Sechshundertachtundneunzig

Die Blogparaden der letzten Zeit reizten mich thematisch kaum. Eine Ausnahme ist die Parade bei Selbstständig-im-Netz, bei der nach Tipps und Erfahrungen zur Motivation bei selbständiger Tätigkeit gefragt wird.

Meine Motivation unterscheidet sich sehr stark, je nach dem, welche Tätigkeiten konkret anfallen.
Wenn ich programmiere, brauche ich dafür eigentlich kaum eine zusätzliche Motivation. Alleine, dass ich da etwas Neues schaffe, ist Anreiz genug, damit zu beginnen. Das bezieht sich auf neue Projekte. Es ist immer wieder inspirierend, die so hinzukriegen, wie ich das ursprünglich geplant habe.
Etwas anders ist es bei Aufgaben wie Testen, Fehlersuche oder Debuggen. Da muss ich mich manchmal schon antreiben. Aber schließlich will ich auch da, dass es funktioniert – also mache ich es eben.
Dann gibt es Aufgaben, die im weitesten Sinne mit Dokumentation zu tun haben: Spezifikationen, Berichte, Manuals und dergleichen selbst schreiben, oder auch Dokumentationen aus anderen Quellen lesen und bearbeiten.
Hm. Das gehört halt auch dazu. Mit genügend Kaffee ziehe ich es einfach durch.
Am lästigsten sind mir Arbeiten wie Support-Mails an Kunden oder Rechnungen schreiben. Muss halt auch getan werden, hält sich zum Glück in Grenzen. Manchmal belohne ich mich dafür mit Kuchen oder Schokolade (ansonsten esse ich das natürlich auch ohne Anlass).
Wenn ich Termine mit Kunden oder auch meinen Mitarbeitern ausgemacht habe, dann ist es mir eine Selbstverständlichkeit, dort pünktlich zu erscheinen. Da genügen meine eigenen Ansprüche an mich selbst als Motivation.

Nach diesem eher allgemeinen Teil gehe ich noch auf die konkreten Fragen der Blogparade ein:
Warum ich mich selbständig gemacht habe, habe ich bereits früher beschrieben.
Als Selbständiger ist es unerlässlich, auch unangenehmere Arbeiten diszipliniert anzugehen, denn das Risiko liegt allein auf einem selbst, und lässt sich nicht auf den Arbeitgeber abwälzen. Wenn die Kunden aufgrund mangelhafter Arbeit oder nicht eingehaltener Termine abspringen, ist das ein Riesenproblem, und würde sich auch schnell unter anderen potentiellen Kunden herumsprechen. Dann ist man weg vom Markt. Genügende Motivation ist also für den Erfolg zwingend notwendig und ein Sine-qua-non.
Ob Geld als Motivation für die Selbständigkeit für andere ausreicht, kann ich nicht beurteilen. Natürlich ist Geld notwendig, und man erwartet auch ein angemessenes ROI für seine geleistete Arbeit. Aber für mich ist der Ehrgeiz, einen guten Job zu erledigen, viel relevanter (ja, ich weiß, ich hab da leicht reden, weil ich inzwischen nicht mehr zwingend auf die Einnahmen angewiesen bin).
Ernsthafte Motivationsprobleme habe ich eigentlich nur bei der Hausarbeit, weil dies unangenehm und ohne nachhaltigen Effekt ist. Da kann ich nur froh sein, dass ich meinen Lebensunterhalt nicht mit Putzen verdienen muss.
Früher fiel es mir – insbesondere im Winter, wenn es kalt und dunkel ist – manchmal schon schwer, früh aufzustehen. Inzwischen hält mich aber eigentlich nichts mehr im Bett, sobald ich da alleine bin. Und schließlich will ich ja auch nach meinem Blog schauen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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6 Antworten zu Sechshundertachtundneunzig

  1. Uschi-DWT schreibt:

    Wenn ich das so lese kommt mir vieles sehr bekannt vor aus meiner selbstständigen Tätigkeit und einiges ist dabei mit ein Grund warum ich im Moment diese nicht mehr ausüben kann.

    Denn wenn der richtige Antrieb fehlt ist es schwer diesen Standard den man an sich selbst dabei meistens stellt zu halten bzw. überhaupt noch einzuhalten.

    Und wenn das Monetäre nicht die Hauptantriebsfeder ist dann um so schlimmer musste ich leider bei mir feststellen.

    Aber was ich so lese von dir über die Blockparaden (von dehnen ich vor deinen ersten Beiträgen darüber nichts wusste) macht mich neugierig eventuell auch mal zu versuchen bei solchen mitzumachen.

    Liebe Grüße
    Uschi-DWT

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    • breakpoint schreibt:

      Manchmal kann es schon schwierig sein, die nötige Motivation zu finden, insbesondere, wenn man mal einen Durchhänger hat.
      Aber für jemanden, der ständig einen Chef oder sonst jemanden braucht, der ihn antreibt, ist die Selbständigkeit wohl nicht zu empfehlen.

      An Blogparaden beteilige ich mich entweder beim Webmasterfriday http://www.webmasterfriday.de, der normalerweise jeden Freitag ein neues Thema vorschlägt.
      Oder ich bekomme interessante Themen über http://www.twitter.com/blogparaden mit.
      Bestimmt findest du da auch das eine oder andere Topic, über das du schreiben magst.

      Schönes Rest-WE und lg
      breakpoint

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      • Uschi-DWT schreibt:

        Genau das war der Grund warum ich mich Anfang 1980 selbstständig machte denn immer nur die Arbeit zu machen und dann einen nörgelnden Chef vor der Nase zu haben machte mir keinen großen Spaß.

        Danke für die links die ich mir in Ruhe ansehen werde und vielleicht auch mal versuche an so einer Blogparade Teilzunehmen.

        Das Wochenende ist ja nun leider schon wieder vorbei aber ich hoffe es war für dich etwas entspannend so das die neue Arbeitswoche mit neuer Kraft angepackt werden kann.

        Liebe Grüße
        Uschi-DWT

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  2. Heike Lorenz schreibt:

    Hi Anne,
    mich hält morgens auch nichts mehr im Bett, denn ich lieben meinen Job & meine Selbständigkeit.
    Nur bei gutem Wetter kämpfe ich schon oft mit mir, ob Arbeit jetzt wirklich sein muss …

    Sonnige Grüße
    Heike

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    • breakpoint schreibt:

      Hallo Heike,

      im Sommer ist es viel leichter, aufzustehen als im Winter, wenn es früh lange dunkel und kalt ist.

      Ein Vorteil der Selbständigkeit ist es ja auch, sich seine Zeit weitegehend frei einteilen zu können. Also kann man bei schönem Wetter auch mal die eine oder andere Aufgabe verschieben.

      Schönen Abend und lg
      Anne

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  3. Pingback: Neunhundertzweiundfünfzig | breakpoint

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