Achthundertachtundsechzig

„Gutes Benehmen und Netiquette“ ist heute das Thema beim Webmasterfriday.
Ich sehe die Themen ja nicht als Vorgaben, an deren Einzelfragen man sich sklavisch halten muss, sondern vielmehr als Inspirationsvorlage, von der aus ich meine Gedanken fliegen lassen darf.

Im Internet ist nicht jeder für sich allein. Das ist ein weltweites Geflecht, das von der Interaktion der Netizens lebt.
Das Miteinander hat natürlich auch Einschränkungen für den Einzelnen zur Folge, so dass man miteinander irgendwie auskommt.
Konkret bei Blogs ist es so, dass ich mich bei anderen Blogs als Gast sehe. Zumeist als durchaus willkommenen Gast. Wenn ich dort einen Kommentar hinterlasse, dann in einer Form, wie ich ihn auch gerne selbst erhalten würde – also einigermaßen zum Thema passend und selbstverständlich ohne Beleidigungen. Auf Rumgetrolle können wir doch alle verzichten.
Bei Bloggern, von denen ich annehme, dass ich sie einigermaßen gut kenne, gehe ich bei Kommentaren durchaus auch mal etwas weiter (insbesondere, wenn ich Glühwein getrunken habe), als bei Bloggern, die für mich noch so neu sind, das ich sie weniger einschätzen kann. Das gilt so ähnlich natürlich auch, wenn ich auf Kommentare von Besuchern antworte.
Trotzdem kann man dann schon mal daneben liegen. Vorsätzlich zumindest würde ich niemals jemanden verletzen wollen.

Zum realen Leben gibt es viele Parallelen, aber auch Unterschiede. Gerade mit Fremden agiert man wohl eher höflich bis freundlich. Diese Freundlichkeit lässt sich mit Menschen, mit denen man immer wieder zu tun hat, auf Dauer meist nicht durchhalten. Ich zumindest habe schon mal schlechte Laune. Dann nervt mich alles, und ich bin schon mal patzig.
Aber nur bei ganz wenigen Menschen erlaube ich mir dann, diese schlechte Laune auch mal durchkommen zu lassen. Ich halte es für ein Zeichen der Authentizität, wenn man nicht immer nur lieb, nett und freundlich ist. Man muss halt wissen, bei wem man sich dies leisten kann, und das sind die wichtigsten Menschen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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53 Antworten zu Achthundertachtundsechzig

  1. Molly schreibt:

    Jaaa, so ist das. Allerdings habe ich auch beizeiten den Eindruck, dass sich Menschen – wohl ebenso wie im Urlaub an gewissen Orten – nicht nur gerne hinter ihrer Anonymität verstecken, sondern diese auch gezoelt benutzen, um mal „so richtig die Sau rauszulassen“.
    Ich erinnere mich an 2 ganz tolle Blogs, bei denen es in den Kommentaren mal so richtig fies und mies wurde. Da habe ich dann auch ein paar Takte zu gesagt. Man sollte sich doch auch in der Internetwelt so verhalten, wie man es „im wahren Leben“ tut, oder?
    Obwohl: Vielleicht ist genau das ja das Problem bei manchen Leuten…
    Zum Glück sind das aber eher die Ausnahmen.

    Schlechte Laune? Och, die lasse ich einfach an den Nachbarn aus… *düdeldüü* 😉

    Konkurrenzcaptcha: king arthur

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    • breakpoint schreibt:

      Ja, manche Leute nutzen den Schutz der Anonymität aus, um herumzutrollen.
      Ich glaube aber, dass diese Trolle im RL ein ganz armseliges Leben führen, und durch ihre Trollerei erhoffen sie sich zumindest Aufmerksamkeit – etwas was ihnen sonst versagt bleibt.
      Die können einem Leid tun.

      Deine Nachbarn mir auch. Aber so weit, dass sie sich revanchieren, treibst du es ja nicht. Oder?

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      • Molly schreibt:

        Na ja, eigentlich wollte ich ja statt „Nachbarn“ „Kinder“ schreiben, aber das wäre schlecht für`s Image gewesen… *hüstel* 😉

        Ich muss allerdings zugeben, dass es mir manchmal echt schwer fällt, höflich und freundlich zu bleiben! Deshalb antworte ich auf Fieskommentare – sei es bei mir oder anderswo – immer erst, wenn ich mich abgeregt habe. Zu groß sonst die Versuchung, auf dem selben Tiefniveau zu antworten, *schäm*

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        • breakpoint schreibt:

          Dann wünsche ich deinen Kindern eine stets bestens gelaunte Mutter, und dir Kinder, die wissen, wie man seine Mutter bei Laune hält, und das auch tun!

          Auf fiese Kommentare sollte man gar nicht antworten. Don’t feed the trolls. IMHO fallen solche Kommentare nämlich auf ihren Urheber selbst zurück.
          Naja, immer gelingt es mir auch nicht, Trollereien einfach kommentarlos stehen zu lassen.
          Ach, war da nicht mal bei dir ein Herr Dummidoof, oder so ähnlich?

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          • Molly schreibt:

            😀
            Jaaaa, Herr Da-wie-doof! 😀
            Ich finde, das fiese bei Trollkommentaren ist, dass ich sie zum Einen nicht unkommentiert da stehen lassen will. So verschandeln sie mein schönes Blog und es sieht so aus, als ob mir dazu nichts einfallen würde (oder ich bilde mir das nur ein 😉 )
            Zum Anderen machen sie mich manchmal echt wütend – wie zB besagter Doof-Mensch. Dem hätte ich zu gerne ein paar Takte erzählt, aber würde ich genau so rumgiften, würde das auch nicht besser aussehen, sondern hysterisch und genauso tiefniveauartig aussehen.
            Vielleicht ergreife ich deshalb gerne für einen betroffenen Blogger Partei: Wenn ein Dritter als Außenstehender den Fieskommentator angiftet, ist das etwas ganz anderes und sieht dann für den Blogger nicht so armselig aus…
            Oh Mann, was ich mir Gedanken mache – dabei hatte ich erst 3 trolle zu Besuch! 😀

            Captcha: hobby horse
            – Oha: ednong`scher Kristallkugelalarm…

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            • breakpoint schreibt:

              Ja, das mit den Trollkommentaren sehe ich schon so.
              Wenn man nicht darauf reagiert, könnte der Troll oder auch unparteiische Leser meinen, dass einem die Retourkutsche fehlt, oder gar dass man mit der Meinung des Trolls übereinstimmt.
              Deshalb juckt es mir da schon in den Fingern (und gar nicht so selten gebe ich dem nach).

              Andererseits ist es gerade das was der Troll will – das einzige, was ihm Befriedigung verschafft, weil es ihm Gelegenheit gibt, erneut seinen Spam zu verspritzen.
              Und das kann sich auch aufschaukeln und eskalieren, und lässt einen selbst dann auch nicht besonders sympathisch wirken.
              Wenn dritte Leser dann eingreifen, und den Troll in die Schranken weisen, ist das halt auch wieder Trollfutter, aber man hat zumindest die Gewissheit, dass andere einem beistehen.

              Was mich immer so ärgert, ist, wenn meine Äußerungen – nicht hier, aber anderswo – von bestimmten Personen aus dem Zusammenhang gerissen werden, und verzerrt und verfälscht wiedergegeben werden, so dass eine völlig andere Message entsteht, die ich angeblich gesagt hätte.
              OK, es kann schon mal vorkommen, das etwas anders aufgefasst wird, als es gemeint war (insbesondere wenn die Ironie schwer zu erkennen ist), aber das sind immer wieder die gleichen Personen, und die machen das absichtlich und mit Methode.

              Nicht aufregen, nicht aufregen, ganz ruhig, tief durchatmen. – OK, genug Dampf abgelassen.

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            • idgie13 schreibt:

              Trolle hatte ich bisher zum Glück nur ganz selten auf meinem Blog. Aber ich lösche die Kommentare rigoros. Mein Blog, meine Regeln.

              Ansonsten kann ich nichts anderes tun als zustimmen. Leider trage ich mein Herz manchmal auf die Zunge und rede schneller als ich denke .. :oops:. Das ist aber eher ein RL-Problem – beim Schreiben lese ich vorher nochmals alles durch.

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            • breakpoint schreibt:

              Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, verhalten sich die Kommentatoren hier recht gesittet.
              Löschen wegen Getrolle musste ich noch nie.

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  2. ednong schreibt:

    „… insbesondere, wenn ich Glühwein getrunken habe …“ – LOL. Wann gibt es wieder Glühwein bei dir?

    „Man muss halt wissen, bei wem man sich dies leisten kann, und das sind die wichtigsten Menschen.“
    Dem kann ich nur beipflichten. Wahre Freunde erkennt man halt erst, wenn es drauf ankommt.

    Gutes Benehmen gehört mMn überall dazu – und natürlich ganz besonders dann, wenn man die Leute sowieso noch nicht einschätzen kann. Wenn man das irgendwann später (halbwegs) kann, weiß man ja auch, wie es der andere meint und faßt dann im Allgemeinen auch richtig auf. Letztlich geht es ja auch darum, Mißverständnisse zu vermeiden.

    Captcha: keep calm

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    • breakpoint schreibt:

      Glühwein gibt’s jetzt nur noch abends, und danach bin ich dann offline.

      Ja, es sind nur wenige Menschen, bei denen man sich nie verstellen muss. Umgekehrt darf man bei denen halt auch mal miese Laune ertragen. Aber das gehört halt dazu.

      Auch beim besten Willen sind Missverständnisse nicht immer zu vermeiden – gerade auch online, wenn Gestik und Mimik fehlen, und doch auch eine gewisse Zeitverzögerung zwischen den Statements liegt.
      Aber mit etwas gegenseitigem Aufeinanderzugehen lassen die sich dann auch wieder ausräumen.

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  3. HansHans schreibt:

    Hallo, dass man in anderen Plattformen/Foren Gast ist, müsste manchem viel klarer vor Augen geführt werden. Der ein oder andere verhält sich jedenfalls nicht so, und „tritt die Gastfreundschaft mit Füßen“. Man kann auch prima streiten (muss auch mal sein) ohne in ein unteres Niveau zu sinken. Aber wie auch hier erwähnt glaubt der ein oder andere, man könne sich hinter dem anonymen Nick verstecken und mal ein bisschen „aufmischen“. Ich bevorzuge auch einen freundlichen Umgang miteinander.Wünsche allen ein schönes Wochenende und grüße herzlich. Hans

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    • breakpoint schreibt:

      Nicht jeder Kommentar, der eine andere Meinung vertritt, bedroht gleich die Gastfreundschaft.
      Gerade Meinungsverschiedenheiten lassen sich auch konstruktiv diskutieren. Das ergibt manchmal die interessantesten Kommentarstränge.

      Persönliche Angriffe und Beleidigungen dagegen müssen wirklich nicht sein.

      Es ist ja viel schöner, einander mit gebührendem Respekt zu begegnen.

      Ein schönes Wochenende zurück und lg
      Anne

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  4. plietschejung schreibt:

    Also ich bin ja NIE patzig 🙂

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  5. dieSuchende schreibt:

    Volle Zustimmung. Ich lass zwar nicht meine
    „wo-anders-zugezogene“ schlechte Laune bei anderen
    aus – das versuche ich zumindest, aber der ein
    oder andere Kommentar kann einen auch mal ärgern
    oder mal etwas unfreundlicher reagieren lassen.

    Und dann darf man sich auch mal fetzen :yes:

    Immerhin haben wir alle Grenzen – die man auch
    im Internet gewahrt wissen will, richtig? Und
    da muss man auch schon mal etwas klarer werden. ^^

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    • breakpoint schreibt:

      Tja, bei schlechter Laune besteht immer die Gefahr, dass die jemand abkriegt, der gar nichts dafür kann.

      Menschen, die einen gut kennen, verzeihen das leichter, weil sie ja auch die anderen Seiten kennen.
      Bloß wenn irgendjemand die schlechte Laune lediglich als Momentaufnahme mitkriegt, zeichnet das ein ganz negatives Bild.

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      • dieSuchende schreibt:

        Das kommt drauf an. Wenn ich von schlechter Laune rede,
        neige ich mittlerweile dazu eher traurig – als wütend zu sein.
        Das kriegen meine Freunde zwar mit – aber ich versuch wirklich
        nicht an anderen Aggressionen rauszulassen.

        Allerdings reagiere ich auch sofort und manchmal schon
        sehr früh auf „provokation“ und überheblichkeit z.B.
        Ja – und das macht mich aggressiv und patzig und
        beleidigend auch öfters. Vor allem regt mich auf,
        wenn Leute gar nicht mitkriegen, was sie so von sich
        geben …. aber dann geb ich das wirklich sofort an
        die „richtige Person“ weiter.

        Wenn ich in so nem Moment dann von jemand anderem
        angesprochen werde – also neutral – dann schalte ich
        schon direkt wieder um auf freundlich.

        Diese netten Worte hier von meinem Vorgänger beziehen
        sich übrigens auf mich 😉 – er kennt mich nicht -aber
        meint meine Unfreundlichkeit ihm gegenüber sei ein
        Problem meiner psychischen Störung. 🙂 – nö – ich
        empfinde ihn einfach nur als Beleidigend. Und darauf
        reagier ich – und wie gesagt – immer nur auf die
        entsprechende Person. ^^

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        • breakpoint schreibt:

          Wenn ich traurig bin, dann ziehe ich mich möglichst zurück und meide Kommunikation mit anderen.

          Schlechte Laune beruht bei mir meist darauf, dass ich mich über irgendetwas geärgert habe, und dann erst mal Druck ablassen muss.
          Da werde ich schon mal unleidlich, dauert meistens aber nicht lange.

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          • dieSuchende schreibt:

            Ja – aber warum dann nicht den Ärger gleich da rauslassen,
            wo er entstanden ist?! Das finde ich nur fair – auch meinen
            Mitmenschen gegenüber.

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            • breakpoint schreibt:

              Das hat ja oft auch Anlässe, für die es gar keinen konkreten „Schuldigen“ oder Verantwortlichen gibt.
              Manchmal liegt die Ursache auch in einer Häufung von Kleinigkeiten, und irgendwann läuft das Fass halt über.

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            • dieSuchende schreibt:

              Ja – aber das ist ja wieder ein grundsätzliches Problem.
              Warum überhaupt Dinge anwachsen lassen? Wenn man eben
              gleich reagiert – reagiert man dann ja auch nicht so
              heftig. WEnn das Fass überläuft – ist es ja meistens
              schon zu spät. Und die Reaktion übertrieben.

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            • breakpoint schreibt:

              Ich habe das jetzt eigentlich nicht als größeres Problem angesehen. Es ist doch normal, dass die Laune nicht konstant auf gleichbleibendem Niveau ist. Es gibt halt Schwankungen, vielleicht auch mal heftigere.
              Jedesmal ist eine unmittelbare Reaktion auch gar nicht möglich oder sinnvoll. Manchmnal wird einem das gar erst mit Verzögerung bewusst.

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            • dieSuchende schreibt:

              Ja klar ist das so. Nur – du sprachst eben von dem rauslassen
              von Aggressionen bei anderen, die im Grund nichts damit zu tun haben
              – und das versuche ich zu vermeiden.

              Das heisst, wenn ich da irgendwo verstimmt bin und dann z.B.
              mit ner Freundin rede – dann werde ich ihr meinen Ärger eher
              erzählen – sie aber nicht angreifen – soooo lasse ich den
              Dampf dann eben auch bei anderen ab.

              Aber ich werde da eben an eine konkrete Begebenheit erinnert.
              Ist noch gar nicht so lange her. Ich saß im Bus – nahe beim
              Fahrer. Eine Frau stieg ein und bestellt ein Ticket zum Hauptbahnhof.
              Der Fahrer – ein Ausländer – fragte daraufhin zu welchem Bahnhof,
              was in meinen Augen eine berechtigte Frage ist, da dieser Bus einmal am Hauptbahnhof DB und dann weiterfährt zum Stadtbahnhof
              der SB.

              Diese Frau reagierte daraufhin so angepisst und beschimpfte den Fahrer „ob er kein Deutsch könne – und sie habe koch klipp und
              klar gesagt HAUPTBAHNHOF – was denn daran nicht zu verstehen wäre“

              Der Busfahrer blieb immer noch höfflich und entschuldigte sich – während sie noch einen obendrauf setzen musste – auf provozierende Art: Ja ist doch wahr – was für ne blöde Frage“. Soooo…. jetzt reagierte der Busfahrer auch. Es wurde richtig laut – richtig aggressiv – ich sass wirklich dazwischen – jouh – und man konnte merken, dass die Frau ein anderes Problem hatte und einfach mal
              so dann eben auf den Busfahrer losging.

              Der Busfahrer wurde jetzt auch persönlich. Sie sprach davon sich über ihn zu beschweren. Ich hab irgendwann dazwischen gebrüllt weil sie sich mittlerweile nur noch gegenseitig hochschaukelten,
              ob jetzt nicht mal beide einfach nur STILL sein könnten. Die Frau
              wollte noch was hinterher schieben – worauf ich ihr ziemlich über den Mund gefahren bin mit einem sehr lauten „Schhhhhhhschhhhh“

              Echt – ich konnte mir das nicht mehr antun. Es wurde ruhig. Der Busfahrer war sichtlich gestresst und verärgert. Zu recht. Und dann stieg noch eine andere Dame aus – und meinte im Vorbeigehen
              eigentlich recht freundlich: Sie habe sich schon ein wenig im Ton vergriffen – und darüber sollte sie doch mal nachdenken, bevor sie
              sich über den Busfahrer beschwert.

              Dann gabs dann noch ein lautes: Hab ich sie nach ihrer Meinung gefragt? Nein? Dankeschön. Die interessiert mich nicht.

              Die andere Frau ist dann ausgestiegen – ich konnte nur noch den
              Kopf schütteln. Ne – sowas mag ich nicht. Und ich finde, da sollte
              man sich auch einigermassen selbst im Griff haben – egal was einem alles an dem Tag über die Leber gelaufen ist.

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            • breakpoint schreibt:

              Bei deinem Beispiel mit dem Busfahrer ist die Situation ja ziemlich eskaliert.

              Ich meinte eigentlich viel harmlosere Fälle.
              Wenn ich beispielsweise gleich am Morgen feststelle, dass meine Strümpfe eine Laufmasche haben, danach verkleckere ich meinen Kaffee, auf dem Weg zum Büro regnet es, und dann stürzt mir auch noch der Rechner ab .. dann bin ich halt nicht mehr ganz so gelassen, wenn ein Mitarbeiter mir noch irgendwelche Probleme meldet. Aber deswegen werde ich nicht aggressiv (von Aggressionen hatte ich übrigens gar nichts geschrieben) ihm gegenüber.
              Was passieren kann, ist, dass ich abends – wenn die Pechsträhne so den ganzen Tag anhält – meinen Mann wegen irgendeiner Kleinigkeit anraunze.
              Das hat er zwar eigentlich nicht verdient, aber er nimmt es mir auch nicht übel, weil ich umgekehrt auch oft seine miese Laune ertrage (was ihm bewusst ist).

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            • dieSuchende schreibt:

              Okay, dann hab ich das wohl missverstanden und eben
              schlechte Laune rauslassen – mit Aggressionen assoziiert.
              Klar ist das ein heftiges Beispiel.

              anraunzen ist für mich aber auch eben schon ne Form
              von Aggression – öhm… wie lässt man anders seine
              schlechte Laune raus an anderen?! Das ist die einzige
              direkte Form, die ich kenne – zumindest, wenn wir von
              der schlechten Laune – die durch „Ärger“verursacht wird
              sprechen. |-|

              Und ärger bei anderen auslassen – ohne Aggression?! – wie
              geht das?

              Da kommt es natürlich darauf an, wie man Aggression generell
              betrachtet. Wenn ich von Aggression rede – meine ich nicht
              unbedingt nur die „negative“ Aggression – sondern auch so
              eine Aggression, die jeder Mensch für sich selber braucht.

              nehmen wir mal ein schwächeres Beispiel. Ich steh letztens
              in meinem Job neben einer Kollegin und schaue in einen Ordner,
              weil ich etwas suche. Das ist in der Regel ne Sache von ner
              Minute und das mache ich jeden Tag. Weshalb ich dann nicht
              unbedingt – und weil der Ordner auch an ihrem Arbeitsplatz
              steht – denke, ich müsste für diesen kleinen Moment neben
              ihr jetzt gerade PLATZ machen. An den meisten TAgen ist das
              für sie auch völlig in Ordnung. ich guck in den Ordner – nehm
              mir das raus, was ich brauche, stell ihn wieder bei ihr an den
              Platz und bin weg. Aber in jenem Tag war sie wohl irgendwie
              nicht gut drauf und „raunzt“ mich dann an – „können sie nicht
              woanders hingehen damit – damit ich hier weiterarbeiten kann?“

              Jouh… an anderen Tagen kann sie das… an dem Tag, ist sie
              wohl irgendwie mit dem falschen Fuß aufgestanden – vermutlich hat sie heute auch irren Stress – keine Ahnung. Ich hab
              auch nichts dazu gesagt, weil mir schon klar war, dass sie
              einfach schlechte laune hat, aber mir meinen Teil gedacht.
              Und natürlich war das Aggression. Oder siehst du das anders?

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            • breakpoint schreibt:

              Einigen wir uns vielleicht darauf, dass Anraunzen oder ähnliches eine milde Form der Aggressivität ist. Das möchte ich schon abgrenzen von drastischeren Formen wie Handgreiflichkeiten oder dem Herumschmeißen von Gegenständen.

              Wenn du ansonsten gut mit deiner Kollegin auskommst, würde ich ihr Verhalten schulterzuckend unter „Laus über die Leber gelaufen“ verbuchen, und es nicht persönlich nehmen.
              Ich nehme mal an, dass sie sich nicht so gegenüber Chefs oder Kunden verhalten hätte.

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            • dieSuchende schreibt:

              Ganz einig 😉 – Ja ansonsten kommen wir gut miteinander aus.
              Sie hat es – so wie ich vermute auch selber bemerkt – und
              es mit nem freundlichen Lächeln nachher wieder gut gemacht.. 🙂

              Bei Kunden würde ich ihr das allerdings auch zutrauen *flöt*
              bzw. sie ist da schon sehr – wie hast du es genannt?! – authentisch.
              *grins* – naja – ich mag sie trotzdem oder vielleicht auch
              gerade deshalb. Sie ist auf jeden Fall „eckig“ – und ich mag
              auch „eckige Menschen“ ^^ – die sind auch einfach interessanter.

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            • breakpoint schreibt:

              Dann passt das ja. 🙂
              Gerade an den Ecken und Kanten erkennt man eine eigenständige Persönlichkeit.
              Mir sind solche Leute auch lieber als aalglatte Ja-Sager, die möglicherweise insgeheim ganz anders denken als sie nach außen erscheinen.

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  6. schaum schreibt:

    fassade bröckelt irgendwann…..bloggen ist ganz persönlich und irgendwann kommt die wahrheit ans licht, dann kann man sie auch gleich darlegen 🙂

    es schäumt auchwennmangenervtist

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  7. Sylvia Hubele schreibt:

    „Vorsätzlich zumindest würde ich niemals jemanden verletzen wollen.“
    Hallo Breakpoint,
    dein letzter Satz trifft es, glaube ich, ganz gut. Das sage ich mir auch immer, wenn jemand antwortet und ich beim Lesen der Antwort im ersten Moment die Augenbrauen hochziehe und denke: Äh… ja? Die Schwelle im Internet, jemanden anzusprechen oder auf etwas zu antworten, ist deutlich niedriger als im RL. Und das ist auf der anderen Seite aber auch gut so.
    Ein schönes Wochenende wünscht Dir
    Sylvia

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    • breakpoint schreibt:

      Hallo Sylvia,

      ein Problem im Internet ist es auch, dass sehr viele anonyme Besucher jede Äußerung lesen können.
      Da ist es wohl nicht vermeidbar, dass manches auch falsch verstanden wird, und vielleicht den wunden Punkt des einen oder anderen Lesers trifft.
      Bei einem bekannten, eng begrenzten Publikum ist es leichter, einen Fauxpas zu vermeiden.

      Ein schönes Wochenende und lg
      Anne

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  8. Claudia Dieterle schreibt:

    Hallo Anne,
    sich wie ein Gast zu fühlen und sich entsprechend zu verhalten, ist ein guter Ansatz. Da gebe ich Dir Recht, niemand ist immer lieb und nett, jeder hat auch mal einen schlechten Tag. Es ist authentischer, das zuzugeben, als etwas vorzuspielen.
    Viele Grüße
    Claudia

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    • breakpoint schreibt:

      Hallo Claudia,

      am einfachsten ist der Umgang miteinander, wenn jeder den anderen mit Respekt behandelt.
      Leute, die ständig auffallend freundlich sind, sind mir nicht so ganz geheuer. Da habe ich Zweifel, ob das echt ist.

      Schönes Wochenende und lg
      Anne

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  9. Horst Schulte schreibt:

    Ich hab mal geguckt. Eine ganze Menge Artikel zum Webmasterfriday habe ich schon geschrieben und mich dabei auch sehr frei im Text bewegt. Die Unterpunkte der jeweiligen Themen haben mich nicht gekümmert. Da sind wir schon mal ganz eng beieinander. 🙂

    Mir fallen zum Thema vor allem die Sozialen Netzwerke ein, in denen (leider) schnell mal aufeinander losgedroschen wird. In Blogs ist das meistens schon ein bisschen anders. Mich stören zunehmend die so genannten Hassblogs. Dort werden in den Artikeln Menschen beschimpft und beleidigt, die sich dort tunlichst nicht auf Diskussionen einlassen. Ob es sich nun um Politiker, Journalisten oder andere Leute des öffentlichen Lebens handelt, alle kriegen ihr Fett ab. Aber das ist keine Kritik im konstruktiven Sinne, sondern es sind Beleidigungen, die weit über das erträgliche Maß hinausgehen.

    Diese Blogs haben sehr viele Anhänger und sie verderben die Atmosphäre in unserer Gesellschaft. Jedenfalls meine ich das. Mit freier Meinungsäußerung hat das höchstens in Ausnahmefällen noch was zu tun.

    Da lobe ich mir doch die „einfachen“ Blogger, die zwar durchaus kritische und kontroverse Themen aufgreifen, die aber einen vernünftigen Umgangston mit ihren BesucherInnen pflegen. Gut, auch dort kann mal was schief gehen. Aber meines Erachtens hält sich das in Grenzen.

    Ich wünsche allen LeserInnen noch eine schöne Weihnachtszeit.

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    • breakpoint schreibt:

      Solche Blogs, wie du sie beschreibst, habe ich glücklicherweise bisher noch kaum zu Gesicht bekommen, und wenn, dann bin ich sofort weg!
      Ein bisschen herumlästern ist ja schon OK, aber grundsätzlich lege ich Wert darauf, dass es in meinem Blog gemütlich zugeht, sogar meist freundschaftlich.

      Auch dir eine schöne Zeit!

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  10. Pingback: Tausendzweiundsiebzig | breakpoint

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