Neunhundertvierundachtzig

„Was anders wäre“ heißt eine Blogparade auf Ich-mach-mir-die-Welt, die sich mit Rollenklischees beschäftigt. Dabei wird die Frage gestellt, was anders wäre, wäre man als das jeweils andere Geschlecht geboren.
Das ist natürlich reine Spekulation, da die Persönlichkeit untrennbar mit dem Geschlecht verwoben ist.
Da meine Zeit aktuell recht knapp ist (Releasetermin rückt näher), beantworte ich die Fragen ziemlich kurz und weitgehend sch(m)erzlos.

1. Was wäre anders in deinem Leben, in deinem Alltag, wenn du ein Mann wärst?
* Meine Kindheit wäre nicht so viel anders verlaufen. Statt Puppenkleidern hätte ich halt vermehrt Spielzeugautos sortiert. Ich hätte bestimmt nur Hosen, und niemals Röcke anziehen dürfen.
* Ich wäre schwul, denn nur Männer ziehen mich sexuell an. Es ist zwar sexistisch, aber diese Vorliebe ist tief in mir verankert.
* Dass ich ein Cross-Dresser wäre, bezweifle ich aber, da es schon recht schwierig ist, passende Damenkleidung zu finden, wenn man keine Standardstatur hat. Da bin ich pragmatisch. Allerdings würde ich mich sicherlich auch am Geschmack der Nachfragenden orientieren.
* Mit ziemlicher Sicherheit würde ich keinen Sopran singen.
* Möglicherweise würde ich mich dem gesellschaftlichen Druck beugen, und Sport treiben, um einen halbwegs muskulösen Körper zu bekommen. Von Männern wird eine gewisse Körperkraft erwartet.
* Ich wäre wohl zum Bund eingezogen worden, und hätte mein Studium folglich erst ein Jahr später antreten können.
* Es ist anzunehmen, dass ich ursprünglich den gleichen nerdigen Berufsweg eingeschlagen hätte (insoweit die Verzögerung durch den Wehrdienst die Weichen nicht umgestellt hätte). Ob ich mich jedoch irgendwann selbständig gemacht hätte, ist fraglich. Ohne meine Affären mit Ralf und Sebastian, denen ich Einblicke in neue Betätigungsfelder verdanke, wäre ich vermutlich weiter Arbeitnehmer mit mindestens 40-Stunden-Woche geblieben. Und spätestens jetzt würden mich irgendwelche Quotenfrauen ausbremsen.
* Meinen Mann hätte ich bestimmt gar nicht erst kennen gelernt, und falls doch, hätte er kein Interesse an mir gehabt.

2. Was tust du nur deshalb, weil du eine Frau bist?
Mich allmonatlich mit Menstruation und Monatshygieneprodukten herumärgern.

3. Was tust du nicht / welche Dinge lässt du lieber, weil du eine Frau bist?
Mich rasieren, bzw. Bartpflege.

4. Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?
Durch keines, da ich mich nicht von der Meinung anderer abhängig mache.
Klischees lassen sich durchaus auch zum eigenen Vorteil nutzen.
Es amüsiert mich auch immer wieder, wenn Leute mich anfangs falsch einschätzen, und ihre Meinung später revidieren.

5. Erzähle von einer Situation, in der du bemerkt hast, dass es von Vorteil ist, zur Gruppe der Frauen zu gehören.
Da gibt es so viele, dass mir die Auswahl schwer fällt. Solche Situationen erlebe ich tagtäglich. 😉
Viele Beispiele finden sich in meinem Blog.

6. Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?
Die meisten Situationen, sofern sie nichts direkt oder indirekt mit Sex zu tun haben.

Ergänzend möchte ich noch anmerken, dass, wer sich durch Geschlechterrollen gestört fühlt, sich ja nicht daran zu halten braucht. Das soll jeder handlen, wie er mag, aber bitte nicht dritte Personen ständig mit seiner Herumjammerei belästigen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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12 Antworten zu Neunhundertvierundachtzig

  1. ednong schreibt:

    Naja,
    ob du nun wirklich noch zum Bund eingezogen worden wärst, das bezweifle ich mal. Der Jahrgang 2 Jahre nach mir hat da schon erhebliche Lücken, die da nicht eingezogen, geschweige denn gar gemustert wurden. Und du bist noch ein ganzes Stück jünger 😉

    Ansonsten:
    schönen erholsamen und unterhaltsamen Urlaub.

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  2. MaiNichtMey schreibt:

    Wärst Du denn zum Bund gegangen, oder hättest Du aus Gewissensgründen verweigert?

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  3. breakpoint schreibt:

    NeunhundertsiebenundneunzigZu meinem Blogeintrag #WasAndersWäre habe ich hinter den Kulissen einiges Feedback bekommen. Das veranlasst mich, hier in einem Nachtrag noch einiges zu ergänzen und klarzustellen.

    Auf die Frage „Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beei…

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