Achthundertfünfzig

Einer der Angestellten hat kürzlich an einer externen Weiterbildung teilgenommen. Da mich das Thema interessierte, weil ich selbst schon damit zu tun hatte, bat ich ihn, mir die Seminarunterlagen zur Einsicht zu überlassen.
Bereits das Deckblatt irritierte mich. Beim Titel war eine seltsame Formulierung verwendet worden, die zwar nicht wirklich falsch war, meinem Sprachgefühl jedoch widersprach.
Rechtschreibfehler kamen relativ häufig vor, aber – tja – niemand ist perfekt, und da bin ich auch schon recht abgestumpft.
Was ich nicht mehr so verzeihlich fand, waren gewisse Diagramme und graphische Darstellungen. OK, es ist ja völlig legitim, wenn man manche Sachverhalte vereinfacht und schematisch darstellt. Aber es ist nicht mehr in Ordnung, wenn man konvexe Kurven zeichnet in Bereichen, in denen ein linearer Zusammenhang herrscht.
Und es ist auch nicht in Ordnung, bei elektrischen Schaltungen die Erdung einfach wegzulassen, wenn sie eine relevante Bedeutung hat.
An dieser Stelle – also schon nach wenigen Seiten – beendete ich die Lektüre, um mich nicht weiter über das von Fehlern strotzende Werk ärgern zu müssen.

Tja, und warum blogge ich das?
Weil ich nicht verstehen kann, wie jemand, der sich als Seminarleiter ja eigentlich besser auskennen müsste, es über sich bringt, ein derart fehlerhaftes Dokument zu erstellen und mit seinem Namen zu versehen.
Die Seminarteilnehmer kennen sich ja im Vorfeld nicht aus. Die bemerken diese Fehler nicht (naja, Rechtschreibfehler vielleicht schon), und denken, alles wäre korrekt so. Nur weil ich mich früher einmal halbwegs in diese Thematik eingearbeitet hatte, habe ich die Fehler überhaupt bemerkt. Und ich bin auch kein Experte auf dem Gebiet, kenne nur die Grundlagen einigermaßen.
Also, mein Rat an alle, die sich weiterbilden wollen: Seid kritisch! Glaubt nicht alles unbesehen, wie es euch vorgesetzt wird.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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14 Antworten zu Achthundertfünfzig

  1. Molly schreibt:

    „Und es ist auch nicht in Ordnung, bei elektrischen Schaltungen die Erdung einfach wegzulassen, wenn sie eine relevante Bedeutung hat.“

    Oj. Das könnte übel ausgehen.
    Insgesamt: Peinlich, peinlich. Imerhin weißt Du jetzt schonmal, welchen Veranstalter Du für Eure Firma nie für Weiterbildungen buchen wirst!

    Captcha: Fair and square!
    … Hömma, das wird hier aber langsam echt gruselig mit Deinen Captcha, irgendwie passen die immer, sind die horoskopisch eingestellt? 😀

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    • breakpoint schreibt:

      Es ist unwahrscheinlich, dass die Seminarteilnehmer selbst einmal diese Schaltung aufbauen müssen.
      Falls sie dann allerdings die korrekte Erdung weglassen, können sie kräftig eins gewischt kriegen, wenn sie das Gehäuse antatschen.

      Der Veranstalter ist sonst eigentlich in Ordnung. Bei dem hatten wir schon öfter Seminare gebucht.
      Für gewisse Themen gibt es gar nicht viele Veranstalter, die dafür Seminare anbieten.
      Nur hier hat er wohl mal beim Referenten daneben gegriffen.

      Ich vermute seit einiger Zeit, dass die Captchas mit ednong’s Kristallkugel quantenverschränkt sind (und jetzt soll mir mal einer das Gegenteil beweisen :>).

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  2. Molly schreibt:

    Mein ich ja: Ohne Erdung, das kann fies werden… Wirst Du denn dem Veranstalter ein entsprechendes Feedback geben?

    Ja, jetzt wollte ich grade noch was zum lieben ednong und seinem Phantasie-Harem schreiben, da seh ich, dass Dein Captcha jetzt „pool house“ sagt. An Deiner Theorie scheint also was dran zu sein! 🙂
    UND wir wissen jetzt, was der Gute grade macht, *räusper* 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Ich mache mir nicht die Mühe, den Veranstalter zu kontaktieren.
      Meiner Erfahrung nach bringt so etwas nichts, außer Frust.

      Ach, lassen wir edi den Glauben an seinen Harem (bevor wir ihn irgendwann wieder in die Realität zurückreißen).
      In irgendeinem Paralleluniversum wird ihm sicherlich gerade gehuldigt.

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  3. plietschejung schreibt:

    Nun, bei fehlenden Erdungen hört der Spass auf.
    Wenn Menschen in Gefahr kommen, wird es kritisch.

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  4. dieSuchende schreibt:

    Da kann der Seminarleiter aber froh sein, dass
    du nicht teilgenommen hast. *schmunzel*
    Das wäre sicher ne richtig geile Geschichte
    geworden… ich seh die Streithähne schon
    arg diskutieren. ^^

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    • breakpoint schreibt:

      Wenn ich ihn darauf angesprochen hätte, dann nur unter vier Augen.
      Solche Fehler sind peinlich, aber – wer weiß – vielleicht musste er die Unterlagen von jemand anderem so übernehmen, und hat das gar nicht selbst zu verantworten. Hat’s alles schon gegeben.

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  5. Uschi-DWT schreibt:

    So etwas ist entweder sehr schlecht vorbereitet vom Referenten oder aber, wie es mir auch mal passierte, so übernommen ohne Zeit es vorher durchzuarbeiten, weil jemand wegen Krankheit ausfiel.

    In meinem Fall habe ich nach dem 2. Fehler der mir auffiel die Unterlagen wieder eingesammelt und lieber am 1. Tag ohne Unterlagen gearbeitet.

    Am nächsten Tag habe ich über Nacht ein bisschen was vorbereiten können und so ging das Seminar gerade noch mal gut.

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  6. breakpoint schreibt:

    Das glaube ich dir gern. Aber du hast das Seminar sicher auch gut durch Improvisation gerettet.

    Es kommt wohl gar nicht so selten vor, dass der Seminarleiter und der Ersteller der Unterlagen nicht identisch sind.
    Wie es in diesem Fall war, weiß ich nicht. Ich war ja selbst nicht dabei, und weiß auch nicht, wie der Referent mit den Unterlagen umgegangen ist, und inwieweit er sonst einen kompetenten Eindruck machte.

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  7. ednong schreibt:

    Ja,
    mit Shiete GEld verdienen möchte ich auch mal. Ich find so etwas immer dreist – man zahlt viel für solche Kurse/Seminare und bekommt dann hinterher etwas, das gelinde gesagt, vielleicht die Hälfte des ausgegebenen Geldes wert ist. Wenn denn überhaupt soviel.

    Habe das uach schon einige Male sehen können – und da hatte ich auch nur Basics als Wissen. Entweder sind die samt und sonders falsch gewesen – oder eben die Unterlagen nicht so ganz korrekt.

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    • breakpoint schreibt:

      Dann bewirb dich doch mal z.B. bei Volkshochschulen als Dozent.
      Irgendwelche Computerthemen sind da immer gefragt.

      Mir ist ein alter Eintrag wieder eingefallen, bei dem es ebenfalls um Elektrisches ging.
      Im Eifer des Gefechts ist mir damals auch ein Fehler :. unterlaufen, den bis heute noch niemand aufgedeckt hat.

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