Sechshundertvierundsiebzig

Ich habe ein Haar gefunden. Ein sogenanntes „graues Haar“. Es schmiegte sich nicht wie die anderen Haare geschmeidig um meinen Kopf, sondern stand irgendwie ab. Kann man mit Mitte Dreißig überhaupt schon graue Haare kriegen?

Ich zupfte es also aus und habe es mir genauer angesehen. Es ist weder grau noch weiß. Eigentlich ist es transparent. Durch die starke radiale Krümmung findet allerdings eine Totolreflexion an der Oberfläche statt, so dass auftreffendes sichtbares Licht sämtlicher Wellenlängen reflektiert wird, und das Haar deshalb dem menschlichen Auge weiß erscheint.
Während meine anderen Haare ziemlich flexibel und weich sind, hat dieses Haar eine völlig andere Elastizität und Biegesteifigkeit. Es gab der Schwerkraft weniger stark nach und erscheint eher spöde.

Was mich besonders wundert, ist dass es auf seiner ganzen Länge farblos ist. Sollte man nicht erwarten, dass es erst braun ist, und dann erst beim Weiterwachsen ab irgendeiner Stelle keine Farbstoffe mehr einlagert? Und warum habe ich dieses Haar (mit seinem strahlend-auffälligen Weiß) dann nicht schon viel früher bemerkt? Es muss doch länger gebraucht haben, bis es auf diese Länge gewachsen ist. Die Farbpigmente verschwinden doch nicht einfach von einem Tag auf den anderen.

Nun ja, das war gerade mal ein Haar von zig Tausenden, also gerade mal ein paar ppm. Wenn ich das zweite finde, kann ich ja versuchen, den zeitlichen Verlauf zu extrapolieren.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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34 Antworten zu Sechshundertvierundsiebzig

  1. sweetsurrender schreibt:

    Keine Ahnung, ich bin 45 und hab noch keines bei mir gefunden. Aber ich glaub schon, dass graue Haare eine andere Beschaffenheit haben als welche mit Pigmenten.

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  2. DerMaskierte schreibt:

    An meinem 30. Geburtstag hatte ich bereits aufgehört die grauen Haare zu zupfen. Mit 25 hab ich angefangen ihnen Namen zu geben. 😀

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  3. gammler67 schreibt:

    bei männern sollen sie ja interessant wirken…

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  4. Floh schreibt:

    Mein Frau fand ihr erstes weißes Haar am Hochzeitstag beim frisieren (damals 27J). Sie wusste offensichtlich, was auf sie zukam.
    Weiße Haare sind viel fester und daher stehen sie auch heraus und so sieht man sie sofort.
    Aber lasse Dir deswgen kein grauen Haare wachsen.
    LG aus Wien

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    • breakpoint schreibt:

      Gerade am Hochzeitstag ist das keine angenehme Überraschung.
      Aber solange man nicht selbst ein Problem daraus macht, oder es gar als Omen sieht, ist es auch wieder nicht so schlimm.

      Apropos Omen .. eine Oma von mir (nicht die mit dem Hüfthalter, sondern die andere) erzählte Zeit ihres Lebens immer wieder folgende Geschichte (inwieweit zutreffend weiß ich nicht).
      Mit 24 Jahren hätte sie nach einem großen Schrecken (hab vergessen, was das war) am nächsten Morgen einen breiten, weißen Streifen in ihrem sonst fast schwarzen Haar gehabt.

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      • engywuck schreibt:

        solange der Schreck nicht gerade „oh weh, ich hab grad Bleichmittel in die haare gekippt“ war eher unglaubwürdig. Wie soll der Körper den Farbstoff auch aus nicht mehr lebendem Material abtransportieren…
        Alternativ könnten natürlich auch weiße Haare vorhanden gewesen sein und die schwarzen Haare ausgefallen – aber auch das sollte sie vorher bemerkt haben.

        Binnen weniger Wochen kann das aber natürlich prinzipiell passieren, jedenfalls wenn man relativ kurzes Haar trägt (weißes wächst nach, dunkles fällt aus, bei Kurzhaar merkt man den Längenunterschied nicht).

        Psychosomatischer Haarausfall ist durchaus bekannt (bzw. wird diskutiert), aber auch da eher nicht nach „weiß/dunkel“ sondern eher „Haar da/Haar weg“. Stichwort Alopecia Areata, hier in Form runder kahler Stellen.

        Übrigens kann auch bei sonst komplett „weißen“ Haaren eine Strähne dunkles wieder wachsen. Kann dann allerdings auch Anzeichen für Hautkrebs sein…

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        • breakpoint schreibt:

          Diese Geschichte hat meine Oma halt immer wieder erzählt.
          So richtig geglaubt habe ich ihr das nie.

          Ich nehme an (nachdem ich mir jetzt die ganze Sache noch mal durch den Kopf habe gehen lassen), dass es ursprünglich nur wenige graue Haare waren, die sie irgendwann – vermutlich verdeckt von anderen Haaren – zufällig fand.
          Da sie noch ziemlich jung dafür war, suchte sie eine Erklärung und glaubte diese in dem Schrecken gefunden zu haben.
          Im Laufe der Zeit wurden es in ihrer Erinnerung dann immer mehr Haare. – Soweit meine Hypothese.

          Theoretisch wäre es auch möglich gewesen, dass die weißen Haare zwar schon länger da waran, aber von dunklen Haaren so bedeckt, dass man sie nicht gleich sah. Wenn dann einige dunkle ausgefallen sind, wurde es plötzlich offensichtlich. Oder so.

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  5. plietschejung schreibt:

    Ist das nicht irgendwie egal ?

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  6. Waage73 schreibt:

    Ach, wenn es nur eines ist. Abgesehen davon kannst du doch zur Not noch Farbe drauf machen. Ich hab schon ein bisschen mehr graue Haare… 😉

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  7. Murgs schreibt:

    Graue Haare sind eigentlich farblos, das hast Du richtig erkannt.
    Ihre Struktur ist auch abweichend, weil die Haarwurzel sie anders aufbaut. Da von dort der Wuchs ausgeht, bleibt ein Haar auch gleich, es gibt keinen „Farbwechsel“: das graue Haar war von Anfang an grau.

    Wie Du mit dem Thema in Zukunft umgehen willst (suchen & ausreißen, färben, akzeptieren?) ist eine sehr persönliche Entscheidung, die sich auch mit der Zeit immer wieder ändert.

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    • breakpoint schreibt:

      Solange ich mit Auszupfen nachkomme, werde ich das wohl machen.

      Färben .. hm .. ich weiß nicht. Das widerstrebt mir, diesen Chemiecocktail auf meine Haare zu lassen. Und dann wächst die Farbe raus, und das sieht einfach mistig aus. Und dann schon wieder zum Friseur. .. 😦

      Vielleicht denke ich anders darüber, wenn wirklich ein nennenswerter Grauanteil da ist, aber vielleicht finde ich mich damit auch ab.

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  8. idgie13 schreibt:

    Mein erstes graues Haar hatte ich mit Anfang 20 .. 8|

    Irgendwann verschwanden die paar grauen Haare aber wieder und inzwischen kommen vereinzelt ein paar, die man aber unter den vielen blond/brünetten Haaren gar nicht wirklich wahrnimmt.

    Nachdem meine Haare recht schnell wachsen und ich keine Lust habe auf Chemiecocktail und Frisör, ist Färben für mich auch keine wirkliche Option ..

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    • breakpoint schreibt:

      Mit Anfang 20 – das ist schon sehr früh. Eine Statistik zur Altersverteilung beim ersten grauen Haar wäre bestimmt interessant.
      Bisher war das für mich kein Thema gewesen. Das lief unter „irgendwann in ferner Zukunft“.

      Unter blonden Haaren fallen vereinzelte graue Haare wohl weniger auf als unter dunklen, weil da der Kontrast geringer ist.

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  9. Athropos schreibt:

    Würde dich eigentlich ein graues Haar an anderer Stelle mehr beunruhigen.

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  10. Athropos schreibt:

    Das hast du weiter oben ja bereits beantwortet 😉

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  11. ednong schreibt:

    Ein graues Haar? LOL Das sind übrigens dann nicht „ein paar ppm“, sondern eher „ein ppm“.

    Wenn ich mir wegen der grauen Haare Sorgen machen müsste – da käm ich ja aus den Sorgen gar nicht mehr heraus. Manchmal geht das superschnell mit dem Ergrauen. Und da kann dann auch temporär der Stress Schuld dran sein, selbst mal erlebt. Also wir die Geschichte deiner Oma zutreffen.

    Ich akzeptiere es. Gehört eben dazu.

    Wie das Captcha: firecracker 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Naja, eine Million Haare habe ich jetzt auch nicht auf dem Kopf.
      Ohne sie jetzt explizit nachgezählt zu haben, schätze ich, dass ein Haar etwa 8 oder 9 ppm entspricht.

      Tja, das (Er)grauen ist wohl unausweichlich, auch wenn es in mehr als 50 Stufen abläuft.

      Das war übrigens dein 508. Kommentar hier. Jetzt haben wir ganz verpasst, den 500. zu feiern. Aber zum 512. fehlen ja nicht mehr viele.

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  12. Bellona schreibt:

    mein erstes graues haar hatte meine friseurin entdeckt. ich war 28 und sehr schockiert. :DD

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  13. breakpoint schreibt:

    AchthundertzweiundachtzigAllmählich kehrt nach dem Urlaub wieder Routine ein.
    Statt Besuche von und bei Verwandten gab es nur mehr oder weniger ausgedehnte Telefonate.

    Meine Mutter hatte etwas Probleme mit den Krampfadern (vererben sich angeblich, noch merke ich aber nicht…

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