Neunhunderteinundzwanzig

Auch eine Programmierschlampe muss sich mal fortbilden.

So war ich am Freitag ganztägig auf einem Seminar in einer großen Stadt, so dass ich bereits in aller Frühe aufbrechen musste, und erst abends wieder zurückkam.

Bisher hatte ich mich ja immer um das ganze Zertifizierungszeugs herumgedrückt, aber da ich jetzt in einem größeren Rahmen aktiv bin, besuchte ich einen entsprechenden Kurs auf Kosten der Firma.
Irgendwie bin jetzt aber auch nicht viel schlauer als vorher.

Der Kursleiter nervte mich schon bald mit seiner übertriebenen politischen Korrektheit, indem er sein Publikum immer wieder mit „Meine Dame, meine Herren!“ ansprach.
Die anderen neun oder zehn Teilnehmer vermieden es, mit mir zu sprechen (nein, ich erwartete keine Anmache, sondern lediglich sachliche Gespräche über Kursinhalte, vielleicht ein wenig Smalltalk in den Pausen). Ich erinnere mich, dass die Atmosphäre in solchen Kurse vor fünf oder zehn Jahren noch viel entspannter und lockerer war, und man ganz normal miteinander ein paar Worte wechselte.

Die Verpflegung war durchschnittlich (naja, wie kommt man auf die Idee, Laugenbrezeln mit Butter zu beschmieren? Igitt!) Allerdings gab es bei der nachmittäglichen Kaffeepause schon bald keinen Kuchen mehr, sondern nur noch ein paar Bananen und angedrückte Äpfel.
Mich juckte es ja in den Fingern, mir eine Banane genüsslich einzuverleiben, unterließ es aber dann doch.

Advertisements

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

19 Antworten zu Neunhunderteinundzwanzig

  1. DerMaskierte schreibt:

    Oh, wie ich diese Zertifizierungen hasse. Meine letzte musste ich vor 2 Jahren halten. Da war die Stimmung locker. Und der Kursleiter eine totale Pfeiffe ohne Plan – wie leider so oft. Und das Gefühl, hinterher auch nicht schlauer zu sein, kenne ich nur zu gut.

    Aber inzwischen habe ich die Seite gewechselt und bin jetzt einer von denen, die Schulungen halten und Zertifizierungen entwickeln. Mit dem Anspruch, dass die investierte Zeit und das investierte Geld den Probanten auch helfen, unsere Produkte Brötchenbringer und Butterbringer besser zu verstehen und einzusetzen.

    Gefällt mir

    • breakpoint schreibt:

      Tja, leider komme ich nicht (mehr) um Zertifizierungen herum. 🙄

      Aber du scheinst das Beste daraus zu machen, und sie zum eigenen Vorteil nutzen zu können.

      Gefällt mir

      • DerMaskierte schreibt:

        Gerade nochmal geschaut, ich hab durch meine Distributor-Erfahrung 41 Herstellerzertifizierungen über mich ergehen lassen müssen. Von den 41 Zertifizierungen sind gerade mal 2 Schulungen prägnant als nützlich in Erinnerung. Bei mehr als 5 Schulungen hatte ich durch Erfahrung mit dem Themenfeld/Konkurrenzprodukten mehr Ahnung von der Thematik als der Kursleiter. Der Rest rauscht so dahin.

        Das heißt, bei gerade mal 2 Schulungen mit anschließender Zertifizierungsprüfung habe ich Erfahrungen über das Produkt sammeln können, die mir im Alltag halfen, das Produkt korrekt und sinnvoll einzusetzen. Bei 39 Schulungen habe ich maximal 1-2 interessante Aspekte kennengelernt, die ich mir auch problemlos hätte ergooglen oder im Lab erarbeiten können. Da jede Schulung Geld gekostet hat – wenn nicht für die Schulung selber, dann zumindest durch die dafür blockierte Zeit im operativen Geschäft – möchte ich nicht wissen, wieviel Geld hier verschwendet wurde.

        Aber die Erfahrung war für mich nützlich, denn das Feedback meiner Schulungsteilnehmer gibt mir Recht, dass mein Konzept Früchte trägt:
        Intensive Schulung mit hohem Praxisteil (Übungen) und anschließender schwerer Prüfung. Aber wenn man sie erfolgreich bestanden hat, dann ist man im Alltag bestens gerüstet.

        Gefällt mir

  2. Molly schreibt:

    Och, wie nervig. Und nur dafür, dass Du jetzt schriftlich hast, was Du vorher schon wusstest? Typisch BRD.
    Das mit der Banane dagegen hätte ich zu gerne gesehen, das hätte sicherlich die Stimmung gehoben! 😉

    Captcha: Einmal ist keinmal.

    Gefällt mir

    • breakpoint schreibt:

      Diese Zertifizierungen sind nicht nur in Deutschland üblich bis unumgänglich.
      Und in diesem Kurs bekam ich zwar ein Teilnahmezertifikat, aber das sagt nur aus, dass ich an einem Kurs teilgenommen habe, in dem die Voraussetzungen und Vorgehensweisen zur Erlangung von Zertifizierungen behandelt wurden.

      Gefällt mir

  3. idgie13 schreibt:

    Ein paar von den Dingern hab ich auch und sehe das ähnlich wie Du.

    Zum Glück brauche ich aktuell nirgends welche Zertifikate 🙂 und kann mich davor drücken.

    Gefällt mir

    • breakpoint schreibt:

      Als Einzelkämpfer kann man sich noch relativ leicht drücken, aber bei Teamentwicklung ist das schon problematischer.
      Die Frage ist nur, ob ich mich selbst persönlich damit auskennen muss, oder ob ich das in Zukunft einem meiner Mitarbeiter übertragen kann (quasi als besondere Gunst).

      Gefällt mir

  4. engywuck schreibt:

    was ist gegen Butterbrezeln einzuwenden? Das ist doch ein Grundnahrungsmittel!

    🙂

    (OK, dafür verstehe ich nicht, was Bayern am Weisswurst-Zuzzeln finden. wenn schon weiße Würste, dann wenigstens „Nackte“(*), die schmecken wenigstens nach was)

    (((*) nein, nicht *diese* Würste – das was anderswo in ähnlicher Form als „Oberländer“ verkauft wird.))

    Gefällt mir

    • breakpoint schreibt:

      Ich esse gerne Laugenbrezeln. Auch mit Käse überbacken oder mit Kürbiskernen.
      Wobei ich jeweils eingentlich die Stangen den Brezeln vorziehe.

      Aber Butter drauf zu schmieren? Bäh .. das ist doch widerlich.

      Weißwürsten kann ich auch nichts abgewinnen. Sind hier zum Glück nicht überall präsent.
      Einen Bratwurststand vermisse ich in der Stadt allerdings schon. Bratwürste sind doch so ein leckerer Imbiss für Zwischendurch.

      Gefällt mir

      • engywuck schreibt:

        Laugenbrezeln (also die einzig „echten“ Brezeln) überbackt man doch nicht. bäh. Seltsamen Geschmack hast du da. Widerlich ist höchstens, wenn jemand meint, für Butterbrezeln Margarine verwenden zu müssen…

        Was allerdings funktioniert (nuja, an ne *richtige* Butterbrezel kommts nicht ran, aber immerhin…) ist, die Brezel parallel der größten Ausdehnung zu halbieren (wie Butterbrezel :-)) und dann mit einer dicken (Vesper-)Scheibe warmem Fleischkäse zu belegen. Alternativ geht auch Laugenweckle statt Brezel.

        Gefällt mir

        • breakpoint schreibt:

          Oh, Käse-Laugen-Brezeln sind lecker!
          Es gibt auch Stangen mit Käse und Schinken. Die kaufe ich mir gelegentlich unterwegs beim Bäcker.

          Mit Leberkäse habe ich Laugengebäck noch nicht probiert. Hört sich nicht schlecht an.

          Gefällt mir

  5. engywuck schreibt:

    Zertifizierungen haben meist nur einen Grund (neben „Geldverdienen“ für die Anbieter): man weiß, dass die Teilnehmer mit einem absoluten Minimum an Informationen zu Produkt oder Vorgehensweise wenigstens mal in Kontakt waren. Wer sich vorher schon halbwegs auskannte erfährt deshalb nur sehr begrenzt neues.

    Klar, Zertifikate an sich sind *eigentlich* Unnütz — nur sind sie halt immer noch die schnellste Methode, diesen Minimalkontakt (oder auch mehr, falls welche mit Prüfungen) zu belegen.

    Gefällt mir

    • breakpoint schreibt:

      Von welchen „Produkten“ redest du?

      Diese Produkte müssen wir doch erst mal herstellen.

      Gefällt mir

      • engywuck schreibt:

        OK, dann bei dir s/Produkten/Techniken/

        Wenn jemand wissen will „kennt der X“ oder „kann der Y“ dann kann er denjenigen einem Test unterziehen (sollte dafür aber X oder Y selber schon gut genug kennen) oder er schaut auf Fortbildungsnachweise. Geht schnell – aber man kann natürlich denebenliegen. Verdächtig ist, wenn derjenige viele davon hat 🙂

        Solltest du aber ISO9001 und so Quatsch gemeint haben: auch da gilt Ähnliches. „Meine“ Firma hat mittlerweile auch einige Zertifizierungen in die Richtung, einfach weil die Kunden es wollten — und es einfacher war, als von allen Großkunden dauernd Audits im Haus zu haben („wir“ stellen was für Lebensmittel- und Pharmabranche her, die sind da recht pingelig).

        Gefällt mir

  6. Pingback: Ein Schuss nach hinten – “Erfolge” des Feminismus | Geschlechterallerlei

  7. Pingback: Elfhundertfünfzehn | breakpoint

  8. Pingback: Ein gelungenes Seminar #Blogparade //1519 | breakpoint

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s