Siebenhundertsechsundvierzig

Manche Männer (und Frauen auch, aber das ist hier nicht das Thema) lassen sich sehr von Werbung beeinflussen.

So hat sich einer meiner Mitarbeiter jetzt angewöhnt, in eine Duftwolke eingehüllt zur Arbeit zu erscheinen. Das ist abstoßend und widerlich.
Aber wie sage ich ihm das am besten in einem vertraulichen Gespräch? Dass es an mir als seiner Vorgesetzten hängen bleibt, ist klar. Und dass es gemacht werden muss auch, denn nicht nur ich fühle mich gestört (so interpretiere ich zumindest einige Bemerkungen seiner Kollegen).

Ein anderer Mitarbeiter erscheint gerne in T-Shirts mit obszönen Aufdrucken. Das ist auch nicht gerade passend für die Arbeit. Aber mich stört’s nicht (manche finde ich sogar recht witzig), und direkten Kundenkontakt hat er sowieso nicht, also habe ich ihn bisher gewähren lassen. Allerdings ist das zunehmend ein Dorn im Auge des Chefs. Vermutlich sollte ich ihm ebenfalls nahelegen, etwas dezentere T-Shirts zu tragen.

Solche Gespräche führe ich gar nicht gerne. Das gehört zu den unangenehmsten Aufgaben bei einer Führungsposition.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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45 Antworten zu Siebenhundertsechsundvierzig

  1. DerMaskierte schreibt:

    Ohja, diese Gespräche sind immer prickelnd. Aber auf freundlich direkte Art ansprechen, das war mein Weg. Und nebenbei habe ich die Situation auch genutzt, um einige positive Dinge anzusprechen. Je nach Person halt erst das Positive, dann die negative Kritik, bei vielen erst andersrum.

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  2. plietschejung schreibt:

    Da kommst du nicht herum.
    Das Leben ist eben kein Ponyhof.

    Aber du schaffst das schon.

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  3. Lehrerin schreibt:

    Ich würde es durch die Blume sagen: Kauf Febreze (nimmt Gerüche) und ein neutrales T-Shirt. Dann kannst du das Problem locker lösen, ohne dass jemand verletzt ist.

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  4. gammler67 schreibt:

    ich warte immer noch auf die auflösung von getsern…

    :>>

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  5. tom174 schreibt:

    Zuviel Parfüm hatte ich noch nicht.. dafür einige Schweissprobleme… das erste mal habe ich mich da rangetastet.. war nicht zielführend.
    Inzwischen: Klare Anweisungen. „Deine Kollegen fühlen sich von deinem Schweissgeruch belästigt. Das stellst du ab.
    Neben regelmässiger Körperhygiene sind die Tshirts reglmässig zu waschen. Ich weise dich darauf hin, dass Geruchsbelästigung ein valider Grund für Abmahnungen und auch eine Kündigung ist.“
    Alles Sugarcoating hilft da nix. So ein Gespräch ist immer scheisse, für beide Seiten. Wenn man da probiert mit taktgefühl ranzugehen führen zu nix.

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    • breakpoint schreibt:

      Schweißgeruch habe ich bisher zwar schon einige wenige Male wahrgenommen, aber nicht in einem Ausmaß, dass es mich gestört hätte.
      Manche Angestellten kommen schon auf dem Weg in die Arbeit ins Schwitzen (Fahrrad), so dass sich das nicht so leicht abstellen ließe wie einfach das Weglassen irgendwelcher Beduftungen.

      Einen dezenten Duft würde ich ja noch tolerieren (obwohl mir schon das nicht gefällt), aber bei diesem bestimmten Mitarbeiter ist das schon extrem. Das riecht man schon zehn Meter gegen den Wind.

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  6. Uschi-DWT schreibt:

    Solche Gespräche sind mir auch immer ein Greul gewesen und in einem extremen Fall musste ich sogar die Zusammenarbeit mit der Person aufkündigen denn bei direktem Kundenkontakt muss man schon etwas dezenter auftreten finde ich.

    In Amerika habe ich es sogar erlebt das es eine Hauspolitik gab „kein Parfüm, keine T-Shirts, keine kurzen Hosen und keine Sandalen am Arbeitsplatz“ — und das in Los Angeles in den 80er Jahren.

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    • breakpoint schreibt:

      Bei Kundenkontakt gelten natürlich viel strengere Regeln.
      Aber das sind Softwareentwickler B), die den ganzen Tag nur Code schreiben und Käfer jagen.
      Da dürfen die sich ruhig bequem und freizeitmäßig anziehen – solange sie sich an die Grenzen des guten Geschmacks halten.

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  7. aliasnimue schreibt:

    Ich würde nicht viel Gewese darum machen. Also einfach im Vorbeigehen eine nette Bemerkung machen, so ist es definitv weniger peinlich für ihn. Wenn er es dann nicht kapiert hat, kannst Du ihn immer noch „vorladen“.

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    • breakpoint schreibt:

      Eine „nette Bemerkung“ würde ihn vielleicht noch bestärken.
      Es ist auch schwierig, das einfach nebenbei zu machen, weil es dann die Kollegen mitkriegen (können).
      Nein, das sollte schon ein Vier-Augen-Gespräch sein, auch wenn ich möglichst wenig Aufhebens darum machen will.

      Hättest du denn eine Idee für eine passende „Bemerkung“?

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      • tom174 schreibt:

        Wenn er Harry Potter mag:
        „Hagrid, is that after shave?“
        Aber ernsthaft, 4 Augengespräch. Bei zuviel Parfüm ist das ja nicht wirklich verletzend. „Du, es gibt einige hier, mich eingeschlossen, die deine Parfümwolke stört. Bitte heb dir das für privat auf.“
        Der denkt, er tut euch was Gutes, ihm fällt das nicht auf.

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        • breakpoint schreibt:

          „Der denkt, er tut euch was Gutes“
          Ich glaube, ganz so einfach ist das nicht.

          Vermutlich (aber das ist größtenteils Spekulation) erhofft er sich dadurch eine pheromonartige Wirkung.
          Es gibt da ja genügend Werbespots, die suggerieren, dass bestimmte Produkte unwiderstehlich machen.
          Es müsste ihm klar werden, dass er damit nur den gegenteiligen Effekt erzielt.

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      • aliasnimue schreibt:

        Na sowas wie: Drogerie überfallen?
        Oder einfach fragen was er für einen Duft benutzt und ihm sagen, dass weniger oft mehr ist. Mit einem netten Lächeln ist es auch nicht schlimm für ihn.

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  8. Leser schreibt:

    Also das mit dem T-Shirt zu handlen fände ich noch leichter, als das mit dem Geruch. Bei den T-Shirts wäre ein dezenter Hinweis auf „NSFW“ ausreichend, und natürlich mit der Bestätigung des Betreffenden, dass er es auch kapiert hat. Mitunter noch mit dem Beisatz „mich persönlich stört es nicht, aber andere schon“.

    Bei den extremen Duftwolken muss ich auch jedes mal an die frische Luft flüchten, mir würde es im Grunde weniger ausmachen, wenn ein Mensch extrem nach Schweiß stinkt, als extrem nach irgendwelchen Parfums zu duften. Schweißgeruch ist wenigstens was natürliches!
    Allerdings ist das gerade bei Männern aus Gegenden wie der Türkei, oder auch anderen islamischen Ländern, anscheinend sehr stark verbreitet. Ich hatte mal eine Zeit lang mit einem Sudanesen zu tun, immer sehr adrett gekleidet, und immer in einer Duftwolke von irgendwelchen Rasierwässern o.ä. eingehüllt, dass es einem die Nasenschleimhäute weggeätzt hat. Ich habe ihn dann einmal darauf angesprochen, dass ich das extrem störend finde (stand ja in keinem professionellen Verhältnis zu ihm, zumindest nicht nach dem, wie das hierzulande definiert werden würde). Daraufhin meinte er, er würde es beim nächsten mal reduzieren – jedoch war die Reduzierung kaum wahrnehmbar. Die Duftwolke erstreckte sich im Stillstand innerhalb des Raumes nicht mehr auf 2,5m, sondern auf 1,5m. (Ich weiß, „10 Meter gegen den Wind“ ist eine Übertreibung, auch wenn es sich so anfühlt, und wenn so jemand an einem vorbei geht, ist es durchaus noch störend wahrnehmbar, wenn er bereits 10-20 Meter weiter ist, deshalb „im Stillstand“).

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    • breakpoint schreibt:

      Dass diese T-Shirts nicht suitable for work sind, werde ich ihm schon in einem Gespräch klarmachen. Muss ja nicht lange dauern.

      Schweißgeruch ist im Gegensatz zu Parfum ja kein Vorsatz, und ist deshalb für mich viel eher akzeptabel.
      Der Greuch nach Zigarettenqualm ist auch widerlich, aber zum Glück hier kein Thema, da die Mitarbeiter nur gar nicht oder höchstens wenig rauchen.

      Die 10 m waren natürlich nur eine Redensart (und Schätzung). Nachgemessen habe ich nicht.

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  9. Banaus schreibt:

    Die Holzhammermethode wäre das T-Shirt mit dem Aufdruck

    „Was nützt es, wenn man riecht wie BOSS wenn man aussieht wie HUGO?“

    für beide. Über den Erfolg kann ich nichts sagen, der Kollateralschaden wäre jedoch sicher beträchtlich. 😀

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  10. ednong schreibt:

    Puh – Vier-Augen-Gespräch halte ich dafür durchaus für angebracht. Kannst ihn ja nach seinem Duft fragen – und dann weiterführen mit, dass dieser ab sofort auf der schwarzen Liste steht.

    Und dann nach den großen Augen und beiderseitigem Lachen darauf hinweisen, dass er sich bitte mit _wesentlich_ weniger Duftwasser oder einem leichteren Duft zufrieden geben muß.

    Und beim T-Shirt würde ich auch nur fragen, ob ihm „NSFW“ ein Begriff ist. Und ihm dann sagen, dass er sich mit diesem TShirt in genau dem Bereich befindet. Auch unter 4 Augen.

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    • breakpoint schreibt:

      Klar, unter vier Augen. Da sind wir uns einig.

      Eigentlich führe ich ja keine Blacklist, aber könnte durchaus eine beginnen.

      Bei den T-Shirts kann ich mich leider nicht auf eine vorgegebene Kleiderordnung beziehen. Das ist also alles Auslegungssache.

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  11. Knackfrosch schreibt:

    Das mit dem Parfüm ist mir selbst schon passiert. Ich hatte mich mit Deo aufgefrischt (als niemand im Raum war). Danach hat natürlich der ganze Raum gestunken und jeder der den Raum betrat, hat das entsprechend kommentiert. Dann kam unsere junge Mitarbeiterin herein und machte mir des Parfüms wegen Komplimente. Als die wieder draußen war wollte sofort jeder – ganz beiläufig und desinteressiert spielend – wissen, welche Parfüm-Marke ich verwende.
    So nun zu deinem Problem: Wenn ich mir vorstelle, der Chef hätte mich daraufhin angesprochen (noch dazu mit Sätzen wie, dass von dir angedachte „Geruchsemissionen sind zu reduzieren“), ich hätte gedacht, der hat einen Knall.
    Ich denke, welches Parfüm jemand benutzt ist absolute Privatangelegenheit. Und wenn es andere Mitarbeiter stört, dann müssen diese das mit der entsprechenden Person klären – volljährig sind die doch alle. Du bist die Chefin – nicht die Kindergärtnerin.

    Die zweite Sache, mit dem T-Shirt, sehe ich genauso wie du. Sowas geht überhaupt nicht.
    Frag ihn doch einfach, was er denken würde, wenn er z.B. zum Rechtsanwalt/Steuerberater geht und dieser würde ein T-Shirt mit dem Aufdruck „…“ tragen.
    Danach kannst du sagen, dass dich persönlich die T-Shirts nicht stören, er aber auch von Kunden oder Geschäftspartnern gesehen wird, wenn er die Firma betritt/verlässt und somit bei diesen einen unprofessionellen, unseriösen Eindruck hinterlässt.

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    • breakpoint schreibt:

      Bei dem Parfum geht es – unabhängig davon, wie es genau riecht – vor allem um die Intensität.
      Die ist einfach nicht zumutbar – insbesondere für seine Kollegen, die im gleichen Raum sitzen.
      Und mich selsbt stört es sehr, wenn ich mit ihm spreche.

      Den Mitarbeiter mit den T-Shirts schätze ich eigentlich als recht vernünftig ein.
      Der wird schon kapieren, dass er einen Eindruck macht, der so in der Firma inakzeptabel ist.

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      • engywuck schreibt:

        oh, also Intensität „wenn jemand am anderen Ende des Raums ne Kerze anmacht steht er in Flammen“? Kannst ja auf die Feuergefahr hinweisen 😉

        Wobei ich mal im selben Raum wie jemand ne Fortbildung hatte, der jden Tag mordmäßig wie ne Mischung aus verfaultem Kompost und „Körperduft“ gestunken hat (wie er drei Kinder hinbekommen hat damit ist mir ein Rätsel). Angeblich hat er regelmäßig geduscht – nuja, gibt ja so Körperstörungen. Nicht, dass das Parfumverbot schlimmere Konsequenzen hat.. aber deine Vermutung mit der Werbung ist natürlich deutlich Wahrscheinlicher.

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  12. Pingback: Neunhundertachtundachtzig | breakpoint

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