solchen Menschen bisweilen entgegengebracht wird, manchmal erschütternd. Die christliche Tugend des Andere-Wange-Hinhaltens ist da völlig unangebracht. Da kann Newton’s Actio-gleich-Reactio durchaus angemessen und gerechtfertigt sein. Wenn der Klügere immer nachgibt, ist er am Ende der Dumme.

Wenn es nach mir ginge, hätten wir alle ein friedliches, harmonisches und kooperatives Miteinander. Aber leider denken nicht alle so wie ich, so dass man es manchmal nicht vermeiden kann, geeignete Gegenmaßnahmen zu treffen. Denn niemand muss sich alle Gemeinheiten gefallen lassen, und es gibt viel zu viele Leute, die die Friedfertigkeit anderer für ihre eigenen Zwecke ausnutzen und missbrauchen.
Ich würde mir wünschen, dass Realisten mehr Toleranz entgegengebracht wird, statt sie durch unzutreffende Diffamierungen mundtot zu machen. Und auch die Einsicht, dass weder berechtigte Kritik noch der vorsichtige Hinweis auf mögliche Konsequenzen Intoleranz ist.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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30 Antworten zu Elfhundertneunundsechzig

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Das kann ich nur unterschreiben.

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  2. Molly L. schreibt:

    Hm. Vielleicht solltest Du erstmal den Begriff „Toleranz“ für Dich und uns hier definieren. Wie es mir scheint, vermischst Du hier – nicht schlimm oder so, aber eben für eine Diskussion suboptimal – Begrifflichkeiten der Toleranz mit denen der Akzeptanz bzw. nicht-Akzeptanz und des einfachen, ja, wie sage ich das?, des „Sehens“?
    Es gibt viele Dinge, die ich NICHT tolerieren muss, weil ich sie schlicht und einfach akzeptiere. Das ist mehr, als tolerieren. Einfaches Beispiel: Homosexualität. Da gibt es für mich nichts zu tolerieren, eigentlich nichtmal zu akzeptieren, denn die Menschen SIND eben entweder homo oder hetero und Punkt.
    Akzeptieren tue ich – wie auch Du – etwas, das Geschmäcker verschieden sind. Das finde ich nicht immer gut, :-D, aber ich akzeptiere, dass es so ist.
    Um etwas tolerieren zu können, muss es mich ja schon irgendwie stören oder irgendwie bei mir anecken. Kinderlärm zum Beispiel, 😀
    Würde ich gerne – allein um meines Seelenfriedens Willen – akzeptieren, aber ich bin auch nur ein Mensch, da reicht es manchmal nur für Toleranz.
    Ich weiß jetzt nicht, ob ich ausdrücken konnte, was ich meine.
    Aber ich find`s nicht so schön, dass Du doch öfters ein klein wenig auf dicken Menschen rumhackst (unbeabsichtigtes Wortspiel, :-D). Im Ernst: Wenn ich Deine Arbeit (ich denke mal, die findet überwiegend im Sitzen statt) machen würde und Deine Vorliebe für Süßes hätte und – sorry, ich las noch nichts davon! – so wenig bis gar keinen Sport machen würde, wäre ich mit Sicherheit rund wie ein Faß. Auch bei sowas kann man einfach Glück oder Pech haben. Klar, Extreme sind extrem, das geht in Richtung dick und in Richtung dünn. Aber wo die Grenze ziehen? Und: Was tut es Dir, ob einer kugelrund ist oder nicht?
    So viel dazu.
    Ach, und noch was: Toleranz kann man auch einfordern bzw. denke ich, dass in unserer Gesellschaft jeder ein Anrecht auf ein Stück weit Toleranz hat. Und ebenso, wie ich mich zB in italienischen Kirchen aus Respekt vor den dortigen Sitten „anständig“ bedecke, sehe ich es nicht ein, hier wiederum Kunstwerke und Zeugnisse unserer Geschichte zu be-decken, nur, weil „exotischer“ Besuch ansteht. Meine Güte: Wer sagt denn überhaupt, dass den das gejuckt hätte? 😀 Oh Mann …

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    • Du hast schon Recht, dass es im Grunde genommen einen Unterschied zwischen Akzeptanz und Toleranz gibt, bloß benutzt den (außer dir) kaum jemand.
      Der ganze Begriffe der „Toleranz“ ist inzwischen so verwässert, dass jeder nur noch Toleranz für sich und seine Befindlichkeiten fordert.
      Das ist solange OK, wie er umgekehrt auch bereit ist, tolerant zu sein.
      Bloß .. da liegt der Hase im Pfeffer .. viele, viele Leute sind das eben nicht. Es bleibt, dass Toleranz nur noch eine leere Worthülse ist, die man wunderbar benutzen kann, um Andersdenkenden Intoleranz vorzuwerfen.

      Was dick und dünn betrifft, habe ich beispielsweise genau diese Erfahrung bereits oft machen müssen.
      Eigentlich ist es mir völlig egal, ob jemand dick oder dünn ist. Aber wenn mich Dicke wiederholt verunglimpfen, dann wehre ich mich halt irgendwann auf die eine oder andere Weise (wobei ich i.A. kein Problem mit „nur“ Übergewichtigen habe, ich meine hier schon die wirklich Fetten).
      Und wenn ich merken würde, dass mein Nahrungskonsum bei mir stärker ansetzen würde .. so what? .. dann würde ich schlicht und einfach weniger essen.

      Bei deinem Beispiel mit den Statuen siehst du wieder, dass es auch Konflikte geben kann.
      Wem erweist man mehr Respekt bzw. Toleranz? Das ist oft nicht eindeutig.
      Wenn beide Seiten guten Willens und kompromissbereit sind, kann man immer eine Lösung finden. Aber leider, leider ist dies zu oft nicht der Fall.

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      • Johnathan Irenicus schreibt:

        Also mir ist beim Lesen des Textes auch sofort aufgefallen, dass du Toleranz und Akzeptanz miteinander vermischst.

        Prinzipiell toleriere ich jedes Aussehen. Aber das heißt nur, dass ich nicht losgehe, und jemanden beschimpfe, nur weil er sein Gesicht tätowiert hat.

        Akzeptieren muss ich hingegen bei weitem nicht jedes Aussehen. Es ist mein gutes Recht Menschen auf Grund ihres Aussehens in Schubladen zu stecken, und mein Verhalten anzupassen. (Bei bestimmtem Aussehen zum Beispiel nicht von mir aus, den Kontakt suchen.).

        Nichts destotrotz, sollte/muss man dann in der Lage sein, seine Vorurteile (und das betrifft alle Eigenschaften die ich auf Grund einer Schublade verteile) zu revidieren.

        Und ja, fette Menschen (BMI 40+) landen bei mir in einer Schublade, die unter anderem mit den Attributen faul, hässlich, unsportlich und dumm gekennzeichnet ist, und müssen sich daraus entsprechend erstmal „befreien“. Allerdings bin ich auch offen genug das zuzulassen.

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        • Mir ist der (theoretische) Unterschied zwischen Toleranz (eher passive Duldung) und Akzeptanz (aktive Anerkennung) durchaus klar. In der Praxis verwischt das allerdings.

          Wenn mich das Aussehen eines Menschen abstößt, behandle ich ihn deshalb trotzdem nicht anders. Das ist grundsätzlich seine Sache.

          Ansonsten sehe ich das ähnlich wie du.

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          • Irenicus schreibt:

            Also ich behandele Menschen schon sehr unterschiedlich bei unterschiedlichem aussehen. Das betrifft vor allem die ersten Kontakte bzw. die kontaktaufnahme.
            Bsp: Auf der Weihnachtsfeier, sass die (mir bis dahin unbekannte) Freundin eines Arbeitskollegen neben mir. Sie sah nett aus, also habe ich eine Unterhaltung angefangen. Wenn sie total überschminkt, mit krassen ohrringen gewesen wäre, hätte ich mich halt mit dem anderen Sitznachbar unterhalten.

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            • Schminke und Schmuck sind eben Faktoren, die man selbst bestimmen kann, deshalb also durchaus Rückschlüsse auf die Mentalität des Trägers zulassen.
              Blaue Haare finde ich nur bei Marge Simpson OK.

              Aber ob jemand z.B. ein rundes oder eckiges Gesicht, eine große oder kleine Nase hat, liegt außerhalb seiner Einflussmöglichkeiten (von plastischer Chirurgie mal abgesehen).
              Deshalb ist das unerheblich, auch wenn ich das Aussehen je nach dem schon unterschiedlich attraktiv empfinde.

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  3. Der Maskierte schreibt:

    Toleranz ist mit Toleranz und Intoleranz mit Intoleranz zu begegnen. So einfach ist die Nummer.

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    • George schreibt:

      Ja schon, aber wie Schönheit ist auch Toleranz ein individueller Begriff. Diejenigen die alle umschmeicheln, die dreimal täglich ihr Personalpronomen ändern (und in ihren Safe Space flüchten, wenn jemand meint sowas sei doch leicht übertrieben), aber das Gros der Bevölkerung als Cis-Abschaum und Masku-Kokotten beschimpfen, gerade die halten sich selbst ja für äusserst tolerant.

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    • Actio gleich Reactio. Sag ich ja.

      „Leben und leben lassen“ geht eben nur, wenn nicht zu viele querschießen.

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      • Der Maskierte schreibt:

        Doch, „Leben und Leben lassen“ funktioniert absolut prima. Denn wahre Toleranz ist ja gerade dann, wenn die Gegenseite mir keine Vorschriften machen will, wie ich zu leben habe, aber dafür auch keine Vorschriften entgegennehmen will.

        Genderisten, Religiöse etc. sind ja genau das Gegenteil – also die Gruppe, die eben nicht an „Leben und Leben lassen“ teilnimmt und somit Intoleranz zu schmecken bekommt.

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        • Für Fanatiker, Extremisten, Fundamentalisten, radikale Ideologen jeglicher Couleur habe ich keine Toleranz mehr.

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        • George schreibt:

          Ich bin seit 1980 offen schwul. Das war damals nicht immer leicht, aber ganz ehrlich, wenn ich mir das Gewinsel heute so anhöre, dann waren wir damals entweder hart im Nehmen, oder die Menschen waren damals echt toleranter.
          Oder liegt es womöglich daran, daß wir damals einfach gelebt haben, gezeigt haben daß wir Menschen wie alle anderen sind? Wären wir damals so aufgetreten wie die sensible Befindlichkeitsgeneration, wären wir heute wahrscheinlich nicht so weit.

          Wandel braucht Zeit, mit „Ich will alles, und sofort!“ kommt man nicht weit. Abgesehen davon ist manches einfach übertrieben. So viele Gender wie es Menschen gibt? Und jeder will dann eine Extrawurst, No Borders No Nations aber einen eigenen Safe Space, politische Repräsentation, und eine Verdienstmedaille für seine Einzigartigkeit?

          Man merkt wohl, ich könnte gerade so richtig derb vom Leder ziehen…

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          • Der Maskierte schreibt:

            Hehe, wegen mir musst du dir keinen Zwang antun. Aber du rennst eh offene Türen bei mir ein.

            Der Unterschied zu früher und heute: Heute müssen sich alle furchtbar schrecklich lieb haben, früher konnte man sehr unterschiedlicher Meinung sein und sich einfach nur nicht leiden mögen.

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            • George schreibt:

              Das alles fing in den 70ern an, mit dem Slogan „Das persönliche ist politisch“. Das war damals nötig, um über Abtreibung etc zu diskutieren. Aber man hat dieses Kapitel nie geschlossen, sonden immer mehr persönliches in die Politik getragen.
              So kommt es denn, daß heute so gut wie alles politisch sein kann. Eine 260 Kilo Amöbe die mit ihrer Couch verwachsen ist, gründet heute lieber eine Partei, als sich anzuhören sie hätte ja auch mal aufstehen und abnehmen können. Weil es ihre Gefühle verletzt, und man ungesunde dünne Schönheitsideale bekämpfen muß. Und alle so „Yeah!“

              Aber das schlimmste ist ja, daß die alle eine Bühne bekommen. Befindlichkeiten als politische Handhabe. What a time to be alive.

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  4. Blublubla schreibt:


    Damit ist eigentlich alles gesagt 🙂

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  6. nickel schreibt:

    Ich verstehe beide Seiten – jetzt mal dem Beispiel der Tätowierten (ich schreibe das jetzt einfach mal so) und Reinhäuter folgend. Ich finde allerdings, dass diese Diskussion ziemlich unsinnig weil egal ist.

    Es muss einem nicht alles gefallen, aber man muss auch nicht alles kommentieren. Ich gehe ja auch nicht zu fremden Menschen und sage „Ey, deine Frisur sieht kacke aus.“ (Besser wäre: „Ich FINDE, dass deine Frisur kacke aussieht.“ Hat übrigens sogar rechtlich unterschiedliche Konsequenzen. Das eine ist Beleidigung, das andere Meinungsäußerung. ^^ Ist außerdem mMn ein immanenter Unterschied beim Empfänger.)

    Es kommt immer auf den Kontext an. Aus dem nichts heraus ist andere zu bewerten oberflächlich. Es zu denken ok, das kann man ja, schließlich sind die Gedanken frei. Man muss es eben nicht aussprechen. Sobald ich jemandem sage „Schau mal, ihre Hose ist ja hässlich“ ist das Lästerei und Tratschen. Kann man machen, ist dann aber halt albern.

    Wenn mich jemand fragt, wie ich sein Tattoo finde und es mir nicht gefällt, dann sage ich das, einfach weil ich nach meiner ehrlichen Meinung gefragt wurde.
    Für mich ist das völlig egal, ob er ein hässliches Tattoo hat. Dadurch ist mein Leben nicht anders. Für ihn ist das völlig egal, ob ich sein Tattoo hässlich finde. Dadurch ist sein Tattoo nicht mehr oder weniger wert. (Und falls doch, hat er es sich vorher einfach nicht gut genug überlegt.)

    Solche oberflächlichen Themen haben für mich nix mit Toleranz und Akzeptanz zu tun. Höchstens mit Geschmack und Anstand (in dem Sinne, niemanden abzuwerten oder übergriffig zu werden aufgrund äußerlicher Merkmale)

    Bei dem Punkt mit den angeborenen oder unfreiwillig erworbenen Äußerlichkeiten, für die man nix kann, stimme ich dir absolut zu.

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    • nickel schreibt:

      P.S.: Was heißt eigentlich Masku?

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    • Der Aufhänger mit den Tattoos war nur ein (oberflächliches) Beispiel. Eigentlich war dieser Text wesentlich abstrakter gedacht, da es allgemein darum ging, mit unterschiedlichem Geschmack und Meinungen umzugehen.
      Ich denke eben auch, dass es nichts bringt, andere (ungefragt) mit seinen eigenen Geschmacksvorstellungen oder Meinungen zu konfrontieren.
      Es ist IMHO sinnvoller, unterschiedliche Einstellungen nur dann zu thematisieren, wenn dies wirklich einem Zweck dient. Konfrontation ist kein Selbstzweck.

      Aber die Gedanken sind frei.

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      • nickel schreibt:

        Ja, ich habe das Beispiel nur weiter benutzt, da es sich so besser erklären lässt, was gemeint ist. ^^

        Man sagt ja immer, über Geschmack ließe sich streiten. Finde ich nicht, weil es nix bringt, da Geschmack viel zu subjektiv ist und nicht objektiviert werden kann. (Also im Individuum, sprich man kann nicht von einem Geschmack überzeugt werden, da das eher die Kreativität und Schönheitsempfinden anspricht, keine logischen Aspekte.)

        Meinung dagegen ist ein komplexes Thema und gerade bei der letzten Demo habe ich sehr über Meinungsfreiheit nachgedacht. Vor allem im politischen Bereich bin ich da echt empfindlich, da vieles als Meinung getarnt wird, das doch nur Hetze, Unterdrückung etc ist.
        Im kleinen, privaten Bereich finde ich: man kann sich über Meinungen austauschen und sollte man, denn dadurch erfährt man viel über eine Person. Ich finde es immer wieder spannend, was jemand zu etwas denkt, weswegen ich auch Freunde sehr gerne nach ihren Meinungen zu etwas frage. Dabei sollte man aber schon so reflektiert sein, dass man a)bereit ist, andere Meinungen zu tolerieren oder akzeptieren und b)sich auch auf andere Meinungen einlässt, sich vielleicht überzeugen lässt (oder halt nicht), statt partout an seiner Meinung festzuhalten, um Recht zu behalten oder hart zu wirken oder so. Dazu gehört aber eine gewisse geistige Reife, die ich bei vielen vermisse. Und diskutieren muss man halt auch können, aber das kann man lernen.

        So, jetzt habe ich bestimmt ganz viel vergessen, was ich noch sagen wollte, aber ich sterbe gleich vor Hunger und Kopfaua.

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        • Über Geschmack könnte man halt endlos streiten, ohne jemals zu einer Einigung zu kommen – ist deshalb sinnlos.
          Es gibt ja niemanden, der dabei objektiv „recht“ hat.

          Nicht immer sind Geschmack und Meinung scharf zu trennen.
          Als Kind mochte ich beispielsweise keine Zwiebeln, und war folglich der Meinung, dass Zwiebeln doof sind.
          Ich will damit sagen, dass Meinungen in vielen Fällen auch vom persönlichen Geschmack abhängen, und oft nicht rational begründet werden können.
          Oder nimm als Beispiel Religionen. Die meisten Menschen werden in irgendeiner Form religiös erzogen, und sind dann der (oft unumstößlichen) Meinung, ihre Religion sei die einzig richtige. Aber ist das nicht in gewisser Weise ein anerzogener Geschmack?
          Wie gesagt .. die Grenzen sind fließend.

          Wenn unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen, besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass einer den anderen von seiner Meinung überzeugt.
          Man sollte schon so ergebnisoffen sein, dies auch zuzulassen, vorausgesetzt, die Argumente sind nachvollziehbar und gut begründet.

          Rückwirkend guten Appetit und gute Besserung!

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