Neunhundertzweiundvierzig

Normalerweise gehe ich den kürzesten Weg vom Büro nach Hause.
Gestern war das Wetter schön, und mir war nach einem längeren Spaziergang an frischer Luft. Damit ich das Notebook nicht mitschleppen musste, verstaute ich es im Kofferraum von Carsten’s Auto.

Ich machte also einen mehr als großzügigen Umweg durch den Stadtpark. Schon lange war ich dort nicht mehr alleine und ohne Hetze herumgelaufen.
Diesmal jedoch nahm ich mir Zeit, und genoss die Boten des Frühjahrs.

Nicht weit von mir entfernt sah ich neben einer Bank eine getigerte Katze sich putzen. Meines Wissens ist das die Katze, die von den Gärtnern hier verköstigt wird.

Ich näherte mich der Katze langsam, bückte mich dabei etwas, und streckte die Hand nach unten aus. Dabei gab ich ein spezielles Zungenschnalzen (das ich gar nicht näher beschreiben kann, aber mit dem ich aus ungeklärten Gründen Katzen „anspreche“) von mir.
Die Katze sah auf. Ich ließ sie an meiner Hand schnuppern. Mein Geruch schien ihr zu gefallen. Vorsichtig strich ich ihr erst über den Kopf, dann über den Rücken, und schließlich zart über den inzwischen freundlich hochgereckten Schwanz.
Ihr Fell war weich und seidig. Sie rieb erst ihren Kopf, dann ihren ganzen Körper an meinen Beinen. Ich streichelte sie noch ein wenig weiter, dann setzte ich meinen Weg fort.

Sie lief mir noch ein kurzes Stück nach, setzte sich aber dann wieder hin und schaute mir nach.
Schon länger hatte ich keine Katze mehr gestreichelt. Das hat mir richtig gut getan, mich entspannt, und meine Laune gehoben.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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59 Antworten zu Neunhundertzweiundvierzig

  1. idgie13 schreibt:

    Miau 🙂

    Katzen sind tolle Wesen – ich möchte meine nicht missen.

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    • breakpoint schreibt:

      Ja, stimmt.
      Wenn wir nicht jedes Wochenende pendeln würden, würden wir uns vielleicht auch eine zulegen.

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      • Leser schreibt:

        Und gerade wollte ich schreiben: Legt euch auch eine zu! Zumindest in Carstens Haus sollte das kein Problem sein, da es eine Haushälterin gibt, die das Tier während Eurer Abwesenheit unter der Woche verpflegen kann. Und auch die sonstige Freizeit verbringt Ihr ja eher dort, als in der Stadtwohnung. Zudem gibt es dort auch einen schönen Garten, wo die Katze auch auf Mäusejagd gehen kann.
        Ich würde sogar sagen, es lohnt sich für die Anschaffung und „Akklimatisierung“ eines Haustieres ein paar Tage Urlaub zu nehmen, um alles richtig zu machen.

        Ich mag Katzen auch sehr, und genieße es jedes mal, wenn ich bei welchen zu Besuch bin (wobei, die meisten Leute, die ich kenne, haben mind. 2 Katzen).

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  2. Molly schreibt:

    Oh, dann schick mir odch mal bitte bitte was von Dienem Parfüm oder Duschgel oder was: Katzen können mich irgendwie nicht leiden, die letzte, die ich gestreichelt habe, hat mich gebissen! 😦
    -> Was das jetzt wohl über mich aussagt … 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Vielleicht sind es ja gerade die Duftstoffe, die die Katzen stören?
      Ich achte jedenfalls bei Duschgels etc. darauf, dass sie geruchsneutral sind.

      Ansonsten bin ich mit Katzen aufgewachsen, und weiß daher, z.B. wie ich mich bewegen muss, und welche Warnzeichen es gibt, wenn eine Katze trotzdem nicht so will, wie ich mir das erhoffe.

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  3. ednong schreibt:

    Oh ja, Katzen haben was. Und wenn eine Katze nicht will, dann will sie nicht. Katzen müssen immer von selbst auf einen zukommen – wie wohl die anderen Tiere auch. Zwingen bringt nichts.

    @Molly
    Vielleicht zu ungeduldig?

    Das Captcha rät: kaufen Sie bei Walmart

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  4. Uschi-DWT schreibt:

    Ich finde manche Hunde und Katzen strömen einfach eine Ruhe und Ausgeglichenheit, aus was sich dann auf einen selbst überträgt beim Streicheln.

    Mir ergeht es oftmals sogar auch bereits beim einfach nur zuschauen, wie sie sich so völlig entspannen können, dass ich mich gleich besser fühle. :yes:

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    • breakpoint schreibt:

      Stimmt, es ist meistens wirklich wohltuend, eine Katze zu streicheln (bei Hunden bin ich persönlich allerdings zu ängstlich).

      Gerade Katzen sind Entspannungskünstler. Wenn sie so richtig abschalten, weil sie sich sicher fühlen, kann sich das auch auf Beobachter übertragen. Diese Erfahrung habe ich selbst auch schon machen dürfen.

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      • Uschi-DWT schreibt:

        Ich lasse die Hunde auf mich zukommen und bisher ist da noch nichts passiert, man muss aber eben dem Tier auch seinen Freiraum lassen.

        Wobei ich allerdings auch bereits von klein auf mit Tieren aufgewachsen bin.

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        • breakpoint schreibt:

          Wir selbst hatten nur Katzen.
          In der Nachbarschaft gab es auch Hunde. Einige davon waren durchaus lieb, aber eben auch einige dabei, denen ich nicht trauen konnte.

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          • Leser schreibt:

            „denen ich nicht trauen konnte“ – das ist eine Fehleinschätzung, die auf mangelndem Wissen/Verständnis basiert. Ich traue jedem Hund, aber ich sehe eben auch, wie weit ich ihm trauen kann – und wo *seine* Misstrauenszone beginnt, sprich, die Komfortzone anfängt, in die er Fremde, denen er nicht traut, nicht gerne hineinlässt. Ist ein Hund frei, geht er dann automatisch weg und vergrößert den Abstand. Wenn nicht, ist man (als Erwachsener Mensch – bei Kindern sind es natürlich die Eltern) selbst schuld, wenn man das nicht merkt, und dann eine Verteidigungsreaktion auslöst. Das ist aber bei den meisten Hunden kein Problem, da nur wenige so konditioniert sind, Menschen zu misstrauen – ist halt wie im normalen Leben auch…

            Aber natürlich neigt man ohne dieses Wissen bei einem größeren Tier dann eher dazu, ängstlich zu sein.

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            • vires schreibt:

              „Wenn nicht, ist man (als Erwachsener Mensch – bei Kindern sind es natürlich die Eltern) selbst schuld, wenn man das nicht merkt, und dann eine Verteidigungsreaktion auslöst.“

              In Schwarz/Weiss ist die Welt gleich viel einfacher 🙂

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            • breakpoint schreibt:

              Dafür genügt auch ein Bit.

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            • breakpoint schreibt:

              Wir hatten ja schon mal eine ähnliche Diskussion.

              Mit Kettenhunden, die mich aggressiv ankläffen, will ich nichts zu tun haben.

              Ein Katze beißt und kratzt zwar auch mal, aber zumindest sind da die Folgen i.A. geringer.
              Ich habe noch nie gehört, dass eine Hauskatze ein Kind zerfleischt hätte.

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            • Leser schreibt:

              Das beste, was man von solchen „Kettenhunden“ erwarten kann, ist ja auch, sie im Vorbeigehen durch entsprechende Körpersprache soweit zu beschwichtigen, dass sie aufhören, zu kläffen. Das sind dann traumatisierte Tiere, deren Besitzer zu viel falsch gemacht haben. Ja, leider gibt es das. Aber dann ist auch nicht der Hund schuld, ebensowenig bei Hunden, die Kinder zerfleischen.

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            • engywuck schreibt:

              dann mal kurz gefragt: wie weit würdst du einem Hund trauen, der sein Frauchen beim „Gassi gehen“ hinter sich herzieht, der sobald man gegen das (Mehrfamilien-)Haus läuft anfängt lautstark zu bellen und der sobald man das Haus betritt nicht nur weiterbellt sondern offensichtlich mit Anlauf(!) gegen die Wohnungstüre rennt, so dass fast schon der Putz rieselt?

              Sowas habe ich als direkten Wohnungsnachbar. Ich hoffe nur, dass das Scheißvieh irgendwann mal versucht, jemanden durchs offene Fenster hindurch anzuspringen (wir wohnen im zweiten Stock, davor ist Asphalt). Oder dass „Frauchen“ endlich dazulernt und den Hund abgibt.

              Es gibt Hunde, denen kann man *gar nicht* trauen!

              Ich habe nichts dagegen, wenn ein Hund sein Revier verteidigt – so er weiß, DASS es ein solches GIBT (und dass es nicht beliebig weit geht). Wenn aber Frauchen beim Gassigehen den Hund anbindet „bis er sich beruhigt hat“ und Passanten von ihr gebeten werden, die Straßenseite zu wechseln dann traue ich diesem Hund weniger als gar nicht. So ein Hund würde auch nicht „freiwillig den Abstand vergrößern“. Mag sein, dass es die meisten tun würden, aber ich kenne zu viele, bei denen das nicht der Fall ist. Dann gibst du auch noch dem Mensch der gebissen wird pauschal die Schuld („wer das nicht merkt ist als Erwachsener selber schuld“) – nein, *wenn* dann ist der Besitzer (und damit Erziehungspflichtige) schuld, speziell wenn ein entsprechend bekanntes Vieh dann ohne Leine rumrennt (bei „meinem“ nicht der Fall. Bisher). Aggressionen direkt gegen den Hund natürlich ausgenommen (wer einen Hund tritt verdient den Biss – aber das macht ja keiner)

              Übrigens: kein Kettenhund. Nicht auf Menschen abgerichtet. „Nur“ nicht erzogen.

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            • Leser schreibt:

              Ich würde so einem Hund dann trauen, wenn er mit mir zusammen, ohne Leine (oder höchstens eine lange Schleppleine hinter sich her ziehend, aber eigentlich sehe ich da keinen Grund für) in einem abgesperrten, hinreichend großen Areal (z.B. Wiese mit Zaun drum herum), und ganz wichtig: OHNE sein derzeitiges Frauchen auch nur irgendwo in der Nähe zu haben, zu erschnuppern oder zu hören.
              Das hinreichend große Areal, damit man sich in Ruhe langsam aneinander annähern kann. Und dann ist das – da bin ich mir sicher – bestimmt ein sehr liebes Tier.

              Ja, natürlich ist da die Halterin schuld, die vor sich selbst nicht zugeben kann, dass sie mit dem Hund nicht umgehen kann.

              Trotzdem kann da der Hund nichts für, sondern agiert nur nach seinen Instinkten und der falschen, traumatisierenden Konditionierung, die er erhalten hat. Ich habe auch schon mal bei einer Hundeschule mitgearbeitet, wo derartige „Problemhunde“, nachdem sie von ihren traumatisierenden Haltern zu vernünftigeren Menschen kamen, entsprechend „umkonditioniert“ wurden. Da kann es schon mal sein, dass man auf einem 500m langen Feld spazieren gehen muss, der traumatisierte Hund am einen Ende, man selbst (im genannten Beispiel mit einem „Trainingshund“, der als „Reizauslöser“ zur „Umprogrammierung“ diente) am anderen Ende. Der traumatisierte Hund bekommt durch positive Bestärkung für jedes ruhige Hinschauen (anstatt Kläffen oder andere Anspannungsreaktionen) ein Leckerli als positive Bestärkung, usw. Das ist nicht einfach, aber machbar. Einige Zeit später war der Hund das sozialste Wesen, hat seine Angst komplett verloren und konnte wirkliche Beziehungen zu anderen Hunden aufbauen.

              Für die neuen Halter eines solchen (vormaligen) „Problemhundes“ hat sich das in allen Fällen gelohnt, denn das Tier ist dadurch immer zu einem tollen Gefährten geworden.

              Nur, wenn der derzeitige Halter nicht wahrhaben will, dass er mit dem Hund nicht umgehen kann, dann kann man da leider nichts machen. Es gibt ja keine Pflicht, einen Hundeführerschein zu machen. Bei hinreichend begründetem Verdacht kann man allerdings als von dem Hund „bedrohter“ Mensch veranlassen, dass dieser zu einem Wesenstest muss. In wieweit das Sinn macht, ohne dass die Halter etwas dazu lernen, ist eine andere Frage. Eigentlich müssten die den Wesens- (bzw. Charakter-)Test ablegen…

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            • engywuck schreibt:

              ich würde so einem Hund nicht einmal auf einem so riesigen Grundstück trauen. Mir ging es aber auch nicht darum, ob und wie so ein Hund „umerzogen“ werden kann.

              Mir ging es nur darum, dass man nicht jedem Hund trauen kann, schon gar nicht in beengten Verhältnissen (wobei das hier absolutes Dorf ist, da *ist* Platz). Zur Erinnerung: der Hund *rennt* gegen die Wohnungstüre und bellt lauthals, wenn ein Mitmieter die *Haus*türe öffnet oder sein Auto vor dem Haus verlässt! Bei so einem Hund ist man als Erwachsener eben *nicht* schuld, wenn er einen anfällt (außer als Halter, klar).

              Die allermeisten Katzen sind da deutlich weniger aggressiv. Wobei ich am liebsten „tote Spinne“ oder noch besser „Staubflocke“ als Haustier habe 😉

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            • Leser schreibt:

              Es ist ein Fehlschluss, wenn man sagt, einem Hund, dem in den genannten Situationen nicht zu trauen ist (weil er territorial ist oder von einem Menschen, der nicht mit ihm umgehen kann, an einer Leine gehalten wird), ist unter keiner Situation zu trauen. Das ist einfach nicht wahr. Präsentiere mir den Hund unter den von mir vorgegebenen Bedingungen, und ich kann – mit genügend Aufwand – ihn zu dem freundlichsten, sozialsten Schoßhündchen machen.
              Aber klar, wer von Grund auf Angst hat, sieht diese natürlich immer auch selbst bestätigt – das ist sowas, wie eine selbsterfüllende Prophezeiung.

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            • breakpoint schreibt:

              Ob es die „Schuld“ des Hundes selbst oder seines Besitzers ist, das ist mir völlig wurscht. Ich sehe nur die potentielle Bedrohung, die vom Hund ausgeht.
              Und keinesfalls darfst du dem Angegriffenen den Schwarzen Peter zuschieben, nur weil der sich vielleicht nicht „richtig“ verhalten hat.

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            • Leser schreibt:

              Normalerweise sind Hunde, die potentiell Schaden anrichten können, immer an der Leine. Wenn ich einen Hund ohne Leine sehe, ist davon auszugehen, dass dieser eben nicht angreift. Aber wenn ein Hund angeleint ist, kann man immer aus dem Weg gehen – das wäre dann das richtige Verhalten. Klar gibt es Ausnahmen durch idiotische Halter, oder ähnliches, aber das ist eben nicht die Regel.

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            • breakpoint schreibt:

              Naja ..
              Ich erinnere mich da gerade an so ein Erlebnis – ist schon ein paar Jahre her.

              Ich war unterwegs auf irgendeinem Feldweg zwischen Äckern und Wiesen.
              Plötzlich stürzt von weither so ein laut kläffender Köter genau in meine Richtung auf mich zu.
              Als er nur noch wenige Meter von mir entfernt war, ertönte ein Pfiff.
              Der Hund bremste ab, und rannte zurück.

              Natürlich ist „nichts passiert“, weil der Halter offenbar seinen Hund im Griff hatte.
              Trotzdem habe ich einiges an Angst ausgestanden, und so etwas muss wirklich nicht sein, auch wenn der Hund gehorcht.

              „Normalerweise sind Hunde, die potentiell Schaden anrichten können, immer an der Leine.“
              Jeder Hund kann potentiell Schaden anrichten. Dass es tatsächlich nur ein Bruchteil ist, der das auch wirklich tut, ist ein anderer Punkt.
              Außerdem kann nicht jeder Halter die tatsächliche Gefährlichkeit seines Tieres zutreffend abschätzen. Ich behaupte sogar mal, nur die wenigsten können das.

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            • Leser schreibt:

              Nagut, der Pfiff hätte in dieser Situation etwas vorher ertönen können. Würdest Du Dich etwas besser mit Hunden auskennen, hättest Du auch eine bessere Grundlage, um ängstlich zu sein, bzw. wärst es weit seltener, wenn solche Situationen auftreten. Man kann an der Körpersprache eines Hundes erkennen, wie er das „auf einen Zurennen“ meint. Und da Hunde, wie auch Katzen, domestizierte Tiere sind, ist das in der Regel nicht als Jagd gemeint – folglich erwartet der Hund nicht, dass der Mensch wegrennt, weil er ihn nicht als Bestandteil seiner Nahrungskette weiß. Das dürfte bei Hunden auch insgesamt am besten funktionieren, da die Domestizierung bereits genügend Zeit hatte, in die DNA überzugehen – schließlich halten wir uns schon Hunde, seit wir in Höhlen lebten. Wenn ein Hund bellenderweise auf jemanden zurennt, ist das nämlich in der Regel kein Angriff – dabei lauert der Hund eher, denn sonst ist die Beute weg. Das würde er also eher im Verteidigungsfall tun, aber wenn – wie in Deinem Beispiel – nichts da ist, was zu verteidigen wäre (kein Halter), dann kann das ebenfalls ausgeschlossen werden. Ansonsten ist aber auch freudiges Begrüßen mit Aufforderung zum Spiel denkbar – mir ist es auch schon passiert, dass mein Hund Menschen verwechselt hat, und gedacht hat, es wäre jemand Bekanntes. Dann macht er zwei, drei schwanzwedelnde, etwas schnellere Schritte auf denjenigen zu und schaut ihn an, und merkt, dass er sich getäuscht hat, bzw. sage ich es ihm auch (Ich habe das Glück, dass er nur sehr wenig bellt, aber da gibts unterschiedliche Charaktere, wie bei Menschen auch).
              Deshalb würde ich vermuten, dass es das ist: Der Hund hielt Dich für eine Freundin (befreundete Person), vielleicht sogar der Halter auch, und als er die Verwechslung erkannte, hat er den Hund zurückgerufen.

              „Jeder Hund kann potentiell Schaden anrichten.“ – mit diesem Argument könntest Du es auch für Menschen verpflichtend machen, ständig mit Handschellen herumzulaufen, denn ebenso kann jeder Mensch Schaden anrichten! Und ja, nicht jeder Halter kann die Gefährlichkeit seines Tieres einschätzen, aber die Meisten können das sehr wohl. Das Problem ist dabei nur, dass Menschen, die sich völlig zu Unrecht bedroht fühlen, meinen, sie könnten das besser, obwohl sie weder das einzelne Tier kennen, noch das Verhalten der Tierart Hund hinreichend interpretieren können. Aber dann Vorschriften machen wollen, was alles verboten zu sein hat, damit sie in ihrer Ignoranz und ihren angstgeprägten Trugschlüssen bloß nicht gestört werden.

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            • breakpoint schreibt:

              Dieser Halter hatte es entweder versäumt, seinen Hund im Auge zu behalten, oder ihm war es gleichgültig, dass er anderen Angst einjagt.
              An eine Verwechslung glaube ich nicht.

              „Würdest Du Dich etwas besser mit Hunden auskennen“
              Ist das meine Bringschuld?
              Ich gehe davon aus, dass die allermeisten Leute nichts mit (fremden) Hunden zu tun haben wollen.
              Und auch auf eine „Aufforderung zum Spielen“ möchte ich verzichten.

              „ebenso kann jeder Mensch Schaden anrichten“
              Selbstverständlich. Bloß sind die meisten Menschen vernünftig genug (und sei es aus Angst vor Strafe), dies nicht zu tun.
              Insbesondere würde mich wohl kein Mensch in der Öffentlichkeit blutig beißen.

              „sich völlig zu Unrecht bedroht fühlen“
              Und auch wenn ich mich „zu Unrecht“ bedroht fühle, so ist das dennoch kein Freibrief, Hunde überall frei herumlaufen zu lassen.
              Mir reichen schon die ganzen Hundefreilaufwege, auf denen ich mich nicht sicher fühlen kann, und auf denen auch alle paar Meter Hundefäkalien herumliegen.

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            • Leser schreibt:

              Und da ist es wieder, dieses Postulat als Grundannahme jeglichen Denkens, dass alle erst mal schlecht sind. Menschen würden Schaden anrichten, wenn sie nicht ihre Vernunft oder ihre Angst hätten. Das ist ein Fehlschluss – sowohl bei Menschen, als auch bei Tieren. Unkonditionierte Menschen haben keinen Grund dazu (man könnte sagen, erst der Verstand erzeugt überhaupt den Gedanken, dass dazu eine Notwendigkeit bestehen könnte), und ebenso haben unkonditionierte Tiere einen Grund dazu, solange man nicht Bestandteil ihrer evoutionär bedingten Futterkette ist.

              Mit so einer Haltung würde ich wirklich nicht durchs Leben gehen wollen (falls man das dann überhaupt Leben nennen kann, und nicht lediglich „auf angenommene Bedrohungen reagieren“).

              Sorry, aber damit erübrigt sich jede weitere Diskussion zu dem Thema – ich kann lediglich noch mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

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            • breakpoint schreibt:

              Jetzt dreh mir mal nicht das Wort im Mund herum.
              Ich bin auf deine Äußerung „denn ebenso kann jeder Mensch Schaden anrichten“ eingegangen, und habe begründet, dass er das zwar theoretisch tun könnte, aber in der Praxis eben gerade nicht macht.
              Vernunft und Angst sind dabei lediglich zwei wesentliche Motive, dies zu unterlassen. Es gibt sicherlich noch mehr.
              Deine Argumentation habe ich damit ad absurdum geführt, da man von einem Tier eben diese Ratio nicht erwarten darf.

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            • Leser schreibt:

              Achso. Daran, dass ich das nicht so verstanden habe, siehst Du, wie weit unsere Sichtweisen auseinander liegen. Bei der Aussage „…dass er das zwar theoretisch tun könnte, aber in der Praxis eben gerade nicht macht.“ habe ich mir lediglich gedacht: Und genauso ist es mit Hunden. Ein normaler Hund, der nicht misshandelt und traumatisiert wurde, hat nämlich überhaupt keinen Grund, jemandem Schaden zuzufügen. Ebenso wie ein normaler Mensch keinen Grund hat. Alle sehnen sich nach Harmonie, Friede, Freude, Eierkuchen. Menschen wie Hunde. Da gibt es keinen Unterschied. Beide wissen *instinktiv*, dass „Schaden zufügen“ das Gegenteil von dem wäre, was sie wollen. Diese Ratio hat selbst ein Hund.

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            • breakpoint schreibt:

              Da sind wir ja gar nicht mehr so weit auseinander.
              Ich stimme dir zu, dass ein „normaler“ Hund eigentlich gar keinen Grund hat, jemandem Schaden zuzufügen.
              Allerdings kann ich es nicht erkennen, ob der Hund tatsächlich „normal“ gutmütig ist, oder eben doch ein angriffslustiges, bösartiges Tier. Auch könnte er Gründe haben, die für mich nur nicht ersichtlich sind.

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            • Leser schreibt:

              Und da kann ich wieder nur sagen: Mit Menschen ist das nicht anders, da kann man das ebensowenig erkennen.
              Vielleicht sogar noch weniger, wenn man mal beiseite lässt, dass das, was man bei Menschen erkennt, oft auf den eigenen Stereotypen basiert (die sich durchaus als zutreffend herausstellen können, nur ist das dann trotzdem keine akkurate Erkennung, sondern Koinzidenz), und – hier kommt wieder das mit dem Wissen, was die Angst vermindern hilft – Hunde durch ihre Körpersprache ziemlich deutlich machen, was ihre Intention ist. Das fängt über die Haltung der Rute an, bis hin zur Stellung der Ohren, Bewegungsabläufe/Gang, Stellung der Lefzen etc.
              Wenn man dann noch ein paar Dinge lernt, wie man Hunden durch die eigene Körpersprache klar machen kann, dass man für sie keine Bedrohung darstellt (Stichwort: Beschwichtigungssignale, Turid Rugaas hat da sehr interessante Beobachtungen aufgestellt, die allgemein gültig sind, und selbst von Welpen schon angewandt werden – es ist also in der DNA codiert), gibt es wirklich keinen Grund mehr, in Normalsituationen Angst zu haben. Wenn man weiterhin davon ausgeht, dass 99,99999999% Normalsituationen ist, dann muss man sich also vor der Ausnahme ungefähr mit derselben Wahrscheinlichkeit fürchten, wie vor einem 6er im Lotto, oder dass man vom Blitz getroffen wird.

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            • breakpoint schreibt:

              Ich habe nie behauptet, dass es der Normalfall sei, anderen Schaden zufügen zu wollen.
              Auch Menschen schaden einander, sei es versehentlich oder absichtlich. Meist geschieht dies halt subtiler als durch so eine Attacke.

              Es ist nicht meine Aufgabe, irgendwelche „Beschwichtigungssignale“ zu erlernen, sondern Aufgabe des Halters, dafür zu sorgen, dass mir sein Tier nicht zu nahe kommt.

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            • Leser schreibt:

              Nein, es ist Deine Aufgabe, genug über Hunde zu wissen, dass Du – wenn Dir mal einer zu nah kommt – korrekt einschätzen kannst, ob Du Dich überhaupt in irgend einer Gefahr befindest.

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            • breakpoint schreibt:

              Das seh ich nicht so.

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            • Leser schreibt:

              Und ich sehe als Hundehalter keinerlei Grund, mich für absolut irrationale Ängste von Hundefeinden rechtfertigen zu müssen, wenn in Wirklichkeit überhaupt keine Gefahrensituation besteht.

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  5. plietschejung schreibt:

    Das hast du gut gemacht.

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  6. Pingback: Elfhundertdreiundzwanzig | breakpoint

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