Achthundertsechsundfünfzig

Heute geht es beim Webmasterfriday um den Schreibstil.
Ich formuliere meist umgangsprachlich, „frei Schnauze“, „wie mir der Schnabel gewachsen ist“ (wenn auch nur sehr selten im Dialekt, mit dem ich aufgewachsen bin). Das schließt nicht aus, dass meine Sätze – teilweise extrem – verschachtelt sind. Diese Verschachtelung habe ich einmal der lateinischen Sprache, und zum anderen der Programmiererei zu verdanken – ist also eine Art Berufskrankheit.
Mit „umgangssprachlich“ will ich sagen, dass ich meist schreibe, wie es mir spontan einfällt, und ohne lange an einer Formulierung herumzufeilen. Dies mag sich jedoch von der allgemeinen Umgangssprache unterscheiden.
Und ja – ich rede tatsächlich oft so, auch in alltäglichen Situationen. Allerdings bin ich eher der ruhige Typ, und quassle normalerweise nicht herum, sondern höre lieber zu (wenn überhaupt).
Etwas Ironie ist (fast) immer dabei, weshalb meine Schreiberei cum grano salis zu lesen ist, selbst und insbesondere, wenn ich mal wieder die Besserwisserin heraushängen lasse.
Bei meiner Wortwahl achte ich darauf, dass ich geschmackvolle Metaphern und sachliche Terminologie verwende, auch wenn die Themen manchmal in eine ganz andere Richtung gehen.
Ich bilde mir ein, dass mein nerdy-dirty Schreibstil in der deutschen Bloggerszene ein Alleinstellungsmerkmal ist, aber auch bei anderen Bloggern schätze ich ähnliche Ausdrucksweisen und Gestaltungen.

Off Topic:
Die Universität Hohenheim führt derzeit eine Studie durch, mit dem Ziel, die Beziehung zwischen Bloggern und ihren Lesern zu erforschen.
Ich habe die Möglichkeit erhalten, mich an dieser Studie zu beteiligen. Und da ich wissenschaftliche Forschung ja immer gerne unterstütze, möchte ich euch alle bitten, an der Online-Befragung teilzunehmen. Um euch den Zeitaufwand von höchstens einer Viertelstunde zu versüßen, könnt ihr an der dortigen Verlosung von 25 Amazon-Gutscheinen à 20 Euro teilnehmen (optional, dafür wäre die Angabe der Mail-Adresse erforderlich). Die Auswertung erfolgt ansonsten anonym.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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29 Antworten zu Achthundertsechsundfünfzig

  1. House-of-mystery schreibt:

    Hach, ein Eintrag, den ich durchweg verstanden habe. Hört sich ja interessant an.

    Jedenfalls bei mir ist es oft so, das ich so schreibe, als wäre mein Zuhörer eben bei mir/vor mir. Und oft setze ich dann auch voraus, das er eben diese/meine Gedanken sehen/fühlen/verstehen könnte. Was natürlich auch oft zu Mißverständnissen führen kann.
    Denn die wenigsten können erkennen was ich dann gefühlsmäßig genau sagen will, eben weil sie nicht ich sind !!

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    • breakpoint schreibt:

      Man kann sich nie sicher sein, dass ein Text genauso rezipiert wird, wie er beabsichtigt war.
      Das ist mir auch schon passiert, dass IMHO völlig nebensächliche Aspekte zum Hauptthema der Diskussion gemacht wurden, während mein eigentliches Anliegen praktisch unbeachtet blieb.

      Ich glaube schon, dass es da einen Unterschied machen würde, ob man mit einem Zuhörer direkt kommuniziert, weil man sich da ja gegenseitig unmittelbares Feedback geben kann.

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      • House-of-mystery schreibt:

        Da hast du wohl absolut recht ! Aber oft schreibe ich so, als würde mein Zuhörer direkt neben mir sitzen 🙂 Warum das wohl so ist ? 🙂

        Eben habe ich wieder so einen Eintrag geschrieben. Und im nachhinein denke ich mal wieder, was für ein Gefühlschaos 🙂

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        • breakpoint schreibt:

          Da hat wohl jeder seine individuelle Vorgehensweise.
          Ich schreibe am liebsten ungestört. Wenn da jemand zuschauen/zuhören würde, würde mich das eher nervös machen.

          Aber wenn dich die Vorstellung eines imaginären Zuhörers inspiriert, so ist das auch OK.

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          • House-of-mystery schreibt:

            Ich schreibe auch am liebsten ungestört, nur meiner eigenen Fantasie ergeben !!! Was ich meinte war, das ich so schreibe, als würde ich das geschriebene jemandem erzählen !! ( Sicher wäre ich an manchen Stellen etwas errötet 🙂 )

            Manchmal blende ich auch komplett alles aus. Oft gehe ich auch in ein Cafe, bestell einen Cappucino und fange einfach an zu schreiben………………

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  2. idgie13 schreibt:

    Ich mag Deinen Schreibstil :yes:

    Bei mir unterscheidet sich die Art wie ich schreibe schon ziemlich von der Art wie ich rede, glaub ich. Allein schon, weil ich Dialekt rede. Beim Schreiben bin ich auch deutlich knapper – das kommt vermutlich daher, weil ich zu mind. 90% technische / wissenschaftliche Texte schreibe.

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    • breakpoint schreibt:

      Danke!

      Den Dialekt habe ich mir ziemlich abgewöhnt. Eine gewisse Sprachfärbung werde ich allerdings wohl nie loswerden.

      Wie kommen denn die Eidgenossen mit deinem Dialekt klar? Schwizerdütsch und bairisch unterscheiden sich ja doch erheblich.

      Ich schreibe ja auch häufig technische Dokumentation. Da muss alles eindeutig und sachlich sein.
      Dagegen ist das Bloggen eine Art Ausgleich, bei dem ich ganz entspannt schreiben kann, wie es mir in den Sinn kommt.
      Und ich denke, dass das trotzdem recht kompakt und mit hoher Informationsdichte ist (wenngleich man manchmal zwischen den Zeilen lesen muss).

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      • idgie13 schreibt:

        Meinen Original-Dialekt spreche ich nur mit meiner Familie – der ist relativ schwer zu verstehen, wenn man nicht aus der Gegend kommt.

        Hier in der Schweiz versuche ich, hochdeutsch zu reden. Heraus kommt ein gemässigtes bayerisch mit schweizer Satzmelodie .. :)). Die meisten hier halten mich für eine Appenzellerin.

        Inzwischen kann ich hier die Dialekte unterscheiden und den richtigen Regionen zuordnen. Am Anfang hab ich gar nix verstanden.

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        • breakpoint schreibt:

          Irgendwie passt man sich wohl an.
          Gerade den schweizer Dialekt höre ich eigentlich gerne (auch wenn ich nicht alles verstehe).

          Es ist manchmal faszinierend, wie schnell man mit der Sprache umschalten kann. Wenn ich z.B. mit meinen Eltern rede, dann spreche ich auch ganz anders als hier in der Stadt.

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          • idgie13 schreibt:

            Ja – Dialekte sind schon faszinierend.

            Ich habe eine Freundin, die ihren bayerischen Dialekt null verändert hat, obwohl sie auch in der Schweiz lebt. Allerdings im italienischen Teil. Vielleicht redet sie aber auch nur mit mir so.

            Eine andere spricht schweizerdeutsch, was ich nie lernen könnte.

            Ich bin dazwischen – schalte aber auch blitzschnell um. Lustigerweise rede ich auch auf den AB von meiner Mutter mit meinem bayerischen Dialekt. Bei anderen natürlich nicht.

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  3. Molly schreibt:

    „mein nerdy-dirty Schreibstil“ – Klasse! 😀
    „geschmackvolle Metaphern“ – Oh ja! Vor Allem mit Obst! 🙂
    „sachliche Terminologie“ – Ja. Das sind dann immer die Stellen, die ich nicht verstehe. 😀

    Ich mag Deinen Stil! 🙂

    Captcha fragt: Where to go

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  4. Leser schreibt:

    Das mit den Schachtelsätzen ist mir auch schon mal im negativen Sinne vorgehalten worden, weil darunter ab einem gewissen Grad die Verständlichkeit des Geschriebenen exponentiell leidet. Aber das lässt sich leicht korrigieren: Man liest den Satz, so wie man ihn geschrieben hat, und hat dann einzelne Informationsfragmente, die in Nebensätzen etc. eingebaut sind. Nun kann man recht einfach die Kernaussage in einem Satz und die Informationsfragmente in einem oder zwei weiteren Sätzen miteinander kombinieren, und schon ist das Ganze viel leichter zu lesen/verstehen. Hat was von Modularität/Modularisierung (ich bin mir sicher, dass man als Programmierer damit auch in Kontakt kommt) 🙂
    Wobei ich – bis auf gewisse Fremdworte, die ich erst nachschlagen gemusst hätte, bzw. nachgeschlagen habe – in diesem Blog noch keine derartigen Verständnisschwierigkeiten bemerkt habe.

    Die Umfrage werde ich ausfüllen.

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    • breakpoint schreibt:

      Tja, mit den Schachtelsätzen ist das so eine Sache.
      Da ist erst ein Nebensatz, dann vielleicht ein Relativsatz, noch eine Parenthese, noch ein Einschub, .. und so schachtelt’s halt so vor sich hin.

      Gerade die gesprochenen Sprache ist ja auch nicht linear, sondern so, dass man unmittelbar Bezug nimmt auf die gerade gesagten Dinge, und nicht erst ein paar Sätze später (was die Alternative wäre).
      So gesehen trägt die Verschachtelung sogar IMHO zur Verständlichkeit bei (zumindest bis zu einem gewissen Punkt, der jedoch individuell unterschiedlich liegen dürfte).
      Und ich bemühe mich auch meist, das mit Klammern oder Gedankenstrichen einigermaßen zu strukturieren.

      Fremdwörter benutze ich in den meisten (nicht allen!) Fällen nur, wenn ich sie in einem Gespräch genauso verwenden würde. Für diejenigen, die damit vielleicht mal ein Problemchen haben, gibt es das Lookup-Widget in der Sidebar, mit dem der selektierte Text in der deutschen Wikipedia oder bei Google gesucht werden kann.
      Gerade englische Begriffe sind mir manchmal präsenter als ihr deutsches Äquivalent. Deshalb gab es hier auch schon grausamstes Denglisch. Das soll aber die Ausnahme bleiben.
      Wenn sich jemand an meiner gelegentlichen Fachsimpelei stören sollte, braucht er hier nicht zu lesen.

      Danke für deine Teilnahme an der Online-Studie, deren Ergebnisse ich übrigens nicht zu sehen kriege.

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      • Leser schreibt:

        Natürlich bezog ich das Modularisieren in einzelne Informationen nicht nur auf Nebensätze, genauso gehts mit Relativsätzen oder Klammer-Einschüben. Wobei ja auch nie das Ziel ist, komplexeren Satzbau komplett zu verhindern, sondern lediglich die Komplexität auf ein für „Otto Normal“ erträgliches Maß zu reduzieren.
        Das Lookup-Widget ist mir noch nie aufgefallen. Da es mir nie etwas ausmacht, ein Wort (erst recht eines, das ich noch nicht kenne!) zu tippen, bezweifle ich aber, dass ich das sonderlich häufig nutzen werde, oder mir auch nur dessen Existenz merke 😉 – Alles, was rechts (oder links, oder oberhalb, oder unterhalb) vom „Main Content“ einer Website liegt, ist als „Supplementary Content“ nur bei Bedarf wichtig und wird daher im Regelfall nicht mal wahrgenommen. Das ist eine Art Adblocker im Gehirn, nur dass er alles, was nicht unmittelbar relevant ist, ausblendet. Ohne solche Filter ist das www ziemlich unbenutzbar…

        Ähm, das mit dem nicht zu sehen bekommen der Ergebnisse wundert mich. Schließlich konnte man am Ende, wo man die E-Mail-Adresse für die Gewinnspielteilnahme angeben konnte, ebenfalls einen Haken setzen, um per E-Mail von den Ergebnissen der Studie in Kenntnis gesetzt zu werden.

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  5. plietschejung schreibt:

    Ich schreibe immer, was mich beschäftigt oder ich spontan witzig/lustig/bemerkenswert finde.

    Aber du kennst mich ja 🙂

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  6. PortraitKunst schreibt:

    Sorry, „cum grano salis“ gehört sicher nicht in die Kategorie Alltagssprache und fällt in die Schublade „elaboriert“. (Selbst wenn das Frei nach Schnauze kommt 😉

    Zur Ironie: ich finde da ist fast das einzuge Mittel um Kraftausdrücke oder umganssprachliche Endgleisungen zu legitimieren. Wenn diese clever genutzt werden stören sie mich nicht. Das habe ich in meinem Artikel auch ausgeführt. Meistens habe ich aber den Eindruck, das solche Formulierungen nur „Bierernst“ als „Schockmoment“ genutzt werden um vom fehlenden Inhalt abzulgenken.

    Wenn es lustig ist, ist quasi alles OK 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Das „cum grano salis“ habe ich mit 11 oder 12 (also noch ohne Latein-Kenntnisse) aufgeschnappt, als ich Don Camillo gelesen habe. 🙄
      Seither hat es sich in meinem Wortschatz etabliert, und ich nutze es zwar selten, aber wenn es mal passt, dann eben doch.

      Kraftausdrücke rutschen mir nur ganz, ganz selten mal raus.
      Solange sie die Ausnahme bleiben, halte ich sie sogar für ein Indiz für Glaubwürdigkeit.
      Blogs jedoch, bei denen Gossensprache übermäßig benutzt wird, meide ich.

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  7. Pingback: Tausenddreiundsechzig | breakpoint

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