Neunhundertsechsundfünfzig

Kurz bevor ich aufbrechen wollte, um ins Büro zu gehen, klingelte mein Telefon.
Es war Benjamin, von dem ich seit unserem Restaurantbesuch zu viert Ende letzten Jahres nichts mehr gehört hatte.

Ohne vorherigen Smalltalk ging er gleich in medias res, und erzählte, dass er ein spezielles Paper mit neuen mathematischen Erkenntnissen fertiggestellt habe, das er bald zu veröffentlichen beabsichtige.
„Ich wollte dich darum bitten, ob du es vorher mal durchsehen kannst“, fügte er hinzu.
„Hast du sonst niemanden, der das kann?“
„Höchstens einen meiner Doktoranden. Aber mir liegt an deiner Meinung. Wir haben uns früher so oft über ähnliche Themen ausgetauscht, dass du dich da bestens auskennen müsstest.“
„Das ist immerhin schon ein paar Jahre her.“
„Trotzdem, da sind ein paar Beweisschritte, bei denen ich schon gerne dein Feedback hätte. Wer weiß, vielleicht bin ich irgendwo so betriebsblind, dass mir Fehler gar nicht mehr auffallen.“
„Hm. Ich würde es mir schon mal ansehen, habe aber auch nicht gleich dafür Zeit.“
„Danke, Anne. Du brauchst nicht so gründlich zu sein wie damals bei meiner Habilitationsschrift. Es reicht mir, wenn du die Verfahren grob nachvollziehen kannst.“
„OK. Mailst du es mir zu?“
„Ist PDF OK?“
„Von mir aus. Das geht klar.“

Nachdem dies abgesprochen war, wechselte ich das Thema: „Wie geht es eigentlich Teresa?“
„Gut so weit.“
„Und euer Nachwuchs?“
„Ist gesund und vor allem munter.“ Ich bilde mir ein, ein gewisses Augenrollen durch das Telefon gehört zu haben.

Naja, eine halbe Stunde später – ich war inzwischen im Büro – war seine Mail eingetroffen. Für ein Paper ist das Dokument recht umfangreich. Ich werde mich wohl demnächst drüber machen, vielleicht am Wochenende. Momentan habe ich anderes im Kopf.

Advertisements

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Neunhundertsechsundfünfzig

  1. ednong schreibt:

    Haha,
    „munter“ ist er bestimmt – der Nachwuchs. Und dann wohl auch der Papa, des Nachts. 😉

    Captcha paßt mal wieder: not yet

    Gefällt mir

  2. aliasnimue schreibt:

    Für Dich wahrscheinlich spannender zu lesen als den Star-Trek-Film anzuschauen. 🙂

    Gefällt mir

  3. engywuck schreibt:

    einfach Rechnung schreiben. Dann reduzieren sich solche Anfragen ganz schnell 😉

    Gefällt mir

  4. breakpoint schreibt:

    NeunhundertsiebenundsechzigIch hatte in Benjamin’s Entwurf für sein Paper einige Stellen gefunden, die ich noch mal mit ihm besprechen wollte. Deshalb hatten wir ausgemacht, dass ich ihn gestern in der Uni treffen würde, weil er da seine LaTeX-Sourcen auf dem Rechner hatte.

    Z…

    Gefällt mir

  5. Pingback: Elfhundertfünfundvierzig | breakpoint

  6. Pingback: Neunhundertsiebenundsechzig | breakpoint

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s