Siebenhundertachtundzwanzig

Heute erlaube ich mir mal, über ein reines Frauenthema zu bloggen. Nach weit über 700 anderen Einträgen darf ich das schon mal.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Männer nicht auch lesen und kommentieren dürften. Ich will nur vorwarnen, dass es diesmal unappetitlich und blutig wird.

Die Werbung für Monatshygieneartikel suggeriert ja, dass es sich bei Menstruationsblut um eine klare, wässrige Flüssigkeit handeln würde. Dabei ist sie etwas viskoser, opak, grell rot bis bräunlich, und es kommen auch Schleimhautreste und Koagel – also geronnene Blutklümpchen – vor.
(So, Mädels, ich glaube, jetzt sind wir unter uns.)

Zwar habe ich keinen Vergleich mit anderen Frauen, gehe aber davon aus, dass meine Blutung schon sehr stark ist – also die ersten zwei Tage. Danach schwächt sich die Intensität ab, bis sie nach insgesamt fünf bis sechs Tagen wieder bei null angekommen ist.
Gerade die ersten zwei Tage sind also kritisch, insbesondere wenn ich da irgendwo hin muss. Deshalb nutze ich in diesen Fällen sowohl Tampons (ultra – extra – super – plus, was weiß ich, halt die saugfähigste Variante, die sich auftreiben lässt) und Binden gleichzeitig. Das ist leider notwendig. Einmal war der Tampon schon nach anderthalb Stunden nicht mehr dicht. Und so ein Malheur, dass es nach außen offensichtlich wird, will wohl niemand.
Zuhause kann ich öfters wechseln. Da beschränke ich mich meist auf Binden. In den ersten zwei Nächten stehe ich auch Nachts auf, um zu wechseln. Zum Glück ist die Blutung insgesamt nachts meist schwächer als tagsüber, weil da die Schwerkraft nicht parallel sondern senkrecht zur Kürperachse wirkt (dafür kommt’s direkt nach dem Aufstehen umso massiver).

Wer hat nur die Flügelbinden erfunden? Das ist ein absolutes Mistdesign! Die Flügel leiten die Flüssigkeit nur nach außen, was sicherlich nicht in meinem Interesse liegt. Auch das Handling ist vielzu umständlich und kompliziert. Gelegentlich habe ich mich beim Einkaufen da leider schon vergriffen, und sah mich dann gezwungen diese doofen Flügel mit der Schere abzuschneiden.
Softtampons habe ich auch schon benutzt, aber so richtig bewährt haben sie sich nicht.
Bei Mondtassen zögere ich noch, ob ich sie mal ausprobieren soll. Hat irgendeine Leserin damit Erfahrungen gemacht, und kann sie empfehlen?

Monatshöschen – tja, zum einen ist der Schutz schon sehr gering. Im Ernstfall kann ich mich nicht auf sie verlassen. Zum anderen sehen sie – naja – absolut unerotisch aus. Was soll’s – wenn ich die Dinger tragen muss, will ich eh keinen Mann verführen.

Blutflecken – jede Frau kennt das Problem. Meiner Erfahrung nach lassen sie sich am besten entfernen, wenn man die Flecken gar nicht erst eintrocknen lässt, sondern stattdessen die Textilien eine Zeitlang in Salzwasser einweicht (Natriumchlorid hat ein höheres Löslichkeitsprodukt als Blutlaugensalz), und danach nur bei 30°C wäscht (da Eiweiß bei 42°C gerinnt). (Hey! Jetzt habe ich direkt mal Haushaltstipps gegeben! Erzählt das ja nicht weiter!)

(Huhu? Hat ein Mann bis hierher durchgehalten?)

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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48 Antworten zu Siebenhundertachtundzwanzig

  1. vires schreibt:

    durchgehalten ja.. habe das aber eher als herausforderung gesehen nach deinem ersten absatz. dementsprechend habe ich das dann durchgezogen 🙂

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  2. aliasnimue schreibt:

    Ach wo, Männer sind da nicht so empfindlich. Vor meinen Wechseljahren hatte ich das 2 Wochen jeden Monat. Und da wir deswegen nicht verzichtet haben, hab ich dann öfters die Laken gewaschen. Standardwitz war da immer, das in dem Haus (tatsächlich) ohnehin früher eine Metzgerei war.
    Blut sieht auch immer soviel aus, finde ich.
    In den schlimmen Zeiten hab ich mich auch nie auf Tampons verlassen können.
    Im übrigen war ich heilfroh dann einen Nuvaring zur Verhütung zu benutzen, der entspricht der Minipille, hat aber den Vorteil, das die Blutungen auf wenige Tröpfchen an einem Tag zurückgehen.

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    • breakpoint schreibt:

      „Männer sind da nicht so empfindlich“
      Naja, da gibt es schon einige Mimosen.
      Den meisten Männern ist das Thema meiner Erfahrung nach unangenehm, was auch verständlich ist, da sie ja nicht selbst körperlich betroffen sind.

      (Nur die Kommentatoren hier sind offenbar schon abgebrüht.)

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  3. plietschejung schreibt:

    *puuh*

    Viele Details, aber nichts wirklich Abschreckendes.

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  4. DerMaskierte schreibt:

    Ich suche immer noch die unappetitlichen Stellen.

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  5. gammler67 schreibt:

    ich bin kein guter seemann und schwimme nicht durch?s rote mehr.
    man kann fummeln und rummachen,aber mehr auch nicht…

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  6. Windmuehle schreibt:

    Der Tampon (wenn’s sein muss in Kombination mit der Slipeinlage) => die beste Erfindung seit es die Regelblutung gibt. 😉

    PS: Was sind Mondtassen? (Zu bequem zum Googeln.)

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  7. Athropos schreibt:

    etwas graphischer: http://www.youtube.com/watch?v=EufLuiy2ANc

    @Mondtasse: habe schon ein paar Frauen ziemlich begeistert davon reden gehört.

    Passendes Captcha zum guten Kapitän: „anchors away“ 😉

    lG

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  8. Leser schreibt:

    OK, Gelesen bis zum Ende (inklusive aller Kommentare) hab ich’s – dazu sagen kann ich nix…halt, doch: Vermutlich empfinden Frauen das als viel ekelhafter, als Männer (auch nach den Reaktionen hier zu urteilen).

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    • breakpoint schreibt:

      Ekelhaft ist wohl übertrieben, aber lästig, lästig, lästig – ein Auswuchs der Evolution, Inkontinenzgefühl inklusive.

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      • Leser schreibt:

        So gesehen könnte man sämtliche „Auswürfe“, die der Körper produziert, egal ob fest oder flüssig, als evolutionär unsinnig bezeichnen. Warum hat die Evolution nicht ein körperinternes /dev/null erfunden für alles was weg muss? Oder eine interne Recyclingstation, die „böse“ Stoffe zu „guten“ Stoffen verwandelt?
        Wir betrachten immer nur die Spezies als Einzelnes, aber wenn Säugetiere so gebaut wären, dass nix mehr rauskommt (oder zumindest kein Menstruationsblut), dann würde sich das vermutlich auch irgendwie auf das Ökosystem als Ganzes auswirken, und so weiter.

        Solange Reproduktion auf diese Weise geschieht, ist es eben sinnvoll – auch für diejenigen, die sich eigentlich gar nicht reproduzieren wollen.

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        • breakpoint schreibt:

          Stoffwechsel ist ja wieder ein ganz anderes Thema. Ein Organismus ist nun mal kein abgeschlossenes System.

          AFAIK ist Menstruation (in dieser Form) ein rein menschliches Problem. Andere (Säuge-)Tiere bleiben offenbar davon verschont.
          Nur wir Menschenfrauen nicht.

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          • Leser schreibt:

            Auch würde ich den Stoffwechsel nicht als abgeschlossenes System sehen, so dass Menstruation (es werden Stoffe „ausgegeben“, die vorher – in Form von Ressourcen – irgendwoher kommen müssen) meiner Meinung nach auch dazu gehört, ebenso wie die Produktion von Hautschweiß, oder der Verlust und die Nachbildung von Hautzellen oder Haaren. Es werden überall Stoffe „gewechselt“). Das mag nicht die offizielle wissenschaftliche Definition von „Stoffwechsel“ sein, aber das ist mir egal, denn ohne die Ressourcen (z.B. für Schweiß Wasser und Salz) irgendwoher zu nehmen, ist ja auch das nicht möglich.

            Andere Säugetiere haben lediglich einen anderen Zyklus, da ist das dann nicht einmal im Monat für 2-4 Tage, sondern z.B. zweimal im Jahr, dafür für 2 Wochen (und natürlich analog zur Körpergröße).
            Trotzdem können läufige Hündinnen auch in der Wohnung eine ziemliche Sauerei machen. Wenn man allerdings keinen Teppich hat, dan lecken die das auch selbst wieder auf, und halten sich so sauber.

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            • breakpoint schreibt:

              Verdauung, Atmung und einige sonstige Prozesse sind für die Aufrechterhaltung eines lebenden Organismus notwendig.
              Das ist aber ein ganz anderes Thema als die Menstruation (auch wenn das Blut natürlich irgendwoher genommen werden muss, was mir z.B. meine Eisenvorräte dezimiert).
              Diese ist kein lebenserhaltender Vorgang, was man schon daran erkennt, dass Männer, Mädchen vor der Pubertät und Frauen nach den Wechseljahren sich nicht damit herumschlagen müssen.

              Wie das mit Hündinnen ist, weiß ich nicht. Bei unseren Katzen habe ich nie so etwas beobachtet.
              Falls die eine Blutung (in welchen Zeitabständen auch immer) gehabt haben, so können das nur ganz geringe Mengen gewesen sein (zum Vergleich: zu Spitzenzeiten tropft’s bei mir mit ca. 2 Hz – oder besser gesagt 2 Bq).

              Man stelle sich nur vor, eine Antilope, die in der Steppe vor sich hin blutet – die ist doch für Raubtiere leicht aufzuspüren.

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            • Leser schreibt:

              Es ist keine primär lebenserhaltende Funktion, das stimmt. Arterhaltend ist sie trotzdem, denn ohne wäre eine Reproduktion nicht möglich. OK, wie weiter unten beschrieben wäre ein kleiner „Bluthahn“ an der Hüfte, den Frau aufdrehen kann, wenn es sicher ist, das die Blutspur von keinem Fressfeind verfogt werden kann, natürlich praktischer – aber ich nehme mal an, es hat dafür keine evolutionäre Notwendigkeit gegeben, denn sonst wären alle, die das nicht können, ja ausgestorben. Bei Hündinnen ist es je nach Körpergröße auch mal mehr, mal weniger Blut, klar. Ich kann es jetzt nicht mit Menschenfrauen vergleichen, weil ich weder das eine, noch das andere habe, aber ich kann mich ja mal umhören 😉

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            • breakpoint schreibt:

              Bluthahn – hm, das wäre aber schon kompliziert zu realisieren gewesen.
              Ich dachte eher daran, den Muttermund willentlich durch Muskelkontraktionen ein Stückchen öffnen zu können, damit das Blut kontrolliert aus dem Uterus abfließen kann.
              Beim Urin funktioniert das schließlich auch so ähnlich.

              „keine evolutionäre Notwendigkeit“
              Tja, zwar kein zwingendes Must-have, aber wäre ein Very-nice-to-have gewesen. :**:

              Ja, hör dich mal um. Ich bin gespannt auf deine Erkenntnisse.

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  9. ednong schreibt:

    Abschreckung? Hm. NIcht appetitlich, ok, da stimme ich zu. Ist halt so. Wobei das ja auch individuell ist.

    Captcha: Nissan – LOL

    Ah, und ich nehme mal an, das Feld „Surname*“ dient als Honeypot.

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    • breakpoint schreibt:

      „Wobei das ja auch individuell ist.“
      Da spricht wohl der erfahrene Kenner.

      Feld „Surname*“ – häh?

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      • ednong schreibt:

        Wenn man die Kommentarseite über langsames Internet lädt, taucht ein Feld namens „Surname: *“ auf. Ich nehme mal an, das ist für die Bots. Es ist nicht invisible, hat aber als Tabindex -1 und ist somit normal nicht ansteuerbar.

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        • breakpoint schreibt:

          Seltsam. Das ist mir noch nie aufgefallen.

          Hab mir natürlich gleich mal den HTML-Code und die Stylesheets (separate Datei – deshalb die Verzögerung) angeschaut.
          Da ist ein entsprechendes Feld, dessen Höhe per CSS auf 0px gesetzt ist.

          Ich glaube eigentlich nicht, dass das ein Honeypot sein soll, eher eine vergessene Code-Leiche von blog.de.

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  10. engywuck schreibt:

    Eigentlich ist die menschliche Menstruation ja das beste Gegenbeispiel für die These, dass Gott weiblich sei – oder ist SIE evtl. nur extrem mies drauf gewesen?

    Jadenfalls bin ich froh, als Mann auf die Welt gekommen zu sein. Unsere unregelmäßigen Ergüsse lassen sich wenigstens leicht entfernen 😉

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    • Leser schreibt:

      Das gilt aber auch nur für die körperlichen!

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    • breakpoint schreibt:

      IMHO ist die Menstruation ein überzeugender Beleg gegen Intelligent Design, denn wenn wirklich ein intelligenter Schöpfer sich das ausgedacht hätte, könnte er nicht allzu intelligent sein (zumindest eine Möglichkeit, die Flüssigkeit gezielt und zeitgesteuert abzulassen wäre ja das mindeste Requirement gewesen).
      Was ich damit sagen will, ist dass die Evolution hier einen Prozess in Gang gesetzt, der nicht in die optimale Richtung gelaufen ist.

      Die körperlichen Ergüsse von Männern haben auch keine Signalfarbe und hinterlassen keine Flecken auf Textilien.
      Allerdings ist es ähnlich unangenehm, wenn einem das Zeug die Beine hinunterläuft.

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  11. gelschter User schreibt:

    Flügelbinden: ganz genau. Die Dinger kaufe ich auch nicht, weil sie so undichter sind. Teilweise bleiben die Flügel noch so stark am Stoff der Unterwäsche kleben, dass man Stücke davon drauf hinterlässt, was auf der Unterseite von Binden sonst nie passiert.

    Und seitdem jemand auf die glorreiche Idee gekommen ist, Binden könnte man parfümieren, finde ich den Einkauf von richtig guten Binden sehr schwierig. Dieses Parfüm stinkt, viel intensiver, als meine normalen Blutungen riechen. Die einzigen Binden, die für mich noch in Frage kommen, sind so unpraktisch, weil man sie nur im „Vorteilpreispaket“ kaufen kann, ohne individuelle Verpackung, dass ich es mir zwei mal überlege, bevor ich welche zum Mitnehmen in meiner Handtasche stecke. Andere (und billigere) Marken habe ich dadurch zwangsweise probiert, überzeugt haben sie mich leider nicht.

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    • breakpoint schreibt:

      Immer wenn ich Flügelbinden im Laden sehe, frage ich mich, wie die sich nur auf dem Markt durchsetzen konnten. Völlig unpraktisch.

      Parfümierte Binden nutze ich auch nicht, bzw. lasse sie erst mal ausstinken, falls ich versehentlich mal welche kaufe.

      Ein kleines Täschchen/Etui, in das nur eine oder zwei Binden passen, ist manchmal nützlich, wenn die Binden nicht extra verpackt sind (was meiner Meinung eigentlich unnötiger Müll ist).

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  12. Durchgehalten :-).

    Unappetitlich: Mag sein, aber für mich als Blutphobiker immerhin gut zur Abhärtung. Nebenbei: Die Haushaltstipps sind auch außerhalb des engeren Kontextes nützlich, schon daher hat sich das Lesen gelohnt.

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