Siebenhundertachtzig

Skandal!
Was bin ich schockiert!

Gerade habe ich mit meiner Mutter telefoniert. Das mache ich normalerweise so alle zwei oder drei Wochen. Und sonst ist das immer so banal, dass es sich nicht zu bloggen lohnt.
Diesmal jedoch erzählte mir meine Mutter brühwarm, dass derzeit mein Heimatstädtchen von einem handfesten Skandal erschüttert wird.
Ein Mädchen (naja, mittlerweile auch über 30), das früher wenige Querstraßen weiter wohnte und das ich flüchtig kannte, hat offenbar ein Doppelleben geführt (was bin ich schockiert!).
Sie hatte Affären mit mehreren – teilweise verheirateten – Männern (unfassbar!).
Aufgeflogen ist sie nur, weil sie jetzt schwanger ist, und nicht weiß, wer der Vater ist (fruchtbar!).
Selbstverständlich suchten ihre Eltern Rat und Absolution beim zuständigen Pfarrer. Irgendwie ist die Story dann aber doch bekannt geworden, woraufhin die gesamte Gemeinde fassungslos ist. Das hätte doch niemand von solch einem braven, gottesfürchtigen Mädchen gedacht!

Tja, und ich weiß gar nicht, was ich zu dieser skandalösen Geschichte sagen soll. ich musste mich erst mal setzen, und kann jetzt nur vor Unverständnis mit dem Kopf schütteln.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Siebenhundertachtzig

  1. aliasnimue schreibt:

    Herrlich so ein Dorf. (wenn man da nicht mehr leben muss)
    Das beste find ich immer, wenn meine Mutter beginnt: „den xy, kennst Du doch…“ und ich antworte jedesmal…“nein“. Hält sie aber dennoch nicht vom erzählen ab.

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  2. Athropos schreibt:

    Fruchtbar stimmt auch, aber wolltest du eventuell furchtbar schreiben?

    Ansonsten könntest du das Material sicher zu einem schönen Bauernschwank verarbeiten 😉

    lG

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  3. idgie13 schreibt:

    Skandal !!!

    Vielleicht war’s der Pfarrer … :>

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  4. Leser schreibt:

    Diese armen Leute, die, wie Deine Mutter, so überhaupt nichts von der Welt wissen, wie die wirklich ist…wenn die dann sowas herausfinden, oder sogar herausfinden, dass dieser „Skandal“ etwas alltägliches ist, und nichts besonderes, die verstehen doch die Welt nicht mehr…

    (Und ja, ich laste das den Religionen an, die die Menschen bzw. die Gesellschaft mit ihrer Unterdrückung so kaputt gemacht haben…)

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  5. ednong schreibt:

    Hehe,
    nettes Wortspiel.

    Du solltest ihr vielleicht Asyl anbieten 😉

    Captcha: lol cat – WTF?

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  6. engywuck schreibt:

    jaja, Kleinstädte und Dörfer… es hat seinen Grund, warum ich neuerdings gelegentlich zum zweiwüchentlichen Stammtisch gehe – man erfährt mehr über die Nachbarn als man je wissen wollte 😀

    interessant nur, dass dieses religiös-verdruckte und „extrem-Hinterwäldlerische“ weltweit ähnlich zu sein scheint.

    Voltaire – Hate lives in a small town

    Moms are in the kitchens
    And they’re baking pies.
    They smell so good, they’re made to
    Cover up the smell of lies
    […]
    The pastors in the pulpit,
    Preaching righteous lies.
    And the congregation, they don’t know
    He slept with all their wives.
    They’re in a small town,
    And it’s so plain to see
    That hate lives in a small town,
    As does adultery.
    […]
    They’re in a small town,
    Don’t dare be different.
    ‚Cause hate lives in a small town
    Unless you’re just like them.

    http://www.azlyrics.com/lyrics/voltaire/hatelivesinasmalltown.html

    (das schönste: das Lied ist im Country-Stil gehalten :-D)

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    • breakpoint schreibt:

      „Don’t dare be different“
      Ja, ja, genau das trifft den Punkt.
      Non-Konformisten, die nicht unbedingt im Mainstream schwimmen wollen, haben es in der Kleinstadt schwer.
      IMHO sind Dorfbewohner da sogar noch toleranter als Kleinstädter.

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  7. Bellona schreibt:

    mal abgesehen von der schwangerschaft ohne klaren vater und dem dorfgetratsche hatte das „mädchen“ sicher eine sehr aufregende zeit, an die sie sich als altes mütterchen hoffentlich mit wohlwollen noch erinnern wird. 🙂

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  8. Pingback: Tausendneun | breakpoint

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