Sechshundertfünfundsechzig

Yvonne (meine Schwippschwägerin) hatte mich bereits zweimal angerufen, um mich zu fragen, ob ich mich abends mit ihr und ein paar ihrer Freundinnen treffen möchte. Ich hatte aber bisher immer abgelehnt.
Als sie mich vor ein paar Tagen nochmals fragte, stimmte ich zu, weil Carsten am betreffenden Abend noch geschäftlich unterwegs war.

Ich traf mich also abends mit ihr in einer Cocktailbar. Außerdem waren noch die Ehefrauen eines Hautarztes, eines Augenarztes und eines Orthopäden anwesend, alle im Alter zwischen Ende dreißig und Mitte vierzig.
Zuerst trank ich eine Piña Colada, später einen Cuba Libre.
Meine Gesprächspartnerinnen lästerten hauptsächlich über ihre jeweiligen Ehemänner (jedenfalls weiß ich jetzt, zu welchen Ärzten ich nicht gehe, wenn ich mal gesundheitliche Beschwerden habe).
Ich kann eigentlich nichts negatives über Carsten sagen (außer, dass er zu viel arbeitet). Und wenn doch, würde ich das sicherlich niemandem auf die Nase binden.
Offenbar bin ich überhaupt nicht up-to-date, was die aktuellen Fernsehserien angeht. Naja, außer TBBT und gelegentlich Simpsons habe ich in letzter Zeit nicht viel geschaut.

Tja, dafür dass so ein Mädelsabend nicht so mein Stil ist, war es ja ganz OK. Insgesamt war der Abend gar nicht so unangenehm und durchaus kurzweilig, wenn ich auch auf eine baldige Wiederholung keinen Wert lege.
Gegen halb elf verabschiedete ich mich. Da das Wetter trocken und mild war, sprach nichts gegen einen abendlichen Spaziergang nach Hause.

Bis ich endlich ins Bett kam, dauerte es noch etwas, und dann konnte ich nicht schlafen.
Erst spät in der Nacht kam Carsten heim.
Er kuschelte sich von hinten an mich, ließ seine Hände über meinen Körper wandern. Ich räkelte mich etwas, und drehte mich dann um 90° um die longitudinale Achse auf den Rücken, während er sich über mich wälzte, und mit seinem Glücksbringer tief in mein Innerstes vordrang.
So gewannen wir schließlich die nötige Entspannung und Bettschwere.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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15 Antworten zu Sechshundertfünfundsechzig

  1. Leser schreibt:

    Ich stelle mal die Hypothese auf, dass keine der über ihre jeweiligen Ehemänner lästernden Ehefrauen eine physisch derart innige Beziehung zu ihrem Mann hat.

    Natürlich ist diese Hypothese völlig unbewiesen und basiert letztlich auf nichts als meinem subjektiven Eindruck.

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  2. sweetsurrender schreibt:

    „Meine Gesprächspartnerinnen lästerten hauptsächlich über ihre jeweiligen Ehemänner “
    und wenn man da nicht mit macht, wird man belustigt gefragt wieviel Monate seit ihr denn erst zusammen? Sollte die Antwort x Jahre sein, erntet man ungläubige Blicke.

    Aber auch dafür gibt es eine Erklärung:
    die meisten Paare starten mit 100%. Denken sie zumindest. Die Welt ist rosarot. Nur leider entwickeln sich die meisten Partner nicht im gleichen Tempo, mehr noch, viele bleiben einfach da stehen, wo sie sind. Und dann bleiben nach Jahren nur noch 60%…der Respekt bleibt dabei auf der Strecke…man arrangiert sich…

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  3. plietschejung schreibt:

    Diese Ehefrauen werden aufhören zu lästern, wenn sie ihre Männer irgendwann los sind. (sehr bissig)

    Da bist du ja in einen Trog von Eitelkeiten, Neid und Geltungsbewusstsein gefallen. Ist ja wie im Fernsehen 🙂

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  4. Bellona schreibt:

    deine serienauswahl gefällt mir! 😉

    ich finde es immer ganz schlimm, wenn frauen über ihre partner so bösartig lästern. also, so anekdoten über die unterschiede zwischen ihm und mir im alltag erzähle ich schon auch gerne mal, und er macht das auch. aber das auf eine liebevolle art und weise. ich kann mir gar nicht vorstellen, den mann den ich liebe durch den kakao zu ziehen.

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    • breakpoint schreibt:

      Danke!

      Du hast vollkommen recht.
      Seine schmutzige Wäsche sollte man nicht vor unbeteiligten Dritten waschen.

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      • Es sind Arztfrauen.
        Mehr muss man nicht sagen:
        Die HNO- und Hautarzt-Gattin waren vielleicht nicht zufrieden, dass der Ferrari schon bestellt war, obwohl der Rolls noch geleast wurde.

        Geht es in der Altersgruppe eigentlich auch noch um Penisgrößen wie bei Studentinnen oder nur um die Länge der Golfschläger?

        Ärzte betrügen doch ständig ihre Frauen mit allen möglichen Mumus.
        N- est- pas?

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  5. Pingback: Neunhundertsiebenundzwanzig | breakpoint

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