Achthundertneunzig

Zu meinen Mitarbeitern habe ich inzwischen ein vertrauensvolles, fast mütterliches Verhältnis aufgebaut. So kam es inzwischen schon einige Male vor, dass ein Mitarbeiter mir sein Herz ausschüttete.
Die folgende Geschichte will mir nicht mehr so recht aus dem Kopf.

$. war ein Student, unauffällig und zurückhaltend, fast schüchtern, aber gutmütig und hilfsbereit.
Als er eine neue Austauschstudentin kennenlernte, half er ihr wo immer möglich. Zeigte ihr die Stadt und verschiedene Unigebäude, machte die eine oder andere Erledigung für sie, übersetzte, da ihr Deutsch Schwächen hatte, übte mit ihr verschiedene Aufgaben für ihr Studium. Kurz, er unterstützte sie, so gut er konnte.
Sie nahm das alles gerne in Anspruch. Ich möchte nicht behaupten, dass sie ihn ausnutzen wollte, allerdings war ihr Verhältnis zueinander recht einseitig.
$. hatte sich in sie verguckt, und wäre gerne weitergegangen, aber sie hielt ihn unverbindlich auf Distanz in der Friendzone. Nicht dass sie das eindeutig gesagt hätte. Sie wollte ihn schon noch warmhalten.
Als $. – ganz stolz darüber – zu einer Party eingeladen worden war, begleitete sie ihn. Auf dieser Party nahm $. dann allen Mut zusammen, und versuchte sie in einem Nebenzimmer zu küssen.
Daraufhin wurde er von einem Landsmann der Austauschstudentin zusammengeschlagen. Sie zeigte ihn an, wegen sexueller Nötigung, und streute das Gerücht, er habe schon mehrfach versucht, Frauen zu vergewaltigen und sogar geschlagen.

Diese Geschichte ist nicht meinem Mitarbeiter selbst passiert, sondern einem Freund von ihm, und sie liegt schon einige Jahre zurück. Seither hat er jedoch Befürchtungen, und wagt es kaum noch, mit Frauen umzugehen.

Jungs, lernt PU, damit euch so etwas nicht so leicht passieren kann, wenn ihr selbstsicherer seid, und Frauen besser einschätzen könnt.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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34 Antworten zu Achthundertneunzig

  1. schaum schreibt:

    was immer auch PU ist. und welcher kultur entsprang denn diese dame? ich denke, das ist wichtig für die bewertung oder?

    es schäumt sinnierend

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    • breakpoint schreibt:

      PU ist Pickup.

      Die Austauschstudentin stammte wohl aus Afrika. Ich weiß nicht, woher genau.

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    • Windmuehle schreibt:

      Weshalb ist es für die „Bewertung“ eines Menschen wichtig, aus welcher Kultur er stammt?

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      • schaum schreibt:

        eine gute frage. und ich hoffe, ich finde eine gute antwort. hier der versuch:
        ich glaube, dass das verhalten, welches in einigen kulturen duldbar oder in ordnung ist, die basis für eine bewertung der grösse der abweichung darstellen kann.
        einfacher: wenn die prügelnden menschen aus einer kultur stammen, welche kussversuche nicht duldet und mit strafe belegt, so ist es nachvollziehbar(wenn auch NICHT akzeptabel); wenn die prügelnden aus einer kultur stammen, in der küsse oder kussversuche normal und ok sind, dann macht es das prügeln zu einer grösseren abweichung. klingt jetzt blöd, aber ich denke, bevor man das bewertet, sollte man das wissen.
        wobei ich das prügeln grundsätzlich unerträglich finde. und zwar in jeder kultur und egal wo die menschen leben!

        es schäumt klarerso?

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  2. DerMaskierte schreibt:

    Ach ja, die alte Nummer mit schön auf kleiner Flamme kochen lassen und den Kerl ausnutzen.

    Die introvertierten, schüchternen Typen sind dafür aber auch die anfälligsten. Der oben beschriebene Typus Frau riecht das förmlich und nutzt es in vollen Zügen aus.

    Da hilft nur eine gesunde Portion Lebenserfahrung basierend auf Enttäuschungen, wenn man vom Typ schüchtern und introvertiert ist, um diese Frauen zu erkennen.

    PU kann meiner Meinung nach höchstens helfen, den Mut zu finden diese Erfahrungen zu sammeln und die allergröbsten Klippen zu umschiffen.

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    • breakpoint schreibt:

      Tja, ähnliche Fälle (wenn auch nicht in diesem Ausmaß) scheinen gar nicht so selten zu sein.
      Es gibt ja den Typus Frau, der Männer gerne als Orbiter hält, und ohne Gegenleistung seine Vorteile daraus zieht.

      Ein PU-erfahrener Mann hätte entweder Möglichkeiten gefunden, seine Interessen zu realisieren, oder früher eingesehen, dass er seine Zeit bei ihr nur verschwendet, und sich lieber auf ein lohnenderes Ziel ausgerichtet.

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  3. plietschejung schreibt:

    Was ist aus der Anzeige gegen ihn geworden ?
    Hat er die Dame wg. Verleumdung angezeigt ?

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  4. idgie13 schreibt:

    Manchmal schäme ich mich für meine Geschlechtsgenossinnen. Das ist einer dieser Fälle.

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  5. Molly schreibt:

    Oh Mann. Ob der sich je wieder trauen wird, einer Dame näher zu kommen? Mist ist das. Nur, weil er versuchte, sie zu küssen? Als ein Mensch, den sie kannte, schon längere Zeit, und mit dem sie auf einer Party wahr? Und von dem sie wohl auch wusste, dass er sie in der Hinsicht mag? Unfassbar!
    Und das mit dem Zusammenschlagen und den Gerüchten ist allerunterste Schublade, ER sollte SIE (und ihren Landsmann) anzeigen!
    Hat er?

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  6. ronin667 schreibt:

    Das ist doch Satire, oder? Ist das ernst gemeint?

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    • breakpoint schreibt:

      Nee, das ist die Realität.
      Zwar in diesem extremen Verlauf hoffentlich nur ein Einzelfall. In abgemilderter Form dürfte es gar nicht so selten sein.

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      • ronin667 schreibt:

        Das erstaunt mich. Für mich las sich das wie die Karikatur eines PU-Werbespots – absichtlich übertrieben, um die (vermutlich unbegründeten) Befürchtungen unsicherer Männer auf die Schippe zu nehmen. Auch die sehr gewagte Schlussfolgerung, man müsse PU lernen, um so etwas zu verhindern, hielt ich für ironisch. Zumal ich das bisher so verstanden hatte, dass Du PU gegenüber eher negativ eingestellt bist.

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        • breakpoint schreibt:

          Die Schlussfolgerung stammt von mir, da ich sehe, dass sehr viele Männer unsicher sind, wie sie mit Frauen umgehen können.

          Bei PU gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Einige davon finde ich zwar daneben, aber grundsätzlich halte ich PU für ein geeignetes Toolkit, das es manchen Männern erleichtern kann, Kontakt mit einer Frau aufzubauen und auch zu halten.

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  7. plietschejung schreibt:

    Übles Verhalten ist auch in meinem Verständnis nicht kulturell begründet.

    In diesem Fall schien eine gewisse moralische/ethische Barriere durchbrochen worden zu sein, die scheinbar einer Korrektur bedurfte.

    Die Maßstäbe sind durchaus unterschiedlich (siehe auch Stockschläge für Blogger, derzeit in vielen Medien nachzulesen)

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  8. Leser schreibt:

    Mir fehlen die Worte.
    Das Captcha übernimmt: wicked witch

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  9. ednong schreibt:

    Übel. Einfach nur übel. Und als Student wird man nicht die Übersicht/Einsicht gehabt haben, das selber noch juristisch verfolgen zu wollen. Gerade als Introvertierter wird er möglichst schnell aus der Situation herausgewollt haben.

    Der Dame hätte ich dann irgendwann mal ein nettes Abführmittel in ihr Getränk gepackt. Soviel, dass es noch harmlos ist aber dennoch Wirkung zeigt. So als Abschiedsgeschenk. Oder noch eine nette, leider falsche Übersetzung für etwas geliefert.

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  10. Pingback: Tausendeinundachtzig | breakpoint

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