Siebenhunderteinunddreißig

Über Blogparaden habe ich schon einmal einen Eintrag geschrieben. Jetzt gibt es jedoch wieder eine Meta-Blogparade zu diesem Thema, und da ich mittlerweile einige neue Aspekte zu diesem Thema sehe, beteilige ich mich mal wieder.

Im Laufe der Zeit habe ich mich an etlichen Blogparaden beteiligt, und mir ist aufgefallen, dass es dabei zwei Extreme gibt (mit etlichen Zwischenstufen natürlich).
Bei dem einen Typ macht sich der Initiator der Blogparade viel Arbeit. Er besucht jede einzelne Seite, liest, kommentiert, und schreibt nach Abschluss der Blogparade einen zusammenfassenden Eintrag über sämtliche Beiträge. Meinen größten Respekt und Dank für alle Initiatoren, die das so handhaben. Das bedeutet einen großen Aufwand, den ich zu schätzen weiß.
Beim anderen Extrem scheint es nur darum zu gehen, möglichst viele Backlinks auf die eigene Seite zu bekommen. Der Initiator geht in keiner Form auf die einzelnen Beiträge ein.

Manche Themen eignen sich besser als andere für eine Blogparade. Das Thema sollte eine ausreichend große Anzahl anderer Blogger ansprechen, so dass diese sich beteiligen.
Es ist günstig, wenn in der Blogparade bereits ein paar Fragen vorgeschlagen werden. Diese dienen den Teilnehmern dann als Inspiration. Wer will, kann sich daran halten, es sollte aber nicht erwartet werden, dass diese vorgegebenen Fragen auch tatsächlich zwingend alle beantwortet werden. Dies sollte jeder Blogger frei entscheiden dürfen.

Die optimale Dauer einer Blogparade würde ich – je nach Thema, Zielgruppe und Reichweite – auf vier bis acht Wochen ansetzen.
Wenn die Dauer zu kurz ist, kann es sein, dass man von interessanten Themen erst erfährt, wenn sie bereits abgeschlossen ist. Bei zu langer Dauer besteht die Gefahr, dass sie in Vergessenheit gerät, und gegenüber neueren Blogposts des Initiators untergeht.
Überhaupt macht eine vorgegebene Dauer nur dann Sinn, wenn der Initiator beabsichtigt, eine Zusammenfassung zu schreiben. Ist die Intention dagegen eher, möglichst viele Meinungen zu einem Thema zu sammeln, kann eine Open-End-Blogparade sinnvoller sein.
Dies beantwortet gleichzeitig auch die Frage von Perfect SEO, ob Blogparaden ein „Verfallsdatum“ haben sollten.

Falls ich selbst irgendwann einmal eine Blogparade starten würde (derzeit nicht geplant, will ich aber auch nicht für alle Zeit ausschließen), würde ich das natürlich auf meinen Blogs und auf Twitter publik machen. Andere Soziale Netzwerke nutze ich nicht.

Gelegentlich nehme ich gerne an Blogparaden teil, sofern sie thematisch und zeitlich in mein Blog passen. Allerdings gab es schon längere Phasen, in denen es gar keine mich ansprechende Blogparaden gab, und andere Phasen, in denen sich interessante Themen häuften, so dass ich es gar nicht schaffte, zu allen etwas zu schreiben.
Das ist eigentlich auch schon der einzige Nachteil, den ich in Blogparaden sehe, dass die zeitliche Planung oft schwierig ist, und nicht unbedingt mit den eigenen Vorgaben übereinstimmt.
Vorteile sind dagegen die Vernetzung mit anderen Bloggern, und dass man über ein und dasselbe Thema aus vielfältigen unterschiedlichen Perspektiven gesehen lesen kann.
Eigentlich kann ich jedem Blogger die Teilnahme (mit einigen Vorbehalten) empfehlen.

Schon länger habe ich beim Webmasterfriday nicht mehr beteiligt. Das liegt vor allem daran, dass er öfters ausgefallen ist. Außerdem hatte ich zu den vorgegebenen Themen der letzten Zeit zu wenig zu sagen, um einen eigenen Eintrag daraus zu machen.

Gibt es gute und schlechte Beiträge zu einer Blogparade?
Hm. Vor einigen Wochen hätte ich noch geschrieben, dass es in jedem Fall positiv zu sehen ist, wenn sich ein Blogger mit dem Thema auseinandersetzt und etwas dazu schreibt, selbst wenn sein Beitrag nicht besonders gelungen ist.
In letzter Zeit habe ich aber öfters Beiträge gelesen, die das Thema der Blogparade für eigene Interessen instrumentalisieren. Beispielsweise gab es zum Thema Führung einen Beitrag, bei dem lediglich Reklame für Seminare über Präsentationserstellung gemacht wurde.
Beim Thema Selbstvertrauen rät ein Beitrag (einer Seite mit Kosmetikartikeln) ernsthaft dazu, sich die Zehennägel zu lackieren, um Selbstvertrauen zu gewinnen. Eine Frau deren Selbstvertrauen davon abhängt, ob ihre Zehennägel lackiert sind, kann einem nur leid tun – sie sollte lieber etwas vernünftiges lernen.
Ich hoffe mal, dass sich solch Auswüchse nicht weiter ausweiten. Ansonsten werde ich mir in Zukunft noch genauer überlegen, an welchen Blogparaden ich überhaupt noch teilnehme.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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14 Antworten zu Siebenhunderteinunddreißig

  1. Claudia schreibt:

    Hallo Anne,
    vielen Dank für Deinen Beitrag, den ich bereits verlinkt und auf Gooogle+, Twitter und Facebook gepostet habe.
    Viele Grüße
    Claudia

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  2. Uschi-DWT schreibt:

    Ich habe mir ja schon öfters vorgenommen mich etwas mehr mit diesen Blogparaden zu beschäftigen aber bisher noch nicht so den richtigen Antrieb gefunden.

    Aber deine Beiträge darüber machen mich doch mehr und mehr neugierig darauf zumindest mir die eine oder andere näher anzusehen.

    Liebe Grüße
    Uschi

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  3. ednong schreibt:

    Hm,
    sollte man nicht sowieso gucken, woran man sich beteiligt? Unabhängig davon, ob die Backlinks dann als gut oder schlecht durch Google bewertet werden.

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    • breakpoint schreibt:

      Schon, lässt sich aber nicht immer im Voraus herausfinden.

      Habe es z.B. schon erlebt, dass relativ neue Blogger ihre erste Blogparade starteten. Da will man vielleicht auch ermutigen, weiß aber nicht, was dabei heraus kommt.

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  4. perfect-seo schreibt:

    Hallo Anne,
    da hast Du gleich zwei Fliegen *äh* zwei Blogparaden mit einer Klappe geschlagen 🙂

    Vielen Dank das Du meine Idee der Open End Blogparade mit in Deinem Beitrag hast einfließen lassen.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende.

    Lothar

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    • breakpoint schreibt:

      Hallo Lothar,

      da sich die Themen überschnitten, lag es nahe, beide Blogparaden zu kombinieren.

      Bei einer Open-End-Blogparade würde ich keine Zusammenfassung erwarten.
      Danke, dass du trotzdem auf die einzelnen Beiträge eingehst.

      Schönes Wochenende und lg
      Anne

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  5. Claudia Dieterle schreibt:

    Hallo Anne,
    habe heute die Auswertung der Blogparade veröffentlicht und auf Google+, Twitter und Facebook gepostet. Hier ist der Link:
    http://www.tipptrick.com/2014/07/19/claudias-praktischer-ratgeber-auswertung-blogparade-die-optimale-blogparade/
    Vielen Dank nochmal für Deinen Beitrag.
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Claudia

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  6. Alex L schreibt:

    Hallo Anne,
    ja, ich finde, dass es ganz gut ist, wenn der zeitliche Rahmen begrenzt ist und so mache ich mir selber einen Plan, wann ich genau teilnehmen möchte. Aber andersherum gibt/gab es Blogger-Aktionen, von denen ich erst später erfuhr und konnte dann nicht mitmachen, weil ich keine Zeit dafür hatte. Es ist mal so, mal so bei mir.

    Ansonsten sehe ich in Blogparaden auch viele Vorteile und da ich mehrere Blogs betreibe, ist es immer mal wieder gut, wenn ich neue Inspirationen bekommen kann. Das wird dann halt in einem der Blogs von mir verbloggt.

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    • breakpoint schreibt:

      Hallo Alex,

      Blogparaden dienen mir vor allem als Inspirationsquelle. Manchmal gehen mir schon die Themen oder Ideen für Blog-Einträge aus. Da bin ich froh, wenn ein interessanter Themenvorschlag in einer Blogparade auftaucht.

      Schönen Sonntag und lg
      Anne

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  7. Pingback: Neunhundertsechsundsiebzig | breakpoint

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