Tausendzwölf

Als ich mit dem Bloggen anfing, kam es mir überhaupt nicht in den Sinn, dass ich deshalb andere Menschen kennenlernen könnte. Mein Blog war von vornherein darauf angelegt, dass ich meine persönliche Identität nicht offenlegen würde. Neue Kontakte waren nicht vorgesehen.
Trotzdem habe ich im Laufe der Zeit – eher unbeabsichtigt und ganz bestimmt nicht geplant – etliche Menschen online kennengelernt, in den meisten Fällen über Kommentare, die mich meinerseits auf andere Blogs neugierig machten.

Mit einer Handvoll Menschen hatte und habe ich auch hinter den Kulissen teilweise regen Kontakt, aber – wie gesagt – ein persönliches Treffen gab es nie. Schließlich möchte ich nicht dadurch meine Annenühmität gefährden.
Früher überwogen dabei die Personal Messages über blog.de. Inzwischen habe ich auch Mails mit einigen Personen ausgetauscht oder andere Formen der Kommunikation genutzt.

Zu meinen Singlezeiten gab es öfter die eine oder andere Anfrage nach intimerem Kontakt. Grundsätzlich war ich da nicht abgeneigt, aber aus den genannten Gründen (nämlich um mein Incognito zu wahren) lehnte ich das ab.

Es würde mich durchaus reizen, den einen oder anderen Online-Bekannten einmal persönlich zu treffen, und zu sehen, inwieweit das Bild, das ich mir von ihm gemacht habe, mit der Realität übereinstimmt. Jedoch wird es dazu nicht kommen. Falls sich doch noch jemand Hoffnungen macht – sorry, nein.

Über Twitter scheint es mir noch leichter, neue Kontakte zu finden, weil dort die Hemmschwelle besonders niedrig ist. Man folgt einigen Twitterern, die einem interessant erscheinen. Ein Teil davon folgt zurück, und manchmal entspinnt sich dann ein Dialog, der überraschend gehaltvoll sein kann, obwohl die einzelnen Äußerungen in 140 Zeichen gequetscht werden müssen. Twitter bietet dabei die Option, solche Dialoge in ihrer Time Line sämtlichen Followern oder nur den gemeinsamen Followern zugänglich zu machen, die Unterhaltung auf mehr Personen auszuweiten, oder per Direct Message ganz privat ausschließlich mit einer einzigen Person zu kommunizieren.
Twitter wird häufig unterschätzt. Dabei ist es durchaus anspruchsvoll, sich derart kurz zu fassen, und seine Aussagen auf das wesentliche konzentriert auf den Punkt zu bringen.
Ich habe mich dabei zumindest schon öfter nett unterhalten können, ohne dass damit größere Erwartungen verknüpft wären.

Dieser Blog-Eintrag bezieht sich auf das Webmasterfriday-Thema „Der Blog als Kontaktbörse“, auch wenn ich zusätzlich noch ein paar Sätze über Twitter geschrieben habe.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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8 Antworten zu Tausendzwölf

  1. Molly schreibt:

    Es ist erstaunlich, wie sehr einem Anonymität einerseits die Freiheit gibt, wirklich ALLES erzählen zu können, während sie einem andererseits so enge Fesseln auferlegt, dass man nicht einmal mit lieben Menschen einen Kaffee trinken und „echte“ Freundschaft schließen kann.
    It`s just the way it is.

    Ich persönlich habe mich übrigens bisher mit einem einzigen Leser mal privat getroffen. Davor lagen aber auch Monate (!) ausführlicher EMail-Korrespondenz, aufgebautes Vertrauen. Hat mich trotzdem Überwindung gekostet. Und hat sich mehr als gelohnt, *strahl*

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    • breakpoint schreibt:

      Tja, die Anonymität .. unter meinem Realnamen hätte ich sicher nur einen kleinen Bruchteil gebloggt.

      Es ist zwar in einigen Fällen bedauerlich, sich nicht persönlich treffen zu können, andererseits tröste ich mich damit, dass gerade die Menschen, die ich am liebsten kennenlernen würde, mehrere hundert Kilometer entfernt wohnen. Das würde ein Treffen zwar nicht verhindern, aber durchaus erschweren.

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      • Molly schreibt:

        Hm. Andererseits: Wo ist dann das Problem? Man macht keine Fotos, muss nicht seinen Klarnamen verraten … also inwiefern denkst Du, dass das Deine Annenühmität hinphaellig machen könnte?
        Ausser natürlich, man sieht Dein hübsches Konterfei schonmal die Boulevardblätter zieren, 😉

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        • breakpoint schreibt:

          Auch wenn ich meinen Realnamen nicht nennen würde, wäre mir das grundsätzlich zu riskant.
          Denn es gibt im Internet (und auf gedruckten Medien) an der einen oder anderen Stelle schon ein paar Fotos von mir, die mit meinem Namen verknüpft sind.

          Da ein Treffen aufgrund der Entfernung ohnehin aufwändig wäre, ist eher nicht zu erwarten, dass ich mal eine Ausnahme mache.

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  2. Leser schreibt:

    Hmm, Twitter….Da haben wir endlich die ewig lang nervende Begrenzung auf 160 Zeichen bei SMS aufgehoben, wo man solche Dinge wie „4ma“ schreiben musste,OderGleichSoUmGenügendPlatzZuHaben, und dann kommt die nächste Plattform daher, die denselben Mist macht. Ich glaube fast, das Beste an Twitter ist twitlonger. Wobei es zweiteres nicht bräuchte, wenn es ersteres nicht gäbe. Naja, egal, ich halte mich da ganz erfolgreich heraus…

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    • breakpoint schreibt:

      Für längere Texte habe ich ja mein Blog.

      Ich hatte mit ursprünglich gar nichts von Twitter versprochen, bin aber größtenteils (wenn man einige nervige Avas und hässliche Fotos in der TL abzieht) davon angenehm überrascht.

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  3. Henning Uhle schreibt:

    Webmaster Friday – Go, get in contactBlogs als Kontaktbörsen? Bitte was? Muss ich solche Themen beleuchten? Kurze Antwort: Ja, natürlich. Denn Blogs sind wirklich Kontaktdinge. Das glauben Sie nicht? Wieso eigentlich nicht? Ich meine, wenn Sie hier die ersten Worte in dem Artikel lesen,…

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  4. Pingback: Elfhundertsechsundsiebzig | breakpoint

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