Elfhundertdreiundsechzig

Kein Internet!
„Was würdest du tun, wenn es kein Internet gäbe?“, ist die dieswöchige Webmasterfriday-Frage.

Tja .. in meiner Kindheit und Jugend gab es noch kein Internet, bzw. war einfach noch nicht verbreitet. Erst ab Mitte/Ende der Neunziger Jahre etablierte sich das World Wide Web allmählich.
Also was habe ich nur früher ohne Internet gemacht? Da ich es nicht kannte, vermisste ich auch nichts.

Aber jetzt wäre es schon anders. ich bin ja von früh bis spät online. Wenn ich mal – warum auch immer – längere Zeit offline bin, fehlt es mir schon.
Vermutlich sähe mein ganzes Leben anders aus.
Ohne Internet hätte ich mich vermutlich nicht selbständig gemacht, da meine Vertriebskanäle darauf beruhen. Und ohne TCP/IP gleich gar nicht. Möglicherweise wäre ich Angestellte geblieben, aber jede weitere Vermutung in dieser Hinsicht ist mir zu spekulativ.

Wenn von heute auf morgen kein Internet mehr verfügbar wäre, würde mich das schon hart treffen. Aber ich glaube, dass ich mich wieder daran gewöhnen würde. Vor zwanzig Jahren ging es schließlich auch. Dann halt wieder Zeitung lesen anstatt News, Radioprogramm über Antenne statt über Stream hören, wegen Überweisungen zur Bank, Zugverbindungen am Bahnhof raussuchen lassen, Katalogbestellungen, Briefe verschicken statt Mails, .. ach ..
Aber für das Bloggen gibt es keinen Ersatz. Zwar könnte ich meine Texte aufschreiben, und eventuell irgendwie auf Print veröffentlichen, aber ohne Feedback meiner Besucher wäre das nur noch schal und öde. Ja, die Diskussionen hier und auf anderen Blogs würde ich wirklich sehr vermissen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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22 Antworten zu Elfhundertdreiundsechzig

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Wer weiß, was die Zukunft über unser heutiges Leben denkt.

    Das wird bestimmt auch gruselig.

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  2. Molly L. schreibt:

    Ach ja, die guten alten Zeiten … Aber hey: Ich weiß noch, wie man ohne Handy auf Toilette geht! :-S
    Ad Blogäquivalente) Hm. Kolumnen, klar. Kurzgeschichtensammlungen. Korrespondenz oder Tagebücher berühmter Menschen werden auch gern posthum veröffentlicht. Oh, Buchclubs, 😀
    Nein, ich fürchte, das Format Blog kann ohne Internet nicht bestehen, zumindest nicht in diesem Ausmaß. Ist aber auch viel Schrott dabei, 😀
    Viva la, äh, aktuelles vida!

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    • Was, ohne Handy auf die Toilette? Und wie dokumentierst du dann deinen Geschäftserfolg?

      Nee, ohne Internet sind Blogs, so wie wir sie kennen, nicht möglich. Da muss ein schneller Gedankenaustausch möglich sein. Dafür ist die normale Post zu langsam, und niemand außer Sender und Empfänger könnte das lesen.

      Das mit dem Schrott stimmt, aber wir haben ja auch schon echte Perlen gefunden. Oder?

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  3. Dieter schreibt:

    Sehr gut beschrieben, finde ich.

    Fehlt nur die Zeit vorm Internet, denn auch da gab es bereits in den 80er Jahren die ersten Kommunikationskanäle via Computer.

    Die nannten sich Mailbox oder Bulletin Board und waren oft von privaten Personen, die man über Akustikkoppler erreichen konnte.

    Zwar damals überwiegend für NERDs aber dennoch recht interessant.

    Und nicht zu vergessen das BITNET der Universitäten.

    Das erinnert mich daran dass ich ja mal vor hatte etwas über meine Anfänge in der EDV zu schreiben.

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  4. Leser schreibt:

    Hmm, interessante Frage. Gäbe es nur kein Internet, oder wäre jegliche Datenkommunikation ebenfalls betroffen? Wenn es nur kein Internet gäbe, könnte man sogar evtl. sagen, das ist gar nicht so das Problem, solange wir alle in unseren Laptops noch alte Analog-Modems eingebaut haben, die wir mit der Telefondose verbinden können, um Einwahlverbindungen aufzubauen und darüber Daten auszutauschen. Klar, keine Videos, aber Text ginge. Wie schon damals im FIDO-Net und den Mailboxen (kleine Videos waren auch drin, 6MB in einer Stunde Download oder so…). Es würde sogar ein Filtereffekt stattfinden, und nicht mehr so viel Müll durch das Datennetz gepustet!
    Wenn diese Möglichkeit aber auch wegfiele, dann wäre das allerdings schon ziemlich katastrophal. Ich meine, schaut mal, wie sich die Welt geändert hat. Alleine schon auf der politischen und gesellschaftlichen Ebene. Früher gab es nur autoritative Medien, und man musste glauben, was da drin stand, bzw. hatte keine andere Informationsquelle, sich eine Zeitung aus einem anderen Land zu besorgen war nicht nur schwierig und mit Zeitaufwand verbunden (auch rückwirkend, denn die ausländischen Zeitungen in der Bahnhofsbuchhandlung sind ja auch immer schon etwas älter gewesen), sondern man musste auch die Sprache sprechen, während viele ausländische Medien heute entweder auch in englisch publizieren, oder man kann fürs Gröbste zumindest Übersetzungsdienste wie Google Translate nutzen. Und Dinge wie Netzpolitik, Jung&Naiv etc., also echter „Bürgerjournalismus von unten“, der sich der Sachverhalte außerhalb der politisch genehmen, autoritativen „Status-Quo-Sichtweise“ annehmen, wären undenkbar. Dabei sind das doch gerade die wichtigsten Faktoren, die zu gesellschaftlicher Weiterentwicklung führen! Ja, dazu gehören auch die Dösköppe, die sich auf Faecesbook ihr virtuelles Mundwerk über die ach so gefährlichen Moslems zerreißen, es gibt ja sowas wie Meinungsfreiheit, und auch wenn ich jemandem für seine Meinung ins Gesicht spucken möchte, so hat er trotzdem ein Recht sie zu äußern und sich damit zu blamieren (es gibt ja zum Glück genügend Vernunftbegabte, die so jemandem zeigen, wie menschenverachtend seine Sicht ist). Sonst stehen wir irgendwann wieder da, wo wir vor 80 Jahren auch standen, nur dass es diesmal eben nicht die Juden, sondern die Moslems sind, weil das „argumentative Gegengewicht der Masse“ fehlt…

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    • Nach meiner Interpretation kann es zwar noch Computer geben, aber keine Datenkommunikation mehr untereinander (na, meinetwegen auch noch lokales Ethernet, aber keine weitergehende Vernetzung oder Webdienste).

      Meinungsfreiheit ist ein ganz essentielles Gut der Informationsgesellschaft. In meinem (voraussichtl.) morgigen Post werde ich das auch anklingen lassen.
      Leider können viele Leute nicht damit umgehen, wenn jemand eine andere Meinung hat.
      Aber ich muss eine Meinung nicht teilen, um das Recht, sie zu äußern, zu verteidigen.

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      • Leser schreibt:

        Richtig. Und erst durch das weltweite Datennetz haben wir wirklich Informationsfreiheit. So etwas wie die Snowden-Leaks z.B. hätte man problemlos vertuschen können, indem man einen Reporter, bzw. eine Zeitung „gekauft“ hätte, damit die nicht darüber berichten und auch niemandem davon erzählen, und schon wäre das nie passiert. Deshalb ist das Internet so wichtig. Es ermöglicht dem Einzelnen, eine Informationsgrundlage zu erlangen, die zur demokratischen Teilhabe befähigt.

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  5. Pingback: [Webmasterfriday] (M)ein Leben ohne Internet? – Netzexil.de

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  7. Pingback: Was Ihr durch das Internet verpasst – Wupperfocus

  8. Pingback: Dreizehnhundertzweiundsiebzig | breakpoint

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