Tausendneunundvierzig

Als ich kürzlich meine Eltern besuchte, erwähnte ich dort auch unseren Urlaub. Das Gespräch entwickelte sich dann so, dass meine Nichte Heidi erklärte, sie wolle später mal Stewardess werden.

Flugbegleiter soll ja ein recht beliebter Beruf sein. Ich frage mich nur, warum?
Solange alles planmäßig läuft, ist eine Stewardess im wesentlichen eine Serviererin. Andererseits ist der Job auch extrem verantworungsvoll und stressig, gerade wenn es kritische Situationen gibt.
Eine Stewardess muss sich mit renitenten Passagieren herumärgern, muss auch mal Erbrochenes aufwischen, und dabei immer freundlich bleiben und gute Laune vermitteln.
Sie hat furchtbare Arbeitszeiten, und teilweise ellenlangen Schichtdienst. Danach landet sie vielleicht mitten in der Nacht auf irgendeinem Provinzflughafen. Und das – wenn sie Pech hat – jedesmal woanders.
Ständig andere Klimazonen, andere Zeitzonen, und im Dienst immer erhöhter Exposition durch kosmische Strahlung ausgesetzt. Alles andere als ein gesunder und entspannender Job. Kein Wunder, dass man kaum jemals eine Stewardess jenseits der 40 antrifft. Das hält einfach niemand so lange durch.
Bei außergewöhnlichen Situationen steht eine Stewardess unter einem wahnsinnigen Druck, richtig zu reagieren. Es kann um Menschenleben gehen, aber sie muss die Nerven behalten. Dafür ist die Bezahlung jetzt auch nicht gerade üppig.

Warum also gilt Flugbegleiterin als Traumberuf für viele junge Mädchen?

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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25 Antworten zu Tausendneunundvierzig

  1. aliasnimue schreibt:

    Weil man früher als Saftschubse sehr viel Geld verdient hat. Zudem gab es viele Vergünstigungen und man hat einiges von der Welt gesehen. Dafür mußte man ein gutes Aussehen mitbringen und mit spätestens 40, wenn man sich keinen reichen Mann geangelt hatte, wurde man zum Bodenpersonal versetzt, weil man äußerlich den Kriterien nicht mehr entsprach.

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    • Geld, Vergünstigungen?
      Wenn ich dich richtig verstehe, war das „früher“ ein Anreiz, heutzutage aber nicht mehr.

      Dass man etwas von der Welt sieht, ist ja auch erst mal richtig, aber nach ein oder zwei Jahren hat man wohl so alles sehenswerte gesehen, dann wird das langweilig.
      Die Nächte in ständig wechselnden billigen Hotels zu verbringen (vielleicht sogar ohne Gelegenheit, sich die jeweilige Stadt anzusehen) stelle ich mir nicht sonderlich prickelnd vor.

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  2. Der Maskierte schreibt:

    Den Beruf umgibt noch einen gewissen Nimbus, der sich von vergangenen Tagen herübergerettet hat. Deine Nichte glaubt vielleicht auch, dass sie was von den Ländern sieht, die da als Destinationen angeflogen werden.

    Die Verdichtung der Arbeit will niemand bewusst wahrhaben. Wenn ich „mal wieder“ nach Rom, Madrid oder sonstwhin auf einen Diensttermin unter der Woche fliege, dann werde ich auch immer neidisch angeschaut. Dass ich in Wirklichkeit so ziemlich gar nichts von den Städten und Ländern sehe, was nicht gerade auf der Taxistrecke Flughafen-Hotel oder Hotel-Geschäftspartner liegt, das raffen auch die wenigsten.

    Wie gesagt, der Glamour alter Zeiten weht da nach.

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  3. Molly L. schreibt:

    „Solange alles planmäßig läuft, ist eine Stewardess im wesentlichen eine Serviererin. Andererseits ist der Job auch extrem verantworungsvoll und stressig, gerade wenn es kritische Situationen gibt.
    Eine Stewardess muss sich mit renitenten Passagieren herumärgern, muss auch mal Erbrochenes aufwischen, und dabei immer freundlich bleiben und gute Laune vermitteln.
    Sie hat furchtbare Arbeitszeiten, und teilweise ellenlangen Schichtdienst.“
    – Klingt genau wie das, was ich mache! 😀 😀 😀
    Dazu passt auch – wenn man „Stewardess“ durch „junge Mutter“ ersetzt:
    „Alles andere als ein gesunder und entspannender Job. Kein Wunder, dass man kaum jemals eine Stewardess jenseits der 40 antrifft. Das hält einfach niemand so lange durch.“
    😀

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Lieber nicht. Der Beruf ist gesellschaftlich nicht besonders geschätzt, wohl auch bedingt durch enge Sitzreihen und schlechten Service.

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  5. ednong schreibt:

    Traumberuf deshalb, weil die Mädels nciht wissen, auf was sie sich einlassen?

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  6. Pingback: Zwölfhundertzweiunddreißig | breakpoint

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