Elfhundertfünfzig

Unser Winterurlaub war diesmal ja nicht so toll gewesen, und so gelang es mir, Carsten zu motivieren, mit mir quasi als Urlaubsnachschlag in ein Wellnessbad zu fahren. Wir kannten es bereits spätestens seit einem unserer Kurzurlaube, aber da es nicht allzu weit entfernt war, fuhren wir noch einmal hin.
Wir brachen erst am späten Vormittag auf, weil es vorher noch einiges zu erledigen gab (was dazu führte, dass ich früh an der Wohnungstür von drei morgenländisch aussehenden Gestalten belästigt wurde, die näher als eine Armlänge herankamen und mein Geld wollten), und kamen zur späten Mittagszeit an.

Schwimmen, thermen, saunen, baden, whirlen, solen, ..
Wegen Umbaumaßnahmen war jedoch leider gerade das Becken mit dem wärmeren Wasser nicht verfügbar. Die anderen hatten maximal 36°C. Das ist mir auf Dauer zu kühl, zumal die Hallen und Ruheräume auch nicht gerade übermäßig warm waren.
Also immer wieder zum Aufheizen in die Sauna (was auf Dauer meinem Blutdruck nicht gut tut), wo man es nicht vermeiden kann, andere Menschen nackt zu sehen. Naja, viel schlimmer als in Badekleidung ist das auch nicht.
Es scheint, als ob derzeit deutlich mehr Personen mit massiver Fettleibigkeit zu sehen sind, als noch vor 10 oder 15 Jahren. Entweder gibt es davon wirklich mehr, oder vielleicht trauen sie sich so völlig schamlos auch nur verstärkt in die Öffentlichkeit. Wie auch immer – das ist keine gesunde Entwicklung. Niemandem sollte es zugemutet werden, Männer mit größeren Brüsten als meinen sehen zu müssen, und die weiblichen Pendants schon gleich gar nicht.

Das Bad war gut besucht, aber wir kannten die Therapiebecken, die etwas abgelegen lokalisiert waren, so dass sie kaum jemand findet. Deshalb hatten wir das Glück, zumindest zeitweise ein Becken ganz für uns alleine zu haben.
An einer Seite sind unter der Oberfläche Wasserdüsen in verschiedenen Höhen angebracht, die einen pulsierenden Strahl mit hohem Druck ausstoßen. Ich stellte mich in passendem Abstand vor eine geeignete Düse, variierte durch Beckenbewegungen Höhe und Winkel. (Mit einem Vibrator oder anderen Toys war ich nie so erfolgreich, und der Massageduschkopf in meiner Dusche zuhause bringt leider nicht genügend Druck auf.) Carsten sah mir grinsend zu, so dass ich ihm vorschlug, die Düsen auch einmal auszuprobieren. Er meinte aber, das sei nicht so ganz nach seinem Geschmack. Stattdessen verkehrten wir kurz im Becken, hatten aber Bedenken wegen Überwachungskameras. Ich habe vor mehreren Jahren ja schon mal Hausverbot in einer Badelandschaft gekriegt, sowie eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Auf eine Wiederholung lege ich keinen Wert. Und Carsten ist da ohnehin übervorsichtig.

Wir entdeckten ein Außenbecken im Saunabereich, das wir noch nicht kannten. Es war einigermaßen gut beheizt, und recht voll. Im Schutze der Dunkelheit trauten wir uns dann doch, unser Vorhaben fortzusetzen. Wir waren bestimmt nicht die einzigen.

Trotz längeren Föhnens wurden meine Haare mal wieder nicht richtig trocken, sondern blieben etwas feucht.

Unsere Rückfahrt unterbrachen wir, um in einem ländlichen Gasthof zu Abend zu essen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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18 Antworten zu Elfhundertfünfzig

  1. Molly L. schreibt:

    „was dazu führte, dass ich früh an der Wohnungstür von drei morgenländisch aussehenden Gestalten belästigt wurde, die näher als eine Armlänge herankamen und mein Geld wollten“
    – ROFL!
    Oh Mann, Anne: Der Sarkasmus.Oscar geht eindeutig an Dich! 😀

    „Es war einigermaßen gut beheizt, und recht voll.“
    – Ähh … voll Wasser oder voll Menschen?

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  2. verbalkanone schreibt:

    Als ich das mit deiner Anzeige wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses las“ musste ich serh lachen. Dass du dich auch nicht beherrschen kannst, du böse Frau, du Teuflin … 😉

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