Elfhundertacht

Mein Körper ist mein Heiligtum, das ich hege und pflege.
Ich habe nie geraucht, und trinke nur sehr wenig Alkohol.
Ich habe niemals Drogen oder hormonelle Kontrazeptiva genommen.
Ich nehme noch nicht einmal Medikamente (es sei denn, der Leidensdruck ist so groß, dass ich sie als kleineres Übel ansehe).
Ich sorge für ausreichend Bewegung und ernähre mich einigermaßen gesund – insbesondere überfresse ich mich nicht.
Ich betreibe keinen gesundheitsschädigenden Sport, und gehe auch sonst keine vermeidbaren Risiken ein (auch kein tiefer Ausschnitt mehr in der kalten Jahreszeit).
Ich besuche keine Solarien, schütze meine Haut vor zu viel Sonne, schminke mich nur zu repräsentativen Anlässen (auch dann nur ganz dezent), und färbe meine Haare nicht (schon gar nicht in unnatürlichen Farbtönen, auch nicht in Marge-blau).
Ich verstümmle meinen Körper nicht durch Tattoos, Piercings oder andere Body Modifications.
Ich würde mich keinen Operationen zu rein kosmetischen Zwecken unterziehen.
Kurz: Ich versuche alles zu vermeiden, was meinem Körper irgendwie schaden könnte oder ihn schädigt.

Es ist mir unverständlich, wieso manche Leute ihren Körper so wenig wertschätzen, dass sie vieles davon tun. Denn es ist mir schon häufig aufgefallen, dass sich solche Körperschädigungen bei etlichen Leuten häufen, z.B. dass Raucher auch gleichzeitig Piercings haben, oder dass Fettleibige außerdem (unnötige) Medikamente im Übermaß nehmen, und zusätzlich rauchen und sich tätowieren lassen.
Wie kann man seinen Körper dermaßen geringschätzen, dass man ihn so ruiniert und verschandelt? Jeder hat nur einen einzigen, einen einzigartigen Körper, und der muss bis zum Lebensende halten, und sollte bis zum Schluss idealerweise gut funktionieren. Wie kann man das freiwillig auf’s Spiel setzen?
Ich versteh‘ es nicht, und kann es mir nur so erklären, dass diese Leute irgendwie unzufrieden mit ihrem eigenen Körper sind, oder sich nicht darin wohlfühlen.

Mein Körper ist praktisch optimal, so dass jede Veränderung nur zum Schlechteren sein könnte (ich muss es wissen, denn ich habe schließlich die Wissenschaft von den Körpern studiert).
Omnia mea mecum porto. Mein Körper enthält mein Gehirn, das der Träger meines Verstandes ist, sowie meine inneren Werte. Zwar habe ich einen großartigen Verstand, aber möchte nicht allein darauf reduziert werden (dieser Gefahr sieht man sich als Nerd dauernd ausgesetzt), denn der Rest meines Körper ist ebenfalls toll, und ich hatte schon viel Spaß mit ihm.

Wenn ich ganz ehrlich bin, so gab es auch schon Zeiten, da hätte ich mir meine Brüste etwas größer (also wirklich nur ein bisschen – riesige Fettballons wollte ich nie) gewünscht. Aber inzwischen finde ich sie wunderbar so, wie sie sind: hochsensibel, schön geformt und hocherogen.
Mein Mann ist vernarrt in sie, und auch sonst hatte ich nie mit einem Mann zu tun, für den das meine Attraktivität geschmälert hätte. Ein Mann, dessen Aufmerksamkeit und Interesse nur von ein paar Zentimeter mehr oder weniger Oberweite abhängt, könnte mir eh gestohlen bleiben.
Wenn es (subtil) abwertende Bemerkungen gab, dann ausschließlich von (insbesondere übergewichtigen) Frauen.

Von Alterserscheinungen bleibt niemand verschont (es sei denn, er stirbt vorher). Bei mir waren es bisher ein paar graue Haare. Das bedeutet noch keine Einschränkung.
Ich strebe danach, den aktuellen Zustand meines Körpers und seine Funktionalität noch möglichst lange zu erhalten, und war bisher dabei durchaus erfolgreich.
So hoffe ich, dass ich noch lange gesund bleibe, und mir keine Beschwerden das Leben verleiden.
Das wünsche ich auch euch allen, die ihr hier lest, und mein Blog wohlwollend verfolgt. Allen anderen wünsche ich den Körper, den sie verdienen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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58 Antworten zu Elfhundertacht

  1. Ben Froehlich schreibt:

    Ich überlasse anderen Menschen den Umgang mit ihrem eigenen Körper, das gab es auch früher schon und das wird es auch in Zukunft geben. Mir ist ein fettleibiger Mensch, der glücklich ist tausendmal lieber, aber ein frustrierter „Durchschnittskörper“. Da will ich mir auch kein Urteil bilden über das Warum oder Wieso. Ich schätze meinen Körper ebenfalls sehr und möchte ihn möglichst lang in seiner Gesundheit bewahren. Ich möchte ihn ebenfalls möglichst lang unversehrt lassen, aber ich möchte auch leben und dazu gehören manchmal Kratzer und Narben 😉

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    • Es liegt mir fern, anderen vorschreiben zu wollen, wie sie mit ihrem Körper umgehen.
      Aber die Frage nach ihrer Motivation für gesundheitsschädigendes Verhalten sollte erlaubt sein.

      Kratzer und Blessuren sind nicht immer vermeidbar. Aber mit etwas Achtsamkeit sollte man wenigstens versuchen, bleibende Schäden zu minimieren, und nicht noch herauszufordern.

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    • Jetzt erzähl‘ mir ja nicht, dass du gepierct bist, und blau gefärbte Haare hast!

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      • Molly L. schreibt:

        AÄh … Ja und ja manchmal! 😀 😀 😀 Ach Annchen, guck nicht so entsetzt! 😀

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        • Hm .. bestätigt irgendwie meine Theorie der Häufungen.

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          • Molly L. schreibt:

            😛 Hey: Ich rauche nicht mehr, schon vergessen? Das zählt jawohl, *schnief* Außerdem darf ich fröhlich hinzufügen, dass ich wunderschön bin 🙂

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            • Schon OK, Molly, und noch viel Spaß mit Herrn L.!

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            • Molly L. schreibt:

              Also das war nicht nett. 😦

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            • Sorry, Molly, es war nicht böse gemeint.

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            • Aber vielleicht magst du mir ja die Frage nach dem Warum beantworten.
              Insbesondere, weshalb man seinem Körper irreversible Eingriffe wie Piercings antut.

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            • idgie13 schreibt:

              Mein Mini-Löchlein an der Nase ist wieder zugewachsen. Also nichts mit irreversibel 😉

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            • Aber eine Narbe (auch wenn sie nicht mehr sichtbar ist) ist trotzdem noch vorhanden.

              Ich erinnere mich gerade an meine Kindheit. Irgendwann wollten meine Eltern mit uns zum Ohrlöcherstechen fahren. Meine Schwester war Feuer und Flamme. Ich weigerte mich, was meine Eltern zum Glück diskussionslos akzeptierten.

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            • idgie13 schreibt:

              Die winzige Narbe ist nichts im Vergleich zu den riesigen Narben aufgrund der OP vor 2 Jahren. Und auch die sind nichts im Vergleich zu 6 Monaten Chemo und knapp 50 Bestrahlungen, die meinen Körper vermutlich auch stark geschädigt haben.

              Ich bin dankbar für die moderne Medizin und finde ein paar kleine Löchlein wirklich nicht dramatisch.

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            • Die medizinische Behandlung hast du ja nicht just for fun gemacht, oder um dein Aussehen zu verbessern. Die war lebensnotwendig.
              Solche Operationen habe ich hier nicht gemeint, sondern nur Fälle ohne zwingenden Grund.

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            • Molly L. schreibt:

              Ein Tatoo will gut überlegt sein, vor Allem das Wohin. Ich selbst habe 4 Jahre über das Erste nachgedacht und denke seit ca. 8 Jahren über das Zweite nach. Der Rest ist Geschmackssache, wobei ich mich nie da tätowieren lassen würde, wo im Alter die Spannkraft der Haut stark nachlässt.
              Piercings sind ebenfalls Geschmscksache. Ein paar würde ich nie machen lassen, zB intim. Aber auch da ist bei richtiger Hygiene das Risiko einer Infektion überschaubar. Große Löcher in den Ohren sind so gar nicht mein Geschmack, alle „normalen“ Löcher wachsen meist problemlos zu, wenn man das Piercing entfernt und nicht wieder einsetzt.
              Um Deine Frage nach dem Warum zu beantworten: „Wir“ sehen das ja nicht als Verschandelung an, sondern als Verzierung. Lippenstift auf der Lippe, Lack auf den Nägeln, also warum nicht auch woanders Farbe? Und warum sich mit Schmuck auf Finger, Handgelenke etc. beschränken?
              Ist einfach Geschmacksache, soll jeder machen, wie er meint.

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            • Aber auch da ist bei richtiger Hygiene das Risiko einer Infektion überschaubar.

              Es mag klein sein, aber es ist vorhanden. Vor allem ist dieses Risiko aber vermeidbar.

              alle „normalen“ Löcher wachsen meist problemlos zu, wenn man das Piercing entfernt und nicht wieder einsetzt

              Es bleibt aber noch eine Narbe. Die Haut wird nie wieder so makellos, wie sie vorher war.

              „Wir“ sehen das ja nicht als Verschandelung an, sondern als Verzierung.

              OK – Geschmackssache. Aber rechtfertigt so etwas eine dauerhafte, mit gewissen Risiken verbundene Veränderung des Körpers?
              Lippenstift und Nagellack beispielsweise sind ja nicht permanent, und verschwinden von selbst nach Stunden bzw. Wochen.
              Ich habe früher sogar Nagellack getragen. Aber durch den Nagellackentferner, den ich nutzte, wenn die Lackierung unansehlich wurde, wurden meine Nägel spröde. Dann hab ich’s eben bleiben lassen, weil ich eingesehen habe, dass es meinem Körper nicht gut tut.

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            • Molly L. schreibt:

              Na, vielleicht liegt das auch in der Natur der Körpersache. Meiner war nie makellos, weder von Innen, noch von Außen. Und bei Tattoos/Piercings kann wenigstens ICH entscheiden, was mit meinem Körper passiert.
              Ad Risiko) Man kann sich auch die Nagelhaut aufreißen und eine Nagelbettentzündung kriegen. So what? Außerdem habe ich schon so viel hinter mir, ehrlich, da ist mir so ein „Risiko“ nichtmal ein Stirnkrausen wert. Ist also wahrscheinlich auch eine Sache der Biographie bzw. was für einen Körper man hat.
              Ad dauerhafte, riskante Veränderung) Auch da kann man drüber streiten. ZB, ob man Brillenträger bleibt mit Null Risiko, oder sich aus ästhetischen Gründen lasern läßt, was immer ein kleines Risiko ist. Schätze, da ist jeder Jeck anders.

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            • Klar bestehen immer ein gewisse Risiken. Manche lassen sich aber nicht umgehen, andere schon.

              Ich würde meine Augen nicht lasern lassen, bloß um keine Brille tragen zu müssen.
              Schlimm genug, dass es medizinisch notwendige Operationen gibt, denen man sich dann nicht entziehen kann, aber nur um (vielleicht?) hübscher auszusehen? Nö.

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  2. Leser schreibt:

    „Warum raucht man“ ist eine andere Frage, als „warum hat man angefangen zu rauchen“. Die zweitere ist egal, die Antwort auf erstere ist immer „weil man süchtig ist“. Ich würde sogar (aus der Sicht eines noch-Rauchers) sagen, dass es nur Leute gibt, die noch nicht wieder mit Rauchen aufgehört haben.

    Ansonsten, Thema Übergewicht, nun, ich vermute bei mir kommt es durch den Lebenswandel: Nicht genügend Kenntnisse und Wissen, um zu Kochen, und nicht genügend Geld für Restaurants. Daraus folgt automatisch Fastfood, Junkfood, also Fertiggerichte. Und körperliche Anstrengung (z.B. Rennen – iiieehhhgitt!!, oder *würg* etwas schweres heben….) habe ich immer als unangenehm empfunden. Ich kann mich sogar an die Kindheit erinnern, wo ich bestimmte Bewegungsabläufe auf Effizienz hin optimiert habe, um mit so wenig wie möglich zu bewegen. So hat es sich in den letzten 7-8 Jahren ergeben, dass ich von meinem 80kg-Idealgewicht auf 110kg hoch bin. Davon 5kg allein im letzten Jahr, wie mir scheint. Und keine Ambition, etwas dagegen zu machen – weil alles, was ich dagegen machen könnte, wären Dinge, die mir absolut zuwider sind, wie z.B. Sport, wo ich in der Schule schon immer eine 4, und nur manchmal eine 3 hatte.

    Das erklärt meine beiden „Laster“, wenn man es so sehen will. Ein Tatoo oder ein Piercing hätte ich mir hingegen aber auch nie angetan.

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    • Also, warum fängt man überhaupt erst mit dem Rauchen an, wo doch jedem klar sein dürfte, dass dies nur eine widerliche, kostenintensive, gesundheitsschädliche Sucht ist, von der man so schwer wieder loskommt?

      Gerade Fastfood ist ja auch nicht gerade billig.
      Dein Hund will doch sicherlich reichlich Auslauf. Das kannst du als Anreiz nehmen, selbst ausgedehnte Spaziergänge zu machen. Und wenn du manchmal auch ein etwas schärferes Tempo vorlegst, kommt das dir und deinem Hund zugute.

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      • Leser schreibt:

        Der Hund ist nicht mehr bei mir. Er ist aber auch schon 13 Jahre alt, und will nicht mehr wirklich laufen, kann es auch gar nicht mehr. Fastfood ist hier in Berlin relativ billig, verglichen mit dem Rest von Deutschland (vor allem dem Süden). Für 3,70 gibt es einen Hähnchendöner mit Schafskäse, sehr lecker. Oder für 5,50 einen riesigen Burger (Durchmesser ca. das 1,5fache eines BigMac) mit 3 Hackfleischscheiben, Käse und allem…
        Und Fertiggerichte, naja, die gibts im Supermarkt für um die 2 Euro.

        Warum mit dem Rauchen anfangen? Naja, das übliche: Man möchte in der Schule „dazugehören“, und sei es nur, um ein gemeinsames Thema zu haben, worüber man mit den Anderen zu reden. Die gesamten, ausschließlich negativen Folgen kann man weder abschätzen, noch ist man sich ihrer bewusst. Auch vom Alter (der „geistigen Reife“) her ist man dazu mitunter noch überhaupt nicht in der Lage.

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        • Oh .. du hast den Hund nicht mehr. Das ist traurig für dich.

          Also Gruppendruck und Konformitätszwang in der Schule nachgegeben.
          Ich erinnere mich, dass zu meiner Zeit auch mal so eine Phase war, in der das Rauchen als „so cool“ galt. Ich habe aber immer abgelehnt, und irgendwann war diese Phase auch wieder vorbei.

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          • Leser schreibt:

            Ich finde es ehrlich gesagt fast besser, den „Verlust“ des Hundes jetzt zu empfinden, während ich weiß, dass er noch am Leben ist, und gut behandelt wird, als ihn andersherum erst dann zu empfinden, wenn er gestorben ist.

            Und ja, das mit dem Gruppendruck…wenn man in diesem Alter zu wenige bis überhaupt keine sozialen Kontakte zu Gleichalterigen hat, dann lässt man sich auch darauf ein…

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  3. idgie13 schreibt:

    Bist Du heute aber streng .. 😉

    Hm. Wenn ich mich recht erinnere, isst Du gerne Süsses (Kuchen und Schokolade), was auch nicht unter „gesund“ fallen dürfte. Du hast halt Glück, dass Du kein guter Futterverwerter bist 😉

    Ich könnte auch fragen, warum kochen nicht alle so gesund wie ich (nur Vollkornmehl (selbstgemahlen), nur Rohzucker (wenn überhaupt), keinerlei Fertiggerichte und -würzungen, selbst gebackenes Brot, etc. etc.) – ABER: anderen ist es vielleicht nicht so wichtig wie mir und mir persönlich ist wurscht, wie andere ihr Leben leben.

    Andererseits trinke ich aber auch gerne mal Bier oder Wein. Auch wenn das meine Rückfallgefahr erhöht.

    Piercing hatte ich mal (Nase) – hab ich aber vor Jahren rausgenommen, weil es mir nicht mehr gefallen hat. Ansonsten habe ich nur 3 Ohrlöcher und keine Tattoos (allerdings nicht aus Gesundheitsgründen – mir gefällt es einfach nicht). Die Haare hatte ich auch nie gefärbt – allerdings aus praktischen Gründen: meine Haare wachsen sehr schnell und ich hasse es, zum Coiffeur zu gehen.

    Jedem Tierchen sein Pläsierchen 🙂

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    • Ohne Kuchen, Schokolade oder Chips würde ich persönlich schnell abnehmen. Das ist ja nun erst recht nicht gesund, wenn man nicht dem persönlichen Stoffwechsel entsprechend isst.

      Was mir halt aufgefallen war, ist, dass sich solche Verhaltensweisen (oder wie auch immer man das nennen will) bei manchen Leuten häufen, während bei anderen nichts davon in nennenswertem Maße zutrifft.
      Und ich gewichte z.B. Haarefärben dabei geringer als Tattoos (die ich persönlich nur hässlich finde, aber das mag Geschmacksache sein).

      Nun ja, jeder soll nach seiner eigenen Façon glücklich werden. Ich rede niemandem hinein, wundere mich nur hin und wieder.

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  4. Der Maskierte schreibt:

    Warum man mir ansieht, dass ich gerne den ein oder anderen Paarhufer in verschiedenen Zubereitungsformen zu mir genommen habe?

    Weil ich heute tot umfallen kann, aber das schöne Filetsteak vom Mittagessen schneidet mir keiner mehr aus dem Feinkostgewölbe. 🙂

    Gleiches gilt für den ein oder anderen Liter zu viel vergorenen Traubensaft.

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  5. Blublubla schreibt:

    Sehr schöner Eintrag. Ich hab mir diese Frage auch schon oft gestellt, aber von einem anderen Punkt: Medizinische Versorgung: Da jammern Leute, wie teuer die Krankenversicherung bzw. etwaige Zuzahlungen etc. sind, kaufen sich aber gleichzeitig jedes Jahr ein neues Handy/Fernseher/anderes Statussymbol. Dabei ist doch der Körper (als Organ) das einzige was mich ausmacht. Da muss man halt investieren. Sei’s in Medikamente (wo ich vermutlich eine etwas andere Meinung wie Du hab), aber auch gesunde Ernährung, Vorsorge, Schutz vor schädlichen Einflüssen, etc.

    Ich hab irgendwie den Eindruck, dass viele es als selbstverständlich ansehen, dass der Körper funktioniert und falls nicht, dann ist entweder wer anderes Schuld (oder das Schicksal) und die Allgemeinheit soll dafür sorgen, dass er wieder gerichtet wird. Gleichzeitig tanken die Leute dann Super+ statt Normalbenzin im Auto, damit der Motor gut läuft…

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  6. ednong schreibt:

    LOL,
    lustig heute hier.

    Tja, du fragst also, warum man dies und jenes macht. Alles Dinge, die du nicht machst, wenn ich mich recht erinnere. Ich vermute mal vielerlei Gründe:
    – Tattoos waren irgendwann in Mode, erst danach guckte man nach Gesundheitsgefahren (Farbe, Haut, etc.);
    – Rauchen, ein weites Gebiet: Suchtgefahr und Gesundheitsgefahren waren bekannt, weitere wurden bekannt, selbst Ärzte rauchen; bleibt also nur die Sucht und die (vermeintliche) Beruhigung durch das Nikotin und andere Stoffe – ergo erziehst du deinen Körper damit die Sucht an (Konditionierung);
    – Übergewicht, ungesundes Essen: da dürfte der Grund in den Arbeitszeiten und Anfahrtswegen liegen, in der Hektik im Allgemeinen als auch in den vielen Single-Haushalten; viele machen sich heute nicht mehr die Mühe, andere haben kaum Wissen, wieder andere essen „wie immer schon“ – ist also vielfach dem „Nicht-Nachdenken“ übers Essen geschuldet und wohl auch der Sucht nach Zucker, denn der ist heute vielfach und in größeren Mengen als früher enthalten;
    – gesundes Leben, Sport etc.: tja, dürfte auch der Hektik und dem „Nicht-Drübernachdenken“ über seinen Körper und seine Gesundheit geschuldet sein; eigentlich weiß man ja, dass es gesund ist, aber so richtig Lust … die hat man ggf. erst, wenn es zu spät ist oder man hat vorher schon ziemlich „kaputte Knochen“, so dass Sport dann doch eher eine Gefahr ist.

    Ich vermute ebenfalls, dass dieses bewußte Wahrnehmen des Körpers und dessen Gesundheit heute stärker vertreten ist als früher. Heute gibt es dazu viel mehr wissenschaftlich fundierte Kenntnisse, wobei da teilweise auch noch eine hohe Lobbyismus-Rate der Lebensmittelindustrie vorhanden ist, die das in ihrem Sinne zu beeinflussen sucht. Und natürlich kann man heute sehr viel effizienter was für seinen Körper tun – zumindest, wenn man das nötige Kleingeld hat. Und damti meine ich keine Schönheits-OP, sondern eher sowas wie Köchin oder Sportassistent etc.

    Und klar: würden alle gesund leben, würde es unserer Gesellschaft zumindest gesundheitlich besser gehen. Vielleicht würden die Krankenkassen-Beiträge sinken, doch dafür die Arbeitslosenzahlen und entsprehenden Ausgaben steigen, denn wer soll die alle (nicht nur von der Kranken Kasse) beschäftigen? 😉 Und klar, es würden natürlich auch Steuereinnahmen wegbrechen, die kompensiert werden müßten. Ein sehr komplexes Thema, wie ich finde.

    Und natürlich ist immer die Frage: wofür mache ich das/wofür sollte ich es machen? Ist das Leben zu Ende, kann ich nichts mitnehmen. Ergo ist das Leben das Erlebnis. Und das gestalte ich mir schön. Und schön ist ja nun mal relativ …

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    • Für die einzelnen Punkte lassen sich (vielleicht) mehr oder weniger nachvollziehbare Gründe finden.
      Ich frage mich jedoch eher, weshalb diese Punkte sich bei manchen Leuten häufen.

      Wenn alle Leute plötzlich gesünder leben würden, würde das vielleicht kurzfristig die Krankenkassen entlasten.
      Aber wenn die Leute dann alt werden, bekommen sie teurere Krankheiten, und ihr längeres Leben belastet dann auch Renten- und Pflegekassen.

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  7. Irenicus schreibt:

    Wieso kognitive Dissonanz? Ist doch viel praktischer, wenn die Allgemeinheit das zahlt und nicht ich.

    Aber für mich ist es ein gewaltiger Wohlfühlfaktor sportlich und gesund zu sein. Und ich glaube keinem Menschen, der einen BMI von 30+ hat, dass er nicht dadurch andere Beschwerden hat bzw. bekommt. Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Gelenkbeschwerden, schlechterer Schlaf sind die gesundheitlichen Aspekte. Dazu kommt noch sowas wie: Völlig verschwitzt sein, nachdem man eine Treppe gelaufen ist, und das man allgemein deutlich unattraktiver ist (weniger/schlechterer Sex!)
    Es gibt sogar Studien die sagen, dass der IQ im Schnitt um ca. 1 Punkt pro kg Übergewicht sinkt.

    Wenn da nicht massiv Lebensqualität verloren geht, weiß ich auch nicht. Diese Beschwerden nehme ich jedenfalls nicht in Kauf, nur um mal eben jeden Tag ein Glas bier zu trinken. (Ein Glas Bier pro Tag zusätzlich entspricht ca. 10kg Körpergewichtszunahme in einem Jahr)

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    • Um deine Liste zu ergänzen:
      Hautprobleme, da wo die Fettfalten gegeneinander scheuern.

      Bei richtig massiver Fettleibigkeit dürfte Geschlechtsverkehr aus rein praktischen Gründen gar nicht mehr möglich sein.

      RegelMaßiger Bierkonsum bedeutet noch lange nicht, dass man dadurch zwangsläufig dicker wird.
      Den Zusammenhang zwischen Übergewicht und IQ würde ich ja gerne glauben, aber ohne belastbare Belege bin ich erst mal skeptisch.

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      • Irenicus schreibt:

        Zur intelligenz: ich finde leider den Link zur Studie nicht mehr. Habe nur Links zu Artikeln gefunden, die sich auf die Studie beziehen:
        http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/dick-und-doof-studie-fettleibige-menschen-haben-geringeres-denkvermoegen-11869909.html

        Und was den Bierkonsum angeht:
        Wenn man seinen Energiehaushalt gleichmäßig ausrichtet, nimmt man natürlich bei regelmäßiger Bierzufuhr nicht zu. Was ich meinte ist, dass jemand, der in einem Jahr 10kg zunimmt, einfach nur in seiner Lebensweise täglich 500ml bier (oder Cola) weniger und dafür 500ml wasser (bzw. Tee, Kaffee etc.) mehr trinken müsste, um sein Gewicht stabil zu halten.
        Die Lebensqualität die man durch einen halben Liter Bier gewinnt, ist in meinen Augen deutlich geringer als die, die man durch die zusätzlichen 10kg verlieren würde. Das wollte ich damit ausdrücken.

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        • Danke für den Link.

          Hier in Bayern gilt Bier als „flüssiges Brot“, und ist praktisch ein Grundnahrungsmittel, das in Maßen konsumiert wird.
          Genauso wie z.B: auch Milch hat es einen vergleichsweise hohen Brennwert, und wenn der ohne geeignete Kompensation noch zusätzlich hinzukommt, kann das auf Dauer zu dem berühmten „Bierbauch“ führen.

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      • Irenicus schreibt:

        Den Link zur Studie finde ich leider nicht mehr, nur Artikel die auf eine ähnliche Studie verweisen:
        http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/dick-und-doof-studie-fettleibige-menschen-haben-geringeres-denkvermoegen-11869909.html
        Leider fehlen hier sämtliche Daten aus der Studie (wie ich sowas hasse, warum nicht einfach auf die Quelle verlinken *grml*), so dass man nicht abschätzen kann, wie wissenschaftlich diese Studie durchgeführt wurde.

        Zum Bierkonsum:
        Natürlich kann man trotz Bier schlank bleiben. Das kommt völlig darauf an, was man sonst noch so zu sich nimmt. Was ich sagen wollte ist: Eine Person die jeden Tag mind. einen halben Liter Bier trinkt, und nach einem Jahr 10kg mehr wiegt, hätte diese Gewichtszunahme komplett verhindern können. Einfach nur dadurch, täglich einen halben Liter Bier weniger, und einen halben Liter Wasser mehr zu trinken.
        In meinen Augen wiegt der Lebensqualitätsgewinn, durch diesen tägl. halben Liter Bier in keinster Weise den Lebensqualitätsverlust durch die 10kg Übergewicht auf.

        Im übrigen würde mich mal interessieren, ob du wirklich soviel isst, wie du denkst, da du ja selbst schreibst, dass du es oft zeitlich nicht schaffst, oder vergisst. Ich bin ehrlich gesagt eher etwas skeptisch bzgl deiner schlechteren Energieaufnahme. Das würde in meinen Augen nur bei einer Krankheit (zb Diabetes, Bandwurm, Eisenmangel,…)passieren. Wahrscheinlicher ist, dass du entweder deine tägiche Bewegung unterschützt (btw Sex kann extrem viel Energie verbrauchen) oder deine Nahrungsaufnahme überschätzt. Aber ich gehe mal davon aus, dass du keine Lust hast, dein Essen ein paar Tage lang abzuwiegen und in irgendwelche Tabellen einzutragen. Hätte ich auch nicht, wenn ich es nicht müsste 😉

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        • Im übrigen würde mich mal interessieren, ob du wirklich soviel isst, wie du denkst

          Das ist schon etwas schwierig zu beantworten.
          Generell kann ich sagen, dass ich keinesfalls hungere, sondern mich normalerweise reichlich satt esse.
          Aber im Urlaub habe ich Leute Unmengen Nahrung in sich hineinschaufeln sehen – da komme ich bei weitem nicht mit, und mein Magen zieht die Notbremse.

          Es stimmt auch, dass es Zeiten gibt (oder gab), in denen ich kaum zum Essen gekommen bin, weil ich so sehr in der Arbeit und meinem Flow versunken war, dass ich das nahezu vergessen habe, und auch zu faul war, mir etwas zum Essen zu organisieren.
          Aber so etwas kam jetzt schon länger nicht mehr vor, und es handelte sich immer nur um (höchstens) einzelne Tage. (Und gerade zu dieses Zeiten hatte ich nur wenig Sex.)

          Normalerweise habe ich ständig Schokolade, Kekse, Chips o.ä. in Reichweite liegen, wo ich immer wieder zugreife, und im Laufe eines Tages sind zwei oder drei Packungen leer.
          Wenn ich früh zum Büro laufe, nehme ich mir beim Bäcker z.B. eine Mohnschnecke und eine Käse-Schinkenstange mit, und esse die teilweise schon unterwegs, oder wenn ich im Büro angekommen bin.
          Mittags esse ich derzeit oft immer in der Kantine (OK, manchmal begnüge ich mich auch mit einem kleineren Imbiss), und wenn ich wieder im Büro bin gibt es Nachtisch in Form von Kuchen o.ä.
          Wenn wir abends nicht zum Essen gehen, gibt es halt daheim irgedetwas (sehr unterschiedlich, reicht aber zur Sättigung).
          Und beim abendlichen Fernsehen dürfen Chips o.ä. auch nicht fehlen.

          Der Punkt ist eigentlich, dass meine Körpermasse innerhalb eines recht engen Bereiches ziemlich konstant ist, unabhängig davon, wie viel ich esse.
          Auch wenn ich deutlich mehr esse, nehme ich nicht zu, und wenn ich die Nahrungsaufnahme reduziere nehme ich nicht gleich ab.
          Lediglich, wenn ich längere Zeit wesentlich weniger esse (infolge von Appetitmangel, der durch Probleme ausgelöst werden kann), geht es nach unten, und das ist dann schnell ungesund.

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      • Irenicus schreibt:

        Hmm ich habe jetzt zwei Kommentare geschrieben, beide wurden gefressen. Kanne s sein, dass ich hier keine Links posten kann?

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  8. themalgot schreibt:

    Ich denke dass dies im wesentlichen davon abhängt, ob der soziale Benefit die Nachteile der Versertheit der körperlichen Integrität überwiegt. Und das können sie.
    Ein Beispiel: Einsamkeit soll ja ähnliche Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit nach sich ziehen wie Rauchen. Wer also aus Gruppendruck raucht, lebt nicht ungesünder als der, der wegen Enthaltsamkeit Einzelgänger ist, nur dass er dann wenigstens Freunde hat.

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  9. ednong schreibt:

    Ach,
    wer hat denn über deinen Körper/Dich „gelästert“ so à la „Essen was man will und trotzdem so schlank sein – das will ich auch mal können!“?

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    • Ach, ednong, solche Formulierungen (die eher Bewunderung, höchstens leicht mitschwingenden Neid ausdrücken) würde ich längst nicht Lästern bezeichnen. Da gibt es viel heftigere Aussagen.

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      • Irenicus schreibt:

        *GG* ich behaupte mal, dass solche Aussagen trotzdem in erster Linie von Frauen kommen. Auch solche Aussagen wie: „Männer wollen keine Hungerhaken, sondern Kurven“ oder ähnliches kommen eigentlich fast immer von (dicken) Frauen.

        Und eigentlich kommt es, zum. bei mir (als schlanker, sportlicher Mann), immer im zusammenhang mit: „ich will jetzt keinen sport machen“, „ich will jetzt aber das Stück Kuchen noch essen“ etc. vor. Auch wenn ich den-/diejenige gar nicht aufgefordert habe, mit sport zu machen, oder aufzuhören den Kuchen zu essen. Es ist einfach nur als Schutzbehauptung für sie selbst gedacht. Viele Menschen bekommen das ja wenigstens noch selber mit. Aber bei einigen ist dieser „Selbstschutz“ so tief in der Persönlichkeit verwurzelt, dass sie es gar nicht mehr merken.

        Teilweise versuchen Leute (Frauen -.-) auch mir regelrecht Essen aufzudrängen. Und nehmen die Ablehnung regelrecht als Beleidigung auf. Und ich esse durchaus viel, da ich auch viel Sport mache.

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  10. Idiota schreibt:

    „Einzig erbt‘ ich den eig’nen Leib;
    lebend zehr‘ ich den auf.“

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  11. Pingback: Elfhundertneunundsechzig | breakpoint

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