Sechshundertneunundachtzig

Die Beantwortung von ein paar Fragen steht noch aus.

Beginnen wir diesmal mit der Frage eines mir bekannten Fragestellers, der aus unerfindlichen Gründen nicht genannt sein möchte:
„Wie gehst Du mit Vorurteilen von Kunden um, weil Du eine Frau bist?“
Mit Kunden, die so große Vorbehalte haben, dass es für sie unvorstellbar ist, einer Frau einen Auftrag zu geben, komme ich normalerweise erst gar nicht in Kontakt. (Nur ein einziges Mal hat es ein potenzieller Kunde gewagt, in meiner Anwesenheit entsprechende Ansichten zu äußern.)
Wenn ich beispielsweise mit Mitarbeitern von Kunden zusammenarbeiten muss, besteht bei denen natürlich vor dem ersten Zusammentreffen eine gewisse Erwartungshaltung. Kommt da eine nervige Zicke? Oder eine schnippische Schickse? Eine dämliche Tussi? Oder ein unbedarftes Barbie Girl? Etwa eine streitbare Emanze? Oder gar ein feministisches Mannweib? Wenn sie mich dann sehen, sind sie schon mal erleichtert, weil ich äußerlich zumindest nicht abschreckend wirke (höchstens ein ganz klein wenig einschüchternd). Auch nicht in den Schminktopf gefallen bin.
Nach spätestens einer halben Stunde hat’s dann jeder kapiert, dass ich fachlich versiert bin und ihre Sprache spreche. Bis jetzt hat sich dann noch jede Zusammenarbeit als diesbezüglich problemlos herausgestellt.

Schließlich noch die letzten Fragen der Bärlinerin:

„…schminkst du dich und gibt es Körperpflege-Produkte, die du nie wieder missen möchtest?“
Da muss ich dich enttäuschen. Ich schminke mich nur zu besonderen Anlässen, und bevorzuge eigentlich keine Marke (und selbst wenn, würde ich hier keine Werbung dafür machen wollen).
Mit Körperpflege-Produkten gehe ich generell sparsam um, und benutze eigentlich nur solche, die primär der Sauberkeit und Hygiene dienen. Dabei achte ich darauf, dass sie geruchsneutral sind. Schließlich möchte ich nicht nach irgendetwas anderem duften als nach mir selbst.

„…hmhhh, Lieblingsessen hatten wir auch schon. Aber vielleicht wirklich mal ein paar Kindheitserinnerungen. Hast du gern die Teigschüssel wie ich ausgenascht, weil du Süßes magst? Wo gibt’s die besten Kekse, wer macht die besten Muffins, Pancakes, Schokoladen, Konfitüren etc., die ICH nachkaufen kann… 😉 “
Über meine Jugend habe ich vor ein paar Wochen gebloggt. Außerdem werde ich versuchen, in Zukunft gelegentlich ein paar Erinnerungen einfließen zu lassen, wenn es gerade zum Thema passt. Ansonsten tue ich mir eher schwer, jetzt konkrete Erinnerungen auszuwählen, und darüber zu bloggen. Aber – wie gesagt – ich behalte das im Hinterkopf.
Klar, hab ich manchmal Teigschüsseln ausgeleckt – bis ich irgendwann in meiner Jugend Angst vor Salmonellen bekam, und dann lieber die Finger von Teig mit rohen Eiern ließ.
Hier in der Stadt habe ich einen Lieblingskonditor, der leider etwas abseits meiner üblichen Wege liegt, und der die allerleckersten Sahnetorten produziert. Aber das nützt dir in Berlin natürlich nichts. Auch nicht meine bevorzugte Schokoladenmarke aus einem nur hier im Süden ansässigen Discounter (der übrigens auch einen ausgezeichneten Tiefkühl-Bienenstich führt, oder Sahnewindbeutelchen – hhmmm).
Ich habe Carsten mal nach seiner Bezugsquelle für die köstlichen Pralinen gefragt, die er mir immer mitbringt, aber er hat nicht so recht damit herausrücken wollen. Vielleicht hake ich noch mal nach.

So. Das waren, glaube ich, alle Fragen, die ich nicht bereits bei den Kommentaren beantwortet habe.
Das Verhütungsupdate habe ich noch etwas zurückgestellt. Ich habe es aber nicht vergessen, und werde zu geeigneter Zeit auf das Thema zurückkommen.
Sollte ich eine Frage übersehen haben, oder wenn euch noch weitere Fragen einfallen, scheut euch nicht, mich darauf hinzuweisen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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15 Antworten zu Sechshundertneunundachtzig

  1. sweetsurrender schreibt:

    Gar keine Schminke?
    Also ich bin da ja auch sehr zurückhaltend.
    Kajal, Wimperntusche und Lipgloss finde ich völlig ausreichend. Marke ist mir wumpe. Ansonsten laufe ich auch oft „nackig“ rum.
    Für meine Haut reibe ich mich einmal die Woche mit Sesamöl ein, dass ich danach wieder abdusche.
    Parfum nutze ich alle paar Wochen mal.

    Und zum Konditor gehe ich auch nicht.
    Dafür hab ich eine große Schwäche für gutes Essen.
    Das macht von innen schön. :))

    Ich nehm mal nicht an, dass Du gerne backst?

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  2. W2013 schreibt:

    „(Nur ein einziges Mal hat es ein potenzieller Kunde gewagt, in meiner Anwesenheit entsprechende Ansichten zu äußern.)“

    Ganz schön dreist. Wie hast Du reagiert?

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  3. Leser schreibt:

    Die Reaktion des sexistischen potentiellen Kunden hätte mich auch interessiert. Ich stelle ihn mir ja danach klein mit Hut vor, oder zumindest im Höchstmaß düpiert 🙂

    Und das mit der Schminke finde ich vernünftig. Frauen, die sich schminken (selbst wenn sie sagen „nur ein bisschen“, was auch von dezent/kaum merklich bis zu komplett überkleistert bedeuten kann), sind „unecht“, haben wenig Originalität, und in 100% aller Fälle wird dadurch ihre natürliche Schönheit gemindert oder vollständig überdeckt. Ich verstehe nicht, wie sich die Menschen das antun (und „vanity“ ist ja jetzt auch immer mehr ein Stichwort für die Männerwelt), letztendlich ist das doch ein „Markt“, der sich daraus entwickelt hat, dass die Menschen Minderwertigkeitskomplexe haben, und und dann kam eine Industrie auf und sagte sich: „Toll, die Minderwertigkeitskomplexe. Jetzt müssen wir nur noch die Menschen dazu bringen, sie auf bestimmte, von uns („Schönheitsideal“) festgelegte körperliche Aspekte zu projizieren, anstatt sie als das zu sehen, was sie sind, und schon können wir damit richtig reich werden.“ Pervers, dass sowas immernoch funktioniert.

    Ich habe uns immer für zivilisiert gehalten. Doch dann habe ich festgestellt, dass ich „technischen Fortschritt“ mit „Zivilisation“ verwechselt hatte.

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  4. breakpoint schreibt:

    NeunhundertsiebenundneunzigZu meinem Blogeintrag #WasAndersWäre habe ich hinter den Kulissen einiges Feedback bekommen. Das veranlasst mich, hier in einem Nachtrag noch einiges zu ergänzen und klarzustellen.

    Auf die Frage „Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beei…

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  5. Pingback: Neunhundertzweiundfünfzig | breakpoint

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