Achthunderteins

Dass ich auch Standardsoftware über meine Website verkaufe, hatte ich bereits einmal erwähnt. Auch dass meine Software ein ganz bestimmtes Dateiformat handlen kann.

Vor einiger Zeit bekam ich eine Mail einer potentiellen Kundin in den USA, die völlig unspezifisch schrieb, sie bräuchte ein Programm für dieses Dateiformat.
Ich schrieb ihr zurück, dass je nach Einsatzzweck die eine oder andere Anwendung besser geeignet sei, und fügte die entsprechenden Links hinzu.

Zwei Tage später schrieb sie dann, sie wolle ganz bestimmte Dateien (eine Untermenge des von mir unterstützen Formats) öffnen. Ich schickte ihr nochmals die Links und betonte, dass kostenlose Demoversionen zum Download bereitstünden.

Ein paar Tage später antwortete sie, dass ihre Dateien nicht geladen werden konnten (ich nehme an, sie meinte mit meinen Programmen – sicher weiß ich es nicht, das hat sie nicht ausdrücklich geschrieben). Kein bisschen konkrete Information. Daraufhin bat ich sie (obwohl meine Geduld schon ziemlich am Ende war), sie möge doch eine Beispieldatei schicken. Denn immerhin ist es möglich, dass sie ein völlig anderes Format meint (hatten wir alles schon), ihre Dateien warum-auch-immer korrupt sind, oder (obwohl unplausibel, da zigtausendfach bewährt) meine Software da einen Fehler hat, den ich dann natürlich fixen will.
Noch am gleichen Tag kam als Antwort ein lakonisches „Never mind“.

Das war alles. Und da soll man sich nicht über solche Leute ärgern, die mich nur Zeit kosten, mich beunruhigen, und am Ende doch nichts kaufen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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12 Antworten zu Achthunderteins

  1. plietschejung schreibt:

    Sei froh, dass du nicht in einer Hotline arbeitest 😉

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  2. „Kein Geld verdienen, kann ich auch ohne zu arbeiten!“ (geklaut bei Maler Deck: z.B. http://www.malerdeck.de/blog/emailanfrage-fuer-fassadenangebot-kein-geld-verdienen-kann-ich-auch-ohne-zu-arbeiten – es ist aber ein wiederholendes Thema in seinem Blog)

    CAPTCHA: big nose
    Hm. Pinocchio? Cyrano de Bergerac? Gérard Depardieu?

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  3. Leser schreibt:

    Ja, das ist allerdings auch zum Teil mit der US-Mentalität zu erklären. Amerikaner sind da einfach etwas anders… – Ich kann es nicht mal genau erklären, in wiefern, aber dieses Verhalten ist da irgendwie typisch. Alles in dem Land ist auf „Convenience“ ausgelegt, und „Service“ ist immer und überall maximal vorhanden, für die „convenience“ (z.B. im Supermarkt bekommt man die Einkäufe in Tüten gepackt, der Einkaufswagen wird einfach auf dem Parkplatz stehen gelassen, und es gibt dafür Niedriglohnsklaven, die den zurück an seinen Platz schieben etc).
    Also einerseits wollen sie, dass man ihnen alles hinten rein schiebt, andererseits hat sie vermutlich auch keine Antwort darauf erwartet, dass sie die Dateien nicht öffnen konnte. Für sie war die Sache damit gegessen, sie schaut sich weiter nach einem anderen Programm um, was ihren Bedürfnissen eher/einfacher gerecht wird. Dementsprechend war das „Never mind“ sogar schon freundlich, sie hätte auch einfach gar nix mehr zurückschreiben können (schließlich wollte sie was von Dir, und jetzt nicht mehr, also erwartet sie auch nicht, dass Du Dich dann weiter krumm machst für sie).

    Da muss ich nebenbei auch nochmal auf die Vorteile von OpenSource bzw. der Community von OpenSource hinweisen, denn da arbeiten Entwickler und Anwender in vielen Fällen weitaus besser zusammen: Anwender erstellen Bugreports, probieren Dinge für die Entwickler aus, so dass die Entwickler ein Problem leichter finden und lösen können etc. Im ClosedSource-Bereich bzw. bei Kaufsoftware, wo ich nicht theoretisch die Möglichkeit hätte, den Fehler auch selbst zu finden und beheben (theoretisch, weil ich nicht wüsste, wie) würde ich allerdings auch nicht dem Anbieter der Software seine Arbeit abnehmen…

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    • breakpoint schreibt:

      Andere Mentalität, klar. 🙄
      Dass man sich von irgendwelchen fremden Leuten die Einkäufe einpacken lässt, habe ich nie verstanden.
      Ich will selbst bestimmen, wie ich meine Einkäufe sortiere (nämlich schwere Sachen nach unten, druckempfindliche nach oben, gefrorene weit weg von den noch warmen Brötchen, etc.).

      Normalerweise unterstütze ich meine Kunden ja sehr (was eben ärgerlich ist, wenn ich viel Zeit investiere, und dann kommt kein Auftrag/Bestellung zustande).
      Ich wäre dem Problem auch gerne auf den Grund gegangen, und hätte es vermutlich lösen können, hätte sie mir eine Beispieldatei geschickt. Auf so ein „never mind“ kann ich dann auch verzichten.

      Jetzt komm‘ mir nicht mit Open Source. Da brauchst du den passenden Compiler, musst das ganze System entsprechend konfigurieren, .. ist nicht so einfach.
      Du schreibst ja selbst, dass du nicht weißt, wie.
      Und meine Sourcen kriegt niemand.

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      • Leser schreibt:

        Haha, nein, als reiner Benutzer von Open Source brauchte ich in 8 Jahren ein einziges mal einen Compiler (es gab halt kein fertiges Paket für mein System), aber das beschränkte sich dann auch darauf, einen entsprechenden Make-Befehl ins CLI zu copy-&pasten, und das Binary zu benutzen.

        Als User kann man in der Open Source-Community auch anderweitig mithelfen, z.B. indem man Bugreports erstellt, und unter Anleitung der Entwickler andere Dinge testet etc…

        Aber da Du Geld mit Deiner Software verdienen willst, und sowieso mit ausschließlich Firmenkunden im B2B-Haifischbecken schwimmst, ist es auch völlig verständlich, dass Du Deine Sourcen unter Verschluss hältst. Zum Glück bist Du auch noch relativ jung, so dass die Wahrscheinlichkeit, irgendwann einfach wegzusterben, und den Kunden somit endlose Mehrkosten für eine völlig neue Lösung zu präsentieren, verhältnismäßig gering ist.

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  4. Pingback: Zwölfhundertachtundsiebzig | breakpoint

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