Sechshundertelf

Schon wieder Besprechung mit den Abteilungsleitern und -halbleitern.

Der Geschäftsführer kündigte an, dass „es bis zum 25-jährigen Jubiläum der Firma zwar noch länger dauert. Trotzdem wollen wir bereits jetzt überlegen, welcher Handlungsbedarf besteht, und welche Aktionen eventuell angeraten sind. Ich könnte mir gut eine Firmenfeier vorstellen, vielleicht sogar einen Tag der offenen Tür. So etwas muss rechtzeitig geplant und organisiert werden ..“

„Aber nicht von der gleichen Eventagentur wie bei der Hausmesse“, warf ich ein.
„Und warum nicht?“, fragte er über die Unterbrechung leicht verärgert.
„Die waren unprofessionell und zu wenig kundenorientiert.“
„Das Marketing wird sich zu gegebener Zeit um eine geeignete Agentur kümmern.“
Wenn die Marketingtusse dafür verantwortlich ist, wird wohl nicht viel dabei herauskommen. Aber ich hielt lieber den Mund.

„Ein weiterer Punkt ist das Firmenlogo“, fuhr der Geschäftsführer fort, „das ist mittlerweile etwas angestaubt. Die Firma hat sich ja weiterentwickelt und erweitert, so dass das Logo inzwischen nicht mehr so ganz zeitgemäß und unmodern geworden ist. Ich halte es für eine gute Idee, zeitgleich zum Jubiläum ein neues Logo einzuführen. Da der ursprüngliche Designer nicht mehr für uns arbeitet, und ein anderer Designer vermutlich ..“
Schon wieder unterbrach ich ihn (wenigstens kann er mir diesmal nicht Desinteresse vorwerfen): „Warum kann das der ursprüngliche Designer nicht machen?“
Jetzt schien er ernsthaft verärgert: „Dazu habe ich auf der Agenda keine Zeit vorgesehen. Und es ist auch absolut unerheblich.“

Er fuhr dann fort, sprach noch einige andere Punkte an, und beendete die Besprechung schließlich mit: „Ich möchte alle Anwesenden noch auffordern, sich zu überlegen, wie wir das Jubiläum angemessen begehen können, und was wir diesbezüglich noch bedenken sollten. Teilen Sie mir Ihre Vorschläge innerhalb der nächsten Wochen mit.“

Tja, dann überlege ich mal. Es ist ja noch wirklich viel Zeit bis dahin. Mir fällt bestimmt noch das eine oder andere ein.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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34 Antworten zu Sechshundertelf

  1. mkuh schreibt:

    Hallo
    ich hätte da ein etwas anderen Vorschlang,
    alle die 10 Jahre zum erfolg beitragen haben bekommen eine Woche zusätzlich frei, das würde sie deutlich belohnen.
    Sonst vielleicht noch ein KickOff

    Viele Idden

    Mkuh

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  2. baerlinerinn schreibt:

    …ooops. Warum hast du ihn zweimal so forsch unterbrochen? Nur, weil du dich dieses Mal unbedingt zu Wort melden wolltest? Warum hatte er so miese Laune? Ist doch cool, so ein Firmenjubilaeum begehen und planen zu koennen. Steckte doch viel Arbeit auf dem Weg dahin, wo die Firma nun ist.

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  3. plietschejung schreibt:

    Ihr diskutiert über das Firmenlogo?
    Sonst ist aber alles klar, oder ? 🙂

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  4. Gentleritter schreibt:

    Der geht aber nach wie vor sehr ruppig mit dir in der Öffentlichkeit um. Vielleicht wäre es mal an der Zeit sowas mit etwas Sexentzug zu bestrafen… da ist dann auf der Agenda auch kein Zeitfenster für offen.
    (Gut für dich selber musst du dann in der Zeit eine Lösung finden – vielleicht einen neuen Vibrator kaufen und einweihen.:-)

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  5. Murgs schreibt:

    Abteilungs-Halbleiter?
    Haben die (Gitter-)Fehlstellen? Oder müssen die noch mit Arsen dotiert werden? 😉

    War das die Event-Agentur, die … ähem … etwas zu „leitungsorientiert“ war? 😉
    Die sind sicherlich weniger geeignet….

    Warum den alten Designer ?
    Macht es lieber mit einem Profi, aber denkt schon vorher nach über eine Grundidee (Was will ich symbolisieren?) und über Grundzüge der Corporate Identity z.B. bezüglich Farbe(n).
    Manche Designer(-firmen/agenturen) bieten einen Allround-Service, aber da sollte man kritisch gegenüber die Notwendigkeit seltsamer Vorschläge sein.

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    • breakpoint schreibt:

      Über die Dotierung schweigen wir lieber mal.
      Es waren nicht nur die Abteilungsleiter, sondern auch einige wichtige Gruppenleiter dabei (die also auf der Karriereleiter erst halb oben sind).

      Eine konkrete Eventagentur steht noch gar nicht zur Debatte.
      Ich habe nur rein prophylaktisch schon mal vorgemerkt, damit es eben jene Agentur nicht sein soll.

      Der ursprüngliche Designer hat vermutlich noch die Originalunterlagen (vergleichbar mit Sourcen), was das Procedere m.E. vereinfachen würde.
      Ich nehme doch an, dass es ein Profi war – werde Carsten wohl mal danach fragen.

      OT: Ich freue mich immer, wenn du dich mal wieder meldest.
      Hoffentlich sind dein schlimmster Stress und die Zeitknappheit vorüber.

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      • Murgs schreibt:

        Ich habe wohl meine Schreiblockade überwunden 🙂

        Beim Logo habe ich die Daten (TIFF, JPEG, EPS und Schrift-Font) immer auch auf viele Rechner weiterverteilt. So finde ich es doch wieder, wenn auch die Ursprungs-CD in der Ablage verschollen ist.
        Natürlich geht auch Selberbasteln beim Logo. Ein möglichst altes und großes Exemplar einscannen und weiterbearbeiten, aber man muß schon wissen, was man will.

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      • Leser schreibt:

        Abteilungsleiter, Gruppenleiter, Halbleiter, Karriereleiter, Mensch habt Ihr da aber viele Leitern! Ihr solltet Euch vielleicht darüber Gedanken machen, einen firmeneigenen Leiterwagen anzuschaffen!

        So, das war der obligatorische pun, jetzt zum Thema:

        Ich finde es – in Anbetracht der übrigen Kollegen – sehr professionell vom Chef, dass er seine Ehefrau in solchen Sitzungen wie jeden anderen Mitarbeiter behandelt, anstatt ihr irgend eine Sonderstellung zukommen zu lassen. Die Anwesenden sehen das, und sehen, dass sie einen fairen, fähigen Chef vor sich haben – ist also positiv zu werten.

        Die Sonderstellung hast Du in seinem Leben ja trotzdem, und das weißt Du ja auch, und wer sich so „umstellen“ kann, um im professionellen Umfeld komplett anders zu sein, als im privaten, dem ist eine gewisse Schauspielerfähigkeit nicht abzusprechen (darüber zu diskutieren, welche Rolle näher an der echten Person dran ist, wäre ein völlig anderes Thema, was hier dann wieder keinen Platz hätte). Ich könnte das jedenfalls nicht, weshalb auch dieses „professionelle“ Leben nichts für mich wäre.

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        • breakpoint schreibt:

          Leider kann ich jetzt keinen Zusammmenhang mit der Tonleiter herleiten.

          Ja, wir trennen unser Verhalten im Beruf und im Privaten strikt (auch wenn mir das nicht immer gefällt).
          Mit schauspielerischen Fähigkeiten hat das aber IMHO nichts zu tun. Je nach Perspektive erscheint eben eine unterschiedliche Projektion der Persönlichkeit.

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  6. Banaus schreibt:

    Ich würde EXPLIZIT die Agentur mit der herablassenden Chefin anschreiben und der Chefin, Frau (Name), im Kleingedruckten den Zutritt verweigern. vielleicht mit Rechnungskürzung im Verstoßfalle…
    Das sollte sie ja lesen und, wenn sie den Auftrag haben will, unterschreiben…
    😀

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  7. breakpoint schreibt:

    SechshundertfünfzehnFast hatte ich schon vergessen gehabt, dass ich Carsten fragen wollte, warum er so ausweichend reagiert hatte, als ich ihm beim letzten Abteilungsleitermeeting nach dem Designer des Firmenlogos gefragt hatte.
    Als wir noch entspannt beieinander im Bett…

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  8. breakpoint schreibt:

    SechshundertsechsundvierzigBis zum 25. Jubiläum der Firma dauert es zwar schon noch länger, trotzdem möchte der Firmenchef zur Feier dieses Anlasses ein neues Firmenlogo einführen.

    Bevor wir jetzt einen teuren und vielleicht phantasielosen Designer geauftragen, habe ich mich …

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  9. breakpoint schreibt:

    AchthundertsiebenundvierzigAuch wenn es bis zur Jubiläumsfeier noch eine Weile dauert, wurden gestern doch schon die neuen Firmenbroschüren (ein ganzes Heft) und Flyer (nur so ein Faltblatt) geliefert.

    Ich hatte die Entwürfe vorher nicht gesehen. Deshalb schnappte ich mir gle…

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  10. breakpoint schreibt:

    NeunhundertneunundfünfzigDa das Jubiläum IMHO inzwischen weit genug zurückliegt, um meine Annenühmität nicht mehr zu bedrohen, kann ich ja jetzt ein wenig dazu schreiben.

    Wir hatten die Feier als Tag der offenen Tür für Familienangehörige der Belegschaft aufgezogen.
    Der Ch…

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