Sechshundertzweiundzwanzig

Also blogge ich jetzt doch noch die Fortsetzung des Skiwochenendes.

Am Sonntag Vormittag wollten alle nach dem Frühstück noch einen Schneespaziergang machen. Ich hatte dazu aber keinerlei Lust, und insbesondere kein geeignetes Schuhwerk dabei.
Nein, ich bin nicht so blöd, dass ich mit High Heels ins verschneite Hochgebirge fahre. Meine Schuhe wären durchaus geeignet gewesen, um – auch bei schlechtem Wetter – in der Stadt herumzulaufen, oder in Wald und Flur – auf nicht allzu sumpfigem Gelände – spazieren zu gehen. Aber sie waren definitiv nicht geeignet, um durch knietiefen Schnee zu stapfen. Solche Schuhe hab‘ ich nicht, will ich nicht, brauch‘ ich nicht.
Natürlich boten mir die anderen Frauen an, mir ihre Ersatz-Skischuhe oder Stiefel zu borgen. Zum ersten Mal war ich froh darüber, dass ich keine Standard-Schuhgröße habe, was mir einen selbst für sie nachvollziehbaren Grund gab, die Angebote abzulehnen.
Warum akzeptieren die Leute nicht einfach ein Nein? Und Frauen sind da deutlich schlimmer als Männer!

So blieb ich diesmal alleine in der Hütte zurück. Ich hätte sogar freiwillig das ganze Geschirr gespült, nur um nicht in den Schnee und die Kälte zu müssen. Aber dank einer Spülmaschine blieb mir das erspart.

Mittags aßen wir dann noch als Abschluss gemeinsam in einem zwar rustikalen, aber dennoch teuren Restaurant unten im Tal. Der Nachtisch war mit Blattgold (Viel Spaß allen mit Amalgamfüllungen!) garniert, was ich fein säuberlich herunterfiselte. Was die Inkorporation von Fremdkörpern in meinen Körper angeht, bin ich schon etwas eigen. Gold lasse ich meinen Verdauungstrakt jedenfalls nicht passieren, auch wenn es unverändert durchgeht. Goldsch*ßen überlasse ich dem Esel aus Tischlein-deck-dich.

Als erstes Paar brachen wir danach auf und fuhren – endlich – wieder heim.

Ich kann es verschmerzen, wenn ich nie mehr in meinem Leben Schnee sehen muss.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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25 Antworten zu Sechshundertzweiundzwanzig

  1. sabienes schreibt:

    Zur Abhärtung könntest du dir demnächst eine Tupperparty oder noch besser: Putzlappenparty angedeihen lassen! 😉

    LG
    Sabienes

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  2. sigrun_beate schreibt:

    Ich verstehe auch nicht, was alle immer diesem weißen Dreckszeug haben und immer dahin wollen :carzy:

    Mich wollen auch immer alle überreden und meinen das sei doch soooooooo toll. Ich hab darauf keinen Bock. Und ja, man akzeptiert das nur schwer.

    Ich bin sehr froh, dass wir weit genug davon weg wohnen.

    Wobei ich im Sommer gern in den Bergen bin, das finde ich schon klasse. Da ist dann aber auch kein Schnee ;D

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    • breakpoint schreibt:

      Ja, warum können viele Leute es nicht verstehen, dass andere nicht unbedingt an den gleichen Dingen Freude haben?

      Ich finde es toll, dass unterschiedliche Menschen auch unterschiedliche Interessen haben, und käme nie auf die Idee, andere zu etwas überreden, was diese gar nicht wollen.
      Einen Vorschlag oder ein Angebot kann man ja machen, aber wenn der andere ablehnt, sollte man’s gut sein lassen, und nicht weiter darauf beharren.

      Bergspaziergänge mag ich durchaus, aber im Schnee .. nein, wirklich nicht! :no:

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  3. aliasnimue schreibt:

    Ich bin ja grundsätzlich gerne draussen…solange es nicht regnet. Ich finds herrlich bei Schnee und Sonne. Das Geräusch, das es macht wenn man dadurch stapft. Die klare Luft. Der Geruch.
    Ich mag dieses Bewußtsein für die Umgebung, die kleinen Dinge.
    Und ich mag mich auch auf Dinge einlassen, die ich vielleicht zuerst gar nicht mag.

    Aber klar, jeder Mensch ist anders. Und wenn jemand nicht will, sollte man es auch gut sein lassen.
    Find ich aber gut, das Carsten sich davon nicht hat beeinflussen lassen und Deine Meinung toleriert.
    Viele Menschen wären da wohl ernsthaft beleidigt.

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    • breakpoint schreibt:

      Dass ich Schnee nicht mag, hat eine lange Tradition 😦 – da ist mir Regen noch lieber.
      Ich bin halt eher der Sommertyp und gehe gerne schwimmen.

      Carsten kennt mich gut genug, um zu wissen, dass Druck bei mir da eher das Gegenteil bewirkt.
      Ich bin ja nur ihm zuliebe dahin überhaupt mitgekommen.
      Und schließlich liegt es in seinem Interesse, meine Gunst und meinen Goodwill zu erhalten.

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  4. plietschejung schreibt:

    Irgendwie war es so wie ich es erwartet habe. Es überrascht mich nicht, was an sich aber gar nicht schlimm ist.

    Zum Glück gibt es Menschen mit unterschiedlichen Interessen, ansonsten wären jetzt auch alle in den Bergen. Wie langweilig.

    Es lebe die Diversität !

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  5. WWWTYREL schreibt:

    Ich kann Dich absolut verstehen. Als Kind fand ich Schnee toll, aber jetzt nervt er einfach nur noch. Jedem das seine. Aber wenn man anderen seine Meinung (Glück, Hobby whatever) aufzwingen will („Man meint es ja nur gut“) und ein Nein nicht akzeptiert, ist das ein absolutes NoGo. Finds gut, das Du Dich dann auch stur stellst hihi kenn ich von irgendwoher.
    Das Du Dich nicht verbiegen lässt – (um es mit FB zu sagen) Daumen hoch

    LG
    WWW

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    • breakpoint schreibt:

      Schon als Kind mochte ich keinen Schnee, und das hat sich seither nicht geändert.

      Man gilt halt schnell als Spielverderber oder Spaßbremse, obwohl das überhaupt nicht in meiner Absicht liegt.
      Von mir aus kann jeder seine Freude haben, wie er will, aber bitte auch einsehen, dass andere lieber z.B. ein Buch lesen oder eine Gleichung lösen als durch den Schnee zu stapfen.

      Ich habe mich auch nicht direkt auf stur gestellt (hätte ich allerdings, falls Carsten in die gleiche Kerbe geschlagen hätte wie die anderen), sondern mich schon bemüht, freundlich zu bleiben.
      Vor den Kopf stoßen will ich schließlich niemanden.

      „Das größte Glück auf dieser Welt
      ist, was man dafür selber hält.“

      Gefällt 1 Person

  6. engywuck schreibt:

    „aber du weisst doch gar nich ob’s dir nicht doch gefällt, wenn du nicht mitmachst“. Kenne ich zur Genüge. Fast so schlimm wie beim Essen „ja ich weiß, dass du keinen Rosenkohl magst, aber du hast *dieses* Rezept noch nicht probiert“ bzw. „woher willst du wissen, dass du rohen Fisch nicht magst, ohne ihn probiert zu haben“ – auch fast alles Frauen. Irgendwie scheinen Frauen das „Überzeugungs-Gen“ zu haben.

    Besonders schön beim Essen übrigens, wenn auf die Anmerkung, dass man den Geschmack nicht mag die Antwort „aber das schmeckt man doch gar nicht raus“ kommt (wie mir bei Zucchini und Blumenkohl ergangen) – aber wenn man ihn nicht schmeckt, warum tut man ihn dann rein?

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    • breakpoint schreibt:

      Tja, genau diese Argumentation muss man sich immer wieder anhören.
      Als hätte man im Laufe des Lebens nicht bereits genug Erfahrungen gesammelt, um das selbst beurteilen zu können.

      Rosenhohl, Blumenkohl und Zucchini mag ich übrigens (wobei ersteres auch für den Pi-Tag in ein paar Wochen geeignet ist).

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  7. Gentleritter schreibt:

    Manchmal bist du echt ´ne alte Spaßbremse! Schäm dich was!

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    • breakpoint schreibt:

      Ich habe niemandem verboten Ski zu fahren oder im Schnee herumzulaufen, oder auch nur nahegelegt, das bleiben zu lassen.

      Wenn jemand an diesem Wochenende (fast) keinen Spaß hatte, so war das ich.
      Und ich habe mich zumindest bemüht, das nicht offen zu zeigen, obwohl ich nicht aus eigenem Antrieb dahin gefahren bin. Schließlich wusste ich schon vorher, dass ich Schnee und Sport verabscheue.

      Für mich war es ein verlorenes Wochenende!
      Und wäre mir daran gelegen gewesen, den anderen ihren Spaß zu vermiesen, hätte ich dafür ganz sicherlich effektive Methoden gefunden.

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      • engywuck schreibt:

        er schrub „Bremse“, nicht „Verhinderer“. Es soll Leute geben, die sich nicht richtig freuen können, solange nicht alle das machen, was sie (also diese Leute) glauben, das toll sei. Also alle dasselbe. Oder die dann den ganzen Tag drüber nachgrübeln, wie man den „Aussenseiter“ doch noch „integrieren“ kann.

        Ich gehöre nicht zu diesen Leuten, sondern eher in deine Kategorie 🙂

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  8. Bellona schreibt:

    ich sage es nochmal: lieber nie wieder pärchenwochenenden, als nie wieder schnee. so empfinde ich beim lesen. 😀

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  9. idgie13 schreibt:

    Geschmäcker sind halt verschieden. Ich mag dafür Schnee und Berge lieber als Strand und Sonne. Und?

    Dieses ständige Rechtfertigen, warum man was mag oder was anderes nicht mag, nervt mich auch. Ich mag kein Sushi. Und auch wenn es noch so hip ist, mag ich es immer noch nicht. Und rechtfertigen mag ich auch nicht – deshalb tu ich es auch nicht mehr.

    Ich hoffe, Du bleibst in Zukunft von Tupperschüsseln, Pärchenwochenenden und Co. verschont.

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  10. Pingback: Achthundertfünfundneunzig | breakpoint

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