Neunhundertneunundsiebzig

Also war ich gestern den größten Teil des Tages in einem Thermal-Bad.
Ein bisschen schwimmen, ein bisschen in die Sauna, und die meiste Zeit einfach faul herumliegen.

Es gab nur wenige Annäherungsversuche.
Dass es daran liegt, dass ich älter geworden bin, glaube ich nicht. Dafür werde ich noch viel zu oft für eine Studentin gehalten. Wenn mein körperlicher Marktwert überhaupt gesunken sein sollte, dann nur unwesentlich.
Ich bemerkte auch nach wie vor viele Blicke. Aber einerseits hat sich das gesellschaftliche Klima in den letzten Jahren so sehr verändert, dass sich kaum noch Männer trauen, Frauen anzusprechen (zumindest nicht ohne deutliche, ausdrückliche Ermunterung).
Mir ist ja auch schon öfter gesagt worden, dass ich (zumindest zeitweise) unnahbar wirke. Aber gerade im Schwimmbad war das früher keine Einschränkung.
Andererseits strahle ich wohl so eine innere Zufriedenheit aus, dass den meisten Männern klar sein dürfte, dass ich ein ausgefülltes und sehr befriedigendes Privatleben habe.
Naja, vielleicht ganz gut so. Da komme ich wenigstens nicht in Zugzwang, dass ich sie abweisen muss.
Für die jungen, aufgeschlossenen Frauen ist diese Entwicklung natürlich absolut negativ. Da ist wenigstens Pickup ein Segen, da es auch schüchternen Männern Methodenkompetenz vermittelt, und sie mit scheuen Frauen, die sich sonst selbst im Weg stehen würden, zusammenbringen kann.

Wenn ich bisher meinem Schlampenleben immer noch ein wenig nachgetrauert habe, sehe ich inzwischen ein, dass ich es eigentlich viel besser getroffen habe. Denn wenn ich nicht gerade temporär versinglet bin, habe ich reichlich Sex, ohne mir erst jedesmal vorher wieder den Aufwand machen zu müssen, geeignete Lover herauszufiltern.

Irgendwann am Nachmittag wurde es mir dann zu langweilig im Bad, und ich befürchtete, dass mir demnächst Schwimmhäute wachsen würden.
Also machte ich mich auf den Rückweg. Obwohl mir Carsten’s Auto zur Verfügung gestanden hätte, hatte ich es vorgezogen, mit der Bahn zu fahren, weil ich nach dem entspannenden Badbesuch keine Lust hatte, selbst heimzufahren, und ich in der Bahn noch ein wenig vor mir herträumen wollte.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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57 Antworten zu Neunhundertneunundsiebzig

  1. Molly schreibt:

    Schwimmen, Saune, rumliegen … Mnesch Anne, das Wichtigste hast Du vergessen: Was hast Du gegessen?
    Mann, bin ich essensfixiert. Ich kann kein Schwimmbad aufsuchen, ohne an kulinarische Köstlichkeiten zu denken: Pommey rot-weiß in der Waffel, danach ein einfach nur geiler, weil ekeliger Mikrowellen-Hot Dog, *sabber*, in Sachen Hallenbad ein riesiges Baguette mit Käse, Schinken, Tomaten, Gurken, Salat und Remoulade, danach auch gerne ein Eis, *nochmalsabber*
    Du siehst: Mir machst Du einen gewaltigen Appetit! 😉

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    • breakpoint schreibt:

      „Kulinarische Köstlichkeiten“ ist jetzt etwas übertrieben, aber ich hab um die Mittagszeit im dazugehörigen Restaurant ein Schweineschnitzel Wiener Art mit Pommes Frites verzehrt.
      Bevor ich dann wieder heimfuhr, hab ich noch Kaffee getrunken und dazu ein Stück Mohnkuchen (war das beste, was sie zu bieten hatten) gegessen.

      Ich hab beim Schwimmen eigentlich nicht übermäßig Hunger, aber durch das Saunieren umso mehr Durst, weshalb ich mir eine Flasche Wasser mitgebracht hatte.

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      • Molly schreibt:

        Na also, geht doch! 😉
        Aber Mohnkuchen? Ih-bäh!
        Wann kommt Carsten denn wieder? Oder ist er schon wieder da? Obwohl: Dann wärst Du sicher grade sehr beschäftigt, 😉

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        • breakpoint schreibt:

          Eigentlich mag ich Mohnkuchen schon gerne. Ich hätte halt lieber Sahnetorte oder Himbeerkuchen gehabt.

          Carsten kommt morgen mittag/nachmittag zurück.
          Noch eine einsame Nacht.

          (und in DWSW ist es derzeit auch eher öde. Ob uns der WHM mal wieder Cocktails mixt und massiert? Ich komme mir schon eher vor wie im Kloster statt im Harem).

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          • Molly schreibt:

            mhmmm, Himbeertorte, *sabber*
            Come on: Eine Nacht, das schaffst Du schon! Heute Abend kommen nur gute Sachen, schau: Fluch der Karibik 3, „freunde mit gewissen Vorzügen“ (der trotz des dämlichen Titels echt witzig ist!), Rush Hour 2 (Jackie!!!!!), eine Doku über „Die nackte Terrakotta-Armee“ … Oder Dumbo. Aber bei dem muss zumindest ich immer heulen, 😦

            In DWSW würde ich mich an Deiner Stelle an Mr. Crumb halten; ednong, Herr aller Kerker, scheint derzeit zu stark mit anderweitigem Kram beschäftigt zu sein. Und mal ehrlich: Crumby kann echt gut massieren! 😉

            Kristallkugelcaptcha: make it so

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            • breakpoint schreibt:

              „Fluch der Karibik 1“ fand ich toll, 2 auch noch OK, aber 3 ist irgendwie nur noch verwirrend, und gefällt mir nicht.
              „Freunde mit gw. Vorzügen“ habe ich, glaube ich, mal angefangen zu schauen, war aber nicht mein Stil (möglicherweise verwechsle ich das aber auch mit einem anderen Film).
              Action-Filme schaue ich generell nicht.
              Dokus – auch über Terrakotta-Armeen – habe ich schon so viele gesehen, dass mir der Sinn heut nicht danach ist. Eigentlich schaue ich sowas nur zusammen mit Carsten ..
              Dumbo? Och nöö.

              Oh ja, ein Glück, dass wir Mr. Crumb haben! 😀

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  2. aliasnimue schreibt:

    Also wenn ich das nicht will, dann spricht mich so gut wie nie jemand an. Egal wo. Und wenn doch, reagiere ich entsprechend kühl.
    Das war schon immer so. Ich mag sowas nicht.
    Würde mich jemand in der Sauna ansprechen, wäre das eine wirkliche Belästigung.
    In der Saunalandschaft, die ich schonmal besuche, gibt es zum Glück so etwas nicht. Mag aber auch am Publikum liegen. Außerdem wird dort streng auf so etwas geachtet. Sonst fühlt sich doch keine Frau mehr dort wohl.

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    • breakpoint schreibt:

      Nicht angesprochen zu werden, ist keine Kunst.
      Ich habe mir dagegen früher mühevoll antrainieren müssen, nicht so abweisend zu wirken.

      Nur weil dich jemand in der Sauna anspricht, empfindest du das gleich als Belästigung? Auch wenn es in ganz freundlichem Ton ist?

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      • aliasnimue schreibt:

        Das muß schon sehr höflich und freundlich sein.
        Beim letzten Mal bin ich mit einem netten Schweitzer ins Gespräch gekommen. Aber sowas ist dann völlig frei von Flirtereien jeglicher Art, die ich aber wahrscheinlich ohnehin nicht wahrnehme.
        Da es für mich keine attraktiven Männer gibt (vlt. einmal alle 5 Jahre mal) ist mir das also egal.

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        • breakpoint schreibt:

          Es kommt, denke ich, auf den Einzelfall an.
          Meiner Erfahrung nach sind Männer gerade in der Sauna extrem zurückhaltend, und starren lieber in eine Ecke.

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          • aliasnimue schreibt:

            Ich war letzte Woche tanzen. Meine Freundin wurde ständig angequatscht, sie hat auch mit jedem geflirtet und ich war froh, dass es nur 2 bei mir versucht haben. Was hasse ich das, wenn mich jemand Fremder berührt. Das macht mich aggressiv. Die haben das dann auch ganz schnell verstanden.
            Es ist ganz einfach: ich entscheide, wer mich ansprechen darf.
            In der Sauna gehört das auch zum Verhaltenskodex.
            Klar, wenn man gerade aus dem Wasser steigt, bemerkt man die Blicke. Ist ja auch ok.

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            • breakpoint schreibt:

              Deiner Freundin scheint das ja so gefallen zu haben.

              Ich glaube, es ist auch sehr regional abhängig. Bei euch sind die Leute wohl generell kontaktfreudiger, während hierzulande seltener Fremde miteinander ins Gespräch kommen.

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            • aliasnimue schreibt:

              Ja, klar. Wir sind schliesslich Rheinländer!
              Ich lerne immr gerne Menschen kennen und da hab ich auch keine Berührungsängste. 🙂

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            • breakpoint schreibt:

              Eben, das meinte ich. Es ist auch sehr eine Mentalitätsfrage.

              Hier im nicht allzu tiefen Süden ist so ein latenter Autismus (kombiniert mit manchmal fast dreister Direktheit) fast schon der Normalfall.

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    • Graublau schreibt:

      Das zeigt das ganze Dilemma wunderbar auf: Die eine Frau möchte angesprochen werden, obwohl vergeben, die andere nicht und verbittet sich das.

      In Zeiten, in denen unerwünschte Annäherungsversuche stärker sozial geächtet werden, wird jeder Fehlversuch entsprechend teurer. Mögliche Konsequenzen: Wählerischer sein, welche Frau man anspricht, weil sich das Risiko seltener lohnt. Oder nur diejenigen näher kennenlernen wollen, mit denen man schon sehr positive Signale (wie lächeln) ausgetauscht hat oder sowieso schon eine Sprechsituation bestand.

      Oder sich vermehrt auf Ausländerinnen konzentrieren, bei denen man immer kulturelle Unterschiede als Grund für ein Missverständnis angeben kann. Das spricht vielleicht nicht für eine gute Flirtkultur in Deutschland. Aber was schert mich Deutschland und seine Kultur, wenn ich woanders bzw. mit einer aus einem anderen Land glücklich werde?

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  3. plietschejung schreibt:

    Ich glaube, nur Frauen haben solche Gedanken 😉 *grins*
    Eine „Marktwertanalye“ … im Schwimmbad.

    Ich bin ein wenig amüsiert. Danke *hihi*

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    • breakpoint schreibt:

      Für mich ist die Sache ja eh gelaufen, da ich bereits in sehr festen Händen bin.

      Aber ich denke da ganz altruistisch an all die jungen Frauen, die ähnlich wie ich ticken.
      Es wird immer schwieriger, Männer dazu zu animieren, dass diese ihren Mut zusammennehmen, und einen Kontaktversuch wagen.

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      • plietschejung schreibt:

        Und woran liegt das deiner Meinung nach ?

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      • Stadtmensch schreibt:

        Hi breakpoint,

        ich stelle mir die wahrscheinlich vollkommen überflüssige Frage, was unsere schwer emanzipierten Frauen bloß davon abhält, selber jemanden anzusprechen. Sprechen können Frauen doch auch, oder? Ah, verstehe: Frau könnte sich ja möglicherweise einen Korb holen. Das geht natürlich nicht.

        Dass du »nur« altruistisch für deine Mitfrauen sprichst, entlockt mir ein Augenzwinkern, hehe.

        Aber die Tendenz deines Beitrags stimmt schon: The Thrill Is Gone.

        Beste Grüße,
        Stadtmensch

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        • breakpoint schreibt:

          Hi Stadtmensch,

          grundsätzlich können natürlich auch Frauen Männer ansprechen.
          Erfahrungsgemäß irritiert das Männer aber eher. Seit zigtausenden von Jahren sind Männer Jäger. Eine Frau, die zu direkt vorgeht, wird schon etwas suspekt wahrgenommen, was auch ohne Abfuhr den weiteren Ablauf negativ beeinflussen kann.
          Das schließt jedoch nicht aus, dass es in Einzelfällen durchaus gutgehen kann.

          Ob Männer überhaupt von „schwer emanzipierten“ Frauen angesprochen werden wollen, ist wieder eine andere Frage.

          Schönen Tag und lg
          Anne

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          • Stadtmensch schreibt:

            Hi Anne,

            okay: Einigen wir uns vielleicht auf den oft strapazierten Kalenderspruch, dass »Frauen die einzige Beute sind, die ihren Jägern auflauern«. Ja, an solche Zeiten kann ich mich auch erinnern. Schön war’s. Unbefangener, neugieriger, spannender eben.

            Vielfach wird uns Männern ja unterstellt, wir wären so dermaßen unsicher ggü. »starken Frauen« nach feministischer Bauart, aber das sehe ich sehr viel differenzierter. Ich möchte das nicht unnötig in die Länge ziehen, doch diese Deutung greift einfach viel zu kurz. Für simple Gemüter mag die Erklärung ausreichen; für eine empathische Betrachtung allerdings bei weitem nicht.

            Lese gerade bei Arne Hoffmann (von dem kam ich hierhin), dass nun sogar schon 27-Jährige sich in Genderdebatten darüber beklagen, dass ihre jüngeren Mitschwestern mehr Aufmerksamkeit bekommen als sie selber. Oje.

            So, jezz muss ich wieder arbeiten. Mann braucht schließlich Statussymbole für die holde Weiblichkeit, newahr. 😉

            Schönen Tag noch,
            Stadtmensch

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            • breakpoint schreibt:

              Hi Stadtmensch.

              es ist halt ein komplexes, dynamisches System, das auf der Interaktion der Beteiligten beruht.
              Die Bestrebungen etlicher Feministinnen, der Gesellschaft einreden zu wollen, dass Frauen grundsätzlich Kontaktversuche von Männern ablehnen, ärgern mich einfach.

              Ja, die Arbeit wartet (aber läuft mir nicht weg).

              lg Anne

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          • Graublau schreibt:

            Mir fallen spontan drei Frauen ein, die das bei mir gemacht haben. Habe ich alle super in Erinnerung.

            Ich bin auch schon so erzogen worden, dass man Frauen ernst nehmen soll und sie selbst Verantwortung übernehmen. Entsprechend kann ich mich nicht daran erinnern, jemals mit selbstbewussten Frauen Probleme gehabt zu haben.

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            • breakpoint schreibt:

              Bei Männern, die selbst über ausreichendes Selbstvertrauen verfügen, gibt das auch keine Probleme.
              Aber es gibt auch Männer, es nicht so gut aufnehmen, von einer Frau angesprochen zu werden, und sich möglicherweise dadurch sogar in ihrer Männlichkeit bedroht fühlen.

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            • Aushilfsheld schreibt:

              Der wahrscheinlichere Grund für das teils merkwürdige Verhalten von Männern, wenn sie aktiv von Frauen angesprochen werden, ist m. E. ein anderer: Sie haben sowas noch *NIE* in ihrem Leben erlebt, und wissen auf Anhieb nicht, wie mit der Situation umzugehen ist. Wer als Mann nicht gerade in der 10/10-Kategorie spielt und sich aktiv in sozialen Kontakten wälzt, kenn das womöglich nicht.

              Was Du als „sich in ihrer Männlichkeit bedroht“ fühlen wahrnimmst, kann schlicht und ergreifend Überraschung sein.

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            • breakpoint schreibt:

              Genau. Das ist eine völlig neue, ungewohnte Situation für viele Männer, bei der sie erst mal nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.
              „In ihrer Männlichkeit bedroht“ war eine überspitzte Formulierung, um das Extrem darzustellen.
              Es ging mir darum, aufzuzeigen, dass der Vorschlag, Frauen sollten Männer ansprechen, eben nicht ganz problemlos umgesetzt werden kann.

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