Siebenhunderteins

Ich telefoniere generell nicht gerne, und manche Telefongespräche sind erst recht unerfreulich.

Es war Richard: „Hallo Anne, wir sollten uns treffen.“
„Warum?“
„Wir hatten doch immer viel Spaß zusammen. Das sollten wir wiederholen.“
„Das sehe ich nicht so.“
„Du willst dich ganz bestimmt mit mir treffen. Schau mal, nach unserer Begegnung bei Heidi’s Kommunion habe ich mich mal mit Thorsten über dich unterhalten. Es mag ja sein, dass dein Mann dir einiges durchgehen lässt, aber deine Eltern wären sicherlich sehr überrascht, wenn sie von uns erfahren würden.“
„Warum sollten sie das?“, fragte ich gelangweilt.
„Es könnte ihnen ja jemand einen Brief schreiben“, meinte er sehr plump.
Ich verzichtete darauf, ihn zu fragen, warum das „jemand“ machen sollte. Es war klar, auf was er hinauswollte.
„Ich lasse mich nicht erpressen“, sagte ich ruhig und legte auf.

Höchstwahrscheinlich blufft er nur. Schließlich hat er mehr zu verlieren als ich. Und selbst wenn er meinen Eltern etwas erzählt, werden sie ihm wohl nicht glauben. Im schlimmsten Fall würden sie das vermutlich verkraften, zumal ich ja inzwischen verheiratet bin.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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30 Antworten zu Siebenhunderteins

  1. aliasnimue schreibt:

    Einfach nur widerlich.

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    • breakpoint schreibt:

      Er hat’s halt probiert.
      Ich sehe das erst mal gelassen.

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      • aliasnimue schreibt:

        Würde ich auch. Schliesslich hast Du Dir nichts vorzuwerfen.
        Ich hab so eine Abneigung gegen so Typen.
        Meinen damaligen Freund hat mal einer angesprochen und ihm erzählt, er wäre früher auch mal mit mir ins Bett, so richtig schmierig.
        Was glaubst Du, was ich den an die Wand gestellt hab!
        Hinterher war er nur noch ein winselndes Etwas.

        Und er hat sich entschuldigt und erklärt, dass wäre ein Racheakt gewesen, weil ich ihn damals nie beachtet hab.
        Kannste Dir sowas vorstellen? Nach 25 Jahren? :crazy:

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  2. schaum schreibt:

    genau richtig gemacht

    es schäumt wasfürein****loch

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  3. idgie13 schreibt:

    So ein Idiot. Ich denke auch, dass er nur blufft.

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  4. gammler67 schreibt:

    was das,was passierte,so schlimm?
    meinen eltern war es immer egal,mit wem ich im bett war.

    erpressung ist eine sehr miese sache.
    kannst du den spiess nicht umdrehen?

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    • breakpoint schreibt:

      Naja, meine Eltern hatten (und haben) schon ein völlig anderes Bild von mir.
      Das würde sie schon ziemlich erschüttern, wenn sie davon erfahren würden.
      Deshalb möchte ich das vermeiden – aber nicht um jeden Preis.

      Da ich von einem Bluff ausgehe, mache ich erst mal nichts.
      Notfalls würde ich allerdings nicht nur in der Defensive bleiben. Ganz bestimmt nicht.

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  5. ednong schreibt:

    Was für ein Idiot. Anstelle rückwirkend zu genießen, macht er es eher kaputt.

    Und denkt man gerade einen Millimeter voraus.

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  6. plietschejung schreibt:

    Einfach ignorieren.

    Oder

    Etwas überlegen, was ihn für immer und ewig hindern würde, so etwas noch einmal zu probieren.

    Mit was für Männern hast du dich eingelassen ? Kindchen, nein ! 🙂

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  7. Leser schreibt:

    Ich schließe mich der Mehrheitsmeinung an, und wundere mich, was wohl Carsten über diesen erbärmlichen Erpressungsversuch zu sagen hätte…

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    • breakpoint schreibt:

      Carsten werde ich (voraussichtlich) nicht mit dieser Angelegenheit behelligen.
      Er hat genug anderes um die Ohren.

      Ich nehme an, dass er zwar nicht erfreut wäre, aber auch nicht übermäßig ärgerlich.
      Und Richard wohnt und arbeitet ohnehin außerhalb seiner Einflusssphäre.

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  8. Moody schreibt:

    Mit was für einer Reaktion er da wohl rechnete? „Oh ja, jetzt wo du mich erpresst, bin ich total feucht geworden, lass es uns sofort tun.“ Schon krass, was Notgeilheit so alles für Früchte trägt. Absolut widerlich…

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  9. Pingback: Neunhundertdreiundsechzig | breakpoint

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